Der weibliche Zyklus ist ein natürlicher und essenzieller Bestandteil der Gesundheit jeder Frau. Er spiegelt nicht nur die biologische Fähigkeit zur Reproduktion wider, sondern beeinflusst auch zahlreiche Aspekte der körperlichen und psychischen Gesundheit. In diesem Artikel möchten wir ein tieferes Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen dem weiblichen Zyklus und der psychischen Gesundheit schaffen. Unser Ziel ist es, umfassend über die natürlichen Prozesse zu informieren, die jede Frau durchlebt, und zu verdeutlichen, wie diese die psychische Gesundheit beeinflussen können. Dabei möchten wir auch aufzeigen, dass das Erleben des Zyklus sehr individuell ist und von vielen Faktoren beeinflusst wird.

Der weibliche Zyklus: Ein komplexer hormoneller Prozess
Der weibliche Zyklus ist ein komplexer Prozess, der durch das Zusammenspiel verschiedener Hormone gesteuert wird und im Durchschnitt etwa 28 bis 38 Tage dauert, obwohl er bei jeder Frau variieren kann.
Die Phasen des Menstruationszyklus
Der Menstruationszyklus lässt sich in mehrere Phasen unterteilen, die jeweils durch spezifische hormonelle Veränderungen gekennzeichnet sind:
- Menstruationsphase: Sie markiert den Beginn des Zyklus und ist durch die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut gekennzeichnet, was als Menstruation sichtbar wird. Während dieser Phase sind die Sexualhormone Östrogen, LH, FSH und Progesteron auf einem niedrigen Spiegel.
- Follikelphase (erste Zyklushälfte): Anschließend beginnt die Follikelphase, in der das Follikelstimulierende Hormon (FSH) die Entwicklung von Eibläschen in den Eierstöcken stimuliert. Unter dem Einfluss von FSH reifen etwa 10 bis 20 Follikel heran, von denen sich einer durchsetzt. Dieser gibt zunehmende Mengen von Östrogen ab - daher steigt mit dem Fortschreiten des Zyklus durch die Follikelphase am 12. bis 14. Tag die Hormonproduktion des führenden Follikels stark an. In dieser Phase dominiert die Östrogen-Wirkung.
- Ovulationsphase (Zyklusmitte): Der Anstieg des Luteinisierenden Hormons (LH) löst die Ovulation aus, bei der ein reifes Ei aus dem Eierstock freigesetzt und in den Eileiter transportiert wird. Dies geschieht meist um den 14. Tag. In der Zyklusmitte erreichen die Hormone FSH, LH und Östrogen ein Maximum.
- Lutealphase (zweite Zyklushälfte): Nach der Ovulation beginnt die Lutealphase, in der das Corpus luteum Progesteron produziert, um die Gebärmutterschleimhaut für eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten. Der geplatzte Follikel wird in einen sogenannten Gelbkörper umgewandelt, der das Hormon Progesteron produziert. Dieses hilft dem Körper, sich auf eine mögliche Schwangerschaft einzustellen. Wenn die Eizelle nicht befruchtet wird und keine Schwangerschaft eintritt, kommt es zum Untergang des Gelbkörpers und zur Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut. In dieser Phase dominiert die Progesteron-Wirkung.

Hormone als Steuerungselemente des Zyklus
Die komplexen Vorgänge im Körper der Frau werden durch Hormone gesteuert. Das Zusammenspiel der körpereigenen Botenstoffe erfolgt in fein austarierten Regelkreisen, was bedeutet, dass die beteiligten Hormone sich gegenseitig beeinflussen und in einem Gleichgewicht zueinander stehen.
Wichtige Hormone im Überblick:
- Östrogene (z.B. Östradiol): Werden überwiegend in den Follikeln der Eierstöcke gebildet und sorgen zusammen mit Progesteron für die notwendigen Um- und Abbauvorgänge an der Gebärmutterschleimhaut.
- Progesteron: Wird vom Gelbkörper (Corpus luteum) im Eierstock gebildet und dient der Vorbereitung auf eine mögliche Schwangerschaft und deren Erhaltung.
- LH (luteinisierendes Hormon): Wird im Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet und stimuliert die Reifung der Eizellen, den Eisprung und die Bildung des Gelbkörpers.
- FSH (follikelstimulierendes Hormon): Wird ebenfalls in der Hypophyse gebildet und lässt die Eibläschen im Eierstock wachsen und reifen.
- Prolaktin: Wird auch in der Hypophyse gebildet, stimuliert das Wachstum der Brustdrüse sowie die Milchbildung nach erfolgter Geburt und hemmt in erhöhter Konzentration die Freisetzung von GnRH.
- GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon): Wird im Zwischenhirn (Hypothalamus) gebildet und bewirkt die Ausschüttung von LH und FSH.
Das Gehirn agiert als Schaltzentrale für den Menstruationszyklus. Von hier kommen die übergeordneten Steuerungssignale für den Eisprung und den Modus „Schwangerschaft“ oder „normaler Zyklus ohne befruchtete Eizelle“. Wichtige Hormone werden im Hypothalamus und der Hypophyse gebildet, die eng mit dem restlichen Gehirn verbunden sind. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass unterschiedlichste Faktoren das Zyklusgeschehen beeinflussen und stören können, darunter hormonelle Veränderungen, ungesunde Ernährung, diverse Krankheiten und vor allem psychische Belastungen.
Zyklusabhängige Symptome: Körperliche und psychische Auswirkungen
Der weibliche Zyklus ist ein Beispiel dafür, wie eng die Psyche und der Körper miteinander verknüpft sind. Die hormonellen Veränderungen im Körper haben nicht nur physische Auswirkungen, sondern beeinflussen auch die psychische Gesundheit. Dieser bidirektionale Einfluss zeigt sich besonders deutlich bei stressinduzierten Hormonschwankungen, die den Zyklus verändern können, und umgekehrt, wie Zyklusveränderungen Stressreaktionen im Körper auslösen können.
Stimmung und Symptome im Verlauf des Zyklus:
- Menstruationsphase: Während der Menstruation können Frauen sich oft müde und niedergeschlagen fühlen. Neben physischen Symptomen wie Krämpfen und Niedergeschlagenheit berichten viele Frauen über Gefühle der Angst oder Depression.
- Follikelphase: Nach Ende der Menstruation steigen die Östrogenspiegel, was häufig zu einer deutlichen Verbesserung der Stimmung führt. Diese Phase ist gekennzeichnet durch eine Zunahme an Vitalität und Aktivität.
- Ovulationsphase: Viele Frauen erleben um den Zeitpunkt der Ovulation eine Spitze in ihrem Wohlbefinden. Es kann zu einem weiteren Anstieg der Energie kommen, und viele berichten von einem Gefühl der Klarheit und des gesteigerten sexuellen Interesses.
- Lutealphase: Die Stimmung kann in dieser Phase schnell umschlagen, da die Hormone erneut variieren und sich auf das potenzielle Eintreten einer Schwangerschaft vorbereiten. Emotionalität, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen sind in dieser Phase üblich. Frauen können sich angespannt, überwältigt oder ungewöhnlich empfindsam gegenüber alltäglichen Stressoren fühlen.

Prämenstruelles Syndrom (PMS) und Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS)
Der weibliche Zyklus kann zu psychischen Symptomen führen, die, wenn sie intensiv und beeinträchtigend sind, möglicherweise als Vorboten einer psychischen Störung betrachtet werden müssen.
Abgrenzung von normalen zyklusbedingten Symptomen und pathologischen Zuständen:
Normale zyklusbedingte Symptome sind meist mild und beeinträchtigen das tägliche Leben einer Frau nicht wesentlich. Sie können vorübergehende Stimmungsschwankungen, leichte Reizbarkeit oder Traurigkeit umfassen. Wenn jedoch diese Symptome so intensiv werden, dass sie das soziale oder berufliche Leben stören, könnte es sich um Anzeichen einer psychischen Störung handeln.
Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) umfasst verschiedene physische und psychische Beschwerden, die bei Frauen innerhalb eines Zyklus nach dem Eisprungtag bis zur Monatsblutung auftreten können. Zum Prämenstruellen Syndrom zählen Symptome wie Schmerzen, Übelkeit und schlechte Laune.
Die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) ist eine schwerwiegendere Form des prämenstruellen Syndroms (PMS), die durch ausgeprägte emotionale und physische Symptome charakterisiert ist. Bei PMDS handelt es sich um eine besonders schwere Form des Prämenstruellen Syndroms (PMS), die der Gruppe der depressiven Störungen zugeordnet werden kann. Oftmals wird auch der englische Name bzw. die Abkürzung für Premenstrual Dysphoric Disorder (PMDD) genannt.
Weltweit variieren die Schätzungen von 1 bis 50 Prozent der Frauen mit PMS und bis zu 18 Prozent mit prämenstrueller dysphorischer Störung. Etwa 2 bis 6 Prozent leiden an einer schweren Form von PMS, der sogenannten prämenstruellen dysphorischen Störung.
Ursachen für das prämenstruelle Syndrom:
Das PMS kann zum Teil aufgrund folgender Faktoren auftreten:
- Die Konzentrationen von Östrogen und Progesteron während des Menstruationszyklus schwanken.
- Symptome, die mit der Funktionsstörung der Nervenzellen im Gehirn in Verbindung gebracht werden, etwa im Zusammenhang mit dem Serotoninspiegel.
- Genetische Veranlagung.
- Veränderungen im Darmmikrobiom.
- Magnesium- oder Kalziummangel.
Die Schwankungen des Östrogens und Progesterons können auch andere Hormone betreffen, wie z. B. Aldosteron, das hilft, das Salz- und Wasser-Gleichgewicht zu regulieren. Überschüssiges Aldosteron kann Flüssigkeitsansammlungen und Blähungen verursachen.
Symptome des prämenstruellen Syndroms:
Die Art und Intensität der PMS-Symptome variieren von Frau zu Frau und von Zyklus zu Zyklus. Die Beschwerden können wenige Stunden bis zu 5 Tage vor der Menstruation einsetzen und verschwinden oft vollständig einige Stunden nach Beginn der Periode. In den Jahren vor der Menopause (sogenannte Perimenopause) können bei den Frauen Symptome auftreten, die während und nach der Menstruationsperiode anhalten. Die Symptome können unter Stress oder während der Perimenopause stärker werden.
Körperliche Symptome:
- Bewusste Wahrnehmung von Herzschlägen (Palpitationen)
- Rückenschmerzen
- Blähung
- Brustfülle und Schmerzen
- Veränderter Appetit und Heißhunger auf einige Lebensmittel
- Verstopfung
- Krämpfe, Schwere oder Druck im Unterbauch
- Benommenheit, einschließlich Schwindel
- Neigung zu Blutergüssen
- Ohnmacht
- Erschöpfung
- Kopfschmerzen
- Hitzewallungen
- Schlaflosigkeit, einschließlich Schlafstörungen und Durchschlafen in der Nacht
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Antriebslosigkeit
- Übelkeit und Erbrechen
- Kribbeln und Stechen in den Händen und Füßen
- Hautprobleme, wie Akne und örtlich begrenzte Kratzdermatitis
- Anschwellen von Händen und Füßen
- Gewichtszunahme
Psychische Symptome:
- Aufgeregtheit
- Angst
- Verwirrtheit
- Weinkrämpfe
- Depression
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Emotionale Überempfindlichkeit
- Vergesslichkeit oder Gedächtnisverlust
- Reizbarkeit
- Stimmungsschwankungen oder Verschlimmerung von affektiven Störungen, die bereits vorhanden waren
- Nervosität
- Reizbarkeit
- Sozialer Rückzug
PMS kann andere Erkrankungen verschlimmern, darunter Hauterkrankungen wie Akne, Anfallserkrankungen, Bindegewebsstörungen, Erkrankungen der Atemwege, Migräneanfälle sowie affektive Störungen und Schlafstörungen.
Eine prämenstruelle dysphorische Störung kann so schwer und störend sein, dass sie sich negativ auf Beruf, soziale Aktivitäten oder die Partnerschaft auswirkt. Das Interesse an alltäglichen Aktivitäten ist stark reduziert. Die Symptome treten regelmäßig vor Beginn der Menstruation auf und enden zu Beginn oder kurz nach Beginn der Periode. Frauen können das Interesse an ihren gewöhnlichen Aktivitäten verlieren und Selbstmordgedanken haben.
Prämenstruelles Syndrom: Das unterschätzte Gesundheitsproblem
Diagnose und Behandlung von PMS und PMDS
Die Diagnose von PMS gründet sich auf die Symptome. Zur Abklärung der Diagnose PMS wird die Betroffene von den Klinikern oft gebeten, ihre Symptome täglich zu notieren. Diese Aufzeichnungen helfen den Klinikern, regelmäßig auftretende Symptome zu erkennen und eine geeignete Behandlung zu finden.
Diagnosekriterien für PMDS:
Eine prämenstruelle dysphorische Störung kann erst diagnostiziert werden, wenn eine Frau ihre Symptome von mindestens 2 Menstruationszyklen notiert hat. Die Ärzte stützen die Diagnose auf bestimmte Leitlinien. Den Leitlinien zufolge muss eine Frau insgesamt mindestens 5 der Symptome haben, die bei Frauen mit PMS häufig auftreten (und mindestens 1 aus jeder der beiden nachstehenden Listen). Die Symptome müssen zudem mindestens eines der Folgenden umfassen: Stimmungsschwankungen (z. B. plötzlich traurig und dem Weinen nahe), Reizbar und verärgert sein oder mehr Streit mit anderen haben, sehr deprimiert oder ohne Hoffnung oder sich selbst gegenüber sehr kritisch sein, missgestimmt, angespannt oder gereizt. Die Symptome müssen zudem mindestens eines der Folgenden umfassen: Weniger Interesse an den üblichen Aktivitäten, Konzentrationsschwierigkeiten, wenig Energie oder Erschöpfung, sichtbare Veränderung im Appetit, sich überfressen oder bestimmte Gelüste haben, Schlafprobleme (Probleme beim Ein- oder Durchschlafen, oder zu viel schlafen), sich erdrückt oder verloren fühlen, körperliche Symptome, die häufig bei Frauen mit PMS auftreten (wie druckempfindliche Brüste). Zudem müssen die Symptome in den meisten der letzten 12 Monate aufgetreten und schwer genug sein, dass sie störend auf die Alltagsaktivitäten und -funktion wirken.
Behandlung des prämenstruellen Syndroms:
PMS kann schwer zu behandeln sein. Es gibt keine Behandlung, die für alle Frauen wirksam ist, und nur wenige Frauen erleben eine wesentliche Linderung mit nur einer Art der Behandlung.
Allgemeine Maßnahmen:
- Sich ausreichend ausruhen und schlafen (mindestens 7 Stunden pro Nacht).
- Regelmäßig Sport treiben, wodurch die Blähungen sowie Reizbarkeit, Angstzustände und Schlaflosigkeit zurückgehen (bei manchen Frauen hilft Yoga und Tai-Chi).
- Methoden zum Stressabbau (Meditation oder Entspannungstechniken).
- Stressige Aktivitäten vermeiden.
- Mehr Protein und weniger Zucker und Koffein (einschließlich Schokolade) zu sich nehmen.
- Mehr Obst, Gemüse, Milch, komplexe Kohlehydrate (z. B. aus Brot, Nudeln, Bohnen und Wurzelgemüse), ballaststoffreiche Nahrungsmittel, fettarmes Fleisch und Nahrungsmittel, die reich an Kalzium und Vitamin D sind, zu sich nehmen.
- Weniger Salz konsumieren, wodurch Flüssigkeitsansammlungen verringert und Blähungen gemindert werden.
- Bestimmte Nahrungsmittel und Getränke vermeiden (z. B. Cola, Kaffee, Hotdogs, Kartoffelchips und konservierte Lebensmittel).
Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können die PMS-Symptome bis zu einem gewissen Grad lindern. Zu diesen Ergänzungsmitteln zählen Mönchspfeffer-Extrakt aus der Frucht Vitex agnus-castus, Vitamin B6 und Vitamin E. Frauen sollten jedoch mit ihrem Kliniker sprechen, bevor sie irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, vor allem Vitamin B6, das in hohen Dosen schädlich sein kann. Bereits 100 Milligramm Vitamin B6 pro Tag können Nervenschäden hervorrufen. Kalziumpräparate können die Stimmung verbessern und körperliche Symptome lindern.
Eine kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, wenn Stimmungsschwankungen ein Problem darstellen, auch bei Frauen mit prämenstrueller dysphorischer Störung. Biofeedback und Fantasiereisen können ebenfalls helfen. Eine Psychotherapie kann einer Frau helfen, besser mit den Symptomen klarzukommen. Stressabbau- und Entspannungstechniken sowie Meditation können helfen, Spannungen und Stress abzubauen.
Medikamente:
- Die Einnahme einer Antibabypille lindert die Symptome manchmal, kann diese aber auch verschlimmern, vor allem 6 Wochen nach Beginn der Antibabypilleneinnahme.
- Die Einnahme nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) kann Kopfschmerzen und Schmerzen aufgrund der Bauchkrämpfe und in den Gelenken lindern. Um die Intensität der Kopfschmerzen und Krämpfe zu lindern, nehmen Frauen die NSAR bereits einige Tage, bevor ihre Periode beginnt.
- Frauen mit schwereren PMS-Symptomen oder prämenstrueller dysphorischer Störung profitieren möglicherweise von der Einnahme von Antidepressiva, die als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bezeichnet werden. Diese Medikamente sind die erste Wahl zur Linderung von Angstzuständen, Reizbarkeit und anderen psychischen Symptomen, insbesondere, wenn Stress unumgänglich ist. Sie werden zur Vorbeugung von Symptomen eingesetzt, und damit sie wirken, sollten sie täglich eingenommen werden, bevor die Symptome einsetzen. Manche Frauen mit PMS sollten sie sogar täglich während der zwei Wochen vor Beginn der Menstruationsperiode einnehmen. Werden diese Medikamente erst nach dem Einsetzen der Symptome eingenommen, lindern sie die Symptome normalerweise nicht. Diese Medikamente verringern am zuverlässigsten Reizbarkeit, Depression, Brustempfindlichkeit und Appetitschwankungen.
- Eine Hormontherapie könnte helfen. Folgende Optionen stehen zur Verfügung: Östrogen- und Progestin-haltige Antibabypille, Scheidenzäpfchen mit Progesteron, Pillen mit Progesteron, Spritzen mit langwirksamem Progestin alle 2 oder 3 Monate. Orale Verhütungsmittel, die zu kürzeren Menstruationsperioden führen oder die Intervalle zwischen den Perioden um bis zu 3 Monate verlängern, können einigen Frauen helfen.
- Bei Flüssigkeitsansammlungen können Kliniker Spironolacton (ein Diuretikum) verschreiben.
- Bei Frauen mit prämenstrueller dysphorischer Störung, die trotz Behandlung anhält, können die Symptome mit einer Spritze eines Agonisten des Gonadotropin freisetzenden Hormons (ein GnRH-Agonist) gemildert werden. Diese Arzneimittel sind synthetische Formen eines vom Körper produzierten Hormons. GnRH-Agonisten veranlassen die Eierstöcke, weniger Östrogen und Progesteron zu produzieren.
Ärzte können die Patientin bitten, ihre Symptome weiter zu notieren, damit die Wirksamkeit der PMS-Behandlung beurteilt werden kann.
Operation als letztes Mittel:
Als letztes Mittel für Frauen mit schweren Symptomen einer prämenstruellen dysphorischen Störung, die mit anderen Behandlungen nicht in den Griff zu kriegen sind, kann eine Operation durchgeführt werden. Mit Entfernung der Eierstöcke hören die Menstruationszyklen und damit auch die Symptome auf. Aber die Entfernung der Eierstöcke hat die gleiche Wirkung wie die Menopause. Unter anderem wird dadurch auch das Risiko für eine Osteoporose erhöht und es kommt zu anderen Problemen in Zusammenhang mit den Wechseljahren. Um einige dieser Wirkungen zu lindern oder zu verhindern, empfehlen Ärzte normalerweise eine Hormontherapie, die Östrogen und ein Progestin oder Progesteron enthält, bis sie das Durchschnittsalter für die Wechseljahre erreichen (etwa 51 Jahre).
Unterstützung und Prävention
Die psychische Gesundheit im Kontext des weiblichen Zyklus zu unterstützen, erfordert gezielte präventive Maßnahmen, die im Alltag integriert werden können.
Ernährung und Lebensstil:
Eine ausgewogene Diät, die reich an essentiellen Nährstoffen ist, unterstützt die hormonelle Balance. Regelmäßige Bewegung kann ebenfalls dazu beitragen, das Wohlbefinden zu steigern und Stress abzubauen. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Spannungen zu reduzieren.
Die Rolle von Familie und Partner:
Familie und Partner*innen können eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung spielen, indem sie Verständnis und Empathie zeigen. Es ist hilfreich, wenn sie die Erfahrungen und Gefühle der betroffenen Person anerkennen und akzeptieren. Offene Kommunikation über die Symptome kann Missverständnisse vermeiden und der betroffenen Person helfen, sich weniger isoliert zu fühlen. Zudem kann praktische Unterstützung im Alltag, besonders an schwierigen Tagen, eine große Entlastung darstellen.

Wichtige Fragen und Antworten zum weiblichen Zyklus:
Wie lange dauert der normale Zyklus einer Frau? Ein normaler, regelmäßiger Zyklus dauert durchschnittlich 28 Tage, genauer gesagt zwischen 25 und 31 Tagen. Der Beginn ist dabei definitionsgemäß der erste Tag der Periode. Diese hält normalerweise zwischen 4 und 7 Tagen an. In der Zyklusmitte, etwa zwischen dem 12. und 15. Tag nach dem ersten Tag der Menstruation, kommt es dann zum Eisprung - der sogenannten Ovulation. Im Anschluss daran beginnt die zweite Zyklushälfte. Die Dauer der zweiten Zyklushälfte ist dabei wesentlich konstanter als die der ersten Hälfte. Sie hält 14 bis 15 Tage an. Kommt es nicht zu einer Befruchtung der Eizelle und somit auch nicht zu einer Schwangerschaft, setzt nach der zweiten Zyklushälfte wieder die Menstruation ein und es beginnt ein neuer Zyklus.
Wie viele Tage nach der Regel ist man fruchtbar? Ganz exakt lässt sich die fruchtbare Zeit nicht vorhersagen. Die erste Zyklushälfte unterliegt leichten Schwankungen, sowohl zwischen unterschiedlichen Frauen als auch innerhalb der einzelnen Zyklen einer Frau. Der Eisprung findet in der Zyklusmitte statt, etwa zwischen 12 und 15 Tagen nach dem ersten Tag der Blutung. Das sogenannte fruchtbare Fenster einer Frau beginnt aber bereits ein paar Tage vor dem Eisprung und hält danach noch 24 Stunden an. Das liegt daran, dass Spermien etwa drei bis fünf Tage im Uterus überleben und in diesem Zeitraum die Eizelle befruchten können. Somit kann eine Frau immer um die Zyklusmitte herum schwanger werden, innerhalb des fruchtbaren Fensters von vier bis sechs Tagen.
Wie heißen die 4 Zyklusphasen? Die Einteilung der einzelnen Zyklusphasen variiert teilweise, grundsätzlich kann der weibliche Zyklus aber in drei bzw. vier Phasen unterteilt werden (je nachdem, ob die Blutungstage als eigene Phase bezeichnet werden): Erste Zyklushälfte/ Follikelphase: Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (sogenannte Proliferationsphase). Zyklusmitte/ Eisprung (Ovulation): Die reife Eizelle wird in den Eileiter abgegeben und kann ab diesem Moment befruchtet werden. Zweite Zyklushälfte / Lutealphase: Progesteron-Anstieg und Bildung des sogenannten Gelbkörpers. Menstruation: Bei ausbleibender Befruchtung der Eizelle setzt die Regelblutung ein.
Wann sind Frauen sexuell am aktivsten im Zyklus? Die Libido, also die Lust auf Sex, ist individuell sehr unterschiedlich und unterliegt ganz natürlichen Schwankungen. Manche Frauen haben besonders während der fruchtbaren Tage mehr Lust auf Sex, andere in der gesamten ersten Zyklushälfte und bei einigen nimmt die Libido vor allem während der Menstruation zu. Grundsätzlich wird die Libido durch hohe Östrogenspiegel eher gesteigert und durch hohe Progesteronspiegel eher gesenkt. Daher sind viele Frauen während der ersten Zyklushälfte (Menstruation, vor und während des Eisprungs) sexuell am aktivsten.