Der Start in die Beikost ist ein bedeutender Schritt im ersten Lebensjahr eines Babys. Zwischen dem fünften und sechsten Monat wird nach und nach Beikost eingeführt. Einige Babys reagieren empfindlicher auf die Umstellung von Muttermilch oder Flaschennahrung auf Brei. Dies kann auf die ungewohnte Konsistenz oder unbekannte Geschmäcker zurückzuführen sein.
Eine häufige Ursache für Unbehagen beim Breiessen ist schlichtweg Hunger. Ist das Baby übermäßig hungrig, kann es Schwierigkeiten haben, richtig zu essen. Ähnliches gilt, wenn das Baby müde ist.

Mögliche Gründe für das Schütteln und Würgen beim Breiessen
Das Schütteln und Würgen des Babys beim Essen von Brei kann verschiedene Ursachen haben, die über die reine Ablehnung des Geschmacks hinausgehen.
Gesundheitliche Ursachen
- Bauchschmerzen und Blähungen: Unwohlsein im Bauch kann dazu führen, dass das Baby keine Nahrung aufnehmen möchte.
- Zahnen: Wenn das Zahnen schmerzt, kann die Berührung des Zahnfleisches durch den Löffel oder die Nahrung das Unbehagen verstärken.
- Breitemperatur: Eine zu heiße oder zu kalte Breitemperatur kann ebenfalls zu einer ablehnenden Reaktion führen.
- Infekte: Ein beginnender Infekt kann mit allgemeinem Unwohlsein und Appetitlosigkeit einhergehen, was sich negativ auf die Nahrungsaufnahme auswirkt.
Entwicklungsbedingte Reaktionen
Ungewohnte Konsistenz und unbekannte Geschmäcker: Babys sind es gewohnt, flüssige Nahrung zu sich zu nehmen. Die dickere Konsistenz von Brei und neue Geschmackserlebnisse können zunächst befremdlich wirken.
Zungenstoßreflex: Bei vielen Babys ist im Alter von 4 bis 6 Monaten der Zungenstoßreflex stark ausgeprägt. Dabei schieben sie instinktiv Nahrung mit der Zunge aus dem Mund, da sie das Schlucken noch nicht vollständig erlernt haben. Dieser Reflex nimmt mit fortschreitender Beikostreife ab.

Verhaltensbedingte Aspekte
Interesse an familiärer Kost: Manche Babys zeigen ein starkes Interesse an den Mahlzeiten der Familie und möchten am liebsten sofort "richtiges" Essen probieren. Sie scheinen den Brei als Übergangsphase zu betrachten und bevorzugen die direkte Aufnahme von fester Nahrung.
Hunger- oder Müdigkeitszeichen: Wenn das Baby übermäßig hungrig oder übermüdet ist, kann es gereizt reagieren und das Essen verweigern oder nur widerwillig annehmen.
Was tun, wenn das Baby den Brei verweigert?
Die Verweigerung von Brei kann für Eltern herausfordernd sein. Es gibt jedoch verschiedene Strategien, die helfen können:
Geduld und wiederholtes Anbieten
Steter Tropfen höhlt den Stein: Bieten Sie den Brei weiterhin in kleinen Portionen an, auch wenn das Baby ihn zunächst verweigert. Es kann mehrere Versuche dauern, bis sich das Baby an neue Geschmäcker und Konsistenzen gewöhnt hat.
Kein Zwang: Zwingen Sie Ihr Baby nicht zum Essen. Wenn es sich weigert, nehmen Sie den Löffel weg und versuchen Sie es an einem anderen Tag erneut. Druck kann die Ablehnung verstärken.
Anpassung der Breizusammensetzung und -temperatur
Geschmacksvariationen: Probieren Sie verschiedene Breisorten aus. Manche Babys mögen es weniger süß oder fruchtig. Experimentieren Sie mit verschiedenen Obst- und Getreidesorten. Auch herzhafte Milchbreie, die mit Gemüse verfeinert sind, können eine Alternative sein.
Konsistenz anpassen: Beginnen Sie mit einer dünnflüssigeren Konsistenz und machen Sie diese allmählich dicker, wenn das Baby sich daran gewöhnt hat.
Temperatur prüfen: Achten Sie auf die richtige Breitemperatur - weder zu heiß noch zu kalt.
Alternative Ansätze zur Beikosteinführung
Baby-led Weaning (BLW): Bei dieser Methode dürfen Babys ab Beikostreife selbstständig essen und sich weiche, fingergerechte Stücke von der Familientafel nehmen. Dies kann für Babys, die den Löffel ablehnen, eine gute Alternative sein. Sie können vom Tisch mitessen, sobald sie die nötige Mundmotorik entwickelt haben.
Eigene Löffel anbieten: Geben Sie Ihrem Baby einen eigenen Löffel, damit es mithelfen und die Situation spielerisch erkunden kann.
Spielerischer Umgang: Gestalten Sie die Essenszeit positiv und spielerisch. Matschen mit den Händen im Brei kann Teil des Lernprozesses sein und dem Baby helfen, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen.

Berücksichtigung des allgemeinen Wohlbefindens
Timing der Mahlzeiten: Bieten Sie den Brei an, wenn Ihr Baby ausgeruht und nicht übermäßig hungrig ist. Müdigkeit kann die Geduld des Babys stark beeinträchtigen.
Interesse zeigen: Wenn Ihr Baby Interesse an Ihrem Essen zeigt, ist das ein gutes Zeichen. Bieten Sie ihm dann auch kleine, geeignete Kostproben vom Tisch an.
Schwierige Fütterstörungen bei Babys
In seltenen Fällen können Schwierigkeiten beim Füttern hartnäckig sein und sich zu einer ernsthaften Störung entwickeln, die das Kind und die Familie belastet. Anzeichen dafür können sein:
- Das Kind benötigt sehr viel Zeit zum Füttern.
- Es verweigert hartnäckig die Nahrung oder ist extrem wählerisch.
- Es zeigt eine ausgeprägte Unlust am Essen oder isst nur bei extremer Ablenkung.
- Es hat kaum Appetit oder zeigt nie Hunger.
- Es würgt Essen ständig hoch, ohne dass organische Ursachen vorliegen.
Schwere Fütterstörungen betreffen etwa 5 bis 10 Prozent der Kinder. In 3-4 % der Fälle kann es auch zu Gedeihstörungen kommen, bei denen das Kind schlecht zunimmt oder abnimmt.
Wenn Sie den Verdacht auf eine Fütterstörung haben, ist es ratsam, sich an Ihren Kinderarzt oder eine spezialisierte Ernährungsberatung zu wenden.
Überforderte Eltern: Schütteln kann bei Babys zu Hirnschäden führen
Das Schütteln im Zusammenhang mit Harndrang
Ein weiteres Phänomen, das bei Babys auftreten kann und Verwechslungen hervorrufen könnte, ist ein plötzliches, kurzes Schütteln, das mit dem Harndrang zusammenhängt. Dieses Schaudern tritt oft vor, während oder nach dem Urinieren auf.
Medizinische Experten gehen davon aus, dass dieses Schütteln keine krankhafte Ursache hat. Es wird vermutet, dass es sich um eine Reaktion des vegetativen Nervensystems handelt. Der Körper versucht möglicherweise, Wärme zu erzeugen, wenn durch das Urinieren Wärme nach außen abgegeben wird, oder es ist eine Reaktion auf den Umschwung der Nervensignale, wenn der Harndrang einsetzt und der Körper unbewusst gegen den Drang anzukämpft.
Es gibt Hinweise darauf, dass Jungen häufiger von diesem Phänomen betroffen sind als Mädchen. Ältere Kinder beschreiben das Gefühl oft als "Kitzeln in der Blase".
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