Die Geburt stellt für ein Neugeborenes oft die erste traumatische Erfahrung dar, die im zarten System des Säuglings gespeichert und verankert werden kann. Aufgrund der hohen Plastizität des Gehirns ist die Verwundbarkeit von Säuglingen in den ersten Lebensjahren besonders hoch. Ein solches Geburtstrauma kann langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes und die Bindung zu den Eltern haben. Ein Geburtstrauma kann auch dann vorliegen, wenn die Geburt ohne Komplikationen verläuft. Dies liegt daran, dass ein Geburtstrauma entstehen kann, wenn die Geburtshilfe nicht optimal ist.
Beispielsweise kann eine Frau, deren Geburt in einer überfüllten Umgebung stattfindet, in Stress geraten und sich dadurch überwältigt und ängstlich fühlen. In solchen Situationen kann es zu einer traumatischen Erfahrung werden, die sich auf die psychische und physische Gesundheit der Mutter und des Kindes auswirken kann. Es ist inzwischen bewiesen, dass der Stress der Mutter auf das Kind übertragen wird, aber zum Glück nicht 1:1. Nicht selten berichten Mütter von dem Stress, der mit Sätzen wie „Ihre Schwangerschaft ist eine Risiko-Schwangerschaft“ einhergeht. Dass dieser Stress sich negativ auf das Kind auswirken kann, ist weniger bekannt. Neben der Art der Geburtshilfe können soziale Stressoren auf die werdende Mutter einwirken.
Ursachen und Arten von Geburtsverletzungen und Traumata
Traumatisierende Geburtserlebnisse
Ein weiterer Grund für die Entstehung von Geburtstraumata ist die Art der Geburt. Wenn eine Geburt medizinisch assistiert wird, wird häufig ein Kaiserschnitt durchgeführt. Diese Art der Geburt kann für das Kind sehr traumatisch sein, da es plötzlich von einer warmen, sicheren Umgebung in eine neue, unvorhersehbare Umgebung „geschleudert“ wird. Kaiserschnitte können auch zu einer psychischen Unterversorgung des Kindes führen, da es nicht dieselbe emotionale Bindung zur Mutter erlebt wie bei einer natürlichen Geburt. Dafür ist auch die unzureichende Ausschüttung des Hormons Oxytocin verantwortlich, welches maßgeblich für die Bindungs- und Liebesfähigkeit verantwortlich ist. Auch eine schwere Geburt kann traumatisch für das Kind sein.
Physikalische Geburtsverletzungen
Die Kräfte, die im Rahmen der Wehentätigkeit wirken und der Geburtsvorgang können gelegentlich zu einer Verletzung des Kindes führen. Die Häufigkeit neonataler Verletzungen infolge schwieriger oder traumatischer Geburten nimmt ab, da die Rate der Kaiserschnittentbindungen steigt und schwierige äußere Wendungen, Vakuum-Extraktionen oder mittlere oder hohe Zangenentbindungen zunehmend ersetzt werden.
Ein erhöhtes Traumarisiko besteht, wenn der Säugling groß für das Gestationsalter ist (was manchmal mit dem chronischen Diabetes in der Schwangerschaft oder dem Gestationsdiabetes einhergeht) oder wenn eine Beckenendlage oder eine andere abnorme Lage vorliegt, insbesondere bei einer Erstgebärenden.
Kopfverletzungen während der Geburt
Viele Neugeborene haben aufgrund der Entbindung Schwellungen oder leichte Blutergüsse. Die meisten Verletzungen heilen ohne weitere Behandlung. Selten kommt es zu schwereren Verletzungen, wie einer Schädigung der Nerven oder gebrochenen Knochen. Geburtsverletzungen treten am häufigsten aufgrund der natürlichen Krafteinwirkung während der Wehen und der Entbindung auf. Bei einer schwierigen Entbindung treten Verletzungen häufiger auf, was auf die Größe des Fötus, die Lage des Fötus, auf eine Zangen- oder Saugglockengeburt oder andere Faktoren zurückzuführen ist.
Bei einem sehr großen Baby besteht ein erhöhtes Risiko für eine Geburtsverletzung. Ärzte empfehlen im Allgemeinen einen Kaiserschnitt (Sectio caesarea), wenn sie davon ausgehen, dass das Baby mehr als 5 kg wiegt (oder bei mehr als 4,5 kg, wenn die Mutter an Diabetes leidet). Eine Verletzung ist auch wahrscheinlicher, wenn der Fötus vor der Geburt in einer ungewöhnlichen Lage in der Gebärmutter liegt.
Bei manchen Entbindungen wird eine Zange (ein chirurgisches Instrument mit einer abgerundeten Greifzange, die um den Kopf des Fötus passt) oder eine Saugglocke verwendet. Bei entsprechender Anwendung besteht bei diesen Entbindungsmethoden ein geringes Verletzungsrisiko. Insgesamt ist die Rate der Geburtsverletzungen aufgrund von schwierigen oder traumatischen Entbindungen gegenüber vorherigen Jahrzehnten stark gesunken, da mehr pränatale Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden, weniger häufig Geburtszangen eingesetzt werden und Ärzte häufig auf einen Kaiserschnitt zurückgreifen, wenn sie absehen können, dass ein höheres Risiko für eine Geburtsverletzung besteht.
Kopfverformungen sind keine Verletzung, aber die Eltern können darüber besorgt sein. Die Verformung bezieht sich auf eine normale Veränderung der Kopfform des Babys, die durch Druck auf den Kopf während der Entbindung entsteht. Bei den meisten Geburten tritt der Kopf zuerst durch den Geburtskanal. Da die Schädelknochen des Fötus noch nicht starr fixiert sind, verlängert sich der Kopf, während er durch den Geburtskanal gedrückt wird. Dadurch kann der Fötus einfacher den Geburtskanal passieren. Die Verformung wirkt sich nicht auf das Gehirn aus und verursacht auch keine Probleme, die behandelt werden müssten. Die Kopfform wird über mehrere Tage nach und nach wieder rund.
Geringfügige Kopfverletzungen sind die häufigste Verletzung während der Entbindung. Die dabei auftretenden Schwellungen und Blutergüsse an der Kopfhaut sind harmlos und bilden sich innerhalb weniger Tage vollständig zurück. Es können Kratzer auf der Kopfhaut entstehen, wenn Instrumente (wie auf der Kopfhaut befestigte Überwachungselektroden oder Zangen oder Saugglocken) während der vaginalen Entbindung verwendet werden.
Blutungen zwischen Kopfhaut und Schädelknochen können zur Ansammlung von Blut entweder über oder unter der dicken fibrösen Knochenhaut (Periost) führen, die die Schädelknochen überzieht und Blutgefäße enthält. Ein Kephalhämatom ist eine Blutansammlung zwischen den Schädelknochen und dem Periost. Das Blut ist auf den Bereich eines Schädelknochens begrenzt und überquert nicht die so genannte Schädelnaht (Sutur), also die Gewebebänder, die die einzelnen Schädelknochen verbinden. Kephalhämatome fühlen sich weich an und können nach der Geburt weiter wachsen. Sie verschwinden nach Wochen oder Monaten von selbst und müssen so gut wie nie behandelt werden. Allerdings sollten sie von einem Kinderarzt untersucht werden, wenn sie rot werden oder Flüssigkeit aus ihnen austritt. Gelegentlich trocknet ein Teil des Blutes ein (verkalkt) und hinterlässt einen harten Knoten in der Kopfhaut. In seltenen Fällen muss der verkalkte Knoten operativ entfernt werden.
Ein subgaleatisches Hämatom ist eine Ansammlung von Blut zwischen dem Periost und der am tiefsten liegenden Schädelplatte. Blut in diesem Bereich kann sich ausbreiten und ist nicht auf eine Fläche begrenzt, wie das Kephalhämatom. Sie kann zu einem massiven Blutverlust und Schock führen, der eine Bluttransfusion erforderlich macht. Ein subgaleales Hämatom kann durch den Einsatz einer Zange oder einer Saugglocke verursacht werden oder die Folge eines Problems mit der Blutgerinnung sein.
Es kann zum Bruch (Fraktur) eines Schädelknochens vor oder nach der Entbindung kommen. Schädelfrakturen treten weniger häufig auf. Solange der Schädelknochen nicht eingedrückt ist (Depressionsbruch), heilt der Knochen für gewöhnlich ohne Behandlung schnell wieder.

Verletzungen von Haut und Weichgewebe
Auf der Haut des Neugeborenen können nach der Geburt leichte Verletzungen zu sehen sein, besonders auf der Kopfhaut, aber auch an anderen Stellen, die während der Wehen starkem Druck ausgesetzt waren oder zuerst durch den Geburtskanal austraten. Die für die Entbindung benötigten Instrumente, wie die Zange können die Haut verletzen. Bei Neugeborenen, die mit dem Gesicht voran geboren werden, kann es zu Schwellungen und Blutergüssen um die Augen und im Gesicht kommen, und bei einer Steißgeburt im Genitalbereich. Diese Verletzungen müssen nicht behandelt werden.
Der Einsatz von Instrumenten während der Entbindung und der Stress für das Neugeborene (z. B. durch Neugeborenen-Asphyxie) kann das Fettgewebe unter der Haut verletzen (die sogenannte subkutane Fettgewebsnekrose beim Neugeborenen). Diese Hautverletzung kann in Form von geröteten, festen Erhebungen an Rumpf, Armen, Hüften und Pobacken sichtbar werden. Diese Art von Verletzung heilt für gewöhnlich innerhalb von Wochen oder Monaten von selbst aus.
Blutung in und um das Gehirn
Blutungen in und um das Gehirn (intrakranielle Blutungen) werden durch die Verletzung eines Blutgefäßes innerhalb des Schädels hervorgerufen. Diese Verletzungen sind die Folge von:
- Ernstzunehmende Erkrankungen beim Neugeborenen, die die Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Gehirn unterbinden
- Ein Problem mit der Blutgerinnung
- Eine Frühgeburt, die das Risiko einer intrakraniellen Blutung erhöht
Manchmal tritt ein intrakranielles Hämatom nach einer normalen Entbindung bei einem insgesamt gesunden Neugeborenen auf. Die Ursache für die Blutungen sind in solchen Fällen unbekannt. Diese Blutungen im Gehirn kommen relativ häufig bei sehr unreifen Frühgeburten vor. Neugeborene mit Blutungsstörungen (wie etwa Hämophilie) tragen ebenfalls ein höheres Risiko für Hirnblutungen.
Die meisten Säuglinge mit Blutungen haben keine Symptome. Manche Säuglinge können jedoch schwere Symptome haben und träge (lethargisch) sein, schlecht essen und/oder Krampfanfälle haben.
Die Blutung kann an mehreren Stellen in und um das Gehirn auftreten:
- Subarachnoidalblutung: Eine Blutung unter der inneren der beiden Membranen, die das Gehirn umgeben. Dabei handelt es sich um die häufigste Art der intrakraniellen Blutung bei Neugeborenen, normalerweise bei Säuglingen, die voll ausgetragen wurden. Neugeborene mit einer Subarachnoidalblutung können während der ersten 2 bis 3 Tage ihres Lebens gelegentlich an Apnoe (Atemaussetzern), Krampfanfällen oder Lethargie leiden, aber in der Regel geht es ihnen am Ende wieder gut.
- Subduralhämatom: Eine Blutung zwischen den inneren und mittleren Gewebeschichten, die das Gehirn umhüllen. Es tritt dank der verbesserten Entbindungstechniken heute viel seltener auf. Ein subdurales Hämatom kann einen erhöhten Druck auf die Gehirnoberfläche ausüben. Neugeborene mit einem Subduralhämatom können Störungen wie z. B. Krampfanfälle entwickeln.
- Epiduralhämatom: Eine Blutung, die sich zwischen der Außendecke (Dura Mater) des Gewebes, welches das Gehirn bedeckt (Meningen) und dem Schädel bildet. Ein Epiduralhämatom kann durch einen Schädelbruch verursacht werden. Wenn das Hämatom den Druck im Gehirn erhöht, können sich die weichen Stellen zwischen Schädelknochen (Fontanellen) aufwölben. Neugeborene mit einem Epiduralhämatom können an einer Apnoe oder Krampfanfällen leiden.
- Intraventrikuläre Blutung: Eine Blutansammlung in Gehirnbereichen, die normalerweise mit Flüssigkeit gefüllt sind (Ventrikel).
- Intraparenchymale Hämorrhagie: Tritt im Hirngewebe selbst auf.
Eine intraventrikuläre Blutung und eine intraparenchymale Hämorrhagie treten normalerweise bei sehr unreifen Frühgeburten auf und sind eher auf ein unterentwickeltes Gehirn als auf eine Geburtsverletzung zurückzuführen. Die meisten dieser Blutungen verursachen keine Symptome. Starke Blutungen können jedoch zu Apnoe oder einer bläulichgrauen Verfärbung der Haut führen, oder aber der gesamte Körper des Neugeborenen hört auf, normal zu funktionieren. Neugeborene mit starken Blutungen, besonders mit Blutungen, die ins Parenchym reichen, haben eine schlechte Prognose. Kleinere Blutungen überstehen sie jedoch in der Regel ohne weiteren Schaden.

Nervenverletzungen
Nervenverletzungen können vor oder während der Entbindung auftreten. Diese Verletzungen verursachen in der Regel eine Schwächung der Muskeln, die vom verletzten Nerv gesteuert werden. Nervenverletzungen können entstehen im:
- Gesichtsnerv: Schiefer Gesichtsausdruck
- Plexus brachialis: Arm- und/oder Handschwäche
- Zwerchfellnerv (selten): Atembeschwerden
- Rückenmark (selten): Lähmung
Andere Nerven, wie der Speichennerv (Nervus radialis) im Arm, der Ischiasnerv im Kreuz oder der Nervus obturatorius im Bein können ebenfalls während der Entbindung verletzt werden. Die meisten Kinder erholen sich vollständig von diesen Verletzungen.
Verletzung des Gesichtsnervs
Eine Verletzung des Gesichtsnervs liegt vor, wenn das betroffene Neugeborene schreit und sein Gesicht schief (asymmetrisch) aussieht. Der Gesichtsnerv ist der am häufigsten verletzte Nerv. Diese Verletzung wird durch Druck auf den Nerv verursacht, aufgrund:
- der Art wie der Fötus im Mutterleib vor der Geburt gelegen hat
- der Tatsache, dass der Nerv während der Entbindung gegen das Becken der Mutter gepresst worden war
- einer Entbindung mithilfe einer Zange
Eine Behandlung der Gesichtsnervenverletzung ist nicht erforderlich, und die Muskelschwäche bildet sich innerhalb von 2 bis 3 Monaten zurück. Allerdings kann eine Gesichtsnervenschwäche manchmal auch durch eine angeborene Erkrankung und nicht durch eine Verletzung verursacht sein und geht dann nicht einfach von selbst zurück.
Verletzung des Plexus brachialis
Der Plexus brachialis ist eine Gruppe von großen Nerven, die zwischen Hals und Schulter liegen und zu jedem Arm führen. Während einer schweren Entbindung kann einer oder beide Arme des Babys gestreckt werden und die Nerven des Plexus brachialis verletzt werden und zu einer teilweisen oder ganzen Schwäche oder Lähmung des Arms oder der Hand des Babys führen. Eine Schwächung der Schulter oder des Ellbogens wird als Erb-Lähmung bezeichnet und eine Schwächung der Hand und Handgelenke als Klumpke-Lähmung.
Etwa die Hälfte der Fälle von Verletzungen des Plexus brachialis tritt bei schwierigen Entbindungen auf, unter anderem von großen Babys, und etwa die andere Hälfte bei Babys ohne Probleme bei der Entbindung. Verletzungen des Plexus brachialis treten seltener bei Babys auf, die per Kaiserschnitt zur Welt kommen. Damit sich die Nerven regenerieren können, sollten jedoch extreme Schulterbewegungen vermieden werden. Viele leichtere Verletzungen geben sich nach wenigen Tagen wieder. Bei einer schwereren Verletzung, oder wenn diese mehr als 1 bis 2 Wochen andauert, wird eine Physio- oder Ergotherapie für eine Richtigstellung und sanfte Bewegung des Arms empfohlen. Stellt sich nach ein bis zwei Monaten keine Besserung ein, empfehlen die Ärzte in der Regel eine Abklärung des Babys durch einen pädiatrischen Neurologen und/oder Orthopäden in einer Kinderspezialklinik, damit geklärt werden kann, ob eine Operation von Nutzen wäre.
Verletzung des Nervus phrenica
Manchmal wird der Zwerchfellnerv, der durch das Zwerchfell geht (Muskelwand, welche die Organe des Brustraums von den Organen des Bauchraums voneinander trennt und die Atmung unterstützt), verletzt, was zu einer Zwerchfelllähmung auf der entsprechenden Seite führt. Bei dieser Verletzung kann das Neugeborene unter Atembeschwerden leiden und benötigt manchmal Atmungsunterstützung. Eine Verletzung des Zwerchfellnervs heilt für gewöhnlich innerhalb von wenigen Wochen von selbst vollständig aus.
Rückenmarksverletzung
Verletzungen des Rückenmarks durch Überdehnung während der Geburt sind extrem selten. Diese Verletzungen können zu einer Lähmung unterhalb der Verletzungsstelle führen. Häufig ist eine Rückenmarkschädigung endgültig. Einige Rückenmarksverletzungen, die ganz oben im Nacken entstehen, können tödlich ausgehen, da sie eine richtige Atmung des Neugeborenen unterbinden.
Knochenverletzungen
Knochen können vor und während der Entbindung brechen (Fraktur), selbst bei einer normalen Entbindung. Eine Fraktur des Schlüsselbeins (Klavikula) ist der am häufigsten vorkommende Knochenbruch während der Geburt. Manchmal werden diese Frakturen erst mehrere Tage nach der Geburt entdeckt, wenn sich ein Gewebeklumpen um die Fraktur gebildet hat. Neugeborene mit Schlüsselbeinfrakturen sind manchmal reizbar und bewegen den Arm auf der betroffenen Seite möglicherweise nicht. Diese Frakturen müssen nicht behandelt werden, aber wenn es dem Säugling weh tut, wenn sein Arm auf der Seite des gebrochenen Schlüsselbeins bewegt wird, kann der Arzt empfehlen, die Armbewegung beim Wickeln einzuschränken. Er ist nach wenigen Wochen von allein vollständig ausgeheilt.

Folgen von Geburtstraumata und -verletzungen
Psychische und emotionale Auswirkungen
Manche Betroffene leiden auch an psychosomatischen Symptomen wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Verdauungsstörungen und Hauterkrankungen. Andere Symptome eines Geburtstraumas können sein: ein geringes Selbstwertgefühl, emotionale Instabilität, emotionale Verarbeitungsprobleme, Verhaltensänderungen und eine verringerte Fähigkeit, in Beziehungen zu anderen Menschen zu gehen.
Langfristige Entwicklungsprobleme
Ein Geburtstrauma kann langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes und die Bindung zu den Eltern haben. Die Verwundbarkeit von Säuglingen ist in den ersten Lebensjahren besonders hoch aufgrund der hohen Plastizität des Gehirns.
Behandlung und Prävention von Geburtstraumata und -verletzungen
Frühzeitige Intervention und professionelle Hilfe
Besonders wünschenswert ist eine frühzeitige Behandlung im Falle eines Geburtstraumas. Um eine frühe Geburtsverletzung zu behandeln, müssen zunächst einmal die Auswirkungen des Geburtstraumas auf das Neugeborene bestimmt werden. Es sollte eine sorgfältige Untersuchung des Neugeborenen durchgeführt werden, um festzustellen, ob das Geburtstrauma die Entwicklung des Neugeborenen oder seine Körperfunktionen beeinflusst hat. Jedoch auch im weiteren Verlauf oder bei einer späteren Diagnose ist die professionelle Hilfe von großer Bedeutung. Ein Therapeut oder eine Therapeutin können helfen, Geburtstrauma-Symptome zu identifizieren und zu behandeln. Mit professioneller Unterstützung können Betroffene lernen, wie sie mit den Symptomen des Geburtstraumas umgehen und wieder eine positive Beziehung zu sich selbst aufbauen.
Der schwierigste Schritt kann sein, die verschiedenen Symptome einem Geburtstrauma zuzuordnen.
Spezifische Behandlungsmethoden
EMDR-Therapie
EMDR ist die Abkürzung für Eye Movement Desensitization and Reprocessing - oder auf Deutsch: Desensitivierung und Verarbeitung durch Augenbewegung. Dabei handelt es sich um die führende Behandlungsmethode der Posttraumatischen Belastungsstörung. Traumainhalte werden bei EMDR unter optischer, taktiler oder akustischer Stimulation gezielt aktiviert und so verarbeitet. Dabei werden traumatische Erfahrungen beispielsweise durch Augenbewegung verarbeitet. Die Wirksamkeit von EMDR ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt: Schon 2006 hat der wissenschaftliche Beirat für Psychotherapie EMDR als wissenschaftlich begründete Psychotherapiemethode anerkannt. Auch in den USA, Großbritannien sowie durch die WHO ist EMDR anerkannt.
Ein Zitat dazu: „Meine Frau beschreibt es so, dass sie nicht mehr so von den Bildern überflutet wird. Die Belastung sei nur noch sehr gering.“
Präventive Maßnahmen
Geburtstraumata können in vielen Fällen vermieden werden. Die Planbarkeit, eine Erhöhung der Effizienz und das Sparen von Kosten in Krankenhäusern führen oft dazu, dass Kaiserschnitte durchgeführt werden, obwohl eine natürliche Geburt stattfinden könnte. Ebenso werden Wünsche und Bedürfnisse werdender Mütter durch das durchgetaktete Prozedere bei natürlichen Geburten untergraben. Über das Thema aufzuklären und werdende Mütter zu entlasten, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Eine Geburt mit weniger Stress, die sowohl für die Mutter als auch für das Neugeborene ein guter Start in das gemeinsame Leben eröffnet, ist möglich. Insbesondere wenn wir die Geburt erneut als natürlichen Prozess erkennen, bei dem es vor allem um Liebe und Bindung geht.
Mensch Papa! Die Wissenschaft vom Vatersein - ARTE Doku 01 2023
tags: #neugeborenen #verblutet #unter #geburt