Die Babyflasche, auch Nuckelflasche genannt, in der Schweiz und Süddeutschland als Schoppen bekannt, ist ein essenzielles Hilfsmittel für die Ernährung von Säuglingen. Sie dient der Zuführung flüssiger Nahrung und ist mit einer schnullerähnlichen Saugvorrichtung ausgestattet.
Historische Entwicklung der Babyflaschen
Die Geschichte der Babyflaschen reicht weit zurück. In der Antike wurden Gefäße aus Ton für diesen Zweck verwendet. Ab dem 16. Jahrhundert kamen Materialien wie Leder und Holz zum Einsatz, und im 17. Jahrhundert wurden auch Kuhhörner genutzt. Die frühen Sauger bestanden aus Leder oder Baumwollstoff. Bis ins 18. Jahrhundert waren abgeschnittene Zitzen von Kuheutern gebräuchlich. Diese wurden selten gewechselt, und ihre Verwesung führte zu bakterieller Verunreinigung der Milch, was die ohnehin hohe Kindersterblichkeit weiter erhöhte.
Ab dem 19. Jahrhundert fanden auch Bierflaschen Verwendung, in die ein Baumwolllappen gestopft wurde. Später wurde ein Gummisauger über den Flaschenrand gestülpt. In den 1930er-Jahren kamen schließlich Sauger aus Latex auf den Markt.

Gründe für die Flaschenernährung
Die Gründe für die Ernährung eines Säuglings mit der Nuckelflasche können vielfältig sein. Sie reichen von Krankenhausaufenthalten des Säuglings oder der Mutter aufgrund von Operationen bis hin zu persönlichen Präferenzen oder Abneigungen der Mutter oder des Säuglings gegenüber dem Stillen.
Moderne Babyflaschen und ihre Ausstattung
Gängige Flaschengrößen sind heutzutage 125, 240 und 330 Milliliter. Die Sauger sind in verschiedenen Größen erhältlich, abgestimmt auf das jeweilige Alter des Säuglings, und verfügen in der Regel über ein bis vier Öffnungen. Die Anwendungsweise hängt vom Alter des Kindes und der Viskosität des Inhalts ab.
Manche Sauger sind mit einem Ventil (Ventilsauger) ausgestattet. Dieses Ventil ermöglicht den Einlass von Luft in die Flasche, während Flüssigkeit herausgesaugt wird. Dadurch wird ein Unterdruck in der Flasche vermieden, der das Saugen erschweren könnte. Der Säugling kann kontinuierlich saugen, ähnlich wie an der Brust, ohne den Mund öffnen zu müssen, um Luft zuzulassen.

Hygiene und Reinigung
Es ist von größter Bedeutung, den Nuckel und die Flasche nach jedem Gebrauch gründlich zu reinigen, um die Vermehrung von Keimen zu verhindern.
Materialien von Babyflaschen
Gebräuchliche Materialien für Babyflaschen sind Glas und Polycarbonat. Polycarbonat geriet jedoch wegen des enthaltenen Bisphenol A (BPA) stark in Verruf. Seit 2011 ist die Produktion und der Verkauf von Säuglingsflaschen aus BPA-haltigen Kunststoffen in der EU verboten. Da Glasflaschen schwerer und zerbrechlicher sind, hat sich das alternative Polypropylen schnell durchgesetzt. Dieses Material ist frei von BPA und anderen gesundheitsschädlichen Weichmachern. Allerdings haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass die Mikroplastik-Freisetzung aus Polypropylen-Babyflaschen erheblich sein kann, mit Werten zwischen 14,5 Tausend und 4,5 Millionen Fragmenten pro Tag und Person in einer internationalen Studie.
Sauger bestehen meist aus Latex und Silikon. Silikonsauger gelten als langlebig, leicht zu reinigen und geruchsresistent.
Erwärmung der Babynahrung
Der Inhalt der Flasche wird für Säuglinge aus gesundheitlichen Gründen auf Körpertemperatur vorgewärmt. Dies kann im Wasserbad erfolgen, wobei ein Babyflaschenwärmer mit Thermostatfunktion besonders geeignet ist. Zum Anrühren von Milchpulver wird in der Regel abgekochtes Wasser verwendet, und die angerührte Milch muss in der Flasche auf Körpertemperatur abkühlen.
Die Erwärmung in der Mikrowelle ist nicht empfehlenswert, da sich der Inhalt ungleichmäßig erwärmen und es zu Verbrühungen kommen kann.

Die Bedeutung von Körperkontakt und Interaktion beim Füttern
Wenn der Säugling beim Flasche geben im Arm gehalten wird, erfährt er wichtigen Körperkontakt. Dieser ist zwar nicht so innig wie beim Stillen, aber dennoch bedeutsamer als wenn die Flasche im Bett liegend gegeben wird. Körperwärme, Blickkontakt und das Angesprochenwerden machen das Füttern für die Kleinen zu einem angenehmen Erlebnis.
Das Trinken aus der Flasche erfordert eine andere Technik als das Stillen. Die Bedingungen sollten jedoch ähnlich sein, da Babys gerne saugen. Die Form des Saugers und die Größe des Saugerlochs sind hierbei entscheidend. Ein zu großes Loch kann dazu führen, dass Babys zu hastig trinken und mehr Luft schlucken. Die Trinkdauer sollte idealerweise 10 bis 15 Minuten betragen, ähnlich wie bei einer Stillmahlzeit.
Es ist wichtig, das Baby nicht zum Austrinken der Flasche zu drängen, um Überfütterung zu vermeiden. Hunger ist nicht der einzige Grund für Unruhe bei Babys.
Nach der Mahlzeit ist das Aufstoßen wichtig, um verschluckte Luft abzugeben. Dies geschieht am besten, indem das Baby aufrecht im Arm gehalten wird.
Das Nursing-Bottle-Syndrom ist eine Form von Karies, die mit der Flaschenernährung in Zusammenhang steht und durch den längeren Kontakt von zuckerhaltiger Flüssigkeit mit den Zähnen verursacht werden kann.
Der Schnuller für Babys
Der Schnuller, auch Beruhigungssauger oder Pacer genannt, ist ein Babyzubehör, das dazu dient, Babys zu beruhigen und ihr natürliches Saugbedürfnis zu befriedigen. Er kann helfen, das Bedürfnis nach nicht-nährendem Saugen zu reduzieren.
Einführung und Eignung
Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, ab wann Schnuller eingeführt werden können. Generell wird empfohlen, mit der Einführung eines Schnullers für Stillbabys bis zur vierten bis sechsten Woche zu warten, nachdem das Stillen gut etabliert ist. Bei der Umstellung von Stillen auf Flaschennahrung kann ein Schnuller dem Baby helfen, sich an die Form des Flaschensaugers zu gewöhnen.
Kinderärzte und Hebammen empfehlen, Babys frühestens dann einen Schnuller zu geben, wenn sie das Trinken aus der Brust oder der Flasche vollkommen problemlos beherrschen. Dies gilt unabhängig davon, ob gestillt, Flaschennahrung gegeben oder beides kombiniert wird.

Tipps zur Gewöhnung an den Schnuller
- Kein Ersatz für Mahlzeiten: Ein Schnuller sollte niemals eine Mahlzeit ersetzen oder hinauszögern, insbesondere bei Stillbabys. Er kann dazu dienen, das Saugbedürfnis nach dem Essen oder zur Schlafenszeit zu befriedigen.
- Freiwilligkeit: Zwingen Sie Ihr Baby nicht, einen Schnuller zu nehmen. Wenn es ihn ausspuckt, bedeutet das, dass es genug hat.
- Hygiene: Schnuller sollten regelmäßig sterilisiert werden, besonders in den ersten sechs Monaten täglich und danach zweimal wöchentlich. Neue Schnuller müssen vor dem ersten Gebrauch sterilisiert werden.
- Sicherheit: Schnuller sollten niemals mit Schnüren oder anderen Befestigungen am Körper des Babys oder am Kinderbettchen festgebunden werden, um Erstickungsgefahren zu vermeiden.
- Keine Süßungsmittel: Geben Sie den Schnuller niemals mit Honig, Zucker oder anderen Süßungsmitteln, da dies den Zähnen schaden kann.
- Zum Schlafengehen: Ein Schnuller kann dem Baby helfen, besser einzuschlafen. Er sollte altersgerecht und BPA-frei sein.
Wann sollte der Schnuller wieder abgesetzt werden?
Ein Schnuller ist eine vorübergehende Maßnahme. Es wird empfohlen, ihn nach sechs bis zwölf Monaten allmählich wieder abzusetzen. Die langfristige Verwendung kann die Sprachentwicklung beeinträchtigen, da das Baby möglicherweise weniger mit Lauten experimentiert. Zudem kann die Schnullernutzung das Zahnwachstum beeinflussen und zu Fehlbissen oder Gaumendeformationen führen.
Um das Baby zu entwöhnen, kann der Schnuller zunächst nur noch zum Einschlafen angeboten und dann ganz abgesetzt werden. Älteren Kindern kann man den Schnuller gegen ein Spielzeug oder eine Aktivität eintauschen oder sie motivieren, ihn einer wichtigen Person zu schenken. Das Hervorheben, dass ältere Kinder keine Schnuller benutzen, kann ebenfalls helfen.
Sicherheitsaspekte und Material von Schnullern
Bei der Auswahl eines Schnullers sollte auf die richtige Größe für das Alter des Babys geachtet werden. Schnuller sollten keine abnehmbaren Teile oder Verzierungen aufweisen, die sich lösen und eine Erstickungsgefahr darstellen könnten. Regelmäßige Inspektion auf Risse und Abnutzung ist unerlässlich.
Studien deuten darauf hin, dass die Verwendung eines Schnullers während des Schlafs das Risiko eines plötzlichen Kindstodes (SIDS) verringern kann, da er helfen soll, die Atemwege frei zu halten.