Zink und seine Bedeutung für die Fruchtbarkeit

Der unerfüllte Kinderwunsch ist für viele Paare eine belastende Situation. Zahlreiche Faktoren können die Fruchtbarkeit beeinflussen, und eine wichtige Rolle spielt dabei auch die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen. Bleibt der Nachwuchs trotz Kinderwunsch aus, muss das nicht zwangsläufig eine dauerhafte Fruchtbarkeitsstörung sein. Ursächlich können auch Faktoren wie Stress, Krankheiten oder die Ernährungsgewohnheiten sein. Neben Folsäure, Vitamin B, C und E und Selen kann den zukünftigen Eltern auch schlicht Zink fehlen. Das lebensnotwendige Spurenelement spielt beim Aufbau der Sexualhormone und für die Fruchtbarkeit eine entscheidende Rolle.

Zink ist ein essenzielles Spurenelement. Das bedeutet, dass es für jeden Menschen lebenswichtig ist und der Körper es nicht selbst produzieren kann. Zink wird zudem kaum im Organismus gespeichert. Daher muss es jeder Mensch täglich mit der Nahrung aufnehmen, um einem Zinkmangel entgegenzuwirken. Der Mineralstoff erfüllt vielfältige Funktionen und ist für den Körper unabdingbar. Das Spurenelement ist ein Bestandteil zahlreicher Enzyme, die als „Biokatalysatoren“ unzählige Stoffwechselprozesse beschleunigen. So ist Zink zum Beispiel am Zellwachstum beteiligt und spielt auch eine wichtige Rolle für die Fortpflanzung und Fruchtbarkeit.

Infografik: Funktionen von Zink im Körper

Die Rolle von Zink für die männliche Fruchtbarkeit

Zink spielt eine wichtige Rolle für die Fortpflanzungsfähigkeit, vor allem des Mannes. Kein Wunder, denn die Zinkkonzentration in den männlichen Geschlechtsorganen (v. a. in der Prostata und den Hoden) ist im Vergleich zu anderen Körperregionen deutlich höher. Und auch die Spermien selbst enthalten Zink. Ein Zinkmangel kann vor allem die Fruchtbarkeit des Mannes beeinträchtigen. Insbesondere Männer sollten ihren Zinkhaushalt im Blick haben. Denn ein Zinkmangel kann die Anzahl, Qualität und Beweglichkeit der Spermien beeinträchtigen. Reichlich Zink steckt beispielsweise in Schalentieren wie Austern sowie in Innereien, rotem Fleisch und Hülsenfrüchten.

Bei Männern weisen vor allem die Geschlechtsorgane eine besonders hohe Zinkkonzentration auf. Zink schützt die Spermien vor freien Radikalen und die Struktur des Erbmaterials im Zellkern der Spermien. Schließlich wurde wissenschaftlich auch belegt, dass Zink die Spermien im „Wartezustand“ vor dem Samenerguss vor unnötigem Energieverbrauch bewahrt. Zink ist an der Bildung des männlichen Hormons Testosteron beteiligt. Ein Mangel an Testosteron zieht eine verminderte Spermienbildung nach sich. Aber auch die sexuelle Lust wird eher zum sexuellen Frust. Die Spermienproduktion ist sehr stark zinkabhängig. Ausdauer und Beweglichkeit der Spermien sind ebenfalls vom Zinkgehalt im Körper abhängig. Zink fördert die Entstehung und Reifung der Spermien. Rund 1000 Spermien pro Sekunde werden gebildet. Spermien brauchen ungefähr 2 bis 3 Monate, bis sie ausgereift sind. Aber auch vermehrt Fehlbildungen und Erbschäden an den Spermien können als Folge des Zinkmangels auftreten. Auch die Qualität der Spermien leidet, so dass sie nicht mehr in der Lage sind, in die Eizelle einzudringen.

Schema: Zink und Spermienbildung

Zink und die weibliche Fruchtbarkeit

Bei Frauen gibt es Hinweise darauf, dass ein Zinkmangel zu Zyklusstörungen führen kann. So kann Zinkmangel bei Frauen Zyklusstörungen verursachen und so die Chancen für eine Empfängnis drastisch reduzieren. Die Serumkonzentrationen der Sexualhormone Östrogen und Progesteron fallen unter den Normbereich. Auch das Risiko für Missbildungen und Komplikationen während der Schwangerschaft - wie Plazentaablösung, Fehl- und Frühgeburten - ist deutlich erhöht. Die Eizellen brauchen größere Mengen von Zink. Sonst reifen sie nicht vollständig aus. Auch die Zellteilung und Einnistung des Embryos soll durch einen ausreichenden Zinkspiegel gefördert werden.

Bei Frauen können sowohl Übergewicht als auch Untergewicht den Hormonhaushalt so durcheinanderwirbeln, dass die Fruchtbarkeit beeinträchtigt ist. Oft bleibt sogar der Eisprung aus. Zink beeinflusst nicht nur die Produktion von Geschlechtshormonen. Es kommt auch hochkonzentriert in den Sexualorganen vor, weil es dort wichtige Vorgänge für die Fruchtbarkeit steuert, z.B. das Ausreifen von Eizellen bei der Frau und die Produktion von Spermien beim Mann.

Zinkmangel als Ursache für unerfüllten Kinderwunsch?

Unerfüllter Kinderwunsch ist in Deutschland ein wachsendes Problem. Schätzungen zufolge bleiben hierzulande 15 Prozent der Paare ungewollt kinderlos - Tendenz steigend. Von 2013 bis 2020 habe sich der Anteil der Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch von 25 auf 32 % erhöht, berichtet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Viele Paare bleiben ungewollt kinderlos, manchmal sogar über Jahre hinweg. Hinter einem unerfüllten Kinderwunsch können viele verschiedene Ursachen stecken - auch ein Zinkmangel, denn das Spurenelement ist nicht nur für ein schlagkräftiges Immunsystem, die Wundheilung sowie für die Haut, die Haare und die Nägel, sondern auch für die Fruchtbarkeit von Mann und Frau wichtig.

Ein Zinkmangel ist nur einer von vielen Faktoren, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können. In einigen Fällen stecken auch Erkrankungen hinter einem unerfüllten Kinderwunsch. So können bei Frauen beispielsweise ein Diabetes oder bestimmte Hormonstörungen (z. B. PCO-Syndrom) die Fruchtbarkeit verringern. Dauerstress hat zahlreiche negative Auswirkungen auf unseren Körper. Unter anderem beeinträchtigt er die Funktion des sogenannten Hypothalamus - das ist der Teil unseres Gehirns, der für die Steuerung des Stoffwechsels und des Hormonhaushaltes verantwortlich ist. Auf diese Weise kann Stress bei Frauen unter anderem dazu führen, dass sich der Eisprung verzögert. Zusätzlich entwickelt sich unter ständigem Druck eher ein Zinkmangel, der sich gerade bei Männern ebenfalls negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken kann.

Infografik: Faktoren, die die Fruchtbarkeit beeinflussen

Die Bedeutung von Ernährung und Lebensstil

Gerade wenn ein Kinderwunsch besteht, sollten Sie ganz besonders auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Bei einer veganen Ernährung ist es vor allem wichtig, die Versorgung mit Eiweiß, Jod, Eisen, Kalzium, Zink, Vitamin B12 und Vitamin D im Blick zu haben. Experten empfehlen Frauen zudem, schon vor der Schwangerschaft ein Folsäure-Präparat einzunehmen.

Zinkreiche Lebensmittel:

  • Austern
  • Rindfleisch
  • Schweinefleisch
  • Käse
  • Milch
  • Eier
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse (z.B. Cashew- und Pekannüsse)
  • Weizen- und Roggenkeimlinge

Es ist wichtig zu beachten, dass der Körper Zink aus pflanzlichen Lebensmitteln weniger gut aufnehmen kann. Daher reicht manchmal die mit der Nahrung aufgenommene Zinkmenge nicht aus, insbesondere wenn ein erhöhter Bedarf besteht oder wenn ein Mensch viel von diesem Mineralstoff verliert, zum Beispiel durch Sport oder aufgrund von Krankheiten. Die Nationale Verzehrsstudie II ermittelte, dass rund 32 % der Männer und 21 % der Frauen in Deutschland die täglich empfohlene Zinkzufuhr nicht erreichen.

Allgemeine Tipps bei Kinderwunsch:

  • Nicht rauchen: Rauchen senkt nachweislich die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern.
  • Maßvoll Alkohol trinken: Größere Alkoholmengen schädigen die Fortpflanzungsorgane.
  • Gesundes Körpergewicht: Stark übergewichtige Frauen haben aufgrund eines hormonellen Ungleichgewichts häufig Zyklusstörungen. Bei übergewichtigen Männern ist das Risiko für eine gestörte Hodenfunktion und eine verminderte Spermienproduktion erhöht. Auch Untergewicht kann die Chance auf eine Schwangerschaft verringern.
  • Keine starken körperlichen Belastungen: Intensives Training, Extremsport und schwere körperliche Arbeit können den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Moderates Training, wie 30 Minuten tägliche Bewegung, kann die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen.
  • Ausreichend Schlaf: Wenig und unregelmäßiger Schlaf sind Stressfaktoren und können sich negativ auf Körperfunktionen auswirken.

Wann zum Arzt und welche Optionen gibt es?

Die Frage, wann man zum Arzt gehen sollte, wenn sich keine Schwangerschaft einstellt, kann pauschal nicht beantwortet werden. Ab 38 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit der Frau statistisch gesehen sehr rasch ab. Wenn Sie beschlossen haben, diesen Schritt zu gehen, ist es wichtig, dass sich beide Partner untersuchen lassen. Bei einem unerfüllten Kinderwunsch kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein, um mögliche Ursachen wie Zinkmangel, hormonelle Störungen oder andere Erkrankungen zu identifizieren.

In einigen Fällen kann eine Zink-Supplementierung sinnvoll sein, insbesondere wenn ein nachgewiesener Zinkmangel vorliegt oder die Ernährung nicht ausreichend Zink liefert. Zinktabletten aus der Apotheke sind eine gute Möglichkeit, um die Zinkzufuhr zu erhöhen und die Zinkdepots bei einem Mangel wieder aufzufüllen. Welche Zinkdosierung bei Kinderwunsch ratsam ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt. Es gibt auch spezifische Präparate, die organische Zinkverbindungen enthalten, welche der Körper gut aufnehmen kann.

Selbstmedikation sollte kritisch hinterfragt werden. Zink stärkt auch das Immunsystem, was bei bestimmten Erkrankungen wie Endometriose kontraproduktiv sein kann, wie im Fall der Einnahme von Zinktabletten durch den Mann, während die Frau darauf verzichtet. Die Ärztin empfahl der Frau stattdessen die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren, was eine individuell angepasste Empfehlung darstellt.

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