Risiken von Drogenkonsum während der Schwangerschaft und Optionen

Allgemeine Risiken und Empfehlungen für Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft

Mehr als die Hälfte der schwangeren Frauen nimmt im Verlauf der Schwangerschaft irgendwann einmal Medikamente, trinkt Alkohol, raucht oder nimmt illegale Drogen. Bestimmte Drogen und Medikamente während der Schwangerschaft können schädlich für Ihr Baby sein und zu einer Fehlgeburt führen.

Sie sollten daher generell Medikamente während der Schwangerschaft vermeiden, sofern diese nicht notwendig sind. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Medikamente, Vitamine und pflanzlichen Ergänzungsmittel notwendig sind und welche Sie nicht nehmen sollten.

Der Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft ist häufig Ursache für Geburtsfehler.

Wie sich Drogen und Medikamente auf die Schwangerschaft auswirken

Viele Medikamente und Drogen, die Schwangere nehmen, werden über die Plazenta an das Baby im Mutterleib weitergegeben. Die Plazenta ist das Organ im Innern des Uterus (Gebärmutter), das Nährstoffe und sauerstoffreiches Blut von der Mutter zum Fötus transportiert.

Bestimmte Medikamente und Drogen können Folgendes verursachen:

  • Fehlbildungen der Organe des Babys, die zu Geburtsfehlern oder zum Tod führen
  • Schädigung der Plazenta, sodass sie nicht mehr richtig funktioniert
  • Zu frühe Geburt des Babys
Schema der Plazenta und des Blutkreislaufs zwischen Mutter und Fötus

Sicherheit von Medikamenten und Impfungen während der Schwangerschaft

Viele Medikamente und Vakzine (Impfungen) sind für schwangere Frauen nicht sicher. Andererseits gibt es einige Medikamente und Vakzine, die sogar wichtig für die Schwangerschaft sind. Sie bewahren vor gesundheitlichen Problemen, die Ihnen oder Ihrem Baby schaden könnten. Sie dürfen diese Medikamente daher nicht einfach absetzen, wenn Sie schwanger werden.

Sie müssen diese Medikamente möglicherweise während der Schwangerschaft weiter nehmen, wenn Sie eine Krankheit haben, die Ihnen oder Ihrem Baby schaden kann, z. B.:

  • Asthma
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Krampfanfälle (Epilepsie)

Wichtige Schritte im Umgang mit Medikamenten während der Schwangerschaft:

  1. Gehen Sie mit Ihrem Arzt alle Medikamente durch, die Sie einnehmen.
  2. Geben Sie Ihrem Arzt sofort Bescheid, wenn Sie wissen, dass Sie schwanger sind.
  3. Befragen Sie Ihren Arzt zu Risiken und Nutzen Ihrer verschreibungspflichtigen Medikamente, und ob Sie diese während der Schwangerschaft weiter nehmen können oder absetzen sollten.
  4. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel und rezeptfreien Medikamente, die Sie nehmen, und fragen Sie, ob die Einnahme von ihnen während der Schwangerschaft unbedenklich ist.

Wenn ein Medikament, das Sie nehmen, Risiken mit sich bringt, kann es häufig durch ein weniger schädliches Medikament ersetzt werden. Und manchmal lohnt sich sogar die Einnahme eines Medikaments, das ein erhebliches Risiko während der Schwangerschaft aufweist, um eine gefährliche Erkrankung zu behandeln oder zu verhindern. Ihr Arzt wird dann das richtige Medikament auswählen, das Ihnen und Ihrem Baby nicht schadet. Sprechen Sie immer erst mit Ihrem Arzt, bevor Sie mit der Einnahme Ihrer Medikamente aufhören, anfangen oder diese ändern.

Impfstoffe in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensmonaten ist Ihr Baby durch Ihr Immunsystem vor vielen Infektionen geschützt. Diesen Schutz erhält Ihr Baby während der Schwangerschaft über Ihre Blutbahn und durch die Plazenta.

Wenn Sie nicht alle Impfungen hatten, können Sie einige davon bedenkenlos während der Schwangerschaft durchführen lassen. Andere Impfungen sollten wiederum nicht durchgeführt werden und einige werden nur dann gegeben, wenn Sie ein hohes Risiko für eine Infektion tragen.

Ihr Arzt wird Impfungen empfehlen, die während Ihrer Schwangerschaft sicher sind:

  • Schwangere und stillende Frauen sowie Frauen, die jetzt oder in Zukunft schwanger werden möchten, sollten sich einen COVID-19-Impfstoff verabreichen lassen.
  • Frauen sollten jederzeit während der Schwangerschaft, vor und während der Grippesaison eine Grippeimpfung erhalten. Schwangere Frauen sollten den attenuierten Influenza-Lebendimpfstoff (LAIV bzw. das Nasenspray) NICHT erhalten.
  • Schwangere zwischen der 27. und 36. Schwangerschaftswoche sollten eine DTP-Impfung erhalten (sie schützt gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis, den sogenannten Keuchhusten).

Zu den bedenklichen Impfungen während der Schwangerschaft zählen:

  • Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR)
  • Windpocken-Impfstoff

Probleme, die Drogen während der Schwangerschaft verursachen können

Drogen, die während der Schwangerschaft zu Problemen führen können, sind unter anderem:

  • Alkohol
  • Koffein
  • Nikotin (z. B. bei Zigarettentabak)
  • Marihuana

Alkohol

Alkohol ist die Hauptursache für Geburtsfehler. Er kann folgende Auswirkungen haben:

  • Alkoholembryopathie
  • Fehlgeburt
  • Niedriges Geburtsgewicht
  • Verhaltensstörungen in der Kindheit

Das fötale Alkoholsyndrom (Alkoholembryopathie) ist der Überbegriff für eine Reihe von Problemen, unter anderem Entwicklungsstörungen von Kopf und Gesicht des Kindes, Hirnschäden, niedrige Intelligenz, verlangsamtes Wachstum und andere Probleme. Alkohol ist in keiner Menge unbedenklich, die man während der Schwangerschaft zu sich nehmen kann.

Infografik zu den verschiedenen Ausprägungen des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS)

Koffein

Ärzte sind sich beim Konsum von Koffein nicht einig, ob es während der Schwangerschaft Ihrem Baby schadet. Koffein ist in Kaffee, einigen Teesorten, Softdrinks, Energy Drinks, Schokolade und in einigen Medikamenten enthalten. Ärzte sind der Meinung, dass Koffein in kleinen Mengen unbedenklich ist.

Das tägliche Trinken von sehr viel Kaffee kann jedoch Folgendes verursachen:

  • Fehlgeburt oder Totgeburt
  • Frühgeburt (ein Baby kommt zu früh zur Welt)
  • Niedriges Geburtsgewicht

Ärzte raten daher, während der Schwangerschaft sehr wenig Koffein zu konsumieren. Sie können stattdessen entkoffeinierten Kaffee trinken.

Zigaretten (Nikotin)

Wenn Sie während Ihrer Schwangerschaft Zigaretten rauchen oder sogar den Rauch anderer Raucher einatmen, können Sie Ihrem Baby schaden. Diese Folgen sind möglich:

  • Niedriges Geburtsgewicht
  • Geburtsfehler an Herzen, Hirn und Gesicht des Babys
  • Fehlgeburt
  • Frühgeburt (ein Baby kommt zu früh zur Welt)
  • Wachstums-, Verhaltens- und kognitive Störungen des Kindes

Sie sollten gar nicht rauchen, vor allem nicht, wenn Sie schwanger sind, und sich nach Möglichkeit nicht in der Nähe von anderen Rauchern aufhalten.

Marihuana

Ärzte sind sich nicht einig, ob Marihuana während der Schwangerschaft Ihrem Baby schadet, empfehlen aber, es zu vermeiden. Marihuana kann zu Verhaltensproblemen bei Ihrem Baby führen, wenn Sie während der Schwangerschaft viel davon konsumieren.

Aspartam

Aspartam ist ein künstlicher Süßstoff, der in einigen Nahrungsmitteln und Getränken zu finden ist. Kleine Mengen können während der Schwangerschaft unbedenklich sein. Frauen mit einer Krankheit, die Phenylketonurie heißt, sollten Aspartam allerdings weder essen noch trinken.

Probleme, die illegale Drogen während der Schwangerschaft verursachen

Die Verwendung von illegalen Drogen während der Schwangerschaft kann zu ernsthaften Problemen für die Schwangere und das Baby führen. Alle illegalen Drogen und einige Medikamente (vor allem Opioide, wie Oxycodon) erhöhen bei häufiger Verwendung das Risiko, dass das Baby zu klein oder zu früh geboren wird. Das Spritzen von Drogen erhöht bei einer schwangeren Frau zudem das Risiko, dass sie ihr Baby infiziert, z. B. mit Hepatitis oder HIV.

Illegale Drogen, die zu Problemen führen können, sind unter anderem:

  • Amphetamine
  • Badesalze
  • Kokain
  • Halluzinogene
  • Opioide

Amphetamine

Die Verwendung von Amphetaminen während der Schwangerschaft kann Folgendes bewirken:

  • Geburtsfehler, besonders des Herzens
  • Wachstumsstörungen des Ungeborenen im Mutterleib

Badesalze

Badesalze nennt man eine Gruppe von Drogen, die aus verschiedenen Chemikalien hergestellt werden und die einen in den gleichen Rauschzustand versetzen wie Amphetamine. Die Verwendung von Badesalzen während der Schwangerschaft kann Folgendes bewirken:

  • Zu wenig Sauerstoff für das Baby
  • Totgeburt (Tod eines Babys vor oder während der Entbindung)
  • Probleme mit der Plazenta
  • Geburtsfehler

Kokain

Die Verwendung von Kokain während der Schwangerschaft kann die Blutgefäße in der Plazenta verengen und möglicherweise Folgendes bewirken:

  • Fehlgeburt
  • Frühgeburt (ein Baby kommt zu früh zur Welt)
  • Niedriges Geburtsgewicht

Frauen, die während der Schwangerschaft Kokain verwenden, schaden ihrem Baby häufig auch durch andere Dinge, wie Rauchen, Konsum anderer Drogen oder schlechte medizinische Betreuung. Sie sollten während der Schwangerschaft gar kein Kokain konsumieren.

Halluzinogene

Halluzinogene, einschließlich Ecstasy (MDMA), Methamphetamine und LSD. Die Verwendung von Halluzinogenen während der Schwangerschaft kann zu Folgendem führen:

  • Fehlgeburt
  • Frühgeburt (ein Baby kommt zu früh zur Welt)
  • Entzugserscheinungen beim Baby
Abstrakte Darstellung von Halluzinationen und deren Auswirkungen auf das Gehirn

Opioide

Opioide umfassen Medikamente (wie Oxycodon, Methadon und Morphin), die möglicherweise illegal beschafft werden oder von Ärzten zur Schmerzlinderung verschrieben werden. Heroin ist ein illegales Opioid, das süchtig macht und nicht von Ärzten verschrieben wird.

Die Verwendung sämtlicher Opioide über einen langen Zeitraum während der Schwangerschaft, gleich ob illegal oder verschrieben, kann zu Folgendem führen:

  • Entzugserscheinungen beim Baby
  • Fehlgeburt
  • Frühgeburt (ein Baby kommt zu früh zur Welt)
  • Niedriges Geburtsgewicht

Wenn Sie eine schwere, schmerzhafte Verletzung (wie einen Knochenbruch oder eine schlimme Verletzung) haben, ist es wahrscheinlich in Ordnung, wenn Ihr Arzt Ihnen ein Opioid für mehrere Tage verschreibt. Bei opioidabhängigen Patientinnen handelt es sich meist um heroinabhängige und polytoxikomane Patientinnen mit multiplen psychischen und somatischen Begleiterkrankungen. Schwangerschaften opioidabhängiger oder polytoxikomaner Patientinnen sind grundsätzlich als Hochrisikoschwangerschaften einzuordnen.

Die neben den Opioiden konsumierten Substanzen (z.B. Alkohol, Cannabis, Benzodiazepine, Amphetamine, Cocain, Tabakrauch) können dem Fetus verschiedene spezifische Schädigungen zufügen, wobei Grenzwerte für die fetale Teratogenität bisher nicht benannt werden können. Die Therapie polytoxikomaner schwangerer Frauen besteht daher mit Ausnahme der Behandlung der Opioidabhängigkeit selbst zunächst in einer Entzugsbehandlung unter stationären Bedingungen; eine Raucherentwöhnung kann auch ambulant durchgeführt werden.

Da ein Opioidentzug während der Schwangerschaft infolge seiner schwerwiegenden vegetativen Komplikationen besonders für den Fetus ein zu hohes Risiko bedeuten würde, werden opioidabhängige Schwangere mit Levomethadon, racemischem Methadon oder Buprenorphin substituiert. Unter einer solchen Substitutionstherapie zeigt sich eine geringere Mortalität von Mutter und Kind, eine Verbesserung der Compliance und der psychosozialen Situation der Schwangeren. Während und nach der Schwangerschaft ist in jedem Fall eine engmaschige interdisziplinäre Betreuung der Frauen durch verschiedene Berufsgruppen wie Allgemeinmediziner, Gynäkologen, Psychologen, Pädiater, Psychiater, Pharmazeuten und Sozialarbeiter notwendig. Weiterhin müssen komorbide psychische Erkrankungen und somatische Infektionserkrankungen (z.B. Hepatitis A, B und C, HIV) diagnostiziert und behandelt werden.

In Deutschland konsumieren zurzeit etwa 200.000 Menschen (grober Schätzwert) illegale Drogen, vorzugsweise Heroin, wobei die Dunkelziffer hoch sein dürfte. Die Betreuung schwangerer opioidabhängiger Frauen ist für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung: sie erfordert ein außergewöhnlich hohes Maß an Verantwortung und eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit von Suchttherapeuten in (Drogen-)Beratungsstellen, Angestellten in Schwangerschaftsberatungsstellen, Gynäkologen, Psychiatern, Allgemeinmedizinern, Psychologen und selbstverständlich auch Pharmazeuten.

Unter Opioidabhängigen versteht man Patienten, die von Arzneimitteln abhängig sind, die von einem Arzt verschrieben und von den Patienten legal erworben wurden („legale Patienten“). Dabei sind die Abhängigkeiten von Tramadol (z.B. Tramal®) und Tilidin (z.B. Valoron®) bei dieser Patientengruppe aktuell am häufigsten. Bei der Gruppe der Patienten mit „legaler“ Opioidabhängigkeit handelt es sich meist um Patienten mittleren und höheren Alters, bei denen nur noch wenige oder keine Schwangerschaften mehr zu erwarten sind. Dennoch waren in dieser Stichprobe von 123 „legal“ Tramadol-Abhängigen auch jüngere Patienten im Alter von 20 bis 30 Jahren sowie von 30 bis 40 Jahren. Bei der gemessenen Geschlechtsverteilung von 50% männlichen und 50% weiblichen Patienten könnte es in der Gruppe der „legal“ Abhängigen also durchaus schwangere Patientinnen geben, die entsprechend behandelt werden müssen.

Bei den opioidabhängigen Schwangeren handelt es sich folglich meist um „illegale“ Patientinnen, die hauptsächlich von Opiaten (vor allem Heroin) und häufig zusätzlich von Tabak (Nicotin), Alkohol, Benzodiazepinen, Cocain, Cannabis und Psychostimulanzien abhängig sind oder entsprechenden Missbrauch betreiben.

Die Schwangerschaften opiat- bzw. opioidabhängiger oder polytoxikomaner Patientinnen sind als Hochrisikoschwangerschaften einzuordnen. Bei einem multiplen Substanzmissbrauch oder einer Polytoxikomanie (mehrfacher Konsum von Suchtstoffen) der Schwangeren ist es kaum möglich, die Vielfalt der toxischen Schädigungen bei Mutter und Kind differenziert auf einen der Suchtstoffe zurückzuführen, insbesondere dann, wenn ein begleitender Konsum von Alkohol und Zigaretten vorliegt. Aus unserer Sicht ist eine differenzierte Betrachtung der toxischen Wirkungen und Behandlungsstrategien hinsichtlich der einzelnen Suchtstoffe dennoch sinnvoll, um bei den betroffenen Schwangeren für eine möglichst klare Informationsvermittlung zu sorgen, eine individuelle Behandlungsmotivation zu wecken und therapeutische Konsequenzen aufzuzeigen.

Wo Babys opioidabhängig auf die Welt kommen | ntv

Die "Alles-oder-Nichts-Prinzip" in den ersten Schwangerschaftswochen

Wenn Sie die Schwangerschaft erst später bemerkt haben und Drogen konsumiert haben, während Sie schon schwanger waren, stellt sich die Frage, ob der Konsum Ihrem Kind bereits geschadet haben könnte. Allgemein gilt: Während der Schwangerschaft sollte man komplett auf Drogen verzichten, um das Kind zu schützen. Wenn Sie also gelegentlich Drogen konsumieren, sollten Sie das mit Bekanntwerden der Schwangerschaft sofort einstellen.

Wenn Sie in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung (das ist nach ärztlicher Berechnung bis zur 4. SSW) Drogen konsumiert haben, kann Ihnen das „Alles-oder-Nichts-Prinzip“ eine erste Erleichterung sein: In den ersten Tagen einer Schwangerschaft erhält der Embryo noch keine Nährstoffe über das Blut der Mutter. Erst ein paar Tage nach der Einnistung in die Gebärmutter findet der Anschluss an das mütterliche Gefäßsystem statt. Ist in den ersten vier Schwangerschaftswochen eine Zelle geschädigt, kann sie meistens repariert oder durch eine andere Zelle ersetzt werden. Gelingt das nicht, kommt es meist unbemerkt zu einer Fehlgeburt. Eine bestehende Schwangerschaft nach dieser ersten Zeit sagt demnach aus, dass sich das Kind gut entwickelt und der Drogenkonsum wohl keine Auswirkungen hatte.

Aber auch wenn Sie in der Zeit nach der 4. Woche Drogen zu sich genommen haben, können Sie erst einmal noch durchatmen: Bei den meist konsumierten Drogen, bzw. Substanzen wie Cannabis, Heroin, Substitutionsmitteln und Benzodiazepinen ist bisher kein organisches Fehlbildungsrisiko im engeren Sinne bekannt. Regelmäßiger Drogenkonsum kann jedoch dazu führen, dass die Plazenta nicht ausreichend durchblutet wird und es somit zu einer Fehl- oder Frühgeburt kommt. Das Risiko dafür ist bekanntermaßen erhöht. Es ist auch möglich, dass Ihr Kind in Folge des fortwährenden Konsums ein geringeres Geburtsgewicht hat.

Zudem sind Drogen oft mit anderen Substanzen oder Verunreinigungen verschnitten oder gestreckt, deren Wirkung auf das Ungeborene nicht abzuschätzen ist. Insbesondere der Mischkonsum, das heißt, verschiedene Drogen zu nehmen, kann für Ihr Kind gefährlich sein, da sich die unterschiedlichen Stoffe verstärken oder gegenseitig beeinflussen können. Die gute Nachricht ist jedoch, dass in den meisten Fällen keine Komplikationen auftreten, wenn die Substanzen mit Bekanntwerden der Schwangerschaft nicht mehr konsumiert werden.

Professionelle Hilfe und Unterstützung in der Schwangerschaft

Drogenabhängigkeit an sich ist kein Grund, eine Schwangerschaft abzubrechen. Frauen, die drogenabhängig sind, können mit Unterstützung viel dafür tun, dass ihr Baby möglichst gesund zur Welt kommt und zu einem gesunden Kind heranwächst.

Ärztlicher Rat und Begleitung:

Als erster Schritt ist es wichtig, dass Sie offen mit Ihrem Arzt sprechen. Denn er kann entscheiden, welche Stoffe sofort abgesetzt werden sollen, welche durch andere ersetzt oder welche weiterhin kontrolliert eingenommen werden sollten. Dabei wird genau abgewogen, was für Sie machbar und möglich ist. Durch eine gute ärztliche Begleitung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die gesundheitlichen Risiken für das Kind zu verringern. Ihr Arzt kann Sie, wenn nötig, auch an Ärzte und Fachpersonal verweisen, die sich gut mit dem Thema Schwangerschaft und Drogen auskennen.

Soziale Kontakte:

Für den Ausstieg aus dem Drogenkonsum kann es hilfreich sein, sich auf Kontakte mit Menschen zu konzentrieren, die selbst nicht konsumieren. Auch der Kontakt zu Menschen, die selbst einen Drogenausstieg geschafft haben, kann eine gute Anregung, Motivation und Unterstützung sein. Die Schwangerschaft kann zudem ein Anlass sein, neue Kontakte (z.B. zu anderen Schwangeren oder Müttern) zu schließen und sich ein Netzwerk aufzubauen. Viele Frauen berichten, dass sich durch die Schwangerschaft auch das Verhältnis zur eigenen Familie nochmal wandeln und bessern kann, falls beispielsweise davor nur wenig oder kein Kontakt mehr bestanden hat. Vielleicht kann Ihnen das nun sogar eine wertvolle Stütze sein?

Selbstfürsorge:

Eine gute Selbstfürsorge ist jetzt besonders wichtig. Was tut Ihnen körperlich und seelisch gut? Haben Sie genügend Zeit für Ausgleich, Sport, Entspannung? Welches Hobby möchten Sie gerne wieder aufleben lassen? Eine gute Selbstfürsorge hilft nicht nur Ihnen und der Gesundheit Ihres Kindes, sondern kann auch helfen, den Konsum von Suchtmitteln einzuschränken oder zu beenden.

Wenn Sie Drogen konsumieren und schwanger werden, kontaktieren Sie auf jeden Fall auch eine Ärztin oder einen Arzt und eine Hebamme. Diese unterliegen der Schweigepflicht. Sprechen Sie Ihre Sucht unbedingt an, denn jetzt können Sie noch viel für Ihr Baby tun! Eventuell kann Sie eine Familienhebamme durch die Schwangerschaft begleiten.

Erste Ansprechpartner bei Drogenkonsum und dem Wissen, schwanger zu sein, sind Frauenärztinnen und Frauenärzte sowie auch Drogenberatungsstellen. Bei Bedarf können Praxen und Drogenhilfen dann einen gegenseitigen Kontakt herstellen, um Schwangere auf mehreren Ebenen zu begleiten.

Mit Betreuungsbeginn ist für jede Schwangere eine individuelle Risikoanalyse und Risikoaufklärung Teil der Versorgung. Ärztliche Begleitung ist auch deshalb so wichtig, weil neben den von den Substanzen selbst ausgehenden Gefahren für die Kindsentwicklung auch das abrupte Absetzen ein Kind gefährden kann. Ein plötzlicher Entzug ist unter anderem bei Heroin und anderen opiathaltigen Substanzen, aber auch bei starker Alkoholabhängigkeit potenziell gefährlich. Ärztinnen und Ärzten - insbesondere Einrichtungen, die sich schwerpunktmäßig mit der Betreuung von Schwangeren mit Drogenabhängigkeit befassen - können mit Betroffenen dann unterschiedliche Versorgungswege besprechen. Neben abstinenzorientierten Ansätzen besteht auch die Option einer Reduktion des unkontrollierten Substanzmissbrauchs und einer ärztlich überwachten medikamentösen Substitution, also einer Behandlung mit Ersatzstoffen.

Bei drogenabhängigen Frauen treten oft Zyklusunregelmäßigkeiten auf, oder der Zyklus bleibt völlig aus. Das kann zur Folge haben, dass eine Schwangerschaft aufgrund fehlender Körperwahrnehmung erst spät bemerkt wird. Alle drogenabhängigen Frauen, bei denen eine Schwangerschaft bekannt wird oder vermutet wird, sollten möglichst bald an frauenärztliche Versorgung und eine Drogenambulanz herangeführt werden. Aus Angst, dass bei ihnen eine Drogensucht bekannt wird und sie das Sorgerecht für das Kind verlieren könnten, meiden viele abhängige Schwangere Vorsorgeuntersuchungen. Hier kann es helfen, den Frauen früh offen darzulegen, dass eine stabile Situation während der Schwangerschaft und eine eigene aktive Gestaltung der eigenen Lebensperspektive und der des Kindes in dieser Zeit, eine sehr viel bessere Prognose für den Verbleib des Kindes in der eigenen Familie hat.

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