Wind- und Wettercremes für Babys: Anwendung und Inhaltsstoffe

Die zarte Haut von Babys ist besonders empfindlich gegenüber den Einflüssen des kalten Winterwetters. Lange Aufenthalte an der frischen Luft, wie sie Kinderärzte empfehlen, können die Haut strapazieren, austrocknen und zu Rissen führen. Wind- und Wettercremes sollen hier Abhilfe schaffen, indem sie die Haut vor Austrocknung schützen und beruhigen.

Illustration von Babyhaut, die durch Kälte und Wind gereizt ist, mit einer schützenden Creme.

Warum Kinderhaut im Winter besonderen Schutz benötigt

Kinderhaut ist im Winter besonderen Belastungen ausgesetzt. Die Hornschicht ist dünner als bei Erwachsenen, und die Talgdrüsen produzieren weniger Fett, was die Haut anfälliger für Austrocknung macht. Bei niedrigen Temperaturen verliert die Haut zudem schneller Feuchtigkeit. Dies kann dazu führen, dass die Haut trocken wird, juckt und kleine Risse entstehen. Selbst bei milderen Temperaturen können Wind und wechselnde Witterungsverhältnisse die Haut reizen.

Babys besitzen eine unausgereifte Hautbarriere, die sensibel auf Kälte, Wind und Nässe reagiert. Ohne entsprechenden Schutz trocknet die Haut aus, wird rissig und gereizt. Die Haut von Babys ist zudem 30 Prozent dünner als Erwachsenenhaut und verliert schneller Feuchtigkeit, da die Talgproduktion gering ist. Zusätzlich fehlt Melanin, was bedeutet, dass UV-Strahlen auch im Winter eine Belastung darstellen können.

Wann ist eine Wind- und Wettercreme ratsam?

Eine spezielle Wind- und Wettercreme ist für Babys sinnvoll, sobald sie regelmäßig und längere Zeit (in der Regel ab dem 3. Lebensmonat) draußen in kühlem, windigem oder nasskaltem Wetter verbringen. Dies gilt insbesondere, wenn die Aufenthalte im Freien 15-20 Minuten überschreiten.

In den ersten Lebenswochen, wenn Neugeborene meist drinnen bleiben und kurze Spaziergänge nur wenige Minuten dauern, reichen Kleidung und die Kinderwagenhaube in der Regel als Schutz aus. Eine Creme ist dann selten notwendig. Sobald Babys jedoch mehr Zeit im Freien verbringen und ihre Haut dünn und durchlässig bleibt, der Fettfilm sich nur langsam stabilisiert und Kälte sowie trockene Luft angreifen, wird der Einsatz einer Wind- und Wettercreme ratsam.

Auch bei wechselhaftem Wetter, zum Beispiel an windigen Frühlingstagen, kann eine solche Creme Schutz bieten. Die Haut sollte etwa 15 Minuten vor dem Rausgehen dünn auf Wangen, Nase, Stirn, Kinn und Händen aufgetragen werden. Eine fingertellige Menge ist für ein Baby ausreichend.

Schutz vor Kälte, Wind und Nässe

Eine Wind- und Wettercreme bildet einen Schutzfilm gegen Kälte, Wind und Nässe. Sie ist in der Regel reichhaltig, lipidreich und wasserarm, um das Gefrieren von Feuchtigkeit auf der Haut bei Minusgraden zu verhindern. Feuchtigkeit auf der Haut, sei es durch Tränen, Speichel oder Schweiß, kann bei Minusgraden gefrieren und die Belastung für die Haut verstärken, wodurch sie schneller austrocknet. Eine wasserarme Wind- und Wettercreme beugt diesem Effekt vor.

Die Zusammensetzung solcher Cremes beinhaltet oft pflanzliche Öle zur Rückfettung, wie Aprikosenkern-, Avocado-, Rizinus- oder Sonnenblumenöl, sowie Sheabutter. Manchmal werden gleich mehrere Öle kombiniert.

Videografik: So wird aus Wind Strom

Inhaltsstoffe und potenzielle Probleme

Bei der Bewertung von Wind- und Wettercremes für Babys und Kinder ist die Zusammensetzung entscheidend. Es wurde beobachtet, dass fast alle getesteten Produkte Duftstoffe oder ätherische Öle enthalten. Manche Duftstoffe können Allergien auslösen und müssen laut EU-Kosmetikverordnung ab bestimmten Konzentrationen einzeln aufgelistet sein. Es gab Fälle, in denen Duftstoffe nicht deklariert waren, obwohl dies aufgrund ihrer Konzentration erforderlich gewesen wäre.

Kritisch wird auch die Werbung mit "parfümfrei" bewertet, wenn gleichzeitig Inhaltsstoffe wie Benzylalkohol enthalten sind, der auch als Konservierungsstoff dienen kann. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Rheinland weist darauf hin, dass diese Auslobung irreführend sein kann.

Der Begriff "hypoallergen" wird ebenfalls als problematisch angesehen, da er nicht klar definiert ist und dennoch allergene Stoffe im Produkt enthalten sein können. Dies bietet Verbrauchern keine wirkliche Hilfe.

Schwermetalle und Kaolin

Wenn Kaolin (Tonerde) in den Inhaltsstoffen deklariert ist, besteht die Möglichkeit, dass das Produkt mit Schwermetallen und anderen problematischen Elementen verunreinigt ist. Zwar sind giftige Schwermetalle laut EU-Kosmetikverordnung in Kosmetika verboten, doch Tests haben gezeigt, dass Substanzen wie Arsen und Blei in einigen Produkten nachgewiesen wurden. Die Überschreitung von Orientierungswerten bedeutet nicht zwangsläufig ein Gesundheitsrisiko, wird aber als kritisch angesehen.

Palmöl und seine Folgen

Einige Inhaltsstoffe, wie Glycerin, Ethylhexyl Stearate, Caprylic/Capric Triglyceride und Magnesium Stearate, können aus Bestandteilen der Ölpalme hergestellt sein. Die Produktion von Palmöl führt in Indonesien und Malaysia zur massiven Zerstörung von Regenwäldern und Torfgebieten, was wiederum die Zerstörung von Lebensräumen und die Gefährdung von Arten wie dem Orang-Utan zur Folge hat. Zudem werden durch die Waldzerstörung und die Entwässerung von Torfgebieten große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt, was zum Klimawandel beiträgt. Die Ausdehnung von Palmölplantagen kann auch zu sozialen Konflikten führen, wenn die einheimische Bevölkerung ihr Land verliert.

Obwohl es seit 2016 eine Deklarationspflicht für Palmöl in Lebensmitteln gibt, besteht für Kosmetika noch keine solche Pflicht. Viele Begriffe auf den Inhaltsstofflisten können sich hinter Palmölbestandteilen verbergen, was es für Verbraucher schwierig macht, den Kauf von Palmprodukten gänzlich zu vermeiden. Es wird empfohlen, Hersteller aktiv aufzufordern, kein Palmöl aus Regenwald- und Torflandzerstörung zu verwenden.

Infografik, die die Auswirkungen der Palmölproduktion auf Regenwälder und die Tierwelt zeigt.

Verpackungsmaterial und Nachhaltigkeit

Beim Verpackungsmaterial gibt es ebenfalls Verbesserungspotenzial. Die Hälfte der Hersteller setzt kein recyceltes Plastik (Rezyklat) ein oder hat die Anteile nicht nachgewiesen. Zudem sind einige Produkte unnötigerweise doppelt verpackt, was bei Kunststoff- oder Aluminiumtuben nicht erforderlich ist.

Empfehlungen und Anwendungstipps

Die Haut von Babys ist empfindlich und benötigt im Winter besonderen Schutz. Eine Wind- und Wettercreme sollte als Kälte- und Wundschutz auf die Haut aufgetragen werden, besonders bei gefühlter und tatsächlicher Kälte bis zu Minusgraden. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte überschüssige Creme vom Gesicht des Babys sanft mit lauwarmem Wasser gereinigt werden. Aggressive Waschsubstanzen sollten vermieden werden.

Bei Babys mit Neurodermitis ist besonderer Schutz erforderlich, da ihre Hautbarriere noch schwächer ist. Von reiner Vaseline wird abgeraten, da sie die Haut zwar schützt, aber schwer ist und die Haut nicht atmen lässt.

Eine gute Wind- und Wettercreme kombiniert einen Schutzfilm (z.B. durch Zinkoxid oder pflanzliche Butter) mit pflegenden Ölen (wie Mandel- oder Nachtkerzenöl) und beruhigenden Wirkstoffen (wie Panthenol). Produkte, die auf Parfüm, Mikroplastik und kritische Zusätze verzichten, sind empfehlenswert.

Bei normalen Spaziergängen von 30-60 Minuten ist ein einmaliges Auftragen vor dem Rausgehen in der Regel ausreichend. Bei sehr langen Aufenthalten im Freien, starkem Wind, Nässe oder wenn das Baby sich viel im Gesicht reibt, kann nachgecremt werden. Auch im geschützten Kinderwagen kann Wind die Haut austrocknen. Zudem kann das durch die Atemluft entstehende feuchte Mikroklima die Haut zusätzlich belasten. Der Schutzfilm der Creme bewahrt die Haut vor diesem Wechsel aus Feuchtigkeit und kalter Luft.

Die bisherige Pflege mit Mandelöl als Badezusatz und Calendula-Windelcreme kann für Babys im Alter von wenigen Monaten ausreichend sein. Möglicherweise benötigt die Körperhaut im Winter mehr Pflege, falls trockene Anzeichen auftreten. Dann kann das Baby nach dem Baden mit einer Calendulalotion eingecremt werden.

Für ältere Kinder, die beispielsweise beim Schlittenfahren, Winterwandern oder Weihnachtsmarktbesuch draußen sind, sind Wind- und Wettercremes ebenfalls sinnvoll. Die Haut sollte beim Heimkommen von überschüssiger Creme befreit werden.

Es wird empfohlen, keine zu wasserhaltige Creme bei Minustemperaturen zu verwenden, da diese auf der Haut gefrieren kann. Eine wasserarme Formulierung ist hier besser geeignet.

Die PAEDIPROTECT WIND & WETTERCREME wird als Beispiel für eine Creme genannt, die Kälteschutz mit LSF 15 kombiniert und vor Nässe, Wind und UV-Strahlung schützt. Sie enthält Hagebuttenkern-, Nachtkerzen- und Mandelöl und verzichtet auf Parfüm, Mikroplastik und kritische Zusätze. Sie eignet sich für Babys, Kinder und Erwachsene.

Viele Wind- und Wettercremes sind empfehlenswert, wobei die Preisunterschiede groß sein können. Für die günstigsten "sehr guten" Produkte zahlt man nur rund 0,60 Euro pro 50 ml.

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