Viele Mütter nutzen akustische, visuelle oder körperliche Zeichen, um ihre Babys zur Toilette zu begleiten. Ein visuelles Zeichen kann eine spezifische Geste aus der Gebärdensprache sein. Eine Möglichkeit ist, die Hand zur Faust zu ballen (Daumen in der Faust) und dann mit der Faust und dem Unterarm kurz dreimal rauf- und runter zu schwenken. Manche Babys übernehmen diese Geste im Laufe der Zeit. Wenn Sie Ihr Baby mit dem Rücken an Ihren Bauch gestützt abhalten, können Sie ihm auch beim Stuhlgang helfen, indem Sie Ihren Bauch fest anspannen und ihn gegen den Rücken Ihres Babys drücken. Die Inuit-Mütter in Alaska halten ihr Baby über eine Schüssel oder einen Topf auf ihrem Schoß ab und pusten ihm dabei sanft auf den Kopf. Judith Goldsmith beschreibt in ihrem Buch "Childbirth Wisdom from the World's Oldest Societies" die Bafut-Mütter in Kamerun, die ihr Baby zum Wasserlassen hoch und runter schaukelten.
Eine weitere Schlüsselbotschaft kann das Ausziehen sein. Gerade in kälteren Regionen, wie beispielsweise in der Heimat der Indianer in Nordamerika oder bei den Eskimos, sind die Babys meist warm eingepackt.
Einführung von Baby-Gebärden für Ausscheidungen
Wenn Sie Babyzeichen für das Abhalten einführen möchten, gehen Sie wie folgt vor: Fragen Sie Ihr Baby, ob es auf die Toilette muss, wenn Sie das Gefühl haben oder es signalisiert. Führen Sie das Pipizeichen ein, indem Sie es machen, wenn Sie die Frage stellen, und wiederholen Sie es vor dem Abhalten. Viele Babys verstehen das sehr schnell. Es bleibt spannend, ob sie das Zeichen später auch selbst benutzen oder ein anderes entwickeln.
Ein weiteres bewährtes Zeichen ist, den rechten Arm anzustellen (als ob man den Unterarm auf einer Tischkante abstellt) und die Faust zweimal zu drehen. Manche Eltern haben auch die Erfahrung gemacht, dass ein Zeichen, das mit der Hand als Faust an der Körperseite entlang nach unten gestrichen wird, also von der Achsel zur Hüfte, gut funktioniert. Dieses Zeichen wird jedoch oft auch für "Kaka" verwendet. Um Verwechslungen mit Zeichen wie "Baden" oder "Lecker" zu vermeiden, ist es ratsam, ein eindeutiges Zeichen zu wählen.
Einige Eltern beginnen mit einem Zeichen für "Hose vollmachen", um die Unterscheidung zwischen Pipi und Stuhlgang zu vereinfachen, da Babys dies anfangs oft noch nicht differenzieren können. Eine Idee ist, beide Hände über Kreuz auf den Unterbauch oder Bauch zu legen. Alternativ kann das Klopfen auf den Bauch eine gute Option sein. Wichtig ist, dass Sie das gewählte Zeichen konsequent nutzen.
Manche Eltern finden es unpraktisch, ein Zeichen beim Abhalten zu geben, da sie oft keine freie Hand haben. Sie nutzen stattdessen das Zeichen auf dem Weg zur Toilette oder lassen es von einer anderen Person zeigen, während sie das Baby abhalten. Es gibt auch ein Zeichen für "Kaka", das wie ein wackelndes Telefon aussieht, was aber als verwirrend empfunden werden kann.
Die italienische Pipigebärde, bei der kleiner Finger und Daumen abgespreizt werden und der Rest als Faust in "Strahlrichtung" bewegt wird, hat sich als erfolgreich erwiesen. Manchmal entwickeln Babys auch eigene Zeichen, wie das Aneinanderreiben von Daumen und Zeigefinger, ähnlich dem Zeichen für "Kleingeld".
Ein anderes Zeichen, das gut funktioniert, ist das Ausstrecken des Zeigefingers und das Drehen im Kreis. Dieses Zeichen kann auch in Bauchlage verwendet werden, im Gegensatz zum Klopfen auf den Bauch.
Einige Eltern beginnen mit dem Zeichen "Milch/Stillen" von Geburt an. Mit etwa fünf Monaten nutzen die Babys dieses Zeichen, anfangs nur beim Stillen, später auch, um aktiv das Stillen einzufordern. Bei der Windelfrei-Praxis hat die Baby-Gebärdensprache ebenfalls Vorteile.
Das Zeichen für "mehr/nochmal" ist ebenfalls sehr nützlich. Es kann verwendet werden, wenn das Kind mehr von etwas möchte, sei es Essen oder eine Wiederholung einer Aktivität.
Das Zeichen "Schlafen" kann ebenfalls früh eingeführt werden. Babys können damit signalisieren, dass sie ins Bett möchten und welche Rituale (Zähneputzen, Pipi machen, Buch lesen, Kuscheltier) sie dafür benötigen.

Kulturelle Praktiken und traditionelle Methoden
Die Inuit-Mütter in Alaska halten ihr Baby über eine Schüssel oder einen Topf auf ihrem Schoß ab und pusten ihm dabei sanft auf den Kopf. Judith Goldsmith schreibt in ihrem Buch "Childbirth Wisdom from the World's Oldest Societies" über die Bafut-Mütter in Kamerun, die als Schlüsselsignal zum Wasserlassen ihr Baby hoch und runter schaukelten. Eine weitere Schlüsselbotschaft kann auch das Ausziehen sein. Gerade in kälteren Regionen (wie z. B. in der Heimat der Indianer in Nordamerika oder auch bei den Eskimos) sind die Babys ja immer gut geschützt eingepackt in warmen Fellen.
Die offizielle Gebärdensprache für Ausscheidungen
Die offizielle Pipi-Gebärde wird mit beiden Zeigefingern dargestellt, die andeuten, wie das Pipi aus dem Penis fließt. Dies ist für Jungen logischer als für Mädchen. Die offizielle Gebärde für Kacke hat den Handrücken unten, die Finger zeigen nach oben und sind so geformt, als würden sie einen etwa apfelgroßen Klumpen umfassen. Diese Hand wird dann leicht nach unten bewegt, um das Gewicht anzudeuten.
Für Eltern, die nicht zwischen flüssig und fest unterscheiden müssen, kann die offizielle Gebärde für "Klo" verwendet werden: Die geschlossene Faust wird auf Ohrhöhe neben den Kopf gehalten und eine kleine Bewegung gemacht, als würde man kurbeln. Diese Bewegung hat keine direkte Verbindung zum Toilettengang, ist aber oft für Babyzeichen nicht entscheidend.
Vorteile der Baby-Gebärdensprache
Die Baby-Gebärdensprache ermöglicht es Kleinkindern, sich verständlich zu machen, bevor sie verbal dazu in der Lage sind. Das Zeigen oder Gebärden ist einfacher und früher möglich als das Sprechen. Ein Kind, das sich verstanden fühlt, ist zufriedener. Die Zeichensprache kann dazu beitragen, Missverständnisse und damit verbundene "Trotzanfälle" zu vermeiden.
Viele Eltern glauben, dass Zeichensprache die Sprachentwicklung hemmt, doch das Gegenteil ist der Fall. Sie ist eine Brücke auf dem Weg zum Sprechenlernen und ersetzt die Lautsprache nicht, sondern ergänzt sie. Die Zeichen werden immer in Verbindung mit dem Wort verwendet.
Die Baby-Gebärdensprache hilft, die Frustrationsrate zu reduzieren, auch wenn dies nicht bedeutet, dass Babys nicht mehr schlecht gelaunt sind. Wenn ein Kind beispielsweise das Zeichen für "Schokolade" zeigen kann, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es diese auch bekommt.
Ein Baby-Gebärdenkurs dauert in der Regel 12 Wochen mit einer Wochenstunde. Die Kurse sind spielerisch gestaltet und beinhalten Singen und Fingerspiele, wobei nebenbei Zeichen gelernt werden. Eltern lernen etwa fünf Zeichen pro Stunde und üben diese mit ihren Kindern unter der Woche.
Die Baby-Gebärdensprache wird immer beliebter, da sie die Kommunikation mit hörenden Babys und Kleinkindern vereinfacht. Sie bietet eine tolle Möglichkeit der frühen Kommunikation und kann den Alltag erleichtern.
Babyzeichen und erste Worte lernen mit Miss Josi | Zeichensprache für Babys | Lernen für Kleine
Windelfrei und Baby-Gebärdensprache
Die Kombination von Windelfrei und Baby-Gebärdensprache kann besonders vorteilhaft sein. Wenn ein Baby sein Bedürfnis nach Ausscheidung durch Gebärden mitteilen kann, erleichtert dies das Abhalten und die Kommunikation zwischen Eltern und Kind erheblich.
Eltern berichten, dass ihre Kinder mit Baby-Gebärdensprache die Bedeutung eines Zeichens meist schnell erkennen. Manche Zeichen werden jedoch erst später nachgeahmt, was darauf hindeutet, dass die Aufnahmefähigkeit begrenzt ist und andere Entwicklungsschritte zu bestimmten Zeiten im Vordergrund stehen.
Es ist wichtig, das Kind immer anzuschauen und es direkt, langsam und deutlich anzusprechen. Dies zeigt dem Kind, dass auf seine Bedürfnisse eingegangen wird und gibt ihm die Möglichkeit, sich mitzuteilen und auszudrücken.
Die Baby-Gebärdensprache ist kein neues "Pflichtprogramm", sondern soll Spaß machen und den Alltag erleichtern. Sie ist eine wertvolle Unterstützung für die frühe Kommunikation und kann dazu beitragen, die Bindung zwischen Eltern und Kind zu stärken.
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