Schüßler-Salze 1 und 2 bei Hüftdysplasie bei Säuglingen

Die Schüßler-Salze stellen eine komplementärmedizinische Methode dar, die auf den Erkenntnissen von Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler basiert. Diese Salze, auch als biochemische Funktionsmittel bekannt, sollen die lebensnotwendigen Körperfunktionen aus den Zellen heraus unterstützen. Die Theorie besagt, dass Krankheiten und Beschwerden entstehen, wenn der Mineralstoffhaushalt des Körpers gestört ist. Durch die gezielte Einnahme der entsprechenden Schüßler-Salze wird die Mineralstoffaufnahme und -verwertung in den Zellen unterstützt und der Mineralstoffhaushalt reguliert.

Schüßler-Salze sind sehr gut verträglich und können bereits bei Babys und Kleinkindern angewendet werden. Sie gelten als sanfte und natürliche Unterstützung zur Linderung von Symptomen oder zur Vorbeugung. Natürliche Unterstützung für eine robustere Gesundheit kann durch Bewegung an der frischen Luft und eine gesunde, ausgewogene Ernährung erreicht werden. Die Schüßler-Salze können hierbei eine sanfte Unterstützung bieten, um die Kleinsten gut für die Anforderungen des Alltags zu wappnen.

Die Anwendung von Schüßler-Salzen ist unkompliziert und je nach Alter des Kindes in passender Darreichungsform möglich. Bei Babys und Kleinkindern kann man auf Globuli zurückgreifen, Tabletten in wenig Wasser zergehen lassen oder eine Lösung mit Hilfe von Pulver herstellen. Bei Fragen zur Anwendung und Dosierung kann ein Heilpraktiker, Arzt oder die Apotheke weiterhelfen.

Schüßler-Salz Nr. 1 Calcium fluoratum

Calcium fluoratum hat drei Hauptwirkungsbereiche:

  • Es verleiht den elastischen Fasern des Körpers die Fähigkeit, sich zu dehnen.
  • Es ist ein wichtiger Baustein für Keratin (Hornstoff), das für die Elastizität und Belastbarkeit von Haaren und Haut sorgt.
  • Es ist ein wesentlicher Bestandteil der Knochenhülle und des Zahnschmelzes.

Gerade Kinder benötigen Calcium fluoratum für einen festen, elastischen Knochenbau. Anwendungsgebiete für Calcium fluoratum umfassen eine Vielzahl von Beschwerden, die auf einen Mangel dieses Mineralsalzes zurückgeführt werden können:

  • Bewegungsapparat: Bänderdehnung, Gelenkbeschwerden (Schlottergelenk), Muskelverhärtung, Sehnenbeschwerden, Sehnenschwäche, Überbein, Plattfuß, Wirbelgleiten, Versteifung.
  • Bindegewebe und Haut: Schwangerschaftsstreifen, Beckenboden, rissige Haut (Schrunden), Warzen, Narbenwucherungen, Verhärtete Fingernägel, starke Hornhautbildung, Wundheilung bei Hautabschürfungen.
  • Zähne: Karies, lockere Zähne.
  • Gefäße: Besenreiser, Krampfadern.
  • Weitere Anwendungsgebiete: Fersensporn, Hämorrhoiden, Osteoporose.

Verschlechterung der Symptome tritt oft bei häufigem Kalt-Warm-Wechsel und in Ruhe auf, während Besserung durch Wärme, leichte Bewegung und Bäder erzielt werden kann.

Dosierung und Anwendung von Schüßler-Salz Nr. 1 Calcium fluoratum

Die Anwendung von Calcium fluoratum kann sowohl innerlich als auch äußerlich erfolgen.

Innere Anwendung von Calcium fluoratum

Die Einnahme erfolgt in Form von Tabletten oder Tropfen. Zur Selbstbehandlung werden Tabletten mit der Potenz D6 oder D12 empfohlen.

  • Akute Beschwerden:
    • Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahren): 1 Tablette alle fünf bis 15 Minuten.
    • Kinder unter zwölf Jahren: 1 Tablette alle 1-2 Stunden.
    • Säuglinge/Babys: 3-4 Tabletten über den Tag verteilt. Die Tablette kann in Wasser aufgelöst und dem Essen (Brei) beigemischt werden. Sobald akute Beschwerden zurückgehen, können die zeitlichen Abstände vergrößert werden.
  • Chronische Beschwerden:
    • Erwachsene und Kinder (ab 12 Jahren): 3-6 Tabletten täglich.
    • Kinder unter zwölf Jahren und Säuglinge: 3-4 Tabletten täglich. Bei Säuglingen werden die Tabletten in Wasser aufgelöst.

Für Schüßler-Salze in Tropfenform gilt: 5-10 Tropfen entsprechen einer Tablette.

Äußere Anwendung von Calcium fluoratum

Zur äußerlichen Anwendung wird eine Calcium fluoratum-Salbe empfohlen. Diese wird ein- bis dreimal täglich dünn auf die betroffene Stelle aufgetragen.

  • Akute Anwendungen: Salbe alle halbe oder Stunde auftragen.
  • Chronische Beschwerden: Zwei- bis dreimal täglich dünn auftragen oder mit einem Umschlag über Nacht kombinieren.

Die äußere Behandlung kann mit der inneren Einnahme von Tabletten oder Globuli kombiniert werden.

Nebenwirkungen und Anwendungsdauer von Calcium fluoratum

Schüßler-Salze, einschließlich Calcium fluoratum, haben keine bekannten Nebenwirkungen und können altersunabhängig angewendet werden. Es gibt keine Kontraindikationen für Schwangere.

Die Einnahme von Calcium fluoratum kann bis zur vollständigen Heilung der Beschwerden erfolgen. Bei akuten Beschwerden tritt die Besserung oft schnell ein, während bei chronischen Krankheiten die Behandlung länger andauern kann.

Illustration der Knochenstruktur mit Hervorhebung von Calcium fluoratum als Baustein.

Schüßler-Salz Nr. 2 Calcium phosphoricum

Calcium phosphoricum ist das mengenmäßig bedeutendste Mineralsalz im menschlichen Körper und wird in der Biochemie nach Dr. Schüßler als das zentrale Aufbaumittel betrachtet. Es spielt traditionell vom ersten Lebenstag an bis ins hohe Alter eine wichtige Rolle, da es grundlegende Funktionen bei allen Neubildungs- und Wachstumsprozessen unterstützt.

Der Körper erneuert sich ständig, wobei alte Zellen abgebaut und neue gebildet werden. Daher besteht in jeder Lebensphase ein gewisser Grundbedarf an Calcium phosphoricum. Dieser Bedarf ist jedoch besonders ausgeprägt in Zeiten verstärkten Wachstums, intensiver körperlicher Veränderungen oder wenn die natürliche Regenerationsfähigkeit nachlässt.

Bedeutung von Calcium phosphoricum in verschiedenen Lebensphasen

  • Säuglinge und Kleinkinder: Sie benötigen das Aufbausalz für den rasanten Aufbau ihres Skeletts und die Entwicklung ihrer Zähne. Besonders während der Zahnungsphase und beim Schließen der Fontanellen wird Calcium phosphoricum traditionell geschätzt. Bei Kindern, die als zart oder schmächtig erscheinen, wird das Salz gerne zur allgemeinen Stärkung und Unterstützung des Aufbaus eingesetzt.
  • Schulalter: Das Schulalter ist geprägt von kontinuierlichem Wachstum. Phasen mit schnellem Längenwachstum stellen einen erhöhten Bedarf dar. Auch der Zahnwechsel und die Entwicklung der Knochendichte erfordern Unterstützung. Bei Kindern, die häufig umknicken oder deren Knochen als nicht sehr stabil erscheinen, wird das Salz zur allgemeinen Festigung empfohlen. Zudem wird ihm eine Bedeutung für die geistige Leistungsfähigkeit zugeschrieben, insbesondere in Kombination mit Nr. 5 Kalium phosphoricum.
  • Pubertät: Diese Phase ist durch tiefgreifende körperliche und hormonelle Veränderungen gekennzeichnet, oft mit dem intensivsten Wachstumsschub des Lebens. Der rapide Wachstumsprozess und die Veränderungen der Körperproportionen benötigen reichlich Calcium phosphoricum. Es wird auch bei Hautthemen in der Jugend eingesetzt, oft in Kombination mit Nr. 11 Silicea. Bei Prüfungsangst, Nervosität oder Konzentrationsschwierigkeiten wird es traditionell zur Unterstützung empfohlen, häufig in Kombination mit Nr. 5 Kalium phosphoricum.
  • Erwachsenenalter: Der Fokus verschiebt sich vom Aufbau zum Erhalt der Körperstrukturen. Calcium phosphoricum spielt eine wichtige Rolle beim Erhalt der Knochengesundheit und der Zähne. Es unterstützt bei erhöhter Belastung, Stress oder nach Erkrankungen zur Regeneration. Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist es wichtig für den Aufbau des kindlichen Skeletts und der Zähne.
  • Fortgeschrittenes Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochendichte natürlicherweise ab. Calcium phosphoricum gilt als eines der wichtigsten Mittel zur Unterstützung der Knochengesundheit im Alter. Es unterstützt die Regenerationsfähigkeit und Heilungsprozesse nach Stürzen, Knochenbrüchen oder Operationen. Es wird auch zur allgemeinen Unterstützung im Alter geschätzt, sowohl innerlich als auch äußerlich.
Schema des Skelettsystems mit Hervorhebung der Knochenbildung und des Wachstums.

Anwendungsgebiete von Calcium phosphoricum bei Säuglingen

In der volksheilkundlichen Tradition gilt Schüßler-Salz Nr. 2 als das wichtigste Mineralsalz für Säuglinge und Kleinkinder. Die ersten Lebensjahre sind geprägt von rapidem Wachstum und grundlegenden Entwicklungsschritten, bei denen der Aufbau von Knochengewebe und Zähnen im Vordergrund steht. Traditionell wird Calcium phosphoricum bereits ab dem Säuglingsalter zur allgemeinen Unterstützung dieser Entwicklung eingesetzt.

  • Zahnentwicklung: Besonders während der Zahnungsphase wird Schüßler-Salz Nr. 2 in der traditionellen Anwendung geschätzt. Viele Eltern geben ihren Kindern das Salz präventiv, um die Zahnentwicklung zu begleiten. Auch bei verzögertem Zahndurchbruch oder wenn die ersten Zähnchen nur langsam erscheinen, wird es traditionell empfohlen.
  • Knochenwachstum: Das Knochenwachstum steht in den ersten Lebensjahren im Fokus der traditionellen Anwendung von Schüßler-Salz Nr. 2. Säuglinge kommen mit noch weichen Knochen und offenen Fontanellen zur Welt, die sich im ersten Lebensjahr schließen müssen. Die Biochemie ordnet Calcium phosphoricum eine wichtige Rolle bei der Verfestigung der Knochenstruktur und dem Schließen der Fontanellen zu.
  • Wachstumsschübe: Das rasante Längenwachstum in den ersten drei Lebensjahren stellt hohe Anforderungen an die Versorgung mit Aufbaustoffen. Kinder, die sehr schnell wachsen, haben nach traditionellem Verständnis einen besonders hohen Bedarf an Calcium phosphoricum.
  • Allgemeine Stärkung: Auch bei Kindern, die als zart oder schmächtig erscheinen, wird das Salz gerne zur allgemeinen Stärkung und Unterstützung des Aufbaus eingesetzt.

Knochen: Vom Aufbau zum Heilungsprozess – einfach erklärt | Kindervideos | SRF Kids

Dosierung von Schüßler-Salz Nr. 2 bei Säuglingen

Die Dosierung von Schüßler-Salz Nr. 2 muss dem Alter des Kindes angepasst werden. Für Säuglinge wird typischerweise ein- bis zweimal täglich eine halbe Tablette empfohlen, die in etwas Wasser aufgelöst wird. Bei akuten Beschwerden können Säuglingen drei bis vier Tabletten über den Tag verteilt gegeben werden, oder bei heftigen Beschwerden alle ein bis zwei Stunden eine Tablette. Der entstehende Brei wird auf die Lippen des Säuglings gestrichen. Sobald die akuten Beschwerden abklingen, werden die zeitlichen Abstände zwischen den Einnahmen verlängert.

Bei chronischen Erkrankungen nehmen Säuglinge und Kinder unter zwölf Jahren generell drei bis vier Tabletten täglich ein, wobei die Tabletten auch hier jeweils aufgelöst und auf die Lippen gestrichen werden.

Hüftdysplasie und Schüßler-Salze

Obwohl der bereitgestellte Text sich ausführlich mit den Anwendungsbereichen von Schüßler-Salzen Nr. 1 und 2 in verschiedenen Lebensphasen befasst, wird die spezifische Anwendung bei Hüftdysplasie bei Säuglingen nicht direkt thematisiert. Die allgemeinen Wirkungsweisen der Salze, insbesondere ihre Rolle bei Knochenaufbau und -festigung (Nr. 2) sowie der Unterstützung von Bindegewebe und Knochenstruktur (Nr. 1), lassen jedoch auf potenzielle Anwendungsbereiche schließen.

Calcium phosphoricum (Nr. 2) wird traditionell zur Unterstützung des Knochenwachstums und der Verfestigung der Knochenstruktur eingesetzt. Da die Hüftdysplasie eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks darstellt, bei der die Hüftpfanne nicht tief genug ist, um den Hüftkopf vollständig zu umschließen, könnte eine Unterstützung des Knochenaufbaus und der Entwicklung der Gelenkstrukturen durch dieses Salz als sinnvoll erachtet werden. Die Einnahme erfolgt nach den allgemeinen Empfehlungen für Säuglinge, oft in aufgelöster Form.

Calcium fluoratum (Nr. 1) wird zur Stärkung der Knochenhülle und des Zahnschmelzes sowie zur Förderung elastischer Fasern eingesetzt. Seine Rolle bei der Festigung der Knochenstruktur und der Unterstützung des Bindegewebes könnte ebenfalls relevant sein, um die Stabilität der Hüftgelenke zu fördern.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Anwendung von Schüßler-Salzen bei spezifischen medizinischen Zuständen wie Hüftdysplasie immer in Absprache mit einem behandelnden Arzt oder einem qualifizierten Therapeuten erfolgen sollte. Die hier beschriebenen Anwendungen basieren auf traditionellen Anwendungsgebieten und der biochemischen Lehre nach Dr. Schüßler. Die wissenschaftliche Belegbarkeit der spezifischen Wirkung von Schüßler-Salzen ist umstritten.

Schema des menschlichen Hüftgelenks mit Darstellung der Hüftpfanne und des Hüftkopfes.

Allgemeine Hinweise zur Einnahme und Dosierung von Schüßler-Salzen

Die Einnahme von Schüßler-Salzen erfolgt in der Regel durch langsames Zergehenlassen der Tabletten im Mund, um eine Aufnahme über die Mundschleimhaut zu ermöglichen. Nahrungsmittel können die Aufnahme beeinträchtigen, daher sollten die Salze vor oder frühestens 15 Minuten nach einer Mahlzeit eingenommen werden.

Akute Beschwerden: Bei akuten Beschwerden werden Tabletten häufig alle fünf bis zehn Minuten eingenommen, bis sich die Symptome bessern. Danach reduziert man die Frequenz auf drei- bis sechsmal täglich.

Chronische Beschwerden: Bei chronischen Erkrankungen nehmen Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren in der Regel drei bis sechs Tabletten täglich ein. Kindern unter zwölf Jahren (einschließlich Säuglingen) können drei bis vier Tabletten täglich gegeben werden. Bei Säuglingen wird die Tablette in Wasser aufgelöst und auf die Lippen gestrichen.

Darreichungsformen: Neben Tabletten gibt es Schüßler-Salze auch als Globuli, Tropfen und Salben. Fünf bis zehn Globuli oder Tropfen entsprechen in der Regel einer Tablette.

Äußere Anwendung: Biochemische Salben können alleine oder unterstützend zu einer innerlichen Behandlung angewendet werden. Sie werden dünn aufgetragen, eventuell mit einem Salbenumschlag. Bei Verletzungen und Entzündungen empfiehlt sich ein Salbenumschlag, der über Nacht liegen bleiben kann.

Einnahme nach der Organuhr: In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Aktivität von Körperorganen bestimmten Zeitfenstern zugeordnet (Organuhr). Schüßler-Salze können entsprechend dieser Organuhr eingenommen werden, wenn gezielt ein bestimmtes Organ gestärkt werden soll. Diese Empfehlung gilt jedoch nicht allgemein, da ein Mineralstoffmangel oft mehrere Gewebe betrifft.

Kombination von Schüßler-Salzen: Wenn unterschiedliche Schüßler-Salze eingenommen werden sollen, empfiehlt es sich, dies zu unterschiedlichen Zeiten zu tun oder die Einnahmen auf verschiedene Tage zu verteilen. Alternativ kann die "Wasserglasmethode" angewendet werden, bei der die Tagesration mehrerer Mittel in einem Glas Wasser aufgelöst und schluckweise über den Tag verteilt getrunken wird.

Wichtiger Hinweis: Bei der Behandlung von Kindern ist besondere Sorgfalt angebracht. Die Selbstbehandlung mit Schüßler-Salzen sollte immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden und nur bei leichten und bekannten Beschwerden erfolgen. Die wissenschaftliche Belegbarkeit der spezifischen Wirkung von Schüßler-Salzen ist umstritten.

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