Das Frühlingserwachen bringt nicht nur die Natur zum Blühen, sondern weckt auch die Fortpflanzungstriebe unserer Stubentiger. Katzen sind in den Monaten von Februar bis Juli sexuell aktiv. Eine erneute Rolligkeit kann jedoch auch im Herbst auftreten. Die Geschlechtsreife tritt bei weiblichen Katzen, den Kätzinnen, im Alter von etwa 5 bis 7 Monaten ein. In Ausnahmefällen, insbesondere bei im Winter geborenen Katzen, kann die erste Rolligkeit (auch Raunze genannt) bereits im 3. oder 4. Lebensmonat während der Pubertät einsetzen.
Der Begriff "rollig" beschreibt treffend das typische Verhalten einer Katze in dieser Phase: Sie wälzt sich häufig und ausgiebig über den Rücken, ist unruhig, frisst in der Regel weniger und stößt laute, ausdauernde Schreie aus. Weitere Anzeichen sind vermehrtes Reiben des Kopfes und der Flanken an Gegenständen sowie ein katerähnliches Urinieren oder Markieren. In der Hochbrunst signalisiert die Kätzin ihre Paarungsbereitschaft durch das Hochstrecken ihres Hinterteils.
Die Ovulation, also der Eisprung, wird bei Katzen durch den mechanischen Reiz des Deckaktes durch den Kater ausgelöst. Bleibt dieser Reiz bei einer allein gehaltenen Wohnungskatze aus, kann die Rolligkeit länger andauern oder sich kurzfristig wiederholen. Ein "rollendes" Kätzchen mag anfangs niedlich erscheinen, doch die Begleiterscheinungen können auf Dauer für Mensch und Tier belastend sein. Dauerrolligkeit wird als Krankheit angesehen und bedeutet für die Katze nicht nur Stress, sondern auch Qual. Dies kann zu unruhigen Tagen und schlaflosen Nächten für die Besitzer führen. Aufgrund der Fressunlust können dauerrollige Katzen abmagern, ihr Fell verliert seinen Glanz und wird stumpf. Im schlimmsten Fall können Eierstockzysten und Gebärmuttererkrankungen auftreten.

Der Fortpflanzungszyklus der Katze
Katzen sind saisonal polyöstrisch, was bedeutet, dass sie mehrere Sexualzyklen pro Jahr durchlaufen können. Der Zyklus wird hauptsächlich durch die Tageslichtlänge beeinflusst. Wenn die Tage länger werden, ab etwa Februar, beginnt die Rolligkeit. Freigängerkatzen können während der Paarungszeit, die sich bis in den Herbst erstreckt, mehrmals hintereinander rollig werden, oft alle zwei bis drei Wochen, solange sie nicht gedeckt werden. Bei Wohnungskatzen kann die Rolligkeit auch im Winter auftreten, da sie durch künstliches Licht einer konstanten Tageslichtlänge ausgesetzt sind.
Der Zyklus einer Katze lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen:
- Proöstrus (Vorbrunst): Diese Phase ist meist kurz und kann weniger als 24 Stunden dauern. Anzeichen können bereits vorhanden sein, wie ein geschwollener Genitalbereich, aber manchmal fehlen auch deutliche Hinweise.
- Östrus (Brunst): Unter dem Einfluss von Sexualhormonen reifen Follikel heran. Der Eisprung kann in dieser Phase, die etwa fünf bis sieben Tage dauert, durch den Deckakt ausgelöst werden. Die Katze ist paarungsbereit und zeigt typische Verhaltensweisen. Ein leichter weißlicher Scheidenausfluss kann vorkommen.
- Interöstrus (Zwischenbrunst): Wenn die Katze während des Östrus nicht gedeckt wurde, folgt diese Phase der hormonellen Ruhe, die etwa acht bis neun Tage dauert. Der Östrogenspiegel sinkt, und es bestehen keine Rolligkeitssymptome mehr.
- Diöstrus: Diese Phase tritt ein, wenn das Weibchen während des Östrus befruchtet wurde.
- Anöstrus: Dies ist die Ruhephase, in der Katzen nicht rollig sind. Sie tritt typischerweise im Herbst auf, wenn die Tageslichtlänge kürzer wird.
Die Dauer der Rolligkeit selbst variiert und kann zwischen drei und 20 Tagen liegen, wobei durchschnittlich etwa sieben Tage angenommen werden. Sie hängt davon ab, ob ein Eisprung stattgefunden hat und ob eine Befruchtung erfolgreich war.

Anzeichen der Rolligkeit
Die Verhaltensänderungen bei einer rolligen Katze sind meist sehr charakteristisch. Tierhalter bemerken oft zunächst eine erhöhte Anhänglichkeit und ein gesteigertes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Die Katze reibt sich vermehrt an Menschen, Möbeln und Gegenständen, wobei sie besonders ihr Hinterteil an diesen reibt.
Weitere typische Anzeichen sind:
- Vermehrte Lautäußerungen: Das Miauen steigert sich zu lautem Jaulen und Schreien, um Kater anzulocken.
- Brunststellung: Die Katze hebt ihr Hinterteil in die Höhe und legt den Schwanz zur Seite.
- Unruhe und Fluchtversuche: Die Katze zeigt ein starkes Verlangen, nach draußen zu gelangen, und kratzt an Türen und Fenstern.
- Markierverhalten: Einige Katzen markieren ihr Revier mit Urin, der einen strengen Geruch aufweist.
- Verringerter Appetit: Manche Katzen fressen während der Rolligkeit deutlich weniger.
Im Gegensatz zu Hündinnen haben weibliche Katzen keine Menstruationsblutung während der Rolligkeit.
Was tun, wenn die Katze rollig ist?
Wenn Ihre Katze rollig ist und Sie keinen Nachwuchs planen, ist eine Kastration die sicherste und beste Lösung. Die Kastration verhindert nicht nur die Rolligkeit und ungewollte Trächtigkeiten, sondern reduziert auch das Risiko für verschiedene Krankheiten.
Bis zur Kastration oder wenn Sie sich gegen eine Kastration entscheiden, gibt es einige Maßnahmen:
- Sicherheit gewährleisten: Halten Sie Ihre Katze während der Rolligkeit unbedingt im Haus. Verschließen Sie Fenster, Türen und Katzenklappen sorgfältig, um ein Entweichen zu verhindern. Gesicherte Fenster sind wichtig, um Einklemmen zu vermeiden.
- Ablenkung und Beruhigung: Versuchen Sie, Ihre Katze durch Spiele und Aufmerksamkeit abzulenken. Bieten Sie ihr Komfort durch weiche Decken oder Wärmepackungen. Beruhigende Pheromon-Präparate aus der Tierarztpraxis können ebenfalls helfen.
- Hygiene: Halten Sie das Katzenklo besonders sauber, da die rollige Katze vermehrt Duftstoffe über ihren Urin abgibt.
- Fütterung: Bieten Sie ihr schmackhaftes Futter an, eventuell leicht erwärmt, um den Appetit anzuregen.
Katze rollig? 🐈 Verstehen und was tun!
Die Kastration: Vorbeugung und Gesundheit
Die Kastration ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Eierstöcke und bei Kätzinnen oft auch die Gebärmutter entfernt werden. Dies verhindert die Rolligkeit und die Fortpflanzungsfähigkeit.
Vorteile der Kastration bei weiblichen Katzen:
- Verhinderung von Rolligkeit und Trächtigkeit: Die Katze wird nicht mehr rollig und kann keinen Nachwuchs zeugen.
- Reduzierung des Krebsrisikos: Das Risiko für Mammatumore (Gesäugetumore) wird erheblich gesenkt.
- Eliminierung von Gebärmuttererkrankungen: Das Risiko für Pyometra (Gebärmutterentzündung) und Eierstockzysten wird gänzlich ausgeschlossen.
- Verhindert Dauerrolligkeit: Dies schützt die Katze vor chronischem Stress und hormonell bedingten Krankheiten.
Vorteile der Kastration bei männlichen Katzen (Katern):
- Reduzierung von Markierverhalten: Der streng riechende Urin und die Revierkennzeichnung innerhalb der Wohnung nehmen ab oder verschwinden.
- Weniger Aggression: Kastrierte Kater zeigen seltener aggressives Territorialverhalten, was zu weniger Kämpfen mit Artgenossen führt.
- Geringeres Verletzungsrisiko: Weniger Raufereien bedeuten auch weniger schwere Biss- und Kratzwunden.
- Reduziertes Risiko für Virusinfektionen: Durch weniger Kämpfe sinkt die Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Krankheiten wie Leukose (FeLV) oder Feline Immundefizienz (FIV).
- Verringerte Streunaktivität: Kastrierte Kater streunen weniger umher und sind somit weniger der Gefahr von Verkehrsunfällen ausgesetzt.
Entgegen eines weit verbreiteten Vorurteils verlieren kastrierte Tiere nicht an Lebensfreude. Sie werden eher ausgeglichener, freundlicher und menschenbezogener.
Tierärzte empfehlen oft, Kätzinnen bis zum Alter von fünf Monaten kastrieren zu lassen, idealerweise vor der ersten Rolligkeit. Auch wenn die Katze bereits rollig ist, kann eine Kastration bedenkenlos durchgeführt werden und dient der langfristigen Gesundheit.
Für Katzenhalter ohne Zuchtabsichten ist die Kastration somit nicht nur eine Maßnahme zur Verhaltensregulierung, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz und zur Gesundheit des Tieres. Die Kastration ist die einzige Methode, um eine kontinuierliche Rolligkeit und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken zu verhindern. Bei korrekt durchgeführter Kastration ist eine Rolligkeit praktisch ausgeschlossen, da die Eierstöcke entfernt werden, welche die Sexualhormone produzieren.