Der Milch-Getreide-Brei, oft auch als Abendbrei bezeichnet, ist ein wichtiger Bestandteil der Beikosteinführung für Babys. Während Supermarktregale eine Vielzahl von fertigen Breien anbieten, ist die selbstgemachte Variante nicht nur einfacher zuzubereiten, sondern gilt auch als die gesündeste Option für Ihr Kind.

Einführung des Milch-Getreide-Breis
Die Einführung des Milch-Getreide-Breis erfolgt in der Regel nach der Gewöhnung an den Mittagsbrei. Dies geschieht etwa einen Monat nach Beginn der Beikosteinführung, was meist im Alter von ca. 6 bis 8 Monaten der Fall ist. Generell wird empfohlen, mit der Beikost frühestens ab dem vollendeten 4. Lebensmonat und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats zu starten, zunächst mit dem Mittagsbrei. Der Abendbrei folgt dann etwa einen Monat später, um dem Baby und seinem Verdauungssystem Zeit zur Anpassung zu geben.
Es ist wichtig, dem Baby und seinem Verdauungssystem ausreichend Zeit zu geben, sich langsam an die neue Nahrung und deren Geschmack sowie Konsistenz zu gewöhnen. Die genaue Abfolge der Babybreie kann individuell angepasst werden, wobei die Empfehlungen eine Orientierung bieten.
Wichtige Kriterien für die Beikosteinführung
Bevor Sie mit der Einführung von Brei beginnen, sollten folgende Beikostreifezeichen erfüllt sein:
- Das Baby kann seinen Kopf selbstständig halten.
- Es kann mit Unterstützung aufrecht sitzen.
- Es zeigt Interesse an der Nahrung der Erwachsenen.
- Der Zungenstreckreflex ist abgeschwächt oder nicht mehr vorhanden.
- Das Baby öffnet den Mund für den Löffel.
- Es kann Dinge greifen und zum Mund führen.
Zutaten für den Milch-Getreide-Brei
Für die Zubereitung eines gesunden Milch-Getreide-Breis benötigen Sie im Wesentlichen drei Hauptkomponenten:
1. Getreide
Verwenden Sie am besten spezielle Getreideflocken für Babys, die in gut sortierten Supermärkten und Drogeriemärkten erhältlich sind. Achten Sie darauf, dass das Produkt reines Vollkorngetreide ohne zugesetzten Zucker enthält. Zu Beginn haben sich Instant-Vollkorngetreide, wie Reisflocken oder Haferflocken, bewährt, da sie als besonders leicht verdaulich gelten. Auch Weizengrieß, Dinkel-, Roggen- oder Hirseflocken sind beliebte Optionen. Vollkorngetreide sättigt besser und liefert mehr Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe als Weißmehlprodukte. Glutenfreie Breie schützen übrigens nicht vor Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit.
2. Milch
Die Einführung des Milch-Getreide-Breis kann mit der Gewöhnung an Kuhmilch einhergehen. Es hat sich bewährt, das Baby stufenweise an Kuhmilch zu gewöhnen. Anfangs kann der Brei mit einer einfachen Pre-Milch oder einer 50:50 Milch-Wassermischung (aus 100 ml Milch und 100 ml Wasser) angerührt werden, um ihn fettreicher zu machen (zusätzlich 1 TL Fett zugeben). Empfehlenswert ist pasteurisierte und ultrahocherhitzte Vollmilch mit 3,5 Prozent Fettgehalt (H-Milch oder frische Milch). Rohmilch oder Vorzugsmilch sind nicht geeignet. Wenn Sie auf Kuhmilch verzichten möchten, können Sie den Brei auch mit Säuglingsnahrung (Pre-Milch) und Wasser oder abgepumpter Muttermilch anrühren. Beachten Sie, dass Muttermilch und Pre-Milch nicht gekocht werden dürfen, da dies die Konsistenz des Breis verändern kann. Pflanzliche Milchersatzprodukte wie Hafermilch werden aufgrund ihres Nährstoffprofils und möglicher Zusätze nicht empfohlen.
Wichtig: Laut aktuellen Empfehlungen sollten Babys unter einem Jahr nicht mehr als 200 ml Kuhmilch pro Tag zu sich nehmen. Die Menge, die für die Zubereitung einer Portion Milch-Getreide-Brei benötigt wird, liegt innerhalb dieses Rahmens.

3. Obst
Obst verleiht dem Abendbrei einen milden Geschmack und versorgt das Baby mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Das enthaltene Vitamin C verbessert zudem die Aufnahme von Eisen aus dem Getreide. Sie können fertiges Obstmark oder Obstmus ohne Zucker verwenden oder frisches Obst kochen und zerdrücken. Geeignete Obstsorten sind beispielsweise Apfel, Birne, Banane, Pfirsich oder Nektarine. Orangensaft wird aufgrund seines hohen Fruchtsäuregehalts weniger empfohlen, obwohl mildere Säfte oder Säfte mit zugesetztem Vitamin C in kleinen Mengen (ca. 20-30 ml pro Portion) verwendet werden können, um die Eisenaufnahme zu unterstützen. Idealerweise wird der Saft erst kurz vor dem Servieren zugegeben, um den Verlust von Vitamin C durch Erhitzen zu minimieren. Alternativ kann auch ein Stück Obst direkt in den Brei gegeben werden.
Zubereitung des Milch-Getreide-Breis
Die Zubereitung des Milch-Getreide-Breis ist unkompliziert und kann auf verschiedene Arten erfolgen:
Variante 1: Zubereitung von Instantflocken
- Milch aufkochen und kurz abkühlen lassen.
- Über die Instantflocken geben und quellen lassen. Beachten Sie die Packungsanleitung des Herstellers.
Variante 2: Zubereitung von Getreideflocken oder Schmelzflocken
- Getreideflocken oder Schmelzflocken in die kalte Milch geben.
- In einem Topf aufkochen und etwa 3 Minuten weiter köcheln lassen.
- Mit Obstmus vermischen und auf Esstemperatur abkühlen lassen.
Variante 3: Zubereitung von Grießbrei
- Grieß in die kochende Milch einrühren.
- Etwa 1 Minute weiter kochen lassen.
- Mit Obst vermischen und auf Esstemperatur abkühlen lassen.
Wichtiger Hinweis: Bitte den Brei nicht zusätzlich süßen! Idealerweise verwenden Sie Zutaten in Bio-Qualität.
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Wichtige Hinweise und Tipps
- Nicht einfrieren: Milch-Getreide-Brei sollte nicht tiefgekühlt werden, da sich beim Erwärmen Keime bilden können.
- Fettgehalt: Bei der Verwendung von fettarmer Milch (1,5 % Fett) kann diese mit etwa einem Teelöffel Rapsöl angereichert werden, um den notwendigen Fettgehalt zu gewährleisten.
- Sättigung und Durchschlafen: Die Hoffnung, dass Babys mit Abendbrei besser durchschlafen, ist verständlich, aber nicht immer erfüllt. Nächtliches Aufwachen kann vielfältige Ursachen haben, die nicht immer mit Hunger zusammenhängen. Das Durchschlafen lernen Babys in ihrem eigenen Entwicklungstempo.
- Mahlzeiten ersetzen: Erst wenn Ihr Kind die gesamte Portion des Abendbreis aufisst, gilt die abendliche Milchmahlzeit als "ersetzt". Am Anfang ist es völlig in Ordnung, wenn das Baby nach dem Brei noch zusätzliche Milchmahlzeiten erhält.
- Kombination mit Stillen: Sie können parallel zum Abendbrei weiter stillen. Um den Übergang zu erleichtern, kann der Brei auch mit Muttermilch zubereitet werden.
- Individuelle Anpassung: Der Brei kann individuell an das Alter und den Geschmack des Babys angepasst werden.
Selbstgemachter Babybrei gibt Eltern die volle Kontrolle über die Zutaten. Er ist frisch, ohne Zuckerzusatz, Salz oder Zusatzstoffe und kann individuell angepasst werden. Dies macht ihn zu einer ausgezeichneten Wahl für die gesunde Ernährung Ihres Babys.