Menstruationskrämpfe: Ursachen, Symptome und Linderung

Menstruationskrämpfe, auch bekannt als Dysmenorrhoe, sind schmerzhafte Kontraktionen der Gebärmutter, die während der Menstruation auftreten. Diese Krämpfe entstehen, wenn sich die Gebärmutterschleimhaut, die sich zur Vorbereitung auf eine mögliche Schwangerschaft aufgebaut hat, abstößt und mit dem Blut aus dem Körper ausgeschieden wird. Die Muskeln der Gebärmutter ziehen sich dabei abwechselnd zusammen und entspannen sich, um diesen Prozess zu ermöglichen. Während manche Frauen diese Krämpfe kaum spüren, sind starke Schmerzen ein Hinweis darauf, dass mehr dahinterstecken könnte als nur eine normale Menstruationserscheinung.

Die Wahrnehmung von Menstruationsbeschwerden ist individuell. Laura beispielsweise litt bereits als junges Mädchen unter starken Unterleibsschmerzen während ihrer Periode. Da ihre Mutter und Schwester ähnliche Beschwerden hatten, betrachtete sie diese als normal und nahm sie hin. Mit der Zeit verschlimmerten sich die Schmerzen jedoch erheblich und wurden kaum noch erträglich. Die stechenden Bauchschmerzen waren so intensiv, dass sie das Gefühl hatte, ohnmächtig zu werden. Eine Notfalluntersuchung ergab bei ihr vergrößerte Eierstöcke und Verwachsungen im Bauchraum. Eine Bauchspiegelung brachte schließlich Klarheit: Mit Ende 20 wurde bei Laura Endometriose diagnostiziert.

Endometriose betrifft schätzungsweise eine von zehn Frauen im gebärfähigen Alter (15-49 Jahre), was weltweit rund 200 Millionen Frauen entspricht. Viele Betroffene wie Laura erleben einen langen Leidensweg bis zur Diagnose. Dr. med. Svetlana Tchaikovski, Leiterin des Endometriosezentrums an der Uniklinik RWTH Aachen, betont, dass Schmerzen während der Periode und unnatürlich starke Blutungen deutliche Warnsignale sein sollten. Doch oft werden diese Symptome fälschlicherweise als normale Menstruationsbeschwerden abgetan. Da die Symptome der Endometriose denen einer schmerzhaften Regelblutung ähneln, wird die Erkrankung nicht sofort vermutet.

Endometriose: Wenn Gebärmutterschleimhaut sich am falschen Ort ansiedelt

Endometriose ist keine seltene Erkrankung und wird jährlich bei schätzungsweise 40.000 Frauen neu diagnostiziert, wobei etwa 20.000 Frauen jährlich deswegen stationär behandelt werden. Die meisten Betroffenen sind zwischen 30 und 40 Jahre alt. Trotz ihrer Häufigkeit ist die Erkrankung in der Gesellschaft noch immer zu wenig bekannt, was zu einer verzögerten Diagnose und einem langen Leidensweg führt.

Die Schmerzen bei Endometriose sind oft komplex, da die Endometrioseherde an verschiedenen Stellen im Körper auftreten können, wie zum Beispiel an den Eierstöcken, dem Darm, der Blase oder der Beckenwand. Die genauen Ursachen und Entstehungsmechanismen der Endometriose sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt zwar Theorien, die das Auftreten von Gebärmutterschleimhaut-ähnlichen Zellen an anderen Körperstellen erklären, doch warum es bestimmte Frauen trifft und wie sich Zellgewebe überhaupt "verirrt", bleibt Gegenstand der Forschung.

Schematische Darstellung der Endometrioseherde im Bauchraum

Der Menstruationszyklus am falschen Ort

Es ist wichtig zu verstehen, dass Endometriose keine Krebsform ist. Die Zellen der Gebärmutterschleimhaut sind nicht bösartig verändert, sondern wachsen lediglich an unpassenden Stellen im Körper. Diese Endometrioseherde können sich in der gesamten Bauchhöhle verteilen. Der monatliche Zyklus wird durch das Zusammenspiel von Hormonen wie GnRH, FSH, LH, Progesteron und Östradiol gesteuert. In den Endometrioseherden baut sich ebenfalls Schleimhaut auf, die während der Menstruation blutet. Da ein Abfluss fehlt, staut sich das Blut und die Schleimhaut, was zu Entzündungen und den charakteristischen starken Schmerzen führt. Wenn Endometrioseherde die Eierstöcke oder Eileiter beeinträchtigen, kann dies zu Unfruchtbarkeit führen. Endometriose ist somit eine ernsthafte und stark beeinträchtigende Krankheit, jedoch nicht lebensbedrohlich.

Typische Symptome der Endometriose

Manche Frauen mit Endometriose bleiben beschwerdefrei, während andere unter starken Symptomen leiden. Neben den typischen Menstruationsschmerzen und starken Blutungen können auch Schmerzen beim Eisprung, beim Geschlechtsverkehr oder beim Stuhlgang auftreten. Wenn die Blase oder der Darm betroffen sind, können wiederkehrende Blasenentzündungen ohne bakterielle Ursache oder Blut im Urin oder Stuhl ebenfalls Hinweise auf eine Endometriose sein, die ärztlich abgeklärt werden sollten.

Infografik zu den verschiedenen Symptomen der Endometriose

Diagnose und Behandlung von Endometriose

Im Durchschnitt vergehen bis zur Diagnose einer Endometriose etwa sieben Jahre ab dem ersten Auftreten der Beschwerden. Eine gründliche gynäkologische Untersuchung und das Abtasten des Unterleibs können den Verdacht erhärten. Mittels Ultraschall können größere Endometrioseherde, wie zum Beispiel Zysten, erkannt werden, kleinere Herde sind jedoch oft nicht sichtbar. Eine definitive Diagnose und oft auch die erste therapeutische Maßnahme ist die Bauchspiegelung (Laparoskopie). Während dieses minimalinvasiven Eingriffs können, wenn möglich, die Endometrioseherde entfernt und somit die Schmerzursache behoben werden.

Individuelle medizinische Behandlung

Wenn eine Endometriose keine Probleme verursacht und sich nicht verschlimmert, ist eine Therapie oft nicht notwendig. Bei Schmerzen oder einer Bedrohung der Fruchtbarkeit ist eine Behandlung jedoch ratsam. Die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten umfassen Operation, Medikation (Schmerzmittel und/oder Hormone) sowie ergänzende Heilmethoden. Die Wahl der Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und den individuellen Bedürfnissen der Patientin, insbesondere im Hinblick auf einen Kinderwunsch. Die medizinische Behandlung wird daher stets individuell angepasst.

Myome: Gutartige Wucherungen der Gebärmutter

Myome sind ebenfalls häufige gutartige gynäkologische Erkrankungen. Es handelt sich um hormonabhängige Geschwulste oder Muskelwucherungen in oder auf der Gebärmutter, die jede zweite bis dritte Frau im gebärfähigen Alter betreffen können. Da Anzahl, Größe und Lage der Myome variieren, sind viele Frauen beschwerdefrei. Meist werden Myome bei Routineuntersuchungen entdeckt. Die Symptome ähneln denen der Endometriose: Regel- und Rückenschmerzen, Druckgefühl im Bauch, schmerzhafte und/oder sehr starke Regelblutungen. Sowohl bei Myomen als auch bei Endometriose sind die Ursachen trotz intensiver Forschung noch unbekannt, beide Erkrankungen sind jedoch gut behandelbar.

Verdauungsprobleme während der Periode

Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Akne sind nur einige der Beschwerden, mit denen viele Frauen vor und während ihrer Periode kämpfen. Dass auch die Verdauung betroffen sein kann, mag zunächst überraschen, ist aber eine häufige Begleiterscheinung.

Der weibliche Zyklus, der etwa 28 Tage dauert, beinhaltet in den ersten vier bis sieben Tagen den Abstoß der Gebärmutterschleimhaut, wenn keine Schwangerschaft eingetreten ist. Danach beginnt der Körper mit dem Aufbau einer neuen Schleimhaut. Hormone wie Progesteron und Prostaglandine wirken nicht nur auf die Gebärmutter, sondern können auch an Rezeptoren in anderen Körperbereichen binden und dort Effekte auslösen.

Die Intensität der Symptome ist individuell und wird unter anderem durch die Veranlagung bestimmt. Bei der Entstehung von Blähungen während der Menstruation spielen oft mehrere Faktoren eine Rolle. Viele Frauen ernähren sich während der Periode ungesünder, was den Heißhunger auf Pizza, Süßigkeiten und Ähnliches verstärkt. Zudem kann das Hormon Progesteron, dessen Produktion in der zweiten Zyklushälfte ansteigt, zu einem aufgeblähten Bauch beitragen. Nach der Periode nehmen die Blähungen in der Regel wieder ab.

Endometriose und Verdauungsprobleme

Frauen, die mit Endometriose leben, leiden häufig unter Verdauungsproblemen. Diese werden oft ausschließlich mit Menstruationsbeschwerden oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr in Verbindung gebracht, können sich aber vielfältig äußern. Häufige Verdauungsbeschwerden bei Endometriose umfassen Schmerzen beim Stuhlgang, Blut im Stuhl, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Übelkeit. Diese Symptome können einzeln oder in Kombination auftreten und sollten nicht als "normal" abgetan werden, da sie auf zugrunde liegende Probleme hinweisen.

Besonders Blut im Stuhl ist ein beunruhigendes Symptom und sollte ernst genommen werden. Endometriose ist eine chronisch-entzündliche und systemische Erkrankung, bei der gewebeähnliches Material außerhalb der Gebärmutter wächst. Wenn sich diese Zellen am Darm ansiedeln (Darmendometriose), kann dies zu einer Infiltration der Darmwand führen, was eine Reihe von Beschwerden und starken Schmerzen verursacht. Schätzungsweise ist etwa ein Zehntel der an Endometriose erkrankten Personen vom Befall des Darmbereichs betroffen. Dieses Gewebe reagiert auf Hormone, was zu Entzündungen, Schmerzen und Narbenbildung im Darm führen kann.

Der Enddarm ist häufig von Endometriose betroffen, was auf anatomische und physiologische Faktoren zurückzuführen ist. Eine rektovaginale Endometriose ähnelt den Symptomen der Endometriose am Enddarm. Entzündliche Herde am Dünndarm sind seltener. Viele Symptome sind unspezifisch, weshalb eine gute Aufklärung wichtig ist. Ein entscheidendes Merkmal von Beschwerden bei Endometriose ist die Verbindung zum Menstruationszyklus: Schmerzen werden oft im Verlauf des Zyklus und während der Periode schlimmer, was jedoch nicht immer der Fall sein muss. Auch Schmerzen ohne zyklischen Zusammenhang oder unerfüllter Kinderwunsch können auf Endometriose hinweisen.

Die Symptome der Endometriose, insbesondere die Magen-Darm-Beschwerden, können leicht mit Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom (RDS) verwechselt werden. Der Begriff "Endo-Belly" beschreibt einen stark aufgeblähten Bauch, der mit Endometriose assoziiert ist. Dieser Blähbauch kann plötzlich auftreten und ist von Schmerzen und Unwohlsein begleitet.

Veranschaulichung der Darmendometriose und ihrer Auswirkungen

Schmerzen beim Stuhlgang und Geschlechtsverkehr

Schmerzen beim Stuhlgang können ein Hinweis auf Endometriose sein, besonders wenn ein Herd in der Nähe des Darms sitzt oder die Darmwand tief infiltriert ist. Dies kann zu Entzündungen, Narbenbildung und Verwachsungen führen, die den Darm verengen oder verziehen. Während der Menstruation kann dieses Gewebe anschwellen und bluten, was zusätzlichen Druck auf den Darm ausübt und Schmerzen verursacht.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) sind ebenfalls ein häufiges Symptom. Endometrioseherde im Beckenbereich können während des Geschlechtsverkehrs gedehnt oder gedrückt werden, was Schmerzen auslöst. Verwachsungen können zudem die Beweglichkeit der Organe einschränken.

Diagnosewege bei Verdacht auf Endometriose

Die Diagnose von Endometriose ist oft langwierig; im Durchschnitt vergehen etwa 7,5 Jahre von den ersten Symptomen bis zur endgültigen Diagnose. Ein Symptomtagebuch, in dem Beschwerden mit Datum oder Zyklustag festgehalten werden, kann die Erkennung beschleunigen und ist eine wertvolle Unterstützung für den Arzt.

Neben der gynäkologischen Untersuchung gibt es weitere Möglichkeiten, einen möglichen Befall des Darms zu erfassen. Eine Koloskopie (Darmspiegelung) kann den Dick- und Enddarm untersuchen. Es ist wichtig, auf eine ausführliche Untersuchung zu bestehen, da Schmerzen oder andere starke Beschwerden nicht als normal abgetan werden sollten. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden empfiehlt sich der Besuch eines Endometriosezentrums.

Behandlungsmöglichkeiten bei Endometriose

Endometriose ist derzeit nicht heilbar. Die Behandlung kann jedoch die Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern. Zu den Optionen gehören:

  • Medikamentöse Therapie: Hormonelle Verhütungsmittel wie die "Anti-Baby-Pille", Gestagene oder GnRH-Agonisten können den Hormonzyklus beeinflussen.
  • Schmerztherapie: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Paracetamol oder gegebenenfalls Opioide können zur Linderung von Schmerzen eingesetzt werden.
  • Chirurgische Behandlung: Bei tief infiltrierender Darmendometriose wird gemäß medizinischer Leitlinien eine Operation empfohlen. Dies kann laparoskopisch (minimalinvasiv) oder offen erfolgen. In schweren Fällen kann eine Teilresektion des Darms notwendig sein. Die operative Entfernung der Herde kann Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern.

Jede Behandlung sollte individuell abgestimmt und von einem qualifizierten Fachkräfteteam begleitet werden.

Unterleibsschmerzen: Vielfältige Ursachen und Linderung

Unterleibsschmerzen sind ein weit verbreitetes Symptom bei Frauen, das meist im Zusammenhang mit der Menstruation auftritt, aber auch unabhängig davon vorkommen kann. Die Schmerzen können ziehend, zwickend oder drückend sein und variieren in ihrer Intensität von Frau zu Frau.

Menstruationsabhängige Schmerzen (Dysmenorrhoe)

Diese Schmerzen treten typischerweise einige Tage vor, während und nach der Menstruation auf. Sie werden stärker, etwa 24 Stunden nach Beginn der Periode, und können bis zu zwei oder drei Tage danach anhalten. Die Schmerzen sind oft krampfartig, dumpf, stechend oder pochend und können in den unteren Rücken oder die Beine ausstrahlen.

Ursachen von Menstruationskrämpfen

Man unterscheidet zwischen:

  • Primäre Dysmenorrhoe: Tritt ohne erkennbare organische Ursache auf und beginnt meist in der Jugend. Sie bessert sich oft mit dem Alter oder nach einer Schwangerschaft. Experten vermuten, dass die Freisetzung von Prostaglandinen, hormonähnlichen Substanzen, die die Gebärmutterkontraktionen auslösen und die Schmerzempfindlichkeit erhöhen, die Ursache ist.
  • Sekundäre Dysmenorrhoe: Wird durch eine andere Erkrankung verursacht. Häufige Ursachen sind:
    • Endometriose: Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, wächst außerhalb der Gebärmutter.
    • Adenomyose: Gebärmutterschleimhaut wächst in die Wand der Gebärmutter.
    • Myome: Gutartige Tumoren der Gebärmutter.
    • Zervikale Stenose: Verengung des Gebärmutterhalskanals.

Seltenere Ursachen können Zysten und Tumoren der Eierstöcke, die Verwendung eines Intrauterinpessars (IUP), Beckenentzündungen oder Narbengewebe in der Gebärmutter sein.

Illustration der Gebärmutter mit Myomen und Endometrioseherden

Risikofaktoren und Warnsignale

Zu den Risikofaktoren für schwere Menstruationskrämpfe zählen frühes Alter bei der ersten Periode, lange oder starke Blutungen, keine vorherige Schwangerschaft, ein Alter unter 30 Jahren, Depressionen, Angstzustände, hoher Stress, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und eine familiäre Vorbelastung.

Warnsignale, die einen sofortigen Arztbesuch erfordern, sind:

  • Plötzlich einsetzende oder neu auftretende starke Schmerzen
  • Ständige Schmerzen
  • Fieber
  • Eitriger Scheidenausfluss
  • Stechende Schmerzen, die sich bei Berührung oder Bewegung verschlimmern

Nicht-menstruationsabhängige Unterleibsschmerzen

Diese Schmerzen können verschiedene Ursachen haben, darunter gynäkologische Erkrankungen (wie Eierstockzysten, Eileiterentzündungen), Erkrankungen anderer Bauchorgane (wie Harnwegsinfektionen, Blinddarmentzündung, Magen-Darm-Erkrankungen) oder auch Probleme der Wirbelsäule und des Beckens.

Chronische Unterleibsschmerzen, die länger als sechs Monate andauern, erfordern eine umfassende Abklärung, da oft keine einzelne Grunderkrankung eindeutig als Ursache identifiziert werden kann.

Diagnose von Unterleibsschmerzen

Die Diagnose beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, bei der der Arzt Fragen zu Schmerzen, Zyklus und Vorerkrankungen stellt. Es folgt eine körperliche Untersuchung, einschließlich des Abtastens des Bauches und einer gynäkologischen Untersuchung. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Hysterosalpingographie, Sonohysterographie, Hysteroskopie und Magnetresonanztomographie (MRT) können zur weiteren Abklärung eingesetzt werden. In unklaren Fällen kann eine Laparoskopie notwendig sein.

Übersicht der diagnostischen Verfahren bei Unterleibsschmerzen

Behandlung von Unterleibsschmerzen

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. Bei primärer Dysmenorrhoe können allgemeine Maßnahmen wie Wärme, Entspannungsübungen, fettarme Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel (nach ärztlicher Absprache) helfen. Medikamentös kommen nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zum Einsatz. Bei stärkeren Beschwerden oder wenn NSAR nicht wirken, können hormonelle Verhütungsmittel verschrieben werden.

Bei sekundärer Dysmenorrhoe wird die zugrunde liegende Erkrankung behandelt. Dies kann eine Operation zur Entfernung von Myomen oder Endometrioseherden umfassen. Bei chronischen Schmerzen, die auf keine spezifische Ursache zurückzuführen sind, stehen Schmerztherapie und gegebenenfalls operative Eingriffe zur Nervenunterbrechung zur Verfügung.

Lebensstiländerungen wie regelmäßige Bewegung, Yoga, Akupunktur, Akupressur, chiropraktische Therapie und Wärmetherapie können unterstützend wirken.

Durchfall während der Periode: Hormonelle Ursachen und Linderung

Veränderungen im Stuhlgang, einschließlich Durchfall, sind während der Menstruation keine Seltenheit. Hormonelle Schwankungen, insbesondere bei Progesteron, Östrogen und Prostaglandinen, können Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Frauen, die bereits unter Verdauungsproblemen leiden, sind möglicherweise anfälliger für diese zyklusbedingten Veränderungen.

Prostaglandine spielen eine Schlüsselrolle. Diese hormonähnlichen Substanzen werden während der Menstruation in der Gebärmutterschleimhaut gebildet und lösen Krämpfe aus. Sie können jedoch auch in den Blutkreislauf gelangen und die Darmbewegung beschleunigen, was zu weicherem oder wässrigem Stuhl und häufigerem Stuhlgang führt.

Der Abfall des Progesteronspiegels kurz vor der Periode hebt dessen hemmende Wirkung auf den Darm auf, während die Aktivität der Prostaglandine zunimmt. Dies kann zu Durchfall vor oder während der Blutung führen.

Grafische Darstellung des weiblichen Zyklus und seiner hormonellen Einflüsse auf den Darm

Symptome und Abgrenzung

Typische Symptome von Perioden-Durchfall sind häufigerer Stuhlgang, weicher oder wässriger Stuhl, Bauchkrämpfe, Blähungen, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Leichter bis mäßiger Durchfall, der zeitlich klar mit der Periode, dem Eisprung oder PMS verbunden ist und nach wenigen Tagen abklingt, ist meist harmlos. Warnsignale, die ärztlichen Rat erfordern, sind:

  • Fieber, Schüttelfrost
  • Blut im Stuhl (nicht eindeutig auf Menstruationsblutung zurückzuführen)
  • Schleimiger oder sehr übelriechender Durchfall, der zyklusunabhängig auftritt
  • Durchfall nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel (Hinweis auf Unverträglichkeiten)
  • Starker Durchfall und Bauchkrämpfe in fast jedem Zyklus

Diese Symptome können auf zugrunde liegende Erkrankungen wie Endometriose mit Darmbeteiligung, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) oder das Reizdarmsyndrom (RDS) hinweisen.

Linderung von Durchfall während der Periode

Auch wenn Durchfall während der Periode oft hormonell bedingt ist, gibt es Maßnahmen zur Linderung:

  • Flüssigkeitszufuhr: Ausreichend trinken (Wasser, ungesüßte Tees, Brühen, Elektrolytlösungen), um Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen.
  • Ernährung: Eine sanfte Kost mit leicht verdaulichen Lebensmitteln wie Bananen, geriebenem Apfel, Zwieback, Reis oder leichten Suppen. Probiotische Nahrungsergänzungsmittel können helfen, das Darmgleichgewicht zu stabilisieren.
  • Wärme: Eine Wärmflasche auf dem Unterbauch oder im unteren Rücken kann die Muskulatur entspannen und Krämpfe lindern.
  • Entspannungsverfahren: Atemübungen, Meditation oder progressive Muskelentspannung können Stress reduzieren, der Verdauungsbeschwerden auslösen kann.
  • Schonende Bewegung: Spaziergänge oder leichtes Yoga können den Darm anregen.
  • Medikamente: Bei starken Krämpfen können NSAR helfen. Bei akutem Durchfall können kurzfristig Mittel zur Stuhlverfestigung eingesetzt werden.
  • Hormonelle Verhütung: Langfristig kann eine hormonelle Verhütung bei sehr starken, zyklusabhängigen Beschwerden in Betracht gezogen werden, nach Absprache mit dem Gynäkologen.

Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn:

  • Der Durchfall länger als zwei bis drei Tage anhält oder sich verschlimmert.
  • Starker oder anhaltender Durchfall den Alltag massiv einschränkt.
  • Blut im Stuhl auftritt.
  • Fieber, Schüttelfrost oder ein starkes Krankheitsgefühl vorliegen.
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust oder Anzeichen von Austrocknung (Dehydratation) auftreten.
  • Sehr starke Regelschmerzen vorliegen.
  • Der Verdacht auf Endometriose, chronische Darmerkrankungen oder RDS besteht.

Bei akuten, schweren Beschwerden oder Anzeichen von Austrocknung ist der ärztliche Notdienst oder die Notaufnahme aufzusuchen.

Tipps für den Alltag

Um den Alltag während der Periode mit Verdauungsproblemen besser zu meistern:

  • Vorbereitung: Wechselunterwäsche, Binden, Tampons, Menstruationstasse und Periodenunterwäsche mitnehmen.
  • Hygiene: Feuchttücher und gegebenenfalls Wundschutzcreme für die empfindliche Analregion mitführen.
  • Planung: Toilettenpausen einplanen, Toilettenstandorte vorab recherchieren und vor wichtigen Terminen die Toilette aufsuchen.
  • Entlastung: Bei Bedarf Aufgaben reduzieren und offen über die Beschwerden sprechen, wenn das Umfeld es zulässt.

Es ist wichtig zu betonen, dass Menstruation und Verdauung keine Tabuthemen sind. Durchfall bei der Periode ist ein verbreitetes Phänomen, auch wenn nicht offen darüber gesprochen wird.

Menstruationszyklus - Ovulation - Hormonelle Regulation (GnRH, FSH, LH, Östradiol, Progesteron)

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