Die Einführung von Beikost ist ein aufregender Meilenstein in der Entwicklung deines Babys. Zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat ist dein Kind bereit, neben Muttermilch oder Säuglingsnahrung auch feste Nahrung kennenzulernen. Babybrei selber zu machen ist nicht nur eine gesunde und preiswerte Alternative zu fertigen Produkten, sondern gibt dir auch die Gewissheit, genau zu wissen, was dein Baby isst.

Warum Babybrei selber machen?
Viele Eltern entscheiden sich dafür, Babybrei selbst zuzubereiten, da dies mehrere Vorteile bietet:
- Gesundheit: Du kontrollierst die Zutaten und vermeidest unnötige Zusatzstoffe, Zucker oder Salz.
- Preis: Selbstgemachter Brei ist oft deutlich günstiger als gekaufte Gläschen.
- Umweltfreundlichkeit: Weniger Verpackungsmüll im Vergleich zu industriell hergestellten Produkten.
- Geschmack und Vielfalt: Du kannst deinem Baby eine breite Palette an frischen Lebensmitteln anbieten und den Brei individuell anpassen.
- Wissen: Auf Plattformen wie Babybrei-selber-machen.de findest du fundierte Informationen und praxiserprobte Tipps rund um die gesunde Ernährung deines Babys.
Natalie, ausgebildete Ernährungsberaterin und Mama, teilt auf ihrem Blog ihre Expertise und zeigt Schritt für Schritt, wie die Beikosteinführung gelingen kann. Sie betont, dass das Selberkochen schnell, gesund, preiswert und vor allem spaßig ist.
Der richtige Zeitpunkt für Beikost
Offiziellen Empfehlungen zufolge sollten Säuglinge idealerweise die ersten sechs Monate gestillt werden. Unabhängig davon, ob dein Baby gestillt wird oder Säuglingsnahrung (Pre-Milch oder Anfangsmilch) erhält, beginnt zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat die Einführung von Beikost. Dies ist wichtig, um das Baby mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen und es langsam an feste Nahrung zu gewöhnen.
Die ersten Breisorten: Schritt für Schritt
Die Beikosteinführung erfolgt in der Regel schrittweise:
1. Der erste Brei: Gemüsebrei
Als erster Brei eignen sich milde Gemüsesorten, die gut verträglich sind und in der Regel gut angenommen werden. Hier haben sich besonders Möhren bewährt, da sie von Natur aus süß schmecken.
Rezept für Möhrenbrei:
- 100 g Möhren (geschält und kleingeschnitten)
- Etwas Wasser zum Dünsten
- 1 EL Rapsöl (für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine)
Die Möhren mit wenig Wasser weichdünsten und anschließend fein pürieren. Zum Schluss das Rapsöl unterrühren.
Tipp: Den Möhrenbrei kannst du auf Vorrat kochen und in einem Eiswürfelbehälter einfrieren. So hast du immer kleine Portionen griffbereit.

2. Gemüse-Kartoffel-Brei
Nachdem dein Baby sich an reinen Gemüsebrei gewöhnt hat, ist der Gemüse-Kartoffel-Brei die nächste logische Stufe. Die Kartoffeln sorgen für eine sämigere Konsistenz.
Rezept für Gemüse-Kartoffel-Brei (Beispiel mit Rindfleisch):
- 100 g Gemüse (z.B. Möhren, Zucchini, Blumenkohl, Brokkoli - geschält und kleingeschnitten)
- 50 g Kartoffeln (geschält und gewürfelt)
- 30 g mageres Fleisch (z.B. Rind, Schwein, Geflügel - kleingeschnitten)
- 1,5 EL Fruchtsaft (z.B. Orangensaft, zur besseren Eisenaufnahme)
- 1 EL Rapsöl
Das Gemüse und Fleisch in wenig Wasser gar kochen und anschließend pürieren. Die Kartoffeln separat weichkochen und mit einer Gabel zerdrücken (nicht pürieren, da sie sonst schleimig werden). Alle Komponenten zusammen mit Fruchtsaft und Rapsöl gut vermischen.
Wichtiger Hinweis: Beim Pürieren von Kartoffeln kann es durch die Stärke zu einer Emulsion kommen, die den Brei verflüssigt. Daher werden Kartoffeln für diesen Brei besser zerdrückt.

3. Milch-Getreide-Brei
Etwa einen Monat nach Einführung des ersten Breis wird in vielen Familien eine zweite Milchmahlzeit durch einen Milch-Getreide-Brei ersetzt, oft am Abend. Hierfür eignet sich Vollmilch (3,5 % Fett) oder Säuglingsmilch.
Rezept für Milch-Getreide-Brei:
- 200 ml Vollmilch oder Säuglingsmilch
- 20 g Vollkorn-Getreideflocken (z.B. Haferflocken, Hirseflocken, Grieß)
- 4 TL Obstsaft oder püriertes Obst
Die Getreideflocken in der Milch aufkochen oder nach Packungsanweisung einrühren. Falls Säuglingsmilch verwendet wird, das Getreide in heißem Wasser aufkochen und nach dem Abkühlen die Milchpulvermenge einrühren. Mit Obstsaft oder -püree abrunden.
Beliebte Variationen: Hirse-Milchbrei mit Banane, Dinkel-Milchbrei mit Pfirsich.
4. Getreide-Obst-Brei
Ungefähr vier Wochen nach dem Milch-Getreide-Brei kann eine weitere Milchmahlzeit durch einen milchfreien Getreide-Obst-Brei ersetzt werden. Dieser Brei liefert wichtige Nährstoffe aus Getreide und Obst.
Rezept für Getreide-Obst-Brei:
- 100 g Obstpüree oder Obstsaft (säurearme Sorten wie Aprikose, Melone, Pfirsich sind gut geeignet)
- 90 ml Wasser
- 20 g Vollkorn-Getreideflocken
- 1 TL Pflanzenöl (z.B. Rapsöl)
Die Getreideflocken mit dem Wasser aufkochen. Anschließend das Obstpüree oder den Saft zugeben und das Pflanzenöl unterrühren.
Tipp: Bei Verstopfung können Pflaumen helfen, bei weichem Stuhl sind Bananen ratsam.
So unterscheiden wir Obst🍒🥝🍌
Ergänzungen und Variationen für ältere Babys
Mit fortschreitender Entwicklung deines Babys können die Breie stückiger werden und weitere Zutaten erhalten:
- Fleisch und Fisch: Fleisch (mager) und Fisch (z.B. Lachs, Seelachs, Kabeljau) sind wichtige Lieferanten von Eisen und Omega-3-Fettsäuren. Laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) können ein bis zweimal pro Woche Fischbreie angeboten werden.
- Öle: Die Zugabe von einem Teelöffel Öl (z.B. Rapsöl) zu jeder Breimahlzeit ist wichtig für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine.
- Nach dem Brei: Zwischen dem zehnten Lebensmonat und dem ersten Geburtstag kann der Brei festeren Nahrungsmitteln weichen. Geeignet sind dann auch feine Vollkornbrote mit Brotaufstrichen wie Tomatenbutter, Kräuterfrischkäse oder Dattelmus. Müsli ist ebenfalls eine gute Option für das Frühstück.
Wichtige Hinweise zur Zubereitung und Hygiene
Beim Selbermachen von Babybrei sind einige Punkte zu beachten:
- Sauberkeit: Alle Küchengeräte und Arbeitsflächen müssen stets sehr sauber sein.
- Frische Lebensmittel: Verwende möglichst frische, saisonale und regionale Zutaten, idealerweise in Bio-Qualität.
- Kein Salz und keine Würze: Babybrei benötigt weder Salz noch andere Gewürze, da Salz die Nieren des Babys unnötig belastet.
- Konsistenz: Die Konsistenz des Breis kann mit Wasser oder der Kochflüssigkeit angepasst werden, um sie an die Entwicklung deines Kindes anzupassen - von fein püriert bis stückig.
- Haltbarkeit: Frisch zubereiteter Brei sollte innerhalb eines Tages verzehrt werden.
Einfrieren und Auftauen von Babybrei
Selbstgemachter Babybrei lässt sich gut einfrieren:
- Einfrieren: Frisch gekochtes und püriertes Fleisch oder auch ganze Breie können portionsweise in Eiswürfelbehältern eingefroren werden. Verschließe die Behälter gut, um die Hygiene zu gewährleisten. Bei einer Temperatur von -18 Grad Celsius ist der Brei bis zu zwei Monate haltbar.
- Auftauen: Tauge den Brei erst kurz vor der Mahlzeit auf, am besten im warmen Wasserbad.
- Erwärmen: Vermeide das Erwärmen in der Mikrowelle, da hierbei sogenannte Hotspots entstehen können und die Erhitzung ungleichmäßig verläuft.

Ob Babybrei gekocht oder fertig gekauft wird, ist eine Entscheidung, die jede Familie individuell treffen muss, basierend auf dem Tagesablauf, persönlichen Vorlieben und Einstellungen. Mit einfachen Rezepten und bewährten Tipps steht dem gesunden Start in die Beikost nichts im Wege.
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