Clotrimazol AL 1% bei Windeldermatitis und Pilzinfektionen

CLOTRIMAZOL AL 1% ist ein Arzneimittel, das den Wirkstoff Clotrimazol enthält. Clotrimazol gehört zur Gruppe der Breitspektrum-Antimykotika und wird zur Behandlung von Pilzinfektionen der Haut eingesetzt.

Was ist Clotrimazol und wie wirkt es?

Clotrimazol hemmt das Wachstum und die Vermehrung von Pilzzellen, darunter Sprosspilze (Hefen), sowie bestimmter Bakterien. Es greift die Zellmembran des Pilzes an, wodurch diese undicht wird. Dies führt dazu, dass der Pilz seine Fähigkeit zur Vermehrung verliert und schließlich abstirbt.

Anwendungsgebiete von Clotrimazol AL 1%

CLOTRIMAZOL AL 1% wird angewendet:

  • Bei Pilzinfektionen der Haut, wie z.B. Mykosen der Füße, Haut und Hautfalten, Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) und Erythrasma.
  • Bei Entzündungen der Scheide und Ausfluss durch Pilze (meist Candida-Arten).
  • Bei Superinfektionen mit Clotrimazol-empfindlichen Bakterien.

Candida-Arten sind Hefepilze, die natürlicherweise auf der Haut und bei vielen Frauen in der Scheide vorkommen. Eine Pilzerkrankung (Mykose) entsteht erst bei übermäßiger Vermehrung und kann sich durch Rötungen, Brennen, Juckreiz, Ausfluss und schmerzhafte Entzündungen bemerkbar machen.

Wirkstärken und Darreichungsformen

Clotrimazol ist in verschiedenen Wirkstärken und Darreichungsformen erhältlich:

Zur äußerlichen Anwendung (Hautmittel):

  • Lösung/Tropflösung: Enthält 0,01 g Clotrimazol pro ml.
  • Spray/Pumpspray: Enthält 0,01 g Clotrimazol pro 1 ml.
  • Puder: Enthält 0,01 g Clotrimazol pro 1 ml.
  • Creme/Salbe: Enthält 0,01 g oder 0,02 g Clotrimazol pro 1 g.

Zur vaginalen Anwendung:

  • Vaginalcreme: Enthält 0,01 g, 0,02 g oder 0,1 g Clotrimazol pro 1 g.
  • Vaginaltablette/Vaginalzäpfchen: Enthält 100 mg, 200 mg oder 500 mg Clotrimazol.

Ihr Arzt wird die geeignete Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung festlegen.

Schema der Wirkungsweise von Clotrimazol auf die Pilzzellmembran

Wichtige Hinweise vor der Anwendung

Gegenanzeigen

CLOTRIMAZOL AL 1% darf nicht angewendet werden, wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Clotrimazol oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

Bei Anwendung als Hautmittel:

Deodorants oder andere Kosmetika sollten nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt auf den erkrankten Hautstellen angewendet werden, da die Wirksamkeit von Clotrimazol beeinträchtigt werden kann. Die Clotrimazol-haltigen Tropflösungen dürfen nicht in die Augen gelangen, da Propylenglycol lokale Reizungen verursachen kann.

Bei vaginaler Anwendung:

  • Besondere Vorsicht ist geboten bei erstmaligem Auftreten der Erkrankung oder wenn Sie in den letzten 12 Monaten mehr als 4 Pilzinfektionen hatten.
  • Bei Patientinnen unter 18 Jahren sollte die Vaginalcreme mit einer Wirkstärke von 0,1 g Clotrimazol/1 g nicht angewendet werden, da keine entsprechenden Untersuchungen für diese Altersgruppe vorliegen.
  • Bei gleichzeitiger Infektion des Partners sollte auch dieser behandelt werden.
  • Die gleichzeitige Anwendung von handelsüblichen Cremes und Kondomen aus Latex kann die Reißfestigkeit von Kondomen beeinträchtigen.
  • Cetylstearylalkohol, ein Bestandteil mancher Vaginalcremes, kann örtlich begrenzte Hautreizungen hervorrufen. Bei Überempfindlichkeit wird die Verwendung von Vaginaltabletten empfohlen.

Kinder und ältere Patienten

Für die vaginale Anwendung von Vaginalcreme (0,1 g Clotrimazol/1 g) bei Kindern unter 18 Jahren liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Für ältere Patienten sind keine besonderen Vorkehrungen zu treffen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Hautmittel:

Clotrimazol wird bei äußerlicher Anwendung nur in sehr geringen Mengen vom Körper aufgenommen. Dennoch sollte aus Vorsicht auf die Anwendung in der Frühschwangerschaft verzichtet werden.

Vaginale Anwendung:

Aus Vorsicht sollte Clotrimazol im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. bis 3. Monat) nicht angewendet werden, da der begründete Verdacht besteht, dass es das Fehlgeburtsrisiko erhöhen kann. Ab dem 4. Monat ist eine Anwendung nach ärztlicher Anweisung möglich. Während der Schwangerschaft sollte die Behandlung mit Vaginalcreme durch den Arzt oder mit Vaginaltabletten ohne Applikator erfolgen.

Stillzeit:

Die Anwendung an der milchgebenden Brust oder im Brustbereich wird nicht empfohlen. Bei vaginaler Anwendung können Clotrimazol-haltige Präparate auf Anweisung des Arztes angewendet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Clotrimazol kann die Wirksamkeit von Amphotericin und anderen Polyenantibiotika (Nystatin, Natamycin) vermindern. Die gleichzeitige Anwendung von Deodorants oder Mitteln zur Intimhygiene sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Grafik zur korrekten Anwendung von Clotrimazol-Creme auf der Haut

Anwendung von CLOTRIMAZOL AL 1%

Art und Dauer der Anwendung

Hautmittel:

  • Lösung/Tropflösung: Dünn auf die erkrankte Haut und angrenzende gesunde Bereiche auftragen und einreiben. Die Behandlungsdauer beträgt mindestens 4 Wochen, um eine vollständige Ausheilung zu erreichen. Bei Pityriasis versicolor dauert die Heilung 1-3 Wochen, bei Erythrasma 2-4 Wochen. Bei Fußpilz sollte die Behandlung trotz Besserung noch ca. 2 Wochen fortgesetzt werden, um Rückfälle zu vermeiden.
  • Spray/Pumpspray: Vor der ersten Anwendung den Sprühkopf 1-2 Mal betätigen. Sprühabstand 10-30 cm. Die Behandlungsdauer ist individuell und sollte mindestens 4 Wochen betragen.
  • Creme/Salbe: Dünn auf die erkrankten Hautpartien auftragen und einreiben. Die Behandlungsdauer beträgt mindestens 4 Wochen.
  • Puder: Die befallenen Hautpartien einpudern.

Vaginale Anwendung:

  • Vaginalcreme: Mit Hilfe des Applikators möglichst tief in die Scheide einführen (in Rückenlage bei leicht angezogenen Beinen). Die Behandlung sollte idealerweise nicht während der Menstruation stattfinden. Eine 3-Tage-Behandlung ist im Allgemeinen ausreichend, ggf. kann eine zweite Behandlung über 3 Tage erfolgen. Eine Besserung der Symptome tritt meist innerhalb der ersten 4 Tage ein.
  • Vaginalzäpfchen/Vaginaltabletten: Am Abend mit einem sauberen Finger möglichst tief in die Scheide einführen (in Rückenlage mit leicht angezogenen Beinen). Die Behandlung sollte idealerweise nicht während der Menstruation stattfinden. Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Wirkstärke (6 Tage bei 100 mg, 3 Tage bei 200 mg).

Übliche Dosierung (falls vom Arzt nicht anders verordnet)

Hautmittel:

  • Spray: 2-3 Mal täglich dünn aufsprühen.
  • Tropflösung: 1-3 Mal täglich dünn auftragen und einreiben.
  • Puder: 1-2 Mal täglich, ggf. im Wechsel mit anderen Darreichungsformen.

Vaginale Anwendung:

  • Vaginalcreme (0,02 g/g): 1-mal täglich abends eine Applikatorfüllung an 3 aufeinanderfolgenden Tagen.
  • Vaginalcreme (0,01 g/g): 1 Applikatorfüllung täglich an 6 aufeinanderfolgenden Tagen. Bei Infektionen der Schamlippen und angrenzender Bereiche 1-3 Mal täglich auf die Haut auftragen.
  • Vaginalcreme (0,1 g/g): Einmal abends eine Applikatorfüllung ("1-Tages-Therapie").
  • Vaginalzäpfchen/Vaginaltabletten (100 mg): 1-mal täglich abends an 6 aufeinanderfolgenden Tagen.
  • Vaginalzäpfchen/Vaginaltabletten (200 mg): 1-mal täglich abends an 3 aufeinanderfolgenden Tagen.
  • Vaginalzäpfchen/Vaginaltabletten (500 mg): Einmal abends eine Vaginaltablette ("1-Tages-Therapie").

Überdosierung

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine Überdosierungen oder Vergiftungen zu erwarten. Bei versehentlicher Einnahme größerer Mengen können Beschwerden wie Bauchschmerzen und Übelkeit auftreten; in diesem Fall sollte ein Arzt benachrichtigt werden.

Wenn Sie die Anwendung vergessen haben

Setzen Sie die Anwendung zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt normal fort.

Windeldermatitis und Windelsoor

Die Windeldermatitis ist eine häufige Hauterkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern, die durch eine Barrierestörung der Haut infolge von Nässestau und der Exposition mit Stuhl und Urin entsteht. Sie beginnt oft mit Rötungen im Windelbereich, die sich im Verlauf zu Mazerationen, Papeln und bei schweren Formen zu Erosionen und Ulzera entwickeln können.

Eine Candida-Superinfektion kann zu einer Ausbreitung der Papeln in die Umgebung führen. Die Behandlung der Windeldermatitis basiert primär auf häufigem Windelwechsel, schonender Reinigung und kurzzeitigem Weglassen der Windel. Bei begleitenden Infektionen kommen antimykotische, antimikrobielle und/oder anti-inflammatorische Mittel zum Einsatz.

Behandlung von Windelsoor mit Clotrimazol

Pilzinfizierte Windeldermatitiden (Windelsoor) können mit einem pilzabtötenden Mittel wie Clotrimazol behandelt werden. Der Wirkstoff bekämpft die Pilzinfektion und lindert die Symptome.

Allgemeine Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung der Windeldermatitis (ABCDE-Schema):

  • A (air): Beseitigung der Okklusion, frühzeitige Windelentwöhnung, ggf. Windelpausen.
  • B (barriers): Regeneration der Hautbarriere mit z.B. Zinksalbe.
  • C (cleansing): Verkürzung der Intervalle zwischen dem Windelwechseln, Reinigung vorzugsweise mit Wasser oder milden Reinigungspräparaten.
  • D (diapers): Verwendung von superabsorbierenden, luftdurchlässigen Windeln.
  • E (education): Aufklärung der Eltern über die Entstehung und Behandlung der Windeldermatitis.
Illustration der verschiedenen Stadien einer Windeldermatitis

Topische Antimykotika bei Windeldermatitis

Topische Antimykotika wie Clotrimazol sind bei allen Formen der Windeldermatitis sinnvoll. Sie unterstützen die Barrierefunktion der Haut und schützen sie vor Feuchtigkeit.

Vorbeugung von Hautpilzinfektionen

Pilze mögen es warm und feucht. Die Ansteckung erfolgt häufig in gemeinschaftlich genutzten Sanitärbereichen wie Saunen oder Schwimmbädern. Das Tragen von Badeschlappen und eine regelmäßige Fußhygiene können einer Infektion vorbeugen. Ebenso ist das Trocknen der Haut, besonders in Hautfalten, wichtig. Luftige Kleidung aus atmungsaktiven Materialien fördert ein gesundes Hautklima, während synthetische Materialien die Entstehung von Hautpilzen begünstigen können.

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Hautpilz frühzeitig behandeln

Hautpilzinfektionen heilen selten von selbst aus und sind unangenehm. Eine konsequente Behandlung mit Clotrimazol bei erstem Verdacht ist ratsam, da eine lange unbehandelte Infektion aufwendiger zu behandeln ist. Hautpilz ist ansteckend und kann wiederkehren.

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