32. SSW: Keine Senkwehen – Was tun?

In der 32. Schwangerschaftswoche (SSW) ist es nicht ungewöhnlich, dass einige werdende Mütter noch keine Senkwehen bemerken. Dies kann verschiedene Gründe haben und muss nicht zwangsläufig auf Probleme hindeuten. Viele Frauen machen sich Sorgen, wenn sie von anderen Schwangeren hören, die bereits Übungs- oder Senkwehen spüren, während sie selbst keinerlei Anzeichen wahrnehmen. Diese Unsicherheit ist verständlich, doch es ist wichtig zu wissen, dass jede Schwangerschaft und jede Geburt individuell verläuft.

Was sind Senkwehen und Übungswehen?

Übungswehen sind vorübergehende Kontraktionen der Gebärmutter, die dazu dienen, den stark beanspruchten Muskel auf die Geburt vorzubereiten. Sie treten typischerweise in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf, verstärkt ab der 32. SSW. Oft werden sie als ein Verhärten des Bauches wahrgenommen, manchmal begleitet von einem leichten Ziehen im Unterbauch. Sie sind in der Regel unregelmäßig und nicht schmerzhaft.

Senkwehen sind ebenfalls Übungswehen, die jedoch dazu führen, dass sich das Kind tiefer ins Becken senkt. Dies kann sich durch ein Gefühl der Erleichterung beim Atmen bemerkbar machen, da der Druck auf das Zwerchfell nachlässt. Gleichzeitig kann der Druck nach unten auf die Blase zunehmen. Senkwehen treten normalerweise erst später in der Schwangerschaft auf, oft zwischen der 36. und 38. SSW, können aber auch früher beginnen.

Viele Frauen berichten, dass sie entweder gar keine oder nur sehr milde Übungs- und Senkwehen spüren. Manche bemerken diese Anzeichen erst kurz vor der Geburt oder gar nicht bewusst. Dies ist oft kein Grund zur Sorge, da der Körper der Frau auf unterschiedliche Weise auf die bevorstehende Geburt vorbereitet sein kann.

Veranschaulichung des Absinkens des Babykopfes ins Becken (Illustration)

Wenn keine Senkwehen auftreten: Ist das normal?

Die Tatsache, dass in der 32. SSW noch keine Senkwehen spürbar sind, ist für viele Frauen eine Quelle der Unsicherheit. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass der Zeitpunkt des Auftretens von Senkwehen stark variiert. Einige Frauen erleben sie erst wenige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, andere bemerken sie gar nicht oder nur als leichte Kontraktionen.

Es gibt keine feste Regel, wann Senkwehen einsetzen müssen. Frauen, die in früheren Schwangerschaften keine oder kaum spürbare Senkwehen hatten, berichten oft von schnellen und unkomplizierten Geburten. Die Geburt selbst ist dann oft das erste deutliche Zeichen, dass der Körper bereit ist.

Einige Frauen bemerken die Senkwehen möglicherweise einfach nicht, da sie nicht schmerzhaft sind oder als andere Empfindungen fehlinterpretiert werden. Es kann auch sein, dass sich das Baby noch nicht in der endgültigen Geburtsposition befindet oder die Gebärmutter noch nicht in dem Maße trainiert, wie es bei anderen Frauen der Fall ist.

Erfahrungen anderer Schwangerer

  • Manche Frauen hatten bis zum Tag der Geburt keine Übungs- oder Senkwehen und dennoch eine schnelle Geburt.
  • Bei einigen traten die Senkwehen erst relativ spät auf, beispielsweise um die 34. SSW oder sogar noch später.
  • Einige berichten, dass sie Übungswehen als milde Muskelkontraktionen im Unterbauch wahrnehmen, die nicht immer schmerzhaft sind.
  • Es gibt auch Fälle, in denen der Bauch sich frühzeitig senkte, ohne dass Senkwehen spürbar waren, und das Baby dann früher zur Welt kam. Dies ist jedoch nicht die Regel.

Was kann man tun, wenn man unsicher ist?

Wenn Sie sich Sorgen machen, weil Sie keine Senkwehen spüren, ist es ratsam, dies mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme zu besprechen. Diese können durch Untersuchungen feststellen, ob alles in Ordnung ist:

  • Muttermundkontrolle: Ihr Arzt oder Ihre Hebamme kann den Zustand des Muttermunds überprüfen, um festzustellen, ob er sich bereits verändert.
  • CTG-Kontrolle: Ein Kardiotokogramm (CTG) kann die Aktivität der Gebärmutter aufzeichnen und zeigen, ob Übungswehen vorhanden sind, auch wenn Sie sie nicht bewusst wahrnehmen.
  • Ultraschall: Mittels Ultraschall kann die Position des Babys im Becken beurteilt werden.

Sollten keine Anzeichen für eine drohende Frühgeburt vorliegen, ist es meist am besten, sich zu entspannen und die restliche Schwangerschaft zu genießen. Der Körper wird sich auf seine Weise auf die Geburt vorbereiten.

Was tun bei vorzeitigen Wehen?

Es ist wichtig, vorzeitige Wehen von Übungswehen zu unterscheiden. Vorzeitige Wehen treten in regelmäßigen Abständen auf und können schmerzhaft sein. Bei mehr als 5 Kontraktionen pro Stunde zwischen der 30. und 35. SSW spricht man von vorzeitigen Wehen. Diese erfordern ärztliche Abklärung, um eine mögliche Frühgeburt zu verhindern.

Anzeichen für vorzeitige Wehen können sein:

  • Regelmäßige, sich verstärkende Kontraktionen des Bauches.
  • Schmerzen im Unterleib, die periodenartig auftreten.
  • Ein starker Druck nach unten.
  • Rückenschmerzen, die sich nicht durch Schonung bessern.

In solchen Fällen ist es unerlässlich, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Maßnahmen wie Bettruhe, Magnesiumgabe oder Medikamente zur Wehenhemmung (Tokolytika) können dann notwendig sein. Die Gabe von Kortison kann zudem die Lungenreifung des Babys beschleunigen, falls eine Frühgeburt bevorsteht.

Vorzeitige Wehen | Erkennen, Ursachen & Behandlungsmöglichkeiten | Eine Frühgeburt verhindern

Unterstützende Maßnahmen für die Geburt

Auch wenn keine Senkwehen auftreten, gibt es Maßnahmen, die auf die Geburt vorbereiten können:

  • Beckenbodenübungen: Stärken die Muskulatur, die für die Geburt wichtig ist.
  • Entspannungsübungen: Helfen, Stress abzubauen und den Körper auf die Geburt einzustimmen.
  • Geburtsvorbereitende Akupunktur: Kann helfen, den Körper auf den Geburtsprozess vorzubereiten, auch wenn die Evidenz dafür begrenzt ist.
  • Damm-Massage: Kann ab der 34./36. SSW durchgeführt werden, um die Elastizität des Gewebes zu erhöhen und Risse zu vermeiden.
  • Achten Sie auf eine gute Verdauung: Eine Verstopfung kann Druck auf die Gebärmutter ausüben. Hohe Einläufe können hier Abhilfe schaffen, sollten aber mit Hebamme oder Arzt abgesprochen werden.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Geburtsbeginn nicht erzwungen werden kann. Die genannten Maßnahmen unterstützen den Körper nur, wenn er bereits bereit ist. Jede werdende Mutter sollte vor der Anwendung solcher Methoden Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Hebamme halten.

Veränderungen in der 32. SSW

In der 32. SSW ist Ihr Baby etwa 43 Zentimeter groß und wiegt um die 1.800 Gramm. Es schläft nun etwa 20 Stunden am Tag. Möglicherweise spüren Sie vermehrt Kurzatmigkeit, da die Gebärmutter mehr Platz beansprucht. Auch Krampfadern und Wassereinlagerungen können zunehmen. Es ist ratsam, auf bequeme Schuhe zu achten und die Beine hochzulegen.

Das Baby kann sich bereits in der endgültigen Geburtsposition befinden, aber auch noch drehen. Wenn sich das Baby dreht, kann sich die Form des Bauches ändern. Dies ist normal und kein Grund zur Sorge, solange die Wehen nicht regelmäßig und schmerzhaft auftreten.

Illustration des Babys in der 32. SSW mit Gewichts- und Größenangaben

Die Vorfreude auf das Baby steigt, und viele Frauen sind ungeduldig, bis die Geburt beginnt. Doch jede Schwangerschaft hat ihren eigenen Rhythmus. Wenn Sie keine Senkwehen bemerken, ist dies oft kein Anlass zur Panik, sondern lediglich eine Variation im normalen Verlauf der Schwangerschaft. Vertrauen Sie auf Ihren Körper und suchen Sie bei Unsicherheiten professionellen Rat.

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