Einleitung: Der Wunsch nach einem RC-Auto
Ich wollte schon immer mal ein ferngesteuertes Auto haben, aber halt was einigermaßen Gescheites. Der Junior hat ja das Mario Kart von Carrera, was auch ordentlich schnell ist und schon ne Menge Spaß macht. Neulich kam ein Kindergartenkumpel von ihm mit einem ferngesteuerten Buggy ums Eck, der einen richtig guten Eindruck machte. Da ich seinen Vater etwas kenne, hab ich gleich mal nachgeforscht. Er meinte es sei ein Tamiya Neo Fighter, bei dem man fast alle Ersatzteile einzeln bekommt, der Bausatz gut zusammenbaubar ist und das Teil nicht übertrieben teuer ist.
Nach ein paar Abenden Recherche im WWW hab ich auf „bestellen“ geklickt. Das tolle ist, dass bei dem Bausatz schon ein Motor und ein Regler dabei sind. Außerdem hat die deutsche Variante noch Öldruckstoßdämpfer. Und nun der Preis für den Bausatz: ~70€. Dazu kommt noch ein Servo für die Lenkung, Akkus und eine Fernbedienung mit passendem Empfänger. Ein Satz Kugellager wird empfohlen, da beim Bausatz nur Kunststofflager beiliegen.

Der Aufbau: Schritt für Schritt zum fertigen Modell
Der Chassis-Aufbau ist nach knapp 3 Stunden fertig, wenn man weiß, wo beim Schraubendreher vorne ist. Das sollte wirklich kein Problem sein bei der Anleitung.
Montage der Öldruckstoßdämpfer
Die Öldruckdämpfer kamen auch in Einzelteilen und es lagen zwei Fläschchen Dämpferöl im Karton. Der Zusammenbau war aber auch kein Hexenwerk und das bissl Sauerei war gleich weggewischt.
Der Servo und die Servo-Aufnahme: Eine knifflige Angelegenheit
Wir sind gerade beim Aufbau unserer beiden DT-03 Neo Fighter Buggys. Wir verbauen einen Amewi 28916 6208 MG Servo und einen Corally Servo Safer. Der ist ja baugleich zum Kimbrough medi. Wenn man den Servo nun nach Anleitung Kopf über einbaut, dann berühren die Kugelköpfe unten das Chassis und der Bewegungsraum ist direkt eingeschränkt. Bei dem einen Fahrzeug klappt das noch ganz knapp, bei dem anderen bekomme ich die Servo Aufnahme gar nicht eingeschraubt. Da fehlen 2 mm.
Jetzt habe ich beim zweiten Fahrzeug die Variante gewählt, die Kugelköpfe andersherum an den Servo Saver zu schrauben. Dadurch haben die Spurstangen viel mehr Spiel in die Tiefe. Die Frage ist, kann ich das so montieren? Ich habe euch einmal Fotos beigefügt. Der linke ist so eingebaut mit verdrehten Kugelköpfen, der rechte so gebaut, wie es sein müsste laut Anleitung. Der linke hat mehr Spiel.

Die Lexankarosserie: Herausforderung beim Ausschneiden und Lackieren
Was nochmal etwas Zeit kostet, ist das Ausschneiden der Lexankarosserie. Wie sich das im Modellbau durchsetzen konnte, ist mir echt ein Rätsel und nur mit sehr viel Leidenslust der Modellbauer zu erklären. Man muss aus einem Teil, das eigentlich das gleiche ist wie eine tiefgezogene Blisterverpackung, eine vorgegebene Form ausschneiden, die durch eine feine Linie markiert ist.
Danach wird die Karosserie von innen lackiert, was bei mehrfarbigen Lackierungen etwas Umdenken erfordert. Ich habe schon mal die „Scheiben“ von innen abgeklebt, dass die beim Lackieren frei bleiben und auch mal mit meinem Laserplotter ein Startnummernfeld aus einem Stück Klebefolie geschnitten. Die Folie hab ich dann auf ein Reststück Lexan geklebt und mit Rot lackiert. Als die Farbe trocken war, hab ich die Folie abgezogen und noch mal schwarz drüber gesprüht, um zu testen, ob das überhaupt funktioniert. Das kleine Stück (die 79 am Rad) sieht schon mal ganz okay aus. Rot-Schwarz wird aber nicht die endgültige Farbe werden.

Tuning und Modifikationen: Mehr Leistung und Fahrspaß
Die neue Fernbedienung ist in China verloren gegangen, weshalb ich eine weitere bestellen musste, die auch mittlerweile angekommen ist. Der Akkuwarner ist auch schon verbaut. Den braucht man bei LiPo-Akkus, um zu verhindern, dass die einzelnen Zellen zu tief entladen werden. Wenn ein LiPo unter eine gewisse Grenze entladen wird, finden im Inneren chemische Prozesse statt, die die Kapazität und die Lebensdauer eines Akkus negativ beeinflussen, bis hin zur kompletten Unbrauchbarkeit des Akkus.
Die Nachbarsjungs haben ein RC-Fahrzeug ohne Akkuwarner und wie Kinder sind fahren die, bis das Teil nicht mehr geht, dann ans Ladegerät und wieder komplett leer nuggeln. Das ging bei einem neuen Fahrzeug nicht mal 10 Akkuladungen lang gut. Die beiden standen dann bei mir vor der Tür und fragten, warum ihr Auto nicht mehr fährt und warum es nach 20 Stunden am Ladegerät immer noch nicht einsatzbereit ist. Mit dem Messgerät kam dann statt ~9,6V nur noch knapp 6V raus. Sobald der Motor angesteuert wurde, brach die Spannung sogar noch weiter ein.
Mein Akkuwarner schlägt Alarm, sobald eine der zwei Zellen unter 3,4V geht. Wo genau die Grenze ist, ist je nach Akkuhersteller etwas unterschiedlich, die Empfehlungen gehen von 3,2V bis 3,9V als Grenze. Die gewählten 3,4V sind ein guter Kompromiss aus Sicherheit und Laufzeit. Ein neues Ladegerät hab ich mit auch geholt, um die Zellen des Akkus einzeln zu laden und ausbalancieren zu können.

Erfahrungen mit Brushless-Motoren und Reglern
Da wir momentan eine Strecke direkt vor der Haustür haben, macht das Fahren noch mal mehr Spaß. Nach einigen Modifikationen, wie Stoßdämpferupgrades, Brushlessmotor mit anderem Regler, Umbau auf breitere Vorderräder, Stabilisatoren usw. Vorm Haus ist noch ein freies Feld, auf dem haben die Jungs eine kleine Strecke gegraben und es gab schon die ersten Rennen.
Die Frage nach dem Einbau der Razer 50 Elektronik und ob der Brushless Motor richtig eingebaut wurde, stellt sich im Zusammenhang mit den nach außen laufenden Vorderrädern. Ich würde den Regler mit doppelseitigem Klebeband oder mit Klett befestigen. Vorteil vom Klett: lässt sich wieder lösen. Der Regler sollte eine LiPo-Abschaltung haben. Ich setze die gerne auf 3,4V, da die Akkus unter Last auch gerne mal einbrechen. Bei 3,2V hast du mehr Fahrzeit, allerdings belastet das den LiPo etwas mehr.
Stimmt schon, der Regler hat einen Unterspannungsschutz. Nur ist der für die in Japan gerne verwendeten LiFePo's ausgelegt, die eine Nennspannung von nur 3,3V pro Zelle haben. Beim Razer Ten ist diese Abschaltung für LiPos ausgelegt und man kann diese auch umprogrammieren. Standardmäßig sollte er bei 6,0V oder 6,4V abschalten. Ich würde das aber auf 6,8V (3,4V pro Zelle) einstellen. Zur Spur: Das ist zu viel Nachspur. Bedeutet: du solltest die Spurstangen etwas weiter rausdrehen. Optimal ist, wenn die nur ganz leicht vorne nach außen stehen.
Den Motor würde ich persönlich nochmal ausbauen und drehen, damit die Kabel Richtung Front zeigen.
Tamiya 1:10 RC Neo Fighter Buggy DT-03/Review
Zusammenfassung und Ausblick
Ich habe mir beim Aufbau und den ersten Modifikationen meiner beiden Tamiya Neo Fighter Buggys die Wartezeit auf mein neues Projekt etwas verkürzt. Die Bausätze sind gut zusammenbaubar, die Teile sind einzeln erhältlich und der Preis ist im Vergleich zu anderen Modellen sehr attraktiv. Die Möglichkeit, den Buggy mit verschiedenen Tuningteilen aufzurüsten, macht ihn zu einem vielseitigen Modell für Einsteiger und Fortgeschrittene.