Der Ariel Nomad ist ein puristischer Offroad-Buggy aus Großbritannien, der auf einem Gitterrohrrahmen basiert und dessen Daseinszweck darin besteht, seinen beiden Insassen maximalen Fahrspaß zu bereiten. Er ist der Gelände-Bruder des bekannten Leichtbau-Rennwagens Ariel Atom und kombiniert extreme Geländegängigkeit mit sportlicher Leistung.
Konstruktion und Design
Chassis und Karosserie
Der buggyähnliche Wagen besteht aus einem Chassis aus steifen und leichten Rohren, das durch einen Überrollschutz ergänzt ist. Ariel hat den gesamten Karosserierahmen mit Hilfe von Computer Aided Design, Finite-Elemente-Analyse, lasergeschnittenen Komponenten und bronzegeschweißten CNC-geformten Rohren (Computer Numerical Control) entworfen. Für die Karosserieteile einschließlich des vorderen Stoßfängers, der Kotflügel, der Schutzbleche und der hinteren Abdeckungen setzt Ariel das Rotationsgussverfahren ein. Dabei handelt es sich um ein Herstellungsverfahren, bei dem eine Form mit Kunststoffpulver gefüllt und dann mit hoher Geschwindigkeit gedreht wird. Beim Drehen schmilzt der Kunststoff und nimmt die Form der Gussform an. Der für diese Teile verwendete Kunststoff ist robust und die Farbe ist in das gesamte Material eingearbeitet.
Die Struktur des Nomads zeichnet sich durch seine Einzigartigkeit aus, mit einer meisterhaften Handwerkskunst, die auf jahrelanger Erfahrung beruht. Der Rahmen dient nicht nur als Meisterwerk der Konstruktion, sondern auch als vollständiger Sicherheitskäfig, der Fahrer und Beifahrer schützt. Die langen Federwege der Radaufhängung und die robusten Karosserieteile, die aus demselben Material wie Verkehrskegel gefertigt sind, unterstreichen die Widerstandsfähigkeit des Fahrzeugs.
Aerodynamik und Kühlung
Ein Schnorchel hilft dem Motor, saubere Luft zu atmen, indem er sie aus dem staubfreien Bereich über dem Auto ansaugt. Er versorgt zwei Teile des Motors mit Luft: den Ladeluftkühler, der den Motor für eine bessere Leistung kühlt, und den Motor selbst. Da das offene Layout den Luftstrom stören kann, ist die Krümmerleiste so konstruiert, dass die Luft auch unter ihr hindurchströmen kann. Dieser „Flügel“ dient auch als Sonnenblende, um einen Teil des Sonnenlichts vom Fahrer und den Passagieren abzuhalten, sowie als Befestigungspunkt für die LED-Dachleuchten des Nomad 2.

Leistung und Antrieb
Motorisierung
Der Ariel Nomad wird seit 2015 ausschließlich mit Ottomotoren angeboten. Die Basisversion ist mit einem 2,4-Liter-Vierzylinder von Honda ausgestattet, der 235 PS leistet. Das maximale Drehmoment beträgt 300 Newtonmeter. Das Kraftpaket sitzt im Heck und treibt ausschließlich die Hinterräder an. Das Fahrzeug verfügt über ein Sechsgang-Schaltgetriebe, das eng abgestuft ist.
Der Nomad R ist mit 344 PS die leistungsstärkste Variante. Auch die Motorisierungen der anderen Modelle sind beeindruckend, insbesondere angesichts des geringen Fahrzeuggewichts. Der Nomad 2 verwendet einen 2,3-Liter-Vierzylinder-Turbomotor von Ford, der vom aktuellen Focus ST stammt. Dieser ist in drei Leistungsstufen erhältlich: 260 PS und 385 Nm Drehmoment, 302 PS und 450 Nm oder 305 PS und 520 Nm, wobei die Werte von der gewählten Leistungskennlinie abhängen. Das Standardgetriebe ist eine Sechsgang-Handschaltung von Ford, optional ist ein sequenzielles Sechsganggetriebe erhältlich.
Beschleunigung und Geschwindigkeit
Der Nomad beschleunigt wie eine Rakete. Auf Asphalt soll er in nur 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei über 200 km/h. Der Nomad 2 soll dank des Ford-Antriebs noch schneller sein als der Nomad 1, der bereits mit einer Beschleunigungszeit von 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu den schnellsten Fahrzeugen zählte.
Fahrwerk und Handling
Radaufhängung und Reifen
Für die Haftung auf jedem Untergrund sorgen grobstollige Geländereifen und lange Federwege. Die Doppelquerlenker-Aufhängung des Nomad 2 verfügt über eine Anti-Dive- und Antisquat-Geometrie, die trotz längerer Federwege für mehr Stabilität sorgt. Chefingenieur Jim McKechnie erklärt, dass der Nomad 2 die bemerkenswert weiche und stoßdämpfende Fahrt seines Vorgängers auf holprigen Straßen beibehält, diese aber noch schneller bewältigen kann. Traktionskontrolle und Stabilitätskontrolle sind ebenfalls möglich, da Ariel das Auto so konzipiert hat, dass es die Anforderungen für die Zulassung von EU-Kleinserien erfüllt.
Radoptionen
Für den Nomad 2 bietet der Hersteller drei verschiedene Radoptionen, die alle speziell für das Fahrzeug entwickelt wurden. Die standardmäßigen 16-Zoll-Leichtmetallfelgen als einfachste Variante sind leichter als Stahlfelgen. Die 18-Zoll-Schmiederäder sind noch leichter und stabiler. Die 16-Zoll-Beadlock-Räder haben einen speziellen Sicherungsring. Die Offroad-A/T-Reifen Yokohama Geolandar im Format 235/70 R16 sind auf den Rädern montiert.
Interieur und Ausstattung
Cockpit und Bedienelemente
Alle Bedienelemente und Hebel befinden sich in unmittelbarer Nähe des Lenkrads. Anstelle der traditionellen Anzeigen verfügt der Nomad 2 über ein TFT-Farbdisplay. Der Fahrer kann mit Hilfe von Tasten oder Reglern durch die verschiedenen Menüs auf dem Display navigieren. Das Cockpit ist entsprechend minimalistisch mit Schalensitzen aus Verbundwerkstoff, einem kleinen digitalen Instrumentenpaket vor dem Fahrer und deutlich beschrifteten Schaltern in Blöcken auf einer einfachen Blende.
Sicherheit und Komfort
Dank der minimalistischen Ausstattung muss der Fahrer des Ariel Nomad auf sämtliche Fahrassistenzsysteme verzichten. Damit Fahrer und Beifahrer dennoch im Fall eines Unfalls möglichst unverletzt bleiben, gibt es den Überrollkäfig aus verschweißten Stahlrohren. Der Nomad bietet Schutz vor Schlamm, Wind und Regen durch eine Windschutzscheibe. Winzige Kotflügel überdecken die ansonsten frei stehenden Räder mit langen Federbeinen. Damit Fahrer und Beifahrer nach einer Reifenpanne im Gelände nicht festsitzen, ist am Heck ein Reserverad integriert.
Varianten und Weiterentwicklungen
Nomad 1 vs. Nomad 2
Der Nomad 2 unterscheidet sich in fast jedem mechanischen Detail von seinem Vorgänger. Nur der Tankdeckel und der Pedalkasten sind vom äußerst erfolgreichen Originalkonzept übrig geblieben. Seit 2015 wurden von diesem nämlich mehrere Hundert Exemplare aus Ariels kleinem Werk in Somerset verkauft.
Elektrische Varianten: E-Nomad
Im Herbst 2019 präsentierte BorgWarner erstmals ein rein elektrisch angetriebenes Konzeptauto auf Basis des Ariel Nomad. Im August 2024 setzt Ariel die Studie von 2019 fort und präsentiert mit dem Ariel E-Nomad ein weiterentwickeltes Elektrokonzept, das nach derzeitiger Planung 2026 in Kleinserie gehen könnte. Das E-Nomad Concept baut auf dem im Juli 2024 vorgestellten neuen Nomad 2 auf.
Beim kommenden Kleinserienmodell scheint man sich auf eine neue Konfiguration rund um eine 450-Volt-Architektur verständigt zu haben. An der Hinterachse sitzt nur noch eine flüssigkeitsgekühlte E-Maschine vom Typ Cascadia Motion iDM 190, die es auf 210 kW und 490 Nm bringt und das Eingang-Getriebe sowie den Inverter mit dem Motor in einem gemeinsamen Gehäuse integriert. Die komplette Einheit wiegt nur 92 Kilogramm. Damit sollen bis zu 185 km/h Top-Speed und eine Beschleunigung von deutlich unter vier Sekunden möglich sein. Die Kraftverteilung auf die Hinterräder portioniert ein Sperrdifferenzial.
Die Lithium-Ionen-Energiespeicher hinter den Passagieren wächst auf eine Kapazität von 41 kWh, soll aber dennoch nur 300 Kilogramm wiegen. Das Gesamtgewicht des E-Nomad beziffert Ariel auf 896 Kilogramm. Dazu tragen auch die aus Bio-Verbundwerkstoff hergestellten Bodypanels bei. Für eine bessere Effizienz soll auch die Aerodynamik nachgebessert werden. Die Reichweite soll nach aktuellem Teststand bei rund 240 Kilometer liegen. Die Ladedauer von 20 auf 80 Prozent wird mit 25 Minuten am Schnelllader angegeben.
Die Karosserie des E-Nomad besteht aus natürlichen Flachsfasern, deren lange, durchgehende Zellulosefasern eine hohe Zugfestigkeit und Steifigkeit haben. Gleichzeitig bindet die Pflanze selbst Kohlenstoff, was bedeutet, dass die Herstellung des Materials eine CO2-Ersparnis von 73 Prozent im Vergleich zu Kohlefaser erlaubt. Zusätzlich ist Flachs 9 Prozent leichter als das entsprechende Kohlefasermaterial. Der Buggy ist mit einem ABS-System und Rekuperation ausgestattet. Auch One-Pedal-Drive soll möglich sein. Mit zwei Fahrmodi an dem zentralen Schaltfeld kann man sich entweder für maximale Reichweite (Eco) oder maximalen Fahrspaß (Sport) entscheiden.
Ariel E-Nomad Concept Unveiled: A Glimpse into Ariel's Electric Future
Gepäcksystem und Konfigurierbarkeit
An der Rückseite des Buggysportwagens befindet sich ein konfigurierbares Gepäckträgersystem, so dass sich Gegenstände leicht anbringen lassen. So kann man wasserdichte Gepäckboxen, zwei Fahrräder, ein Reserverad oder andere Ausrüstung auf dem Gepäckträger befestigen.
Preis und Verfügbarkeit
Der Ariel Nomad ist für einen Buggy, der mehr für Freizeitspaß als für Alltagstauglichkeit steht, recht kostspielig. Da es nur so wenige Exemplare gibt, ist auch der Preis für einen Gebrauchtwagen sehr hoch. Der Preis für den Nomad 2 soll rund 12.000 Euro über dem Verbrenner-Nomad liegen, der aktuell ab rund 80.500 Euro zu haben ist. Für das neue Modell trudelten bei Ariel bereits 80 Vorbestellungen ein, obwohl das Auto noch nicht einmal vorgestellt war.
Alternativen
Der Ariel Nomad ist der Nachfolger des Ariel Atom. Beim Atom fehlt zudem der Überrollbügel, der das Fahren im Gelände gerade bei den hohen erreichbaren Geschwindigkeiten sehr viel sicherer macht. In Großbritannien ist die Ariel Motor Company beheimatet, ein Kleinserienhersteller ultraleichter Straßen-, Rennstrecken- und Geländefahrzeuge.
