Was essen bei Sodbrennen in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft entwickelt sich das Baby prächtig, der Bauch wird immer runder und oft ist eine Kribbeln der Vorfreude spürbar. Sodbrennen zählt zu den häufigsten Beschwerden während dieser besonderen Zeit. Doch warum tritt es auf und was kann man tun, wenn es in der Magengegend drückt und brennt?

Frau mit Bauchgefühl von Sodbrennen

Ursachen von Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sodbrennen, auch Reflux genannt, ist sehr weit verbreitet und kann verschiedene Ursachen haben, die sich während der Schwangerschaft verstärken.

Hormonelle Veränderungen

Während der Schwangerschaft schüttet der Körper vermehrt das Hormon Progesteron aus. Dieses Hormon sorgt dafür, dass sich das Gewebe lockert und so Platz für das wachsende Baby geschaffen wird. Gleichzeitig entspannt sich durch das Progesteron die Muskulatur der Gebärmutter, um das Risiko vorzeitiger Wehen zu verringern. Jedoch hat das Schwangerschaftshormon auch Auswirkungen auf andere Muskeln. Unter anderem verringert sich die Spannung des Ösophagussphinkters. Dieser ringförmige Schließmuskel sitzt am oberen Eingang des Magens und verhindert normalerweise, dass Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigen kann.

Mechanischer Druck

Ab dem zweiten Trimester der Schwangerschaft kommt eine weitere Ursache hinzu. Das Kind wird immer größer und die wachsende Gebärmutter beansprucht zunehmend Platz. Hierdurch werden andere Organe des Bauchraums nach oben geschoben, darunter auch der Magen. Da die Schwangerschaftshormone die Muskeln bereits ab dem ersten Trimester entspannen, leiden viele Schwangere bereits in der Anfangszeit der Schwangerschaft unter Sodbrennen. Häufig nehmen die Beschwerden ab dem zweiten Trimester zu.

Illustration des Verdauungssystems einer Schwangeren mit Fokus auf Magen und Speiseröhre

Zeitliche Verläufe der Beschwerden

Manchmal bemerken Schwangere eine Verbesserung der Symptome in den allerletzten Wochen vor der Geburt. Sobald nämlich die Senkwehen einsetzen, rutscht das Baby tiefer ins Becken und der Druck auf den Magen nimmt ab. Dies geschieht bei Erstgebärenden oft gegen Ende der 36. Schwangerschaftswoche.

Was hilft bei Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Mit Sodbrennen bist du nicht allein. Obwohl es äußerst unangenehm ist und manchmal den verdienten Schlaf stören kann, ist es gewöhnlich kein Grund zur Sorge. Steigt saurer Mageninhalt in die Speiseröhre auf, kann dies langfristig zwar Probleme wie eine Entzündung der Speiseröhre mit sich bringen. Hierfür müssen die Beschwerden aber über lange Zeit bestehen, weshalb solche Komplikationen in der Schwangerschaft äußerst selten sind. Glücklicherweise gibt es zudem einiges, was du tun kannst, um das Sodbrennen zu lindern.

Hausmittel und Verhaltensänderungen

Oft helfen schon einfache Hausmittel und Verhaltensänderungen, um lästiges Sodbrennen während der Schwangerschaft zu lindern.

  • Mandeln oder Nüsse: Vielen Frauen hilft es, Mandeln zu essen. Kaue diese vor dem Schlucken ausgiebig. Alternativ können auch Haselnüsse, trockenes Brot oder Haferflocken helfen, um die Magensäure zu neutralisieren.
  • Kartoffelsaft: Auch wenn der Geschmack vielleicht etwas ungewohnt ist - Kartoffelsaft gilt als sehr wirksam gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft.
  • Milch: Ein Glas Milch kann helfen, das saure Gefühl im Magen zu lindern. Achtung: Verzichte in der Schwangerschaft auf Lebensmittel aus Rohmilch, da diese Bakterien enthalten können, die schädlich für das Ungeborene sind.
  • Tee oder stilles Wasser: Hierdurch wird die Magensäure verdünnt. Bestimmte Kräutertees (z. B. Kamille) können ebenfalls lindernd wirken.
Bild von Mandeln, Haferflocken und einem Glas Milch

Ernährung und Essgewohnheiten

Nicht jedes Hausmittel wirkt bei jeder werdenden Mutter. Wichtig ist es, die Ernährung anzupassen und Essgewohnheiten zu ändern:

  • Versuche, allzu üppige Mahlzeiten zu vermeiden. Nimm lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu dir als eine große.
  • Auch wichtig: Nicht zu hastig essen! Nimm dir Zeit und kaue die Nahrung gut durch.
  • Vermeide stark gewürzte und fettreiche Mahlzeiten.

Schlafposition und Kleidung

Die Schlafposition und die Kleidung können ebenfalls einen Einfluss haben:

  • Lege dich nicht direkt nach dem Essen ins Bett, da der Mageninhalt dann leicht in die Speiseröhre gelangen kann.
  • Wenn du schläfst, lege dich nachts besser auf die linke Seite. Dies liegt daran, dass die rechte Seite der Wirbelsäule die untere Hohlvene (Vena Cava) komprimieren kann, was den Blutfluss beeinträchtigen könnte. Das Schlafen auf der linken Seite hilft, diesen Druck zu minimieren und die Verdauung zu unterstützen.
  • Wähle bequeme, weite Kleidung, die nicht einschnürt, um zusätzlichen Druck auf den Bauch zu vermeiden.

Wie entsteht Sodbrennen? SWR Gesundheitscoach erklärt

Medikamentöse Behandlung

Medikamente sollten in der Schwangerschaft generell mit Vorsicht eingesetzt werden. Als unbedenklich gelten sogenannte Antazida, welche die Magensäure binden. Diese erhältst du rezeptfrei in der Apotheke. Daneben gibt es Präparate, welche die Produktion der Säure unterbinden.

Informationen zur Unbedenklichkeit von Medikamenten in der Schwangerschaft findest du auf der Internetseite Embryotox. Bevor du aber Medikamente gegen Sodbrennen einsetzt, wende dich bitte an deinen Frauenarzt / deine Frauenärztin.

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