Die meisten Babys lieben ihre süße Obstmahlzeit am Nachmittag mehr als den Babybrei mit Gemüse. Doch viele harte Obstsorten müssen für kleine Genießer zuerst weich gekocht und püriert werden. Aus Zeitersparnis greifen daher viele Eltern gerne zu fertigen Obstgläschen und fragen sich zurecht, wie es um deren Qualität steht. Für mehr Transparenz sorgt der Öko-Test aus September 2024, der den Inhalt 15 verschiedener Bio-Produkte unterschiedlichster Hersteller und Preisklassen im Labor genau prüfte. Die Ergebnisse? Die meisten Obstgläschen im Test sind gut. Dennoch weisen einige durchaus Besorgnis erregende Spuren der Chemikalie Bisphenol-A (BPA) auf.

Öko-Test lobt: 9 von 15 Produkten ohne bedenkliche Rückstände
Die gute Nachricht vorweg: Insgesamt 9 der 15 getesteten Obstgläschen empfiehlt die Jury bedenkenlos. Alle 9 Produkte sind frei von jeglichen Schadstoffen und enthalten pures Obst, das ohne Säfte, Konzentrate oder Verdickungsmittel angereichert ist.
Diese Testsieger überzeugen die Öko-Test-Jury
Überraschend positiv fiel das Urteil mit der Gesamtnote 'Sehr gut' für diese beiden Obstgläschen vom Discounter aus:
- K-Bio Banane in Apfel (Kaufland)
- Mamia Bio Apfel-Mango (Aldi Süd)
Ebenfalls auf dem Siegertreppchen landete das Bio-Produkt:
- Sprösslinge Apfel (Nanny Pear Food)
Ähnlich gut: Diese Bio-Produkte überzeugen mit 'Gut'
Mit der Gesamtbewertung 'Gut' schafften es folgende Bio-Obstgläschen auf die vordersten Plätze:
- Bio Apfel-Heidelbeere Alnatura
- Bio Erdbeere und Himbeere in Apfel Babydream
- Bio Äpfel mit Bananen ab dem 5. Monat von Hipp
- Apfel Banane, Bioland Naturkind (Netto)
- Bio Mango in Apfel Demeter (Edeka)
- Banane- Kirsch in Apfel Beauty Baby (Müller)
Auch die Zweitplatzierten überzeugen mit purem Obst und komplett schadstofffreien Zutaten - leichte Abzüge gab es lediglich für überflüssige Vitamin-C-Zusätze und Auslobungen wie 'ohne Zusatz von Zucker', die von Verbraucher:innen leicht missverstanden werden können. Denn auch ein Zuviel von Fruchtzucker (Fructose) kann negative Folgen für die Gesundheit haben.
Öko-Test kritisiert: In diesen Obstgläschen steckt noch BPA
Obwohl der chemische Stoff Bisphenol-A (BPA) seit Anfang letzten Jahres in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt verboten ist, machte die Jury in fünf der 15 Probanden leichte Rückstände davon aus. Zwar versicherten alle Hersteller auf Nachfrage von Öko-Test, dass der Stoff bei ihren Umverpackungen nicht zum Einsatz kommt, dennoch können sogar Rückstände aus Transporthüllen in die Rohstoffe gelangen, wie ein Experte des Umweltbundesamts bestätigte.
Mit einem Gesamturteil von 'Befriedigend' und 'Ausreichend' deklarierte die Jury daher folgende Bio-Produkte:
- Bebivita Himbeere in Apfel Erdbeere
- Holle Waldbeeren in Apfel, Demeter
- Lebenswert Bio Apfel mit Mango Pur, Bioland
- Dm Babylove Erdbeere & Himbeere in Apfel
- Dm Bio Apfel Himbeere-Heidelbeere, Demeter
- Freche Freunde Baby Apfel, Erdbeere & Blaubeere

So hat Öko-Test geprüft
Alle 15 Prüflinge sind Bio-zertifizierte Obstgläschen mit der Hauptzutat 'Apfel'. Die Auswahl an Quetschies in Supermärkten und Drogerien ist riesig, denn das Mus im Beutel kommt bei Klein und Groß gut an: Den Kindern schmeckts.
Das österreichische Magazin Konsument hat 30 Quetschies geprüft, darunter 25 Bio-Produkte. Das Team aus Österreich hat die Produkte auf Schadstoffe untersucht sowie Aufmachung und Zusammensetzung bewertet. Die vier sehr guten Quetschies aus dem Test unserer österreichischen Partner sind auch bei uns erhältlich.
Für Eltern besonders erfreulich: In Sachen Schadstoffe sind fast alle Produkte unauffällig. Die Schwermetalle Blei und Kadmium haben die Testerinnen und Tester in keinem Quetschie nachgewiesen. Alle 25 Bio-Quetschies waren frei von Pestiziden.
Zuckergehalt und Kariesrisiko
Egal ob fertig gekauft oder selbst gemacht: Quetschies sind schlecht für die Zähne, weil an ihnen Püriertes eher haften bleibt als festes Essen. Nuckeln Kinder lange an den Beuteln, steigt die Kariesgefahr noch. Gesunde Kinderzähne brauchen Pflege von Anfang an.
Im Fokus des Tests standen weniger süße Quetschies, die keine zusätzlichen Zuckerquellen wie Pudding, sondern nur Obst und Gemüse enthalten. Trotzdem gibt es beim Zuckergehalt große Unterschiede: Das süßeste Produkt kommt auf 19 Gramm Zucker - umgerechnet also rund sechs Stück Würfelzucker. Eltern sollten die Produkte beim Einkauf vergleichen. Ein hoher Gemüseanteil im Quetschie senkt oft den Zuckergehalt. Kleinere Größen sind ratsam, denn mehr Inhalt sorgt für mehr Zucker.
Zähneputzen mit Feli und Flo - glückskind von dm
Deklaration und Zusammensetzung
Im Test fiel auf: Die Zusammensetzung der Quetschies passt oft nicht zu den Namen der Produkte und den Abbildungen auf dem Etikett. So werden etwa Früchte dominant hervorgehoben, die im Produkt mitunter nur einen kleinen Teil ausmachen. Die Hauptzutat ist jedoch meist Apfel: 27 der 30 Produkte enthalten das Kernobst, bei rund zwei Dritteln macht es mehr als 50 Prozent am Produkt aus.
Kosten und Alternativen
Im Quetschie-Check der Stiftung Warentest von 2020 zeigte sich: Das Fruchtmus im Beutel ist teurer als ähnliche Produkte, die in Gläschen oder Kartons verkauft werden. Eine gute Alternative zu den Quetschies sind nachfüllbare Behälter. In einem Schnelltest von wiederverwendbaren Quetschbeuteln und Quetschflaschen konnten drei Produkte überzeugen: Sie enthielten keine Schadstoffe, ließen sich leicht befüllen und hielten dicht.
Sparen lässt sich mit selbstgekochtem vor allem beim Zuckergehalt.
Obstbrei selbst kochen: Eine gesunde Alternative
Wenn Sie das Obstmus für Ihr Baby selbst kochen, haben Sie eine bessere Kontrolle über die Zutaten. Zwar wissen Sie auch nicht genau, ob die Früchte mit Pestiziden belastet sind - aber zumindest können Sie bestimmen, wie viele frische Früchte der Brei für Ihr Baby enthält.
Verwenden Sie am besten saisonales Bio-Obst aus Ihrer Region und mischen Sie kleine Portionen in vollwertigen Getreidebrei. Um alle Vitamine zu erhalten, dünsten Sie die Fruchtstücke vorsichtig und füttern Sie den Brei am besten frisch.

Ergebnisse aus früheren Tests
Viele der Gläschen aus dem Obstbrei-Ökotest von 2019 sind nach wie vor erhältlich. Obwohl der neue Test den älteren offiziell ablöst, sind die Ergebnisse natürlich immer noch interessant.
Testsieger im Obstbrei-Test 2019
Im Obstbrei-Test 2019 konnte sich kein Gläschen mit der Note 'sehr gut' schmücken. Immerhin vergab Ökotest aber an neun von 20 der getesteten Obst-Gläschen ein 'Gut':
- Alnatura Birne mit Heidelbeere
- Alnatura Birne pur
- Dm Bio Mango in Apfel (Demeter)
- Dm Bio Pflaume in Apfel (Demeter)
- Hipp Erdbeere mit Himbeere in Apfel
- Hipp Pfirsich in Apfel
- Holle Apfel & Banane mit Aprikose (Demeter)
- Holle Apfel & Pfirsich
- Lebenswert Bio Apfel mit Mango Pur (Bioland)
Warum kein Brei ein sehr gutes Testergebnis erhielt? Die Deckeldichtungen sind schuld: Alle getesteten Obstbrei-Gläschen werden mit PVC-haltigen Deckeln verschlossen, die laut Ökotest die Umwelt zu stark belasten.
Die Verlierer im Obstbrei-Test 2019
Die schlechteste Note vergab Ökotest an den Bebivita Pfirsich mit Maracuja in Birne - eines der zwei Nicht-Bio-Produkte. Dieser Babybrei enthält nur 42 Prozent püriertes Obst und besteht weitestgehend aus verschiedenen, mit Reisgrieß abgebundenen, Saftkonzentraten und Wasser.
Auch in dem zweiten getesteten Gläschen des Herstellers steckten den Testern eindeutig zu wenig echte Früchte. Weil der Obst-Anteil hier bei etwas über 50 Prozent lag, kam der Bebivita Erdbeere mit Heidelbeeren in Apfel gerade noch mit einem 'Ausreichend' davon.
Ebenfalls auf den hinteren Plätzen landete der Pro-BiJo Früchte-Mix. Der Fruchtanteil war hier zwar ein bisschen höher, doch das Werbeversprechen 'ohne Verdickungsmittel' auf dem Etikett passte für Ökotest nicht zu dem Reismehl in der Zutatenliste. Auch hier gab es ein 'Ausreichend'.