Der Heftroman-Zyklus „Der Sternenozean“ umfasst die Hefte #2200 bis #2299 und thematisiert einen der größten Rückschläge für die galaktische Raumfahrt: die Erhöhung der sogenannten Hyperimpedanz im Universum durch die Kosmokraten, die die Raumfahrt erschweren und spannender gestalten wollen. Gleichzeitig tritt im Jahr 1332 NGZ (Neue Galaktische Zeitrechnung) der Kult um den Gott Gon-Orbhon auf, der jeden Fortschritt auf der Erde aufhalten möchte. Dramatisch wird es, als plötzlich überall in der Milchstraße Sternhaufen materialisieren, die seit Jahrmillionen verschollen waren. Zu Brennpunkten werden der Sternenozean von Jamondi, in dem Perry Rhodan und sein Freund Atlan verloren gehen, sowie die Paukenwolke unweit der Erde. Die Spur führt in die Große Magellansche Wolke, wo Gon-Orbhon residieren soll. Reginald Bull, Gucky und weitere Gefährten begeben sich auf eine weite Reise, um die Handlung des Zyklus zu verstehen.

Die Umsetzung als Hörspiel
Die Umsetzung des 100-bändigen Plotgerüsts auf weniger als die Hälfte an CDs wirft Fragen zur Verständlichkeit für Laien und zur technischen Umsetzung auf. Die Auftaktepisode „Der Sternenbastard“ nach einem Roman von Robert Feldhoff erzählt die Geschichte von Kantiran, einem Jungen arkonidischer Abstammung, der in einem abgelegenen Planeten des Sternarchipels Hayock bei Pflegeeltern aufwächst. Sein Makel: Er ist ein Halbblut. An seinem vierzehnten Geburtstag erscheint die arkonidische Militärin Ascari da Vivo und enthüllt ihm, dass er ein beträchtliches Vermögen erben wird, wenn er mit ihr nach Arkon geht, um die Elite-Militärschule Paragetha zu besuchen. Trotz oder gerade wegen seiner Außenseiterrolle wird Kantiran zu einem der begabtesten Schüler. Sein Glück scheint perfekt, als er die liebreizende Thereme kennenlernt, doch ein Mord verändert sein Leben schlagartig.
Die Handlung des Hörspiels zeigt deutlich, dass sie der Beginn einer größeren Geschichte ist. Während klassische Hörspiele oft ein ganzes Abenteuer in 50 Minuten erzählten, werden hier in etwa 75 Minuten kaum die Figuren vorgestellt. Der „Sternenozean“-Zyklus ist daher nicht für Gelegenheitszuhörer geeignet, was bereits die erste Episode verdeutlicht. Genre-Fans hingegen werden von der spannenden Geschichte mit zahlreichen Protagonisten und Handlungssträngen sofort gefesselt und wollen wissen, wie sich die Ereignisse entwickeln.

Musik und Sounddesign
Der Soundtrack des Hörspiels ist filmreif. Exklusiv für die Reihe komponiert und vom Berliner Filmorchester eingespielt, schmücken das heroische Intro und die stimmungsvolle Musik jede Perry-Rhodan-TV-Serie. Die Ton-Effekte sind jedoch etwas schwach. Während natürliche Hintergrundgeräusche wie Vogelgezwitscher oder Marktgeschehen gut umgesetzt sind, bestehen technische Effekte wie Raumschiffantriebe oder Thermostrahler hauptsächlich aus elektronischem Rauschen und besitzen kaum eigenen Charakter. Universen wie „Star Wars“ und „Star Trek“ zeigen seit Jahrzehnten, was im Bereich der Science-Fiction-Soundeffekte möglich ist.
Sprecherleistungen
Das Sprecherensemble ist von unterschiedlicher Qualität. Joachim Höppner als Erzähler und Jürgen Kluckert als Mal Detair zeichnen sich durch charaktervolle Stimmen aus. Norbert Langer verkörpert die elektronische Uhr Kantirans mit bemerkenswertem Eifer. Bei einigen anderen Sprechern fällt jedoch eine gewisse Künstlichkeit im Sprachduktus auf, die für Hörspielaufnahmen typisch zu sein scheint. Leider sind gerade die Sprecher der Hauptfiguren - Christian Stark als Kantiran, Daniela Hoffmann als Ascari und Cathleen Gawlich als Thereme - nicht immer überzeugend. Ihre mitunter überdeutliche Aussprache und Betonung, sowie die sehr deskriptiven Dialoge des Drehbuchs, erschweren es dem Hörer, sich die Szenen lebhaft vorzustellen.
Als Bonustrack ist auf der CD das Lied „Passing By - Perry Rhodan Mix“ von Camouflage enthalten, ein gefälliges Synth-Pop-Stück mit 1980er-Jahre-Flair. Es ist eine nette Zugabe, aber nicht essenziell.
Protokolle der Unsterblichen - Perry Rhodan Sternenozean 40 | Andreas Eschbach | Hörspiel
Fazit und Rezeption
Obwohl die Geräuschkulisse charakteristischer und die Sprecher ungezwungener sein könnten, ist „Der Sternenbastard“ als Auftakthörspiel zum „Perry Rhodan“-Zyklus „Sternenozean“ eine musikalisch großartig untermalte Geschichte, die neugierig auf mehr macht. Teilzeit-Rhodan-Fans, denen das wöchentliche Verfolgen der Heftromane zu zeitaufwendig ist, erhalten hier das große Abenteuer in verdichteter Form.
Der Zyklus selbst hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Einige Hörer empfinden das Ende als unbefriedigend und vergleichen es mit einer Stargate-Staffel, die viele Fäden spinnt, aber eine zu einfache und unglaubwürdige Auflösung liefert. Insbesondere die schwankende Leistung von Volker Lechtenbrink als Rhodan und Christian Schult als Erzähler werden kritisiert. Auch die Darstellung von Atlan durch Volker Brandt wird von manchen als unpassend empfunden. Die Handlung wird teilweise als langatmig und actionarm beschrieben, insbesondere die Rhodan-Stränge, während die Kantiran-Geschichten oft positiv hervorgehoben werden.
Positiv hervorgehoben werden die Musik und die Soundeffekte, die als genial und bombastisch beschrieben werden. Die Sprecherleistungen von Joachim Höppner, Jürgen Kluckert und Claudia Urbschat-Mingues werden gelobt. Christian Stark als Kantiran und Volker Lechtenbrink als Rhodan werden als gute Besetzungen für ihre Rollen angesehen, auch wenn die Leistung von Lechtenbrink im Laufe der Serie als nachlassend empfunden wird. Volker Brandt als Atlan wird von einigen als Fehlbesetzung kritisiert, während andere seine Stimme als passend für den Charakter empfinden. Die Sprecherleistung von Christian Schult wird zwar als Ersatz für Joachim Höppner als schwierig, aber insgesamt als gut bewertet.
Kritikpunkte sind auch größere Zeiträume zwischen den einzelnen Folgen, da nicht alle Hefte vertont wurden, was es den Hörern erschwert, wieder in die Geschichte einzutauchen. Friedhelm Ptok als Julian Tifflor wird als Fehlbesetzung angesehen, da er für die Rolle zu alt sei. Der Klon-Elefant Norman wird als nervig empfunden.
Trotz einiger Schwächen wird der „Sternenozean“-Zyklus insgesamt als großes Hörspiel-Kunstwerk betrachtet, das seinesgleichen sucht. Die Produktion, die Musik und die Effekte werden als herausragend gelobt. Einige Hörer wünschen sich weitere Folgen außerhalb des „Sternenozeans“, was jedoch von den Verkaufszahlen abhängt.
Die Handlung des Zyklus beginnt im Jahr 1322 NGZ auf dem Planeten Creiff, wo Kantiran, der Sohn von Perry Rhodan und Ascari da Vivo, aufwächst. Nach einer Konfrontation mit Ascari und der Ermordung seiner Geliebten Thereme durch Shallowain, flieht Kantiran mit seinem Freund Mal Detair. Nach einem Hyperschock trifft er auf seinen Vater Perry Rhodan und erhält Asyl. Die Entdeckung neuer Sonnen und die Materialisierung verschollener Sternhaufen führen zu neuen Abenteuern, bei denen Rhodan und Atlan in den Sternenozean von Jamondi geraten und von den Kybb-Cranar gefangen genommen werden. Sie treffen auf die Motana und Zephyda, die zur Anführerin im Kampf gegen die Unterdrücker wird. Die Suche nach dem Paragonkreuz und die Vorbereitung auf die Weihe neuer Schutzherren führen zu zahlreichen Konflikten und strategischen Manövern gegen die Kybb-Traken und andere Mächte.
Die Handlung entwickelt sich in drei Haupthandlungsebenen und mehreren kleineren Abschnitten, wobei die Vermischung von „Sternenozean“ und „Hayok“ die Komplexität erhöht. Die Gefährten stoßen auf alte Geheimnisse, verborgene Technologien und die Geschichte der Schutzherren und Schildwachen von Jamondi. Die Gründung der Allianz der Moral und die Suche nach einer Waffe gegen die Kybb-Titanen prägen die späteren Phasen des Zyklus.
Der Zyklus endet mit der Rückkehr der SCHWERT nach Jamondi und der Reise von Perry Rhodan und General Traver ins Solsystem, um vor der Kybb-Titanenflotte zu warnen. Die Motana etablieren sich auf Tan-Jamondi II und suchen nach einer Waffe gegen die Kybb-Titanen. Die Entdeckung von Hinweisen auf ein altes Computernetz und der Angriff auf das Unternehmen werfen neue Fragen auf.

Protokolle der Unsterblichen - Perry Rhodan Sternenozean 40 | Andreas Eschbach | Hörspiel
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