Das Verb "kriechen" beschreibt eine Fortbewegung, bei der sich ein Lebewesen oder Objekt dicht am Boden schleichend bewegt. Diese Art der Fortbewegung kann sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne verwendet werden.
Bedeutungsübersicht des Verbs "kriechen"
Im Wesentlichen hat "kriechen" zwei Hauptbedeutungen:
- Sich dicht am Boden schleichend fortbewegen: Dies ist die primäre und wörtliche Bedeutung des Verbs. Sie beschreibt die Bewegung von Tieren wie Schlangen, Schnecken oder auch von Menschen und Kindern in geduckter oder kriechender Haltung.
- [Abwertend] Sich unterwürfig verhalten: In dieser übertragenen Bedeutung beschreibt "kriechen" ein unterwürfiges, schmeichelndes oder devotes Verhalten gegenüber einer anderen Person, insbesondere einer Autoritätsperson.
Wörtliche Anwendung: Fortbewegung am Boden
Die wörtliche Bedeutung von "kriechen" findet sich in zahlreichen Beispielen aus dem Sprachgebrauch:
- Tiere wie Schlangen und Blindschleichen krochen durch das Laub.
- Eine Schnecke kriecht langsam über den Weg.
- Ein Hund ist in seine Hütte gekrochen.
- Kücken sind gerade aus dem Ei gekrochen.
- Auf allen Vieren kroch der Junge durch das Loch in der Mauer.
- Geduckt kriechen die Soldaten durch das Gras.
- Das Kind kroch vor Angst unter das Bett.
Darüber hinaus wird "kriechen" auch in bildlichen oder umgangssprachlichen Kontexten verwendet, um langsame Bewegungen zu beschreiben:
- Umgangssprachlich konnte "kroch" auch bedeuten, dass etwas langsam fuhr, wie im Beispiel: "Das Auto kroch um die Ecke."
- Bildlich kann "kriechen" auch Kälte oder Schatten beschreiben: "Die Kälte in der Zelle kroch fröstelnd über die Haut." oder "Die Schatten des Abends krochen durch den Wald."

Übertragene und abwertende Bedeutungen
Die abwertende Bedeutung von "kriechen" bezieht sich auf ein Verhalten der Unterwürfigkeit und des Schmeichelns:
- Vor jemandem kriechen: Sich vor dem Vorgesetzten unterwürfig verhalten.
- Kriechende Höflinge: Bezeichnet Höflinge, die sich unterwürfig und nachgiebig verhalten.
- "Seine Höflichkeit dem Offizier gegenüber ist zu höflich, sie kriecht."
- "Das Betragen des Hirten war von kriechender Unterwürfigkeit."
Weitere übertragene und umgangssprachliche Verwendungen umfassen:
- Nicht zu Kreuze kriechen: Sich nicht unterwerfen.
- Auf den Leim kriechen: Auf jemanden hereinfallen.
- Jemandem in den Arsch kriechen: Jemandem schmeicheln, ihm liebedienern.
Etymologie und verwandte Wörter
Das Wort "kriechen" hat germanische Wurzeln und lässt sich auf das althochdeutsche "kriohhan" (8./9. Jh.) und mittelhochdeutsche "kriechen" zurückführen. Es steht im Zusammenhang mit der indogermanischen Wurzel "*greug-", "*grūg-", die "drehen, winden" bedeutet. Verwandte Wörter sind unter anderem "krauchen" (eine ablautende Variante) und im Englischen "to creep".
Aus dem Verb sind auch weitere Substantive und Adjektive abgeleitet worden:
- Kriecher: Ein unterwürfiger Schmeichler.
- Kriecherei: Unterwürfiges Benehmen.
- Kriecherisch: Unterwürfig-schmeichlerisch.
- Kriechtiere: In der Zoologie eine Bezeichnung für Reptilien.
Entwicklung im Kindesalter: Krabbeln und Laufen
Im Kontext der kindlichen Entwicklung sind die Begriffe "krabbeln" und "laufen" von zentraler Bedeutung. Die Frage, ab wann Kinder diese motorischen Fähigkeiten entwickeln, ist für viele Eltern von Interesse.
Es ist wichtig zu verstehen, dass sich jedes Kind individuell entwickelt. Es gibt keine feste Regel, ab wann ein Kind krabbeln oder laufen sollte. Während einige Kinder frühzeitig motorische Meilensteine erreichen, benötigen andere mehr Zeit.
- Ein Kind kann bereits mit 4,5 Monaten krabbeln und mit 9 Monaten laufen.
- Ein anderes Kind kann mit 7 Monaten noch mit dem Krabbeln beginnen.
- Manche Kinder laufen erst mit einem Jahr, zunächst vielleicht noch unsicher und an der Hand.
Förderung der motorischen Entwicklung:
- Das Kind häufig auf den Bauch zu legen, kann die Entwicklung unterstützen.
- Es ist ratsam, den natürlichen Entwicklungsprozess des Kindes zu beobachten und zu unterstützen, ohne zu viel Druck auszuüben.
- Hilfe und Unterstützung durch die Eltern sind wichtig, aber das Kind sollte die motorischen Fähigkeiten idealerweise selbstständig erlernen.
Unterstützung beim Laufen:
- Die helfende Hand der Eltern ist wichtig, aber nur, wenn das Kind dies wünscht.
- Lauflernhilfen wie Lauflernwagen werden oft kritisch gesehen, da sie die natürliche Entwicklung beeinträchtigen können.
- Es wird empfohlen, das Kind länger krabbeln zu lassen, da dies gut für die Muskulatur und die Ausbildung der Synapsen ist.

Manche Kinder beginnen zunächst, sich an Möbeln entlang zu hangeln oder Stühle vor sich herzuschieben, um sich fortzubewegen. Das Hochziehen an den Beinen der Eltern und das Laufen an den Händen sind weitere Schritte in dieser Entwicklung. Es ist normal, wenn Kinder Unterstützung wünschen, aber es ist auch wichtig, ihnen Raum für selbstständiges Lernen zu geben.
Kritik an unterstützenden Hilfsmitteln
Es gibt Bedenken hinsichtlich der Nutzung von Hilfsmitteln wie Lauflernwagen. Diese können:
- Die natürliche Entwicklung der Muskulatur und des Gleichgewichtssinns behindern.
- Zu einer falschen Körperhaltung führen.
- Das Kind daran hindern, wichtige Erfahrungen beim selbstständigen Krabbeln und Aufstehen zu sammeln.
Experten betonen, dass Kinder das Laufen, ebenso wie das Krabbeln und Hinsetzen, am besten selbst erlernen. Die unterstützende Präsenz der Eltern ist wichtig, aber das Kind sollte die Initiative ergreifen.
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Der Khao Yai Nationalpark: Ein Beispiel für Fortbewegung in der Natur
In einem ganz anderen Kontext, nämlich der Naturbeobachtung, spielt die Fortbewegung eine Rolle. Im Khao Yai Nationalpark in Thailand beispielsweise ist die Fortbewegung in der Natur oft an das Vorhandensein von Guides gebunden, um sich nicht zu verlaufen.
Besucher können dort:
- Leicht geduckt durch Höhlen laufen, um Fledermäuse zu beobachten.
- Auf Trampelpfaden durch den Dschungel wandern, oft in Begleitung eines Guides.
- Tiere in freier Wildbahn beobachten, wie Elefanten, die sich aus dem Unterholz lösen.
Die Fortbewegung in einem solchen Park erfordert oft Geduld und Aufmerksamkeit. Manchmal muss man lange warten, um Tiere zu sehen, und die Wege können anspruchsvoll sein. Das Beobachten von Tieren in ihrer natürlichen Umgebung, sei es eine Schnecke, die über einen Weg kriecht, oder ein Elefant, der durch den Dschungel streift, erfordert eine angepasste Fortbewegungsart.
