Schnuller: Funktionen, Vorteile und die Wahl des richtigen Modells

Der Einsatz von Schnullern bei Säuglingen ist ein Thema, das viele Eltern beschäftigt und oft kontrovers diskutiert wird. Grundsätzlich kommen Säuglinge mit einem natürlichen Saugbedürfnis zur Welt. Dieses Saugbedürfnis kann durch non-nutritives (nicht nährendes) Saugen gestillt werden, was zur Beruhigung beitragen, beim Einschlafen helfen sowie schmerzlindernd und tröstend wirken kann. Im Gegensatz dazu steht das nutritive Saugen, bei dem die Nahrungsaufnahme im Vordergrund steht.

Der Schnuller setzt genau hier an, indem er das nahrungsunabhängige Saugbedürfnis eines Kindes stillt. Trotz der vielen Vorteile, die Schnuller bieten können, gibt es auch potenzielle Nachteile, die Eltern bei der Wahl und Anwendung berücksichtigen sollten.

Die Funktionen und Vorteile von Schnullern

Schnuller können eine wertvolle Unterstützung für Eltern und Kind darstellen. Zu den wesentlichen Vorteilen zählen:

  • Beruhigung und Trost: Das Saugen an einem Schnuller kann für Babys eine beruhigende Wirkung haben. Durch intensives Nuckeln wird ein Hormoncocktail ausgeschüttet, der zur Entspannung beiträgt und dem Baby hilft, sich selbst zu regulieren.
  • Unterstützung beim Einschlafen: Viele Babys finden leichter in den Schlaf, wenn sie einen Schnuller im Mund haben.
  • Schmerzlinderung: Das Saugbedürfnis kann auch dazu beitragen, Schmerzen zu lindern.
  • Entlastung der Mutter bei wunden Brustwarzen: Bei einem sehr ausgeprägten Saugbedürfnis des Babys kann das Dauernuckeln an der Brust zu wunden Brustwarzen oder einer Brustentzündung führen. Ein Schnuller kann hier Abhilfe schaffen.
  • Stärkung des Saugreflexes bei Frühgeborenen: Bei extremen Frühchen, bei denen der Saugreflex oft noch nicht gut ausgeprägt ist, kann der Schnuller helfen, diesen zu stärken.
  • Reduzierung des SIDS-Risikos: Studien deuten darauf hin, dass das nächtliche Nuckeln an einem Schnuller im ersten Lebensjahr das Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS) bei nicht gestillten Babys senken kann.
Schema, das die Vorteile der Schnullernutzung für die Beruhigung und Entwicklung des Babys darstellt.

Worauf bei der Wahl des richtigen Schnullers zu achten ist

Bei der Auswahl eines Schnullers sollten Eltern auf mehrere wichtige Kriterien achten, um die gesunde Entwicklung ihres Kindes zu fördern und potenzielle Probleme zu vermeiden:

Still- und zahnfreundliche Form und Ergonomie

  • Schmaler, extra-dünner und flexibler Saugerschaft: Ein schmaler Schaft sorgt dafür, dass die Lippen beim Nuckeln weitestgehend geschlossen bleiben. Dies fördert eine natürliche Kieferentwicklung.
  • Weiches, hautähnliches Mundstück: Das Mundstück sollte wenig Platz im Mund einnehmen, weich und beweglich sein, damit die Zunge möglichst wenig in ihrer Bewegung behindert wird. Samtig weiches Silikon wird hierfür oft empfohlen.
  • Symmetrische, kieferfreundliche Form: Der Schnuller sollte nicht abgeschrägt sein, sondern eine symmetrische Form aufweisen. Dies verhindert, dass die Zunge nach innen gedrückt oder der Kiefer unnatürlich belastet wird.

Luftdurchlässigkeit und Materialqualität

  • Luftdurchlässiges, hautfreundliches Design: Der Schnuller sollte den Mundbereich nicht komplett abdecken, damit die zarte Babyhaut atmen kann. Große Belüftungsöffnungen sind hierfür wichtig.
  • Hochwertige geprüfte Materialien ohne Schadstoffe: Ein Schnuller sollte frei von gefährlichen Weichmachern wie BPA und Phthalaten sein.

Der MAM Perfect Schnuller im Detail

Der MAM Perfect Schnuller wurde in Zusammenarbeit mit Kieferorthopäden und Kinderzahnärzten entwickelt und zeichnet sich durch besondere Merkmale aus:

  • Extra dünner, weicher und flexibler Saugerhals: Dieser ist laut Wild Hi-Precision Institut durchschnittlich 60 Prozent dünner und laut Testreihen der Universitätszahnklinik Wien durchschnittlich um das Vierfache flexibler als bei herkömmlichen Schnullern. Dies reduziert den Druck auf Zähne und Kiefer und erleichtert dem Baby das Schließen des Mundes.
  • Anpassungsfähiger Sauger: Wenn das Baby den Mund schließt und den Sauger zusammendrückt, wird Luft herausgedrückt, wodurch der Sauger flacher wird und sich der individuellen Mundhöhle anpasst.
  • Bewegliche Zunge: Die Zunge kann eine natürliche Position einnehmen, was für die orale Entwicklung wichtig ist.
  • Extra große Belüftungsöffnungen: Diese sorgen für eine gute Luftzirkulation und schützen die empfindliche Babyhaut.
  • Brustähnliche Saugerform: Die Form ist der Mutterbrust nachempfunden, was eine gute Kombination mit dem Stillen ermöglicht.
  • Symmetrische Form: Der Schnuller kann niemals falschherum im Mund liegen, was ihn anwendungsfreundlich und kiefergerecht macht.
  • Nachhaltige Materialien: Der Kunststoff kann durch ein ISCC-PLUS-zertifiziertes Massenbilanzverfahren auf bio-zirkuläre Materialien zurückgeführt werden.
  • Sterilisationsbox: Der Schnuller wird mit einer Sterilisationsbox geliefert, die eine einfache und schnelle Sterilisation in der Mikrowelle ermöglicht.
  • Auszeichnungen: MAM wurde für sein Engagement in Sachen Produktsicherheit mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem EU-Preis für Produktsicherheit 2019.
Vergleich der Saugernhals-Dicke und Flexibilität des MAM Perfect Schnullers mit herkömmlichen Schnullern.

Der MAM Perfect Schnuller ist auch als Nachtschnuller erhältlich, dessen Knopf im Dunkeln leuchtet, was älteren Kindern hilft, ihn im Halbschlaf wiederzufinden.

Potenzielle Nachteile und Risiken der Schnullernutzung

Obwohl Schnuller viele Vorteile bieten, ist es wichtig, sich auch der potenziellen Nachteile bewusst zu sein:

  • Saugverwirrung: Ein zu früher Einsatz von Schnullern in den ersten Lebenstagen, bevor das Stillen gut etabliert ist, kann zu Saugverwirrung führen. Das Kind lehnt möglicherweise die Brust ab oder saugt nicht mehr richtig daran. Daher empfehlen viele Hebammen, in den ersten 4 bis 6 Wochen auf einen Schnuller zu verzichten, wenn das Stillen priorisiert wird.
  • Reduzierte Milchbildung: Die Milchproduktion richtet sich nach dem Bedarf. Ein zu häufiger Griff zum Schnuller in der frühen Stillphase kann dazu führen, dass die Brust die Milchproduktion ungewollt reduziert.
  • Probleme bei häufiger und langer Nutzungsdauer: Eine übermäßige Schnullernutzung über viele Stunden täglich, insbesondere über das 2. Lebensjahr hinaus, kann zu Problemen wie Zungenfehlfunktionen, Zahnfehlstellungen oder Artikulationsschwierigkeiten führen.
  • Störung in der oralen Phase: Kinder entdecken in der oralen Phase die Welt mit dem Mund. Das ständige Nuckeln kann diese wichtige Erkundungsphase beeinträchtigen.

Materialien: Naturkautschuk vs. Silikon

Die Wahl des Schnullermaterials ist ebenfalls wichtig:

  • Naturkautschuk (Latex): Gewonnen aus der Milch des Gummibaums, hat eine gelblich-bräunliche Farbe. Er ist sehr bissfest, weich und biegsam, was die Zungenbewegung weniger behindert als bei festeren Silikonschnullern. Allerdings ist Latex bei Hitze weniger widerstandsfähig, und die Mundstücke können porös werden, was einen früheren Austausch erfordert.
  • Silikon: Ein ungiftiger Kunststoff ohne Weichmacher, der geschmacksneutral ist und selten Allergien hervorruft. Silikonschnuller sind hitzebeständig und können regelmäßig ausgekocht werden. Sie sind jedoch meist fester und schränken die Zungenbewegung stärker ein als Latexschnuller.

Der MAM Original Schnuller

Der MAM Original Schnuller ist ein weiteres beliebtes Produkt von MAM, das sich seit Jahrzehnten auf dem Markt bewährt hat. Er zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Kiefergerechter Sauger: Ein flacher, symmetrisch geformter Sauger minimiert Auswirkungen auf die Mundentwicklung und erfüllt dennoch das Saugbedürfnis des Babys.
  • Verschiedene Größen: Erhältlich in verschiedenen Größen, um eine optimale Passform während der Entwicklung des Babys zu gewährleisten.
  • Flexibler, symmetrischer Saugerhals: Zahnfreundlich und kiefergerecht.
  • Unterschiedliche Schildgrößen: Verhindern Druck im Gesicht des Babys.
  • Abgerundete Kanten und Luftlöcher: Schützen die empfindliche Haut. Kleine Noppen auf der Innenseite des Schilds bieten zusätzlichen Schutz.
  • Naturkautschuk-Option: Für bissfeste und weiche Sauger.
  • Einfache Sterilisation: In der mitgelieferten Transportbox.
Illustration der verschiedenen Teile eines MAM Schnullers (Schild, Sauger, Knopf) und deren Funktionen.

Der richtige Zeitpunkt für die Schnullereinführung

Die allgemeine Empfehlung lautet, in den ersten vier bis sechs Lebenswochen auf den Einsatz eines Schnullers zu verzichten. Neugeborene sollten zunächst das richtige Saugen an der Brust verinnerlichen. Ein zu früher Schnullereinsatz könnte eine Saugverwirrung begünstigen, da sich das Saugen am Schnuller vom Saugen an der Brust unterscheidet. Es ist ratsam, zu warten, bis sich die Stillbeziehung eingespielt hat. Schnuller sollten nicht dazu verwendet werden, Stillmahlzeiten hinauszuzögern, insbesondere nicht in Phasen des Clusterfeedings, die für die Steigerung der Milchbildung wichtig sind.

Fazit: Schnuller ja oder nein?

Die Entscheidung für oder gegen einen Schnuller ist sehr individuell und hängt von den Bedürfnissen des Babys und der Familie ab. Es gibt kein universelles "Richtig" oder "Falsch". Ein Schnuller kann ein wertvolles Instrument zur Beruhigung sein, sollte aber dosiert und mit Bedacht eingesetzt werden. Er sollte nicht die einzige Beruhigungsstrategie sein, sondern in Kombination mit anderen Methoden wie Kuscheln, Vorsingen oder Vorlesen verwendet werden. So lernt das Kind, dass es verschiedene Wege zur Beruhigung gibt.

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