Die Klinik für Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ) öffnet ihre Türen und lädt herzlich zum Tag der offenen Tür ein. Am Samstag, den 16. November, erwartet Besucher von 10 bis 16 Uhr ein vielfältiges Programm im gesamten Bereich der Geburtsklinik in Haus E des UKJ.

Vielfältiges Programm und Sprachenvielfalt
Neben Führungen durch Kreißsaal, Wochenstation und die Ambulanzen der Klinik, die in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Russisch und Arabisch) angeboten werden, präsentieren sich die Angebote der Klinik rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Ein besonderes Highlight ist der hebammengeleitete Kreißsaal, der seit dem Frühjahr dieses Jahres am UKJ etabliert ist.
Hebammengeleiteter Kreißsaal: Natürliche Geburt im Klinikumfeld
Dieses innovative Betreuungsmodell ermöglicht es den Hebammen des UKJ, gesunde Frauen bei komplikationslosen Geburten eigenverantwortlich zu begleiten. Frauen, die eine natürliche Geburt ohne Schmerz- oder Wehenmittel und medizinische Eingriffe wünschen, können hier ein individuelles Geburtserlebnis in einer sicheren klinischen Umgebung erfahren. Die Hebammen informieren umfassend über dieses Konzept und die dafür notwendigen Voraussetzungen.
Fokus auf den Beruf des Hebamme: Duales Studium im Blickpunkt
Ein weiterer Schwerpunkt des Tages der offenen Tür liegt auf dem Berufsbild der Hebamme. Interessierte erhalten Einblicke in das duale Studium „Hebammenwissenschaft/Midwifery“, während dessen die angehenden Hebammen ihre Praxiseinsätze am UKJ absolvieren. Informationen zum Studienverlauf und den Einsatzmöglichkeiten vor Ort werden bereitgestellt.

Weitere Angebote der Geburtsmedizin
Zusätzlich zu den Hauptattraktionen können sich Besucher über weitere Angebote der Geburtsmedizin informieren. Dazu gehören diverse Sprechstunden in der Ambulanz, wie die Akupunktur- und Hebammensprechstunde. Auch die Möglichkeit einer Wannengeburt oder einer ambulanten Geburt wird vorgestellt.
Informationen zum Tag der offenen Tür
Der Tag der offenen Tür in der Geburtsmedizin des UKJ findet statt am:
- Datum: Samstag, 16. November
- Uhrzeit: 10:00 bis 16:00 Uhr
- Ort: Klinik für Geburtsmedizin des Universitätsklinikums Jena, Standort Lobeda, Haus E, Am Klinikum 1
Umfassende Betreuung durch ein interprofessionelles Team
Die Geburtsmedizin am UKJ begleitet werdende Eltern mit Fachkompetenz, Empathie und moderner medizinischer Versorgung während der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett. Ein interprofessionelles Team aus Hebammen, Pflegekräften, Still- und Lactationsberatenden sowie Ärztinnen und Ärzten steht rund um die Uhr für eine sichere, individuelle und respektvolle Betreuung vor, während und nach der Entbindung bereit.
Das Angebot umfasst die Betreuung bei Spontangeburten, Risikoschwangerschaften und Kaiserschnitten (Sectio) auf höchstem Niveau, stets orientiert an den Bedürfnissen und Wünschen der Familien. Dazu gehören:
- Untersuchungen während der Schwangerschaft
- Sprechstunden, Ultraschall, CTG-Kontrollen und Labordiagnostik
- Spezialisierte Pränataldiagnostik
- Ausführliche Beratungen und eine Geburtsplanungssprechstunde zur Klärung von Fragen rund um natürliche Geburt, Sectioindikationen, Mehrlingsschwangerschaften oder Beckenendlagen.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, an klinischen Studien oder spezialisierten Sprechstunden teilzunehmen, die sich mit neuen Entwicklungen in der Geburtshilfe und Pränatalmedizin befassen.

Der Kreißsaal: Sicherheit und Individualität im Fokus
Die Zielstellung des Kreißsaals ist es, eine individuelle, sichere und medizinisch bestmögliche Geburtshilfe anzubieten. Eine natürliche Geburt unter optimalen Bedingungen wird ermöglicht, während zugleich die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Risiken und Notfällen sichergestellt wird.
Das UKJ gewährleistet eine sichere und medizinisch optimale Geburt für Mutter und Kind durch die Betreuung während der Eröffnungs-, Austritts- und Nachgeburtsphase durch ein interdisziplinäres Team. Dieses Team besteht aus Hebammen, Ärztinnen und Ärzten sowie spezialisierten neonatologischen und anästhesiologischen Teams.
Neben der Unterstützung bei natürlichen Geburten umfasst das Aufgabengebiet auch die Durchführung von medizinisch notwendigen Interventionen wie Sectiones und vaginal-operativen Entbindungen. Das Team des Kreißsaals sorgt zudem für eine umfassende Schmerztherapie, einschließlich Periduralanästhesie (PDA), Spinalanästhesie oder medikamentöser Unterstützung.
Bei Risikoschwangerschaften oder Komplikationen wie Präeklampsie, Frühgeburten oder Mehrlingsschwangerschaften wird eine engmaschige Überwachung und Behandlung gewährleistet.
Wochenstation: Betreuung in den ersten Tagen nach der Geburt
Pflegekräfte und Hebammen auf der Wöchnerinnenstation begleiten Mutter und Kind in den ersten Tagen nach der Geburt mit fachlicher Kompetenz, Empathie und Fürsorge. Sie überwachen den Wochenbettverlauf und bieten Unterstützung im Umgang mit dem Neugeborenen. Zudem fördern und unterstützen sie die Stillzeit und beraten zu Fragen der Ernährung des Neugeborenen.
Pflegekräfte und Hebammen auf der pränatalen Station spielen eine zentrale Rolle in der täglichen Versorgung und psychosozialen Begleitung. Sie überwachen den maternalen und fetalen Zustand und arbeiten eng mit der Neonatologie zusammen, um eine umfassende Betreuung bei Risikoschwangerschaften, Früh- und Mehrlingsgeburten sowie komplexen Geburtsverläufen zu gewährleisten.
Rechtliche Grundlagen und Verordnungen für die Hebammenausbildung
Die Ausbildung und der Beruf von Hebammen werden durch verschiedene Gesetze und Verordnungen geregelt:
- Gesetz über das Studium und den Beruf von Hebammen (Hebammengesetz - HebG), Stand vom 22.11.2019
- Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen (HebStPrV), Stand vom 08.01.2020
- Studiengangsspezifische Bestimmungen für den Bachelorstudiengang „Hebammenwissenschaft/Midwifery" vom 28.09.2022 und Stand Mai 2023
- Rahmenstudienordnung Bachelorstudiengänge und deren 1. Änderung
- Rahmenprüfungsordnung Bachelorstudiengänge und deren 1., 2. und 3. Änderung
Duales Studium Hebammenwissenschaft/Midwifery an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena
Du suchst einen Beruf, der nicht nur dich, sondern auch Familien in ihrer Entwicklung wachsen lässt? Das duale Studium an der Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena vermittelt alle notwendigen Fähigkeiten, um werdende Mütter, ihre Familien und Neugeborene sicher und liebevoll zu begleiten.
Die Klinik für Geburtsmedizin am UKJ gehört zu den Perinatalzentren der höchsten Versorgungsstufe (Level I) und verfügt über einen integrierten Hebammenkreißsaal. Bewerbungen für den Studienstart im Oktober 2026 sind ab dem 05.01. möglich.
Studiendauer und Abschlüsse
Die Studiendauer beträgt 4 Jahre und führt zur Berufszulassung als Hebamme sowie zum akademischen Grad Bachelor of Science (B.Sc.).
Ausbildungsvergütung und Benefits
Während der Ausbildung wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Darüber hinaus bietet das UKJ weitere Benefits wie eine betriebliche Altersvorsorge, eine Jahressonderzahlung und vermögenswirksame Leistungen.
Bewerbungsvoraussetzungen und -weg
Zu den formalen Voraussetzungen gehören:
- Abitur, fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife.
- Alternativ: Berufserfahrung (Studium ohne Abitur) oder ein im Ausland erworbener Schul- oder Studienabschluss (mit Beachtung der Zugangsvoraussetzungen für ein Studium in Deutschland).
- Abschluss einer erfolgreich absolvierten Berufsausbildung nach den Vorgaben des Hebammengesetzes (HebG §10).
Ein Ausbildungsvertrag mit einer kooperierenden Einrichtung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena ist zwingend erforderlich. Der Bewerbungsweg umfasst die Online-Bewerbung im Campusportal der EAH Jena.
Studium Hebammenkunde
Das Studium an der EAH Jena im Detail
Das Studium an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena verbindet wissenschaftlich fundiertes Wissen mit Praxiserfahrung. Studierende lernen im Skills-Lab, arbeiten in Kliniken und Geburtshäusern mit Fachleuten zusammen und entwickeln Kompetenzen für zukünftige Herausforderungen.
Besonderheiten des Studiums:
- Akademische Hebammenbildung mit langjähriger Erfahrung
- Interdisziplinäre Module zur Förderung von Teamarbeit
- Enge Verzahnung von Theorie und Praxis durch ein Studienmodell mit kooperierenden Kliniken und Geburtshäusern
- Rotationsprinzip und Externat zur Kennenlernen verschiedener Versorgungsstufen und -modelle
- Wahlpflichtmodule im 7. und 8. Semester
Der primär qualifizierende und duale Vollzeit-Studiengang bereitet umfassend und wissenschaftlich fundiert auf die komplexen Anforderungen in der Versorgung und Betreuung von Frauen und ihren Familien vor. Theoretisch erworbenes Wissen wird im Skills-Lab realitätsnah trainiert.
Der Studiengang legt besonderen Wert auf die Befähigung, innovative Versorgungsmodelle zu entwickeln und zu implementieren, die gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung berücksichtigen. Dazu gehören hebammengeleitete Kreißsäle, ambulante Hebammenversorgung und interprofessionelle Versorgungsnetzwerke.
Zulassungsvoraussetzungen für das Studium
- Abitur, fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife.
- Studium ohne Abitur bei vorhandener Berufserfahrung.
- Zugangsvoraussetzungen für ein Studium in Deutschland bei im Ausland erworbenem Schul- oder Studienabschluss.
- Abschluss eines Ausbildungsvertrages mit einer kooperierenden Einrichtung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.
Berufliche Perspektiven als Hebamme
Als Hebamme bist du für eine umfassende Gesundheitsversorgung von Menschen in der Schwangerschaft, unter der Geburt, im Wochenbett und in der Stillzeit selbstverantwortlich zuständig. Die Zusammenarbeit mit Angehörigen anderer Gesundheitsberufe und der Medizin ist dabei essenziell.
Einsatzmöglichkeiten umfassen:
- Stationäre Primärversorgung (Schwangerensprechstunde, Präpartalstation, Kreißsaal, Geburtenstation, Stillambulanz, Elternschule)
- Study Midwife
- Weiterqualifizierung für psychosoziale oder pädagogische Tätigkeiten (Familienhebamme, Praxisanleiter/in)

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