Die Einführung von Beikost ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung eines Babys, und der Milchbrei, auch als Abendbrei bekannt, spielt dabei eine zentrale Rolle. Viele Eltern fragen sich, ab wann und wie dieser Brei am besten in den Speiseplan des Kindes integriert werden kann, insbesondere wenn das Baby noch gestillt wird.
Der richtige Zeitpunkt für den Abendbrei
Grundsätzlich wird empfohlen, mit der Beikosteinführung frühestens ab dem vollendeten 4. Lebensmonat und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats zu starten. Der Mittagsbrei (oft ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei) ist in der Regel die erste feste Mahlzeit, die eingeführt wird. Etwa einen Monat nach der Einführung des Mittagsbreis kann dann mit dem Abendbrei begonnen werden. Dies liegt meist zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat des Kindes.
Die Einführung von Beikost sollte immer dann erfolgen, wenn das Baby die sogenannten Beikostreifezeichen erfüllt. Dazu gehören:
- Das Baby kann seinen Kopf selbstständig halten.
- Es kann (mit Unterstützung) aufrecht sitzen.
- Es zeigt Interesse am Essen der Eltern.
- Der Zungenstreckreflex ist verschwunden.
- Das Baby öffnet den Mund für das Löffelchen.
- Es kann Gegenstände greifen und zum Mund führen.
Idealerweise sollte der Abendbrei etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen gefüttert werden, mit einem zeitlichen Abstand von 2-3 Stunden zur vorherigen Mahlzeit. Dies stellt sicher, dass das Baby nicht zu müde ist und dennoch Hunger hat.

Milchbrei: Notwendigkeit bei Stillkindern
Die Frage, ob ein Milchbrei für ein gestilltes Baby "notwendig" ist, wird oft gestellt. Die Hauptnahrungsquelle eines gestillten Babys ist die Muttermilch. Expertenmeinungen variieren hierbei:
- Einige vertreten die Ansicht, dass ein separater Milchbrei nicht zwingend erforderlich ist, da die Muttermilch bereits alle notwendigen Nährstoffe liefert. Ein Getreide-Obstbrei mit etwas Rapsöl kann hier eine Alternative sein.
- Andere empfehlen die Einführung eines Milchbreis, um das Baby schrittweise an neue Geschmäcker und Konsistenzen zu gewöhnen und den steigenden Eisenbedarf zu decken.
Grundsätzlich gilt: Die Beikosteinführung soll eine Ergänzung zum Stillen sein, keine vollständige Ersetzung der Milchmahlzeit. Ein Milchbrei, der zusätzlich zur Muttermilch gegeben wird, ergibt daher durchaus Sinn.
Zubereitung des Milchbreis
Der klassische Milchbrei besteht aus Milch und Getreideflocken, oft ergänzt durch Obstmus oder Saft für Geschmack und Vitamine.
Die Wahl der Milch
Bei der Einführung des Milchbreis stellt sich oft die Frage nach der geeigneten Milch:
- Muttermilch: Abgepumpte Muttermilch kann für die Zubereitung des Abendbreis verwendet werden. Sie sollte erwärmt und dann das Instant-Getreide eingerührt werden. Ein Nachteil ist, dass Muttermilch den Brei aufgrund enthaltener Enzyme schnell wieder flüssig machen kann, weshalb zügig gefüttert werden sollte. Die Pre-Milch und auch die Muttermilch dürfen nicht gekocht werden.
- Säuglingsanfangsnahrung (Pre-Milch): Die Zubereitung von Abendbrei aus Pre-Milch ist ebenfalls eine gängige Methode. Das Wasser wird aufgekocht, die Getreideflocken darin gegart, und anschließend wird die nach Packungsanleitung angerührte Pre-Milch untergemischt. Die Wassermenge plus das Milchpulver muss die gewünschte Menge fertiger Pre-Milch ergeben.
- Kuhmilch: Ab dem 6. Lebensmonat dürfen Babys in begrenzten Mengen auch Kuhmilch erhalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt maximal 200 Milliliter unverdünnte Vollmilch (3,5 % Fettgehalt) pro Tag für die Zubereitung des Abendbreis. Wichtig ist, dass es sich um pasteurisierte und ultrahocherhitzte Vollmilch oder H-Milch handelt; Rohmilch oder Vorzugsmilch sind nicht geeignet. Die Einführung von Kuhmilch kann bei manchen Babys zu Hautausschlägen führen, in solchen Fällen kann vorübergehend auf Pre-Milch zurückgegriffen werden.
- Pflanzliche Milchalternativen: Pflanzliche Milchgetränke wie Hafer-, Soja- oder Mandelmilch werden von offiziellen Stellen wie der DGE nicht zur Breizubereitung empfohlen, da sie in ihrer Zusammensetzung ungeeignet sind und nicht ausreichend Nährstoffe für Babys liefern.

Das Getreide
Für den Abendbrei eignen sich spezielle Getreideflocken für Babys, die in gut sortierten Supermärkten und Drogeriemärkten erhältlich sind. Wichtig ist, dass das Produkt reines Vollkorngetreide ohne zugesetzten Zucker enthält.
Besonders gut verdaulich und für den Start geeignet sind:
- Haferflocken: Sie sind auch ein guter Eisenlieferant.
- Reisflocken
Auch andere Getreidesorten wie Weizengrieß, Dinkel-, Roggen- oder Hirseflocken können verwendet werden, um das Baby an verschiedene Geschmäcker heranzuführen.
Obst als Ergänzung
Obst verleiht dem Abendbrei einen milden Geschmack und versorgt das Baby mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders vorteilhaft ist das enthaltene Vitamin C, da es die Aufnahme von Eisen aus den Getreideflocken verbessert.
Verwendet werden kann:
- Fertiges Obstmark oder Obstmus ohne Zucker.
- Frisches Obst, das gekocht und püriert oder zerdrückt wird.
Beispiele für geeignete Obstsorten sind Banane, Apfel, Birne oder Pfirsich.
Praktische Zubereitungsschritte
Grundrezept Milch-Getreide-Brei (mit Kuhmilch):
- 200 ml Vollmilch erwärmen.
- Ca. 20-25 g Getreideflocken (z.B. Haferflocken) unterrühren.
- Nach Packungsanleitung aufkochen oder quellen lassen.
- Mit Obstmus oder zerdrücktem Obst verfeinern.
Grundrezept Milch-Getreide-Brei (mit Pre-Milch):
- 200 ml Wasser aufkochen und ca. 1 Minute köcheln lassen.
- 20-25 g Getreideflocken einrühren und nach Packungsanleitung quellen lassen.
- Pre-Milch nach Packungsanleitung zubereiten (Menge entsprechend der Wassermenge für 200 ml fertige Milch).
- Die angerührte Pre-Milch unter den abgekühlten Getreidebrei mischen.
- Mit Obstmus oder zerdrücktem Obst verfeinern.
Grundrezept Milch-Getreide-Brei (mit Muttermilch):
- Ca. 200 ml abgepumpte Muttermilch erwärmen (lauwarm).
- Instant-Getreide nach Packungsangabe einrühren.
- Schnell servieren, da der Brei flüssig werden kann.
- Bei Bedarf mit Obstmus oder zerdrücktem Obst verfeinern.
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Milchbrei und Durchschlafen
Viele Eltern hoffen, dass die Einführung des Abendbreis dazu führt, dass ihr Baby besser durchschläft. Hersteller von Fertigbreien werben oft damit, dass ihre Produkte sättigend wirken und so den Schlaf fördern. Diese Annahme ist jedoch nicht immer zutreffend.
Nächtliches Aufwachen kann viele Ursachen haben, wie Kälte, eine volle Windel, Zahnen oder einfach das Bedürfnis nach Nähe. Das Durchschlafen lernen Babys in ihrem eigenen Tempo. Es ist nicht ratsam, auf einen "aufgegessenen Teller" zu bestehen, da dies keine Garantie für ruhigere Nächte bietet.
Wenn gewünscht, kann mit Ende des 6. Lebensmonats damit begonnen werden, nächtliche Milchmahlzeiten schrittweise zu reduzieren. Dies kann die Schlafphasen verlängern, aber eine Durchschlafgarantie gibt es auch hier nicht.
Wichtige Hinweise zur Kuhmilch
Die DGE rät, dass Babys unter einem Jahr nicht mehr als 200 ml Kuhmilch pro Tag (inklusive Milchprodukte) zu sich nehmen sollten. Dies ist die Menge, die für die Zubereitung einer Portion des Milch-Getreide-Breis empfohlen wird.
Besondere Vorsicht ist bei Babys geboten, die zu Hautirritationen neigen. Ein nässender Milchschorf auf Kopf und Gesicht kann ein Anzeichen für eine beginnende Neurodermitis sein. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Kuhmilch im Brei vorübergehend durch Pre-Milch zu ersetzen.
Es ist wichtig, den Speiseplan nicht aus Sorge vor möglichen Reaktionen zu stark einzuschränken, da dies zu Mangelernährung führen kann. Neurodermitis kann sich mit der Zeit bessern.
Die DGE rät zudem von Schaf-, Ziegen- oder Stutenmilch ab. Pflanzliche Milchgetränke sind als Ersatz für Säuglingsmilchnahrung ungeeignet.
Alternative zur Milchzubereitung
Wenn die Zubereitung mit Milch, sei es Kuhmilch, Pre-Milch oder Muttermilch, als zu aufwendig empfunden wird, gibt es Alternativen:
- Getreide-Wasser-Obst-Brei: Dieser Brei wird nur mit Wasser angerührt und mit Obstmus oder püriertem Obst verfeinert.
- Fertiger Abendbrei: Im Handel gibt es fertige Abendbreie in Gläschen oder als Pulver. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da viele Produkte zugesetzten Zucker und künstliche Aromen enthalten. Es empfiehlt sich, auf Produkte ohne diese Zusätze zurückzugreifen.
Ein Beispiel für eine alternative Zubereitung ist die Verwendung von Instant-Getreide, das lediglich mit Wasser aufgekocht und dann mit Obstmus vermischt wird.

Die Einführung der Beikost sollte flexibel gestaltet werden. Die Abfolge der Breie und die Art der Zubereitung können an die individuellen Vorlieben des Babys und die Möglichkeiten der Eltern angepasst werden. Bei Unsicherheiten ist es ratsam, sich an den Kinderarzt oder die Hebamme zu wenden.
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