Schon Säuglinge können Schnupfen bekommen. Ihre Nasengänge sind noch sehr eng, weshalb ein Baby mit Schnupfen zusätzliche Aufmerksamkeit benötigt. Wenn du stillst, hast du mit etwas Muttermilch immer ein natürliches Heilmittel zur Hand. Die hier genannten Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung. Damit dein Baby trotz Schnupfen problemlos trinkt, kannst du ihm einen Tropfen Muttermilch in jedes Nasenloch träufeln. Bitte säubere die Nase vorher vorsichtig mit der eingedrehten Ecke eines Taschentuches. Bei viel Sekret empfiehlt sich der Einsatz spezieller Nasensauger, um die Nase zu befreien. Auch Kochsalzlösung befeuchtet die Schleimhäute.

Ursachen und Symptome von Schnupfen bei Babys
Baby-Schnupfen ist meist harmlos und entsteht oft durch Infekte, trockene Luft oder Temperaturwechsel. Typische Anzeichen sind eine röchelnde Atmung, besonders wenn das Baby flach liegt. Wenn das Baby noch nicht schnäuzen kann, ist dies besonders unangenehm. Mit verstopfter Nase wird zudem das Trinken mühsam: Immer wieder muss der Säugling sich von der Brust oder vom Sauger abdocken, um Luft zu holen. Eine entspannte Mahlzeit sieht anders aus.
Viele Eltern wissen nicht, dass in den ersten Monaten oft kein Infekt hinter der verstopften Nase steckt. "Spucken Säuglinge beim Trinken viel, steigt Milch in die Nase auf, Reste davon trocknen ein und verstopfen sie", erklärt Aleyd von Gartzen, kommissarische Beauftragte für Stillen und Ernährung in Niedersachsen. Dafür reichen schon kleinste Mengen, da die Nasengänge der Kleinen noch sehr eng sind. Wirkt das Kind sonst gesund, und niemand in seiner Umgebung ist erkältet, spricht vieles dafür.
Von Erkältungen bleiben Babys im ersten Lebenshalbjahr häufig verschont - dank des sogenannten Nestschutzes. So heißen die mütterlichen Abwehrstoffe (Antikörper), die das Baby schon vor der Geburt im Blut hat. Den Nestschutz gibt es jedoch nur gegen Erreger, mit denen die Mutter selbst schon einmal Bekanntschaft gemacht hat oder gegen die sie geimpft wurde. Im Laufe des ersten Lebensjahres, spätestens jedoch nach neun Monaten, ist der Nestschutz aufgebraucht, und oft geht's dann los mit einem Erkältungsmarathon.
Andere Ursachen für Schnupfensymptome sind eher selten. Eine Allergie könnte noch dahinterstecken, wenn mehr als zwei Wochen flüssiges, weißlich-durchsichtiges Sekret aus dem Näschen fließt sowie starker Niesreiz und gerötete, juckende Augen dazukommen. Läuft Nasensekret einseitig aus einem Nasenloch, könnte schließlich auch ein Fremdkörper der Grund für den Babyschnupfen sein.
Rund 200 verschiedene Erreger können Schnupfen und Erkältungen auslösen. Und die finden sich in Scharen genau dort, wo sich auch die Ein- und Zweijährigen tummeln: in der Kindertagesstätte. Wenn dort die Ersten anfangen zu schniefen, tun's bald fast alle. Und zwar regelmäßig, wenn es draußen kalt wird. "Viren können sich besser einnisten, wenn die Schleimhäute schlecht durchblutet sind, und bei Kälte wird nun mal auch die Nase kalt“, erklärt PD Dr. Burkhard Rodeck, Ärztlicher Direktor des Christlichen Kinderhospitals Osnabrück und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ).
Wie sich Schnupfen bei Babys äußert
Anzeichen im Verhalten können sein: Durch die erschwerte Atmung und die unzureichende Sauerstoffversorgung werden kranke Kinder oft quengelig. Vor allem Babys schreien vermehrt und sind entweder ungewöhnlich unruhig oder müde, teilweise sogar regelrecht lethargisch. Während den größeren Kindern eher der Appetit fehlt, haben die Kleinsten durch die Probleme beim Stillen oder dem Trinken der Flasche Hunger.
Körperliche Anzeichen umfassen Husten und Niesen, eine verstopfte oder laufende Nase. Durch das häufige Wischen der Nase werden die Nasenflügel und oft auch die Oberlippe rau und trocken. Häufig geht die Erkrankung mit einer erhöhten Körpertemperatur einher.
Behandlung und Linderung von Schnupfen bei Babys
Es gibt glücklicherweise viele sanfte und bewährte Methoden, um deinem Baby das Atmen wieder zu erleichtern.
Sanfte Hausmittel
- Muttermilch: Wenn du stillst, kannst du einen Tropfen Muttermilch pro Nasenloch in Babys Nase träufeln. Muttermilch enthält Abwehrstoffe, die die Erreger bekämpfen. Ob Kochsalzlösung oder Muttermilchtröpfchen: Noch leichter fällt den kleinen Patienten das Atmen, wenn sie beim Stillen leicht aufrecht liegen und auch sonst viel auf den Arm dürfen.
- Kochsalzlösung: Tropfen mit isotonischer Kochsalzlösung befeuchten die Nasenschleimhäute und helfen, festsitzendes Sekret zu lösen. Du kannst fertige Kochsalzlösungen aus der Apotheke verwenden oder sie ganz leicht selbst herstellen: Löse 9 Gramm Kochsalz (2 Teelöffel) in einem Liter abgekochtem Wasser auf und lasse es abkühlen. Verabreicht werden sie am besten im Liegen: tröpfchenweise in beide Nasenlöcher träufeln.
- Aufrechte Haltung: Halte dein Baby beim Stillen oder Füttern leicht aufrecht. Das erleichtert das Abfließen von Sekret. Beim Schlafen kann eine erhöhte Position helfen, indem du ein gefaltetes Handtuch unter das Kopfteil der Matratze schiebst.
- Frische Luft und gutes Raumklima: Ein Spaziergang an der frischen Luft kann wahre Wunder wirken. Gleichzeitig ist es hilfreich, die Luftfeuchtigkeit in deinem Zuhause zu erhöhen, zum Beispiel durch regelmäßiges Lüften oder ein feuchtes Tuch über der Heizung. Als günstige Schlaftemperatur für Babys gelten etwa 18 Grad Celsius, tagsüber am besten zwischen 18 und 21 Grad. Kein Zigarettenrauch, möglichst wenig Staub und regelmäßig lüften, damit die Zimmerluft nicht zu trocken ist - damit ist schon viel getan.
- Ruhephasen: Gönne deinem Baby und dir ausreichende Ruhephasen. Auch das Tragen in einem Tragetuch wirkt beruhigend. Kuscheln, Tragen oder gemeinsames Stillen geben deinem Baby nicht nur Trost, sondern stärken gleichzeitig das Gefühl von Geborgenheit. Dein Kleines spürt, wenn du ruhig bleibst, und das hilft ihm, sich selbst zu entspannen.

Hilfsmittel bei starkem Sekret
Nasensauger: Wenn die Nase deines Babys sehr verstopft ist, kannst du einen Nasensauger verwenden, um das Sekret sanft zu entfernen. Wichtig ist, vorher ein paar Tropfen Kochsalzlösung zu geben, um den Schleim zu lösen und den Sauger vorsichtig zu nutzen, um die empfindlichen Schleimhäute nicht zu reizen. Kinderarzt Rodeck rät eher ab: "Wenn der Druck zu groß ist oder das Endstück nicht richtig angesetzt wird, kann das auch schaden. Und ist die Schleimhaut stark angeschwollen, klappt es sowieso nicht.“ Aleyd von Gartzen hält Nasensauger eher bei Milchverkrustungen für nützlich und empfiehlt, einen Schleimabsauger für Neugeborene aus der Apotheke zu verwenden und vorher etwas Muttermilch oder Kochsalzlösung in die Nase zu träufeln.
Medikamente: Wann und wie?
Nasentropfen und Nasenspray: Abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays für Babys sollten nur in Absprache mit deinem Kinderarzt/deiner Kinderärztin eingesetzt werden. Diese Medikamente können kurzfristig Erleichterung verschaffen, aber bei unsachgemäßer Anwendung die empfindlichen Schleimhäute reizen oder zu einem Gewöhnungseffekt führen. Die Nasentropfen darfst du deinem Kind bis zu sieben Tage geben. Länger nicht, damit sich die Schleimhäute nicht daran gewöhnen und schließlich ohne Nasenspray oder -tropfen umso schneller anschwellen. Denn die hierzulande gebräuchlichen Nasensprays und -tropfen zählen zu den sogenannten Alpha-Sympathomimetika, die die Gefäße verengen und dadurch die Schleimhaut abschwellen lassen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sie über die Nase hinauswirken - schlimmstenfalls können sich Herzfrequenz und Atmung verlangsamen. Deshalb dürfen abschwellende Nasentropfen für Babys nie überdosiert werden. Lieber mit Salztropfen versuchen, ob es besser wird - und wenn nicht, mit Schnupfentropfen in der richtigen Dosierung (möglichst ohne den Konservierungsstoff Benzalkoniumchlorid, der in seltenen Fällen Allergien auslösen kann).
Agropyron Globuli velati: Diese unterstützen bei Schnupfen und lindern Entzündungen der oberen Atemwege. Anwendungsgebiete gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis umfassen Erkältungskrankheiten im Bereich des Kopfes wie Schnupfen, Stirnhöhlenkatarrh, Mandelentzündung (Angina tonsillaris) und grippaler Infekt. Warnhinweise: Enthält Saccharose (Zucker) und Lactose.
Nasenbalsam, Salbe: Diese harmonisieren das Zusammenwirken von Empfindungs- und Lebensorganisation im Bereich der Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raumes und der Nebenhöhlen. Sie werden eingesetzt bei Abgrenzungsstörungen gegenüber äußeren Einwirkungen und Schwäche der Lebensorganisation, z.B. akute und chronische Entzündungen der Schleimhäute, Gewebsschwund (Atrophie) sowie Trockenheit und Reizbarkeit. Warnhinweise: Enthält Eucalyptusöl, Kajeputöl, Perubalsam, Sojalecithin und Wollwachs. Enthält 15 mg Alkohol (Ethanol) pro 1 g entsprechend 1,5 % (w/w).
Nasenbalsam für Kinder, Salbe: Ähnlich wie der Nasenbalsam für Erwachsene, aber speziell für das Kindes- und Säuglingsalter konzipiert, bei besonderer Empfindlichkeit der Schleimhäute sowie bei Tendenz zu Gewebsschwund (Atrophie). Warnhinweise: Enthält Perubalsam, Sojalecithin und Wollwachs. Enthält 15 mg Alkohol (Ethanol) pro 1 g entsprechend 1,5 % (w/w).

Wann zum Arzt / zur Ärztin?
Du kennst dich bzw. dein Kind schließlich am besten. In unseren Empfehlungen zum Thema Schnupfen bei Babys findest du medizinische, pflegerische und hebammenkundliche Aspekte gebündelt. Grundsätzlich gilt: Die hier genannten Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung.
Es ist immer eine gute Idee, auf dein Bauchgefühl zu hören. Wenn dir das Verhalten oder der Zustand deines Babys ungewöhnlich vorkommt, scheue dich nicht, ärztlichen Rat einzuholen.
Alarmsignale, bei denen ärztliche Hilfe nötig ist
- Fieber: Bei Fieber, Ohrenschmerzen oder einem schlechten Allgemeinzustand, wie z. B. starkem Weinen oder Trinkverweigerung, sollte dein Kinderarzt/deine Kinderärztin hinzugezogen werden.
- Atemprobleme: Ebenfalls sollte unverzüglich dein Kinderarzt/deine Kinderärztin oder das Kinderkrankenhaus konsultiert werden, wenn Einziehungen an den Nasenflügeln oder am Brustkorb bei Babys Atmung beobachtet werden.
- Hohes Fieber: Wenn das Fieber über 38,5 Grad steigt.
- Anhaltender Schnupfen: Wenn der Schnupfen über eine Woche anhält.
- Verdacht auf Ohrenschmerzen.
- Ausschlag auftritt.
- Das Kleine das Trinken verweigert.
- Das Kleine ständig schreit und extrem schlapp ist.
- Vorerkrankungen bestehen.
- Wenn das Kind jünger als 3 Monate ist oder Fieber vor dem 3. Lebensmonat auftritt.
Auch wenn keines dieser Zeichen auftritt, Du Dir aber dennoch besonders Sorgen machst oder ein schlechtes Gefühl hast, solltest Du trotzdem immer zum Arzt gehen. Schließlich kennst Du Dein Kind am besten und weißt, wenn es ihm nicht gut geht. Außerdem sind die Gesundheit und eine ausgeglichene Psyche der Eltern wichtig für den Genesungsprozess der Kleinen - nur wenn Deine Ängste und Sorgen beruhigt sind, kannst Du Dich entspannt um Dein Baby kümmern.
Vor allem für sehr junge Säuglinge ist eine Spülung mit Kochsalzlösung das Mittel der Wahl. Sie befeuchtet die ausgetrockneten Schleimhäute und kann helfen, das Nasensekret zu verflüssigen und abfließen zu lassen. Es gibt sie in Einmalpipetten oder in Fläschchen mit Dosierpipette. Verabreicht werden sie am besten im Liegen: tröpfchenweise in beide Nasenlöcher träufeln.
In schweren Fällen kann die Einnahme von Antibiotika auch schon bei Säuglingen und Kleinkindern notwendig werden. Das wird nötig, wenn es sich bei den Erregern um Bakterien handelt und diese die bereits angegriffenen Schleimhäute infizieren könnten. Auch bei Mittelohrentzündungen, Bronchitis und Entzündungen der Lunge bzw. der Nebenhöhlen solltest Du nicht lange mit Hausmitteln vorgehen, sondern den Kinderarzt aufsuchen und eine mögliche Antibiotika-Therapie abklären. Damit wird die Gefahr möglicher Spätfolgen reduziert.