Kreißsaal des Klinikums Görlitz: Ihr Weg zur Geburt

Der Kreißsaal des Klinikums Görlitz befindet sich im 1. Obergeschoss des Hauses C. Hier steht Ihnen rund um die Uhr ein erfahrenes Team aus Hebammen und Geburtshelfern zur Seite, um Sie während des gesamten Geburtsprozesses zu unterstützen.

Grundriss des Kreißsaals mit den einzelnen Geburtsräumen und angrenzenden Bereichen

Ausstattung und Ambiente

Alle drei Kreißsäle sind mit modernen, breiten und bequemen Entbindungsbetten ausgestattet, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Für eine natürliche und selbstbestimmte Geburt stehen Ihnen vielfältige Hilfsmittel zur Verfügung, darunter eine Badewanne, ein Gebärhocker, eine Sprossenwand, Seile, Matten und Bälle. Um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, können Sie selbstverständlich auch Ihre Lieblingsmusik mitbringen.

Geburtsvorbereitung und Schmerztherapie

Das Klinikum Görlitz ermutigt zu einer spontanen und natürlichen Entbindung, da diese zahlreiche Vorteile für Mutter und Kind birgt. Dazu gehören die Stärkung der Bindung, die Übertragung des Immunsystems des Babys durch Vaginalbakterien, eine schnellere Erholung der Mutter im Vergleich zu einem Kaiserschnitt und eine bessere Anregung des Stillens durch geburtsinduzierte Hormonausschüttung.

Um die Geburt zu erleichtern und Schmerzen zu lindern, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:

  • Akupunktur
  • Aromatherapie
  • Medikamentöse Behandlung
  • Homöopathie
  • Lachgas
  • Gebärwanne
  • PDA (Periduralanästhesie)
  • TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation)
Infografik, die verschiedene Methoden der Schmerztherapie während der Geburt darstellt

Besonderheiten während der Geburt

Während des gesamten Geburtsverlaufs können Sie jederzeit auf die Toilette gehen. Vor der Geburt entleeren sich Darm und Blase meist auf natürliche Weise. Bei einer regelrecht verlaufenden Geburt ist die Hebamme zwar stets in den Räumlichkeiten des Kreißsaals erreichbar, muss aber nicht die ganze Zeit bei Ihnen sein.

Es ist möglich, Kontaktlinsen während der Geburt zu tragen, solange Sie dies nicht als störend empfinden. Die beste Gebärposition ist individuell und sollte dem Wohlbefinden der Gebärenden angepasst werden. Auf Wunsch können Sie die Plazenta mit nach Hause nehmen.

Das Städtische Klinikum Görlitz bietet auch eine Entnahme von Nabelschnurblut zur Stammzellengewinnung in Kooperation mit der Firma Vita 34 an.

Kaiserschnitt und Frühgeborenenversorgung

Der sanfte Kaiserschnitt

Für Kaiserschnitte steht ein separater Operationssaal direkt im Kreißsaalbereich zur Verfügung. Ein besonderes Operationsverfahren, der "sanfte Kaiserschnitt", wird seit einigen Jahren angewandt. Hierbei wird die Bauchdecke primär stumpf mit einer Reißtechnik anstatt scharf mit einer Schere durchtrennt, was zu geringerem Blutverlust führt. Wenn der Kaiserschnitt in Spinal- oder Periduralanästhesie durchgeführt wird, können werdende Väter oder andere Begleitpersonen mit in den Operationssaal.

Frühgeborenenstation und Intensivmedizin

Die benachbarte Kinderklinik verfügt über eine Frühgeborenenstation zur Betreuung von Frühchen. Durch die vorhandene Intensivstation für Neugeborene ist das Klinikum Görlitz mit Schwerpunkt Perinatologie auf die Betreuung von Risikoschwangerschaften spezialisiert. Die Neugeborenenintensivstation ist mit sechs Beatmungsplätzen für Früh- oder reifgeborene Kinder mit Atemstörungen ausgestattet.

Bild eines Inkubators auf der Neugeborenenintensivstation

Information und Anmeldung

Eine Anmeldung zur Geburt im Kreißsaal ist nicht zwingend erforderlich. Es besteht jedoch die Möglichkeit, etwa vier Wochen vor dem errechneten Termin die Geburtsunterlagen im Kreißsaal, eventuell im Rahmen einer Kreißsaalbesichtigung, oder mit Ihrer Hebamme vorzubereiten. Sie können zur Geburt jederzeit direkt in den Kreißsaal fahren.

Für werdende Eltern und Interessierte finden Informationsabende statt, bei denen Fragen zur Ankunft im Kreißsaal, Geburtspositionen, Nabelschnurblutentnahme, Verweildauer auf der Wochenstation und vieles mehr beantwortet werden. Der Eintritt ist frei.

Wichtige Fragen und Antworten:

  • Wo ist der Kreißsaal? Im 1. Obergeschoss Haus C.
  • Muss ich mich zur Geburt anmelden? Nicht zwingend, aber eine Vorbereitung der Unterlagen ist möglich.
  • Wie können Geburtsschmerzen gelindert werden? Diverse Verfahren wie Akupunktur, PDA, Lachgas etc. stehen zur Verfügung.
  • Was ist, wenn mein Baby Startschwierigkeiten hat? Die Neugeborenenintensivstation mit Beatmungsplätzen ist vorhanden.
  • Sind Ärzte vor Ort? Ja, rund um die Uhr ist ein Arzt für den Kreißsaal anwesend.
  • Wie lange bleibe ich auf der Wochenstation? Nach komplikationsloser Geburt ca. 2-3 Tage, bei ambulanter Geburt 4-6 Stunden nach Entbindung.

Ambulante Entbindung und Nachsorge

Wenn die Geburt gut verlaufen ist und Mutter sowie Kind wohlauf sind, ist auf Wunsch eine Entlassung etwa 4 bis 6 Stunden nach der Entbindung möglich. In diesem Fall ist es wichtig, rechtzeitig die Nachbetreuung durch eine Hebamme zu organisieren und vorab Kontakt mit einem/einer Kinderarzt/-ärztin aufzunehmen, der/die bei Fragen zur U2 (zweite Vorsorgeuntersuchung) zur Verfügung steht.

Geburtsplanung und Wehenmanagement

Es ist hilfreich, sich im Vorfeld Gedanken über Schmerzmittel, Gebärpositionen oder medizinische Interventionen zu machen. Viele gängige Wünsche, die in Geburtsplänen aufgeführt werden, sind im Klinikum Görlitz Standard, wie das Auspulsieren der Nabelschnur, Bonding oder die Wahl der Entbindungsposition. Dennoch sollte die Geburt individuell gestaltet werden, und Entscheidungen sollten flexibel getroffen werden.

Bei vorzeitigen Wehen, die eine Vorbereitung für die Geburt darstellen und dazu dienen, dass das Baby tiefer ins Becken gelangt und der Muttermund sich öffnet, sollten Sie sich an Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme wenden. Andernfalls kann ein Termin zur Geburtsplanung im Klinikum vereinbart werden.

Ab einer Woche nach dem errechneten Termin wird meist eine Geburtseinleitung vorgeschlagen, um gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind zu minimieren. Bei Wehen sollten Sie Ruhe bewahren, die Kliniktasche packen und sich dann zeitnah auf den Weg ins Krankenhaus begeben. Die Wehen kommen in Wellen, beginnen leicht und werden über Stunden stärker - es ist wichtig, auf den Körper zu hören.

Sollte die Wehentätigkeit nachlassen oder die Geburt sehr lange dauern, stehen verschiedene Verfahren zur Beschleunigung des Prozesses zur Verfügung, wie Homöopathie, ein Einlauf, ein Wehentropf oder ein Entspannungsbad.

Ernährung und Verpflegung

Grundsätzlich ist es erlaubt, im Kreißsaal zu essen und zu trinken. Es empfiehlt sich, kleine Snacks wie Bananen, Müsliriegel oder Kekse für den Aufenthalt mitzubringen.

Stillen und Wochenbett

Das Stillen sollte idealerweise in der ersten Stunde nach der Geburt begonnen werden. Die Hebamme im Kreißsaal unterstützt Sie dabei. Auf der Wochenstation erhalten Sie ein Stillgespräch und eine Stillbroschüre, und eine speziell ausgebildete Stillberaterin steht bei Bedarf zur Verfügung. Nach der Entbindung bleiben Sie mindestens für 2 Stunden im Kreißsaal für Bonding, Erholung und erste Mahlzeiten.

Es gibt die Möglichkeit, dass der Partner nach der Geburt auf der Wochenstation übernachten kann, wenn alles komplikationslos verlaufen ist.

Beckenbodentraining nach der Geburt ist wichtig, um den durch die Geburt strapazierten Beckenboden zu stärken und Beschwerden vorzubeugen.

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