Abendbrei Variationen für Babys: Tipps und Rezepte

Der Abendbrei kann etwa vier Wochen nach der Einführung des Mittagsbreis für dein Baby angeboten werden. Er ist in der Regel ab dem 6. Lebensmonat geeignet, wenn dein Baby die Beikostreifezeichen erfüllt.

Einführung des Abendbreis

Wenn dein kleiner Schatz seinen Mittagsbrei schon seit etwa vier Wochen gut isst, kannst du langsam mit dem Abendbrei beginnen. Die Uhrzeit, zu der du den Abendbrei anbieten kannst, ist ganz individuell und richtet sich nach eurem Tagesablauf und den Bedürfnissen deines Babys. Viele Babys sind abends jedoch einfach zu müde und möchten lieber gestillt werden oder ihre Flasche bekommen. Daher ist es kein Muss, den Abendbrei tatsächlich abends zu geben.

Laut WHO sollte Muttermilch oder auch die Pulvermilch aus dem Fläschchen im gesamten ersten Lebensjahr die Hauptnahrungsquelle für Babys sein. Der Abendbrei sollte also - wie auch alle weiteren Brei-Mahlzeiten - vor dem ersten Geburtstag die Milchmahlzeiten nur ergänzen und nicht zwingend ersetzen. Natürlich soll dein Baby vom Abendbrei in erster Linie satt werden und lebensnotwendige Nährstoffe bekommen. Dennoch: Nur, wenn du wirklich schon gezielt abstillen oder dein Baby von der abendlichen Flasche entwöhnen möchtest, kannst du nach und nach versuchen, dein Baby nach dem Abendbrei mit anderen Methoden zur Ruhe zu bringen. Insbesondere wenn du dein Baby in den Schlaf stillst, wird es sich von ein paar Löffeln Abendbrei wahrscheinlich nicht so schnell umgewöhnen lassen. Solange du dich damit gut fühlst, kannst du dein Baby trotz Abendbrei natürlich weiter zum Einschlafen stillen! Wenn dein Kind den Brei gerne mag und irgendwann eine ganze Portion isst, trinkt es danach vielleicht weniger Milch oder lehnt sie sogar ganz ab - oder auch nicht! Da tickt wirklich jedes Kind anders.

Illustration eines Babys, das glücklich einen Löffel Brei isst

Die richtige Milch für den Abendbrei

Bei der Zubereitung des Abendbreis stellt sich oft die Frage, ob Kuhmilch verwendet werden soll. Die aktuelle Empfehlung der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) und des BZfE (Bundeszentrum für Ernährung) im Rahmen der Allergieprävention lautet ganz klar JA. Jedoch sollte Kuhmilch im ersten Lebensjahr nur verarbeitet angeboten werden und nicht pur zum Trinken (z.B. als Ersatz für Pre-Milch). Also zum Beispiel nur für die Zubereitung des Abendbreis (im 1. Lebensjahr). Die empfohlene maximale Menge liegt bei ca. 200 ml pro Tag. Dies entspricht der Portion Milch, die für den Abendbrei verwendet wird.

Für den Abendbrei solltest du am besten Vollmilch mit einem Fettgehalt von 3,5 % verwenden, da sie genau die für dein Baby richtige Menge Fett enthält. Der Fettgehalt ist wichtig, damit dein Baby die fettlöslichen Vitamine aus den Getreideflocken und dem Obst gut verwerten kann. Und es sättigt natürlich auch gut.

Auf Roh- oder Vorzugsmilch solltest du aufgrund von gesundheitlichen Risiken verzichten, H-Milch für den Abendbrei ist dagegen möglich. Allerdings schmeckt sie vielen Babys nicht so gut wie Vollmilch, auch wenn sie annähernd den gleichen Gehalt an Nährstoffen und Mineralien wie Vollmilch hat.

Anfangs kannst du die Milch zur Hälfte mit Wasser strecken, damit sich dein Schatz langsam an die Kuhmilch gewöhnen kann. In diesem Fall kannst du noch zusätzlich einen Teelöffel Öl (z.B. Rapsöl) dazugeben, um den Fettgehalt etwas zu erhöhen. Fettreich und sättigend im Abendbrei ist alternativ auch ein Teelöffel feines Nuss- oder Mandelmus.

Du kannst den Abendbrei alternativ ebenfalls mit Pre-Milch oder Muttermilch oder ggf. auch pflanzlicher Milch zubereiten. Wenn du Pre- oder Muttermilch verwendest, musst du beachten, dass beim Aufkochen wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen können. Daher solltest du abgepumpte Muttermilch nur leicht erhitzen (max. 50 Grad). In diesem Fall kannst du keine normalen Getreideflocken verwenden, weil diese gekocht werden müssen, damit der Brei seine sämige Konsistenz bekommt. Wenn du den Abendbrei also mit Muttermilch oder mit Pre-Nahrung zubereitest, musst du sie stattdessen mit sogenannten Schmelzflocken oder Fertig-Breimischungen verrühren.

Geringe Mengen Kuhmilch, das heißt max. 200 ml im Abendbrei, werden ab einem Alter von ca. 6 Monaten sogar empfohlen, um Allergien vorzubeugen. Zusätzliche Milchprodukte sollte dein Baby vor dem 1. Geburtstag dann aber nicht essen, da die enthaltenen Proteine die Nieren belasten können.

Grafik, die den empfohlenen Fettgehalt von Vollmilch für Babys darstellt

Getreideauswahl für den Abendbrei

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, welche Getreideflocken du für den Abendbrei verwenden kannst: Normale Getreideflocken wie z.B. feine Haferflocken oder normaler Vollkorngrieß, Schmelzflocken oder auch spezielle Baby-Instantbreie. Als Getreidesorten für den Abendbrei eignen sich beispielsweise Hafer, Dinkel oder auch Hirse.

Beim Getreide solltest du auf die Vollkornvarianten setzen, da sie am meisten Nährstoffe enthalten. Die Möglichkeiten sind groß. Getreideflocken gibt es aus: Hafer, Hirse, Reis, Gerste, Dinkel. Außerdem kannst du die Milch in Grieß (Weizen oder Dinkel), in Schmelzflocken oder speziellen Instant-Babybreiflocken anrühren.

Zu den drei bekömmlichsten Brei-Zutaten zählen Reis- und Hirseflocken sowie Weizengrieß. Dinkelgrieß enthält zwar mehr Nährstoffe als Reisflocken oder Weizengrieß, ist aber mitunter aber etwas schwerer verdaulich.

Hirse- oder Haferflocken wirken stuhlauflockernd, während Reis- oder Vollkornweizen-/Dinkelflocken eher stopfen können.

Obstvariationen im Abendbrei

Beim Obst hast du freie Hand und kannst ganz nach den Vorlieben deines Babys auswählen. Als Obstsorten für den Abendbrei eignen sich zum Beispiel: Apfel, Banane, Heidelbeere, Pflaume, Pfirsich, Himbeere, Mango, Erdbeere, Birne. Nur Zitrusfrüchte würde ich wegen des hohen Säuregehalts nicht verwenden.

Anfangs solltest du die handvoll Obst pürieren und je nach Sorte auch vorher weich dünsten, bevor du es in den Milch-Getreidebrei gibst, da viele Babys Stückchen im Brei zunächst ablehnen. Wenn sich dein kleiner Schatz an den Brei gewöhnt hat, kannst du gedünstetes Obst (z.B. Äpfel) auch einfach mit einer Gabel grob zerdrücken. Weiches Obst wie Banane oder Beeren kannst du später dann auch einfach in kleine Stückchen schneiden.

Um ein wenig Zeit zu sparen, kannst du gleich eine größere Menge an Obst pürieren und anschließend in Eiswürfelbehältern einfrieren. So brauchst du nicht ständig eine so kleine Menge Obst zuzubereiten und gleichzeitig wird der heiße Brei durch das eingefrorene Obst schneller abgekühlt.

Statt frischem Obst kannst du - unterwegs oder wenn es mal schnell gehen muss - auch auf einen Löffel Orangensaft ausweichen. Achte darauf, dass es sich um Direktsaft handelt, dem kein zusätzlicher Zucker zugesetzt ist. Natürlich kannst du auch einfach ein paar Löffelchen Obstbrei aus dem Babygläschen in den Abendbrei rühren.

Wenn dein Baby mal Verstopfung hat, bieten sich gedünstete Birne, Pflaume oder frische Beeren an. Banane oder Apfel bewirken eher das Gegenteil.

Collage aus verschiedenen Obstsorten, die sich für Babybrei eignen

Abendbrei-Grundrezept und Zubereitung

Traditionell ist der Abendbrei ein Getreide-Milch-Brei mit etwas Obst. Das Grundrezept für eine Portion Abendbrei besteht nur aus drei Zutaten:

  • Milch (100 ml)
  • Vollkorn-Getreideflocken (20 g)
  • Obst (20 g)

Für ein wenig Abwechslung kannst du die Getreideflocken und das Obst immer mal wieder austauschen oder du wählst die Sorten, die dein Kind besonders gerne mag. 20 g Getreideflocken entsprechen ca. 2 leicht gehäuften Esslöffeln.

Der klassische Abendbrei enthält übrigens etwas Obst, da dein Baby das Eisen aus dem Getreide durch das im Obst enthaltene Vitamin C besser aufnehmen kann.

Zubereitung des Grundrezepts:

  1. In einem kleinen Topf die Getreideflocken mit der Milch verrühren.
  2. Aufkochen lassen.
  3. Hitze reduzieren, bei mittlerer Temperatur ca. 5 Minuten quellen lassen, bis der Brei sämig ist. Gelegentlich umrühren.
  4. Topf vom Herd nehmen und gedünstetes, püriertes Obst unterrühren.
  5. Fertigen Brei in eine Breischale füllen und etwas abkühlen lassen.

Grießbrei für Kleinkinder / Rezept / Video Anleitung

Abendbrei Variationen: 4 einfache Rezepte

Hier kommen vier unkomplizierte Abendbrei-Rezepte, die du natürlich nach Belieben abwandeln kannst:

1. Grießbrei mit Banane

  • Zutaten: 200 ml Milch, 20 g Dinkelgrieß, 2 EL pürierte Banane
  • Zubereitung: Lasse die Milch kurz aufkochen und rühre anschließend den Grieß unter. Lasse beides etwa drei Minuten unter ständigem Rühren bei niedriger Temperatur quellen. Nun brauchst du nur noch das Bananenpüree unterrühren und den Brei abkühlen lassen.

2. Reisflocken mit Mango

  • Zutaten: 200 ml Milch, 20 g Reisflocken, 2 EL pürierte Mango
  • Zubereitung: Lasse die Milch zusammen mit den Reisflocken aufkochen. Dann lass die Mischung für etwa 5 Minuten unter ständigem Rühren bei niedriger Temperatur quellen. Zum Schluss das Mangopüree unterrühren und den Brei abkühlen lassen.

3. Haferflocken mit Apfel

  • Zutaten: 200 ml Milch, 20 g Haferflocken, 20 g Apfel
  • Zubereitung: Den Apfel in kleine Stücke schneiden und für 5 Minuten in einem Topf mit wenig Wasser weich dünsten. In einem 2. Topf die Milch zusammen mit den Haferflocken aufkochen lassen. Etwa fünf Minuten unter ständigem Rühren bei niedriger Temperatur quellen lassen. Entweder pürierst du nun noch die Apfelstücke oder du gibst sie direkt zum Brei dazu.

4. Hirseflocken mit Heidelbeeren

  • Zutaten: 200 ml Milch, 20 g Hirseflocken, 2 EL pürierte frische Heidelbeeren
  • Zubereitung: Lasse die Milch zusammen mit den Hirseflocken aufkochen. Beides etwa 5 Minuten unter ständigem Rühren bei niedriger Temperatur quellen lassen. Nun brauchst du nur noch das Heidelbeerpüree unterrühren und den Brei abkühlen lassen. Wenn du TK-Heidelbeeren verwendest, lass diese kurz mit dem Brei aufkochen, um mögliche Keime abzutöten.

Abendbrei sollte immer mit dem Löffel angeboten werden, da Babybrei aus der Flasche pures Gift für kommende Zähnchen ist. Außerdem kann er deinem Baby häufig Bauchschmerzen verursachen. Wenn dein Baby keinen Abendbrei essen mag, spiele mit den verschiedenen Möglichkeiten, die dir offenstehen. Du kannst beispielsweise die Konsistenz anpassen und den Brei entweder dünnflüssig oder dickflüssig zubereiten und fein oder stückig pürieren. Auch das Obst kannst du je nach Geschmack deines Babys variieren und statt immer nur Apfel und Birne auch mal Aprikose oder Pfirsiche anbieten. Vielleicht mag dein Baby die Form des Löffels nicht oder er ist zu klein oder zu groß. Probiere dich aus und finde gemeinsam mit deinem Liebling heraus, welche Kombination am besten klappt.

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