Der Bauch wird hart, im Rücken zieht es: Das könnten Übungswehen sein! Auch Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt, sind sie ein wichtiger Teil einer gesunden Schwangerschaft und eigentlich kein Grund zur Sorge. Für werdende Mütter ist es jedoch nicht immer leicht, sie von echten Wehen zu unterscheiden.
Was sind Braxton-Hicks-Kontraktionen?
Braxton-Hicks-Kontraktionen sind unregelmäßige, oft schmerzlose Kontraktionen der Gebärmutter, die während der Schwangerschaft auftreten. Manchmal werden sie auch als „falsche Wehen“ oder „Übungswehen“ bezeichnet. Genau wie echte Wehen werden sie durch das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur verursacht. Diese Kontraktionen dienen dem Körper zur Vorbereitung auf die Entbindung, haben aber keinen Einfluss auf den Muttermund. Die Gebärmutter übt sozusagen für den Geburtsprozess.
Die genaue Ursache der Schwangerschaftswehen ist nicht bekannt. Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, die sie auslösen können:
- Körperliche Aktivität
- Schweres Heben
- Volle Harnblase
- Sexuelle Aktivität
- Flüssigkeitsmangel der Schwangeren (Dehydration)
- Stress und psychische Belastung
- Kindsbewegungen
- Berührungen des Bauches
- Gegen Abend
Braxton-Hicks-Kontraktionen sind ein natürlicher Teil der Schwangerschaft und helfen deinem Körper, sich auf die Geburt vorzubereiten, indem sie die Muskeln der Gebärmutter anspannen und entspannen. Sie sind normalerweise harmlos und ein ganz normaler Teil der Schwangerschaft. Wenn du jedoch Fragen oder Bedenken hast, ist es am besten, deinen Arzt oder deine Ärztin zu konsultieren.

Symptome, an denen du Braxton-Hicks-Wehen erkennst
Braxton-Hicks-Kontraktionen sind in der Regel nicht schmerzhaft, können aber unangenehm sein und dir manchmal regelrecht den Atem nehmen. Sie sind vergleichbar mit Menstruationskrämpfen oder einem Stich und fühlen sich an wie ein Stechen, Kribbeln oder Ziehen. Wahrscheinlich spürst du die Braxton-Hicks-Kontraktionen über deinem Babybauch oder weiter unten im Unterleib. Jede Frau erlebt die Schwangerschaft anders, und manche Frauen haben Übungswehen, ohne sie überhaupt zu bemerken.
Typische Merkmale von Braxton-Hicks-Wehen sind:
- Harter Bauch: Dein Bauch wird fest, spannt und fühlt sich hart an.
- Oft menstruationsartige Schmerzen: Manche Frauen empfinden sie als Anspannung im Bauchbereich oder als Schmerzen, die Menstruationskrämpfen ähneln.
- Lange Abstände zwischen den Wehen: Sie treten über mehrere Stunden auf und nicht mehr als dreimal pro Stunde.
- Weniger als zehn Wehen pro Tag: In der Regel spürst du sie etwa zehnmal am Tag, selten auch öfters.
- Stärke und Häufigkeit der Wehen nimmt nicht zu: Im Gegensatz zu echten Wehen werden Braxton-Hicks-Kontraktionen nicht regelmäßiger, stärker oder länger.
- Intensität lässt mit Ruhe, Positionswechsel und Wärme nach: Wenn du dich bewegst, hinlegst oder eine Wärmflasche benutzt, können sie nachlassen.
- Unregelmäßiges Auftreten: Sie folgen keinem konsistenten Muster und verschwinden schließlich wieder.
- Lokalisierung: Du spürst sie meist nur vorne im Bauch.
Ab wann treten Übungswehen auf?
Die meisten Frauen spüren Braxton-Hicks in der zweiten Schwangerschaftshälfte, etwa ab der 20. SSW. Bei einigen können sie aber auch schon ab der 16. SSW auftreten. Denn in dieser Zeit beginnt die Gebärmutter, sich auf die Geburt des Kindes vorzubereiten und die sogenannten Alvarez-Wehen, die ersten Übungswehen, sind manchmal spürbar. Diese ersten Kontraktionen kräftigen die Muskulatur, und Kind und Plazenta werden besser durchblutet.
Braxton-Hicks-Kontraktionen können bereits ab dem zweiten Trimester auftreten, besonders wenn es nicht die erste Schwangerschaft ist. Wenn du jedoch viele Braxton-Hicks-Kontraktionen hast oder sie den ganzen Tag über auftreten, könnte das auf Dehydration oder hohe Aktivität zurückzuführen sein. Dennoch ist es immer am besten, dich an deinen Arzt oder deine Ärztin zu wenden.

Wie fühlen sich Übungswehen an?
Übungswehen spürst du an einem Festwerden des Bauches, denn deine Gebärmutter zieht sich zusammen. Oft merkst du ein unangenehmes Ziehen in Rücken und/oder Bauch. Dabei können sich die Braxton-Hicks für jede von uns - und auch in jeder Schwangerschaft - anders anfühlen.
Sie können sich anfühlen wie:
- Ein kurzes, leichtes Stechen.
- Leichte Menstruationskrämpfe.
- Ein Spannungsgefühl im Unterleib.
- Der Bauch fühlt sich wie ein harter, fester Ball an.
Im Verlauf der Schwangerschaft werden deine Übungswehen regelmäßiger, intensiver und langanhaltender. Wochen vor Geburtstermin gehen sie dann in die Senkwehen und letztendlich in die „echten Wehen“, deine Geburtswehen, über.
Unterschied zwischen Braxton-Hicks-Kontraktionen und echten Wehen
Eine wichtige Frage, die du haben könntest, ist: Was ist der Unterschied zwischen Braxton-Hicks-Kontraktionen und echten Wehen? Das ist besonders wichtig, wenn du vor der 37. Schwangerschaftswoche Kontraktionen bemerkst und vermutest, dass du vorzeitige Wehen hast. Wenn deine Schwangerschaft termingerecht ist, fragst du dich vielleicht, ob die Kontraktion, die du spürst, eine weitere Braxton-Hicks-Kontraktion ist oder ob es endlich ernst wird.
Um zu erkennen, ob du Übungswehen oder echte Wehen hast, ist es hilfreich, dich mit den Anzeichen und Symptomen der Geburt vertraut zu machen. Hier sind die wesentlichen Unterschiede:
| Merkmal | Braxton-Hicks-Kontraktionen (Übungswehen) | Echte Wehen |
|---|---|---|
| Rhythmus | Unregelmäßig, keine erkennbaren Muster. | Regelmäßig, mit sich verkürzenden Abständen zwischen den Kontraktionen. |
| Dauer | Variabel, oft kürzer als 30 Sekunden, manchmal bis zu einer Minute. | Werden länger, typischerweise 30 bis 90 Sekunden und länger. |
| Intensität | Bleibt gleich oder nimmt ab, wird nicht schmerzhafter. | Werden stärker und intensiver im Verlauf. |
| Reaktion auf Bewegung | Hören oft auf oder lassen nach, wenn du dich bewegst, deine Position änderst oder dich ausruhst. | Hören nicht auf, egal was du tust; sie setzen sich fort. |
| Lokalisierung | Meist nur im vorderen Bauchbereich spürbar. | Beginnen oft im Rücken und wandern nach vorne, oder werden im gesamten Bauchraum und Beckenbereich spürbar. |
| Wirkung auf den Muttermund | Keine Veränderung des Muttermunds. | Verkürzen und öffnen den Muttermund. |
Faustregel: Werden die Wehen immer stärker oder treten häufiger als dreimal pro Stunde auf, sollten sie von einer Hebamme oder Ärztin kontrolliert werden. Und auch immer dann, wenn du dir unsicher bist.
Was hilft bei Braxton-Hicks-Kontraktionen?
Wenn die Übungswehen unangenehm werden, können einige Hausmittel ihre Symptome schnell lindern. Versuche, dich zu entspannen und abzulenken. Schließlich leistet dein Körper gerade auch jede Menge wichtige Arbeit.
5 Hausmittel bei Übungswehen:
- Ruhe: Hinlegen oder Setzen und entspannen. Oft hilft auch ein Positionswechsel im Liegen, besonders die linke Seitenlage mithilfe eines Stillkissens, denn hier wird dein Bauch am besten durchblutet und die Verdauung entlastet.
- Leichte Wärme: Eine Wärmflasche oder ein Dinkelkissen können die Wehen abmildern. Auch ein lauwarmes Bad hilft häufig.
- Schwangerschafts-Yoga: Atemtechniken, Meditation und Entspannungs-Posen entlasten die Gebärmutter und helfen dir, die Vorgänge im Körper gedanklich anzunehmen.
- Etwas Trinken: Wasser oder Schwangerschaftstee helfen, die Muskeln zu lockern.
- Ablenkung: Ein Telefonat oder ein guter Film können helfen, Abstand zu gewinnen, wenn du den harten Bauch als unangenehm empfindest.
Wenn deine Schmerzen trotz Hausmittel und Entspannung stärker werden, ist es wichtig, die Wehen von deiner Hebamme oder Ärztin abklären zu lassen. Das gilt auch, wenn sich irgendetwas für dich "komisch" anfühlt. Als Mama hast du den besten Instinkt und ein schneller Check ist meist kein Problem.
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Wann sollte ich bei Übungswehen zum Arzt?
Obwohl Braxton-Hicks-Kontraktionen in der Regel harmlos und ein normaler Teil der Schwangerschaft sind, ist es natürlich, sich zu fragen, wann man sich Sorgen machen sollte und was einen Anruf bei deiner Ärztin oder deinem Arzt rechtfertigen könnte.
Medizinische Abklärung ist nötig, wenn:
- Die Kontraktionen schmerzhaft sind.
- Sie in regelmäßigen Abständen auftreten.
- Sie über einige Zeit nicht nachlassen.
- Sie sich bei Wärme nicht verbessern oder sogar verstärken.
- Zusätzlich Blut oder Flüssigkeit abgeht.
- Du weniger als 37 Wochen schwanger bist und regelmäßige oder häufige Kontraktionen hast (Anzeichen für Frühgeburt).
- Deine Wehen stärker werden oder häufiger als dreimal pro Stunde auftreten.
- Du dir unsicher bist oder ein ungutes Gefühl hast.
In solchen Fällen könnte es sich um Komplikationen handeln - oder um einsetzende Geburtswehen. Deine Hebamme oder dein Gynäkologe können die Situation einschätzen und die richtigen Maßnahmen einleiten. Mit dem Wehenschreiber können sie die Aktivität deiner Gebärmutter überprüfen und deinen Muttermund untersuchen - und dir gegebenenfalls wehenhemmende Maßnahmen wie Bettruhe und Medikamente verschreiben.
Mein Rat ist also: Lasst euch lieber einmal mehr untersuchen, denn umso besser könnt ihr euch entspannen und eure Schwangerschaft genießen.
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