Die korrekte Ermittlung der Pelletsfördermenge ist entscheidend für eine genaue Verbrauchsabrechnung und die effiziente Funktion Ihrer Pelletheizungsanlage von Fröling. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der Kalibrierung des Fördermengensystems und gibt praktische Hinweise zur Durchführung.
Problematik der ungenauen Pelletsfördermenge
Ein Nutzerbericht verdeutlicht die Problematik, die sich aus einer nicht kalibrierten Pelletsfördermenge ergeben kann. Nach mehr als zwei Jahren störungsfreiem Betrieb der Anlage stand die erste Reinigung des Pelletlagers an. Um das Lager für die Reinigung leerzufahren, wurden nur etwa vier Tonnen Pellets nachbestellt. Beim Nachschauen stellte der Nutzer fest, dass die Sonden im Lager keine Pellets mehr förderten und das Lager bereits weitgehend leer war. Dies war überraschend, da die Anzeige noch knapp vier Tonnen Pellets signalisierte. Es bestand eine deutliche Abweichung zwischen der angezeigten und der tatsächlichen Menge.
Bei der Inbetriebnahme der Anlage hatte der Nutzer den Servicetechniker von Fröling gefragt, ob eine Bestimmung der Fördermenge durchgeführt werden sollte. Die Antwort war verneinend: Es handele sich um einen durchschnittlich ermittelten Wert, der nicht verändert werden müsse. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass aufgrund von Abweichungen in der Pelletgröße bei jeder Neubefüllung eine erneute Kalibrierung erforderlich wäre - eine Aussage, die die Sinnhaftigkeit des Menüpunkts zur Fördermengenbestimmung in Frage stellte.
Durchführung der Fördermengenbestimmung
Kurzentschlossen führte der Nutzer eine Bestimmung der Fördermenge durch. Der werkseitig eingestellte Wert lag bei 580g bei 100% Einschub. Nach drei Durchgängen ermittelte der Nutzer einen Höchstwert von 722g. Angesichts dieser Diskrepanz ist es nicht verwunderlich, dass das Pelletlager leerer war als erwartet. Der Nutzer merkte an, dass die letzten Befüllungen stets dann erfolgten, wenn das Lager noch gut halb voll war, ohne dass Gedanken an eine mögliche Abweichung der tatsächlichen Menge verschwendet wurden. Die Anlage schien den verbrauchten und den Restbestand zu ermitteln.
Für eine genauere Anzeige des Verbrauchs ist es sinnvoll, nach jeder Befüllung die Fördermenge zu ermitteln. Dies hat primär Einfluss auf die Verbrauchsanzeige. Wenn ein zu hoher Wert eingestellt ist, erfolgt eine frühere Warnung vor einem leeren Bunker. Ist der Wert zu niedrig eingestellt, kann dies zu unangenehmen Überraschungen führen.

Konsequenzen für die Abrechnung in Mehrfamilienhäusern
Die Problematik wird besonders relevant in Mehrfamilienhäusern, in denen die Kosten auf mehrere Eigentümer aufgeteilt werden müssen. In diesem Fall musste der Nutzer die bereits verbrauchten drei Tonnen Pellets zusätzlich bezahlen, da die Hausabrechnung bereits abgeschlossen war. Dies geschah allein aufgrund der fehlerhaften Information des Fröling-Mitarbeiters, dass eine Bestimmung der Fördermenge nicht notwendig sei.
Der Nutzer kündigte an, zukünftig nach jeder Neubefüllung des Pelletlagers die Fördermenge zu ermitteln. Eine exakte Berechnung des Verbrauchs ist zwar primär über einen Wärmemengenzähler möglich, was jedoch in manchen Konstellationen als übertrieben angesehen werden könnte.
Wichtigkeit der Brennstoffverbrauchsermittlung für die Abrechnung
Ohne genaue Kenntnisse des Brennstoffverbrauchs ist eine korrekte Abrechnung nicht möglich. Zwar kann der Wärmeverbrauch einzelner Nutzer mittels Wärmemengenzähler (WMZ) zugeordnet werden, doch ohne Kenntnis des tatsächlichen Brennstoffverbrauchs lassen sich die Kosten pro Kilowattstunde (kWh) oder Megawattstunde (MWh) nicht ermitteln, da Verluste unberücksichtigt bleiben.
Es ist daher ratsam, nach jeder Neubefüllung des Lagers den Zähler auf "Null" zu stellen oder den genauen Durchsatz am Kessel pro Zeiteinheit zu kennen. Bei fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas oder bei Strom ist die Erfassung des Verbrauchs naturgemäß einfacher, da hier oft die Anzeige am Gerät zur Abrechnung herangezogen wird.
Bedienung der Lambdatronic P3200 Touch
Bei Heizungsanlagen mit einer Lambdatronic P3200 Touch Steuerung kann die Kalibrierung der Pelletsfördermenge im Systemmenü unter "Pellets" -> "Verbrauch" vorgenommen werden. Dort kann unter "Pelletlager Restbestand" die aktuelle Menge im Lager angegeben werden. Der Mindestbestand legt fest, ab wann eine Warnmeldung erscheint. Mit der Funktion "Zyklus zum Brennstoff Abwiegen starten" wird ein definierter Pelletdurchlauf in die Brennkammer (und anschließend in den Aschekasten) initiiert. Nach dem Wiegen der geförderten Pellets wird der Grammwert im entsprechenden Feld eingetragen. Diese Schritte wurden idealerweise bereits beim ersten Einrichten durch den Fröling-Techniker durchgeführt.
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