Weniger Kindsbewegungen in der 25. SSW: Ursachen und was Sie tun können

Das Gefühl von Kindsbewegungen ist für werdende Eltern ein wichtiger Indikator für das Wohlbefinden ihres Babys. In der 25. Schwangerschaftswoche (SSW) sind die Bewegungen des Kleinen normalerweise deutlich zu spüren und es gibt kaum eine Tageszeit, zu der keine Aktivität zu verzeichnen ist. Das Baby strampelt, tritt, schlägt Purzelbäume und streckt sich, um seine Beweglichkeit zu trainieren und die Muskulatur zu kräftigen.

Diese Phase der Schwangerschaft ist auch geprägt von wichtigen Entwicklungen des Gehirns und der Nerven. Das Gehirn differenziert sich weiter in einzelne Bereiche, und die Verlagerung von sensorischen und motorischen Fähigkeiten in den Cortex (die Großhirnrinde) beginnt. Das Baby kann nun auf Berührungen reagieren, beispielsweise wenn die werdende Mutter ihren Bauch eincremt. Auch der Sehnerv nimmt seine Arbeit auf, und das Baby kann auf Licht reagieren.

Eine wichtige Frage für werdende Eltern ist die Überlebenschance bei einer Frühgeburt in der 25. SSW. Mit jeder weiteren Woche in der Schwangerschaft steigen die Überlebenschancen. Wirklich problemlos kommt ein Baby jedoch erst ab der 36. SSW zurecht, auch wenn dann noch Unterstützung bei der Atmung benötigt wird. Ärzte setzen daher in der Regel alles daran, eine vorzeitige Geburt zu verhindern.

Veränderungen der Kindsbewegungen in der 25. SSW

Einige werdende Mütter berichten jedoch, dass sie ab der 25. SSW oder kurz danach eine deutliche Abnahme der Kindsbewegungen bemerken. Während die Bewegungen zuvor kräftig und häufig waren, werden sie plötzlich zaghafter oder sind über den Tag verteilt kaum noch spürbar. Solche Veränderungen können verunsichern und Sorgen auslösen.

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich das Bewegungsverhalten des Babys ändern kann:

  • Wachstumsschübe: Das Baby kann sich in Phasen des schnellen Wachstums vorübergehend ruhiger verhalten.
  • Lageveränderung: Das Baby kann sich gedreht haben, sodass seine Tritte und Bewegungen weniger intensiv von der Mutter wahrgenommen werden, weil sie ins "Leere" gehen.
  • Ruhephasen des Kindes: Ähnlich wie Neugeborene haben auch Föten Schlafphasen, in denen sie weniger aktiv sind.
  • Plazentalage: Eine Hinterwandplazenta ermöglicht oft eine frühere und deutlichere Wahrnehmung der Kindsbewegungen. Bei einer Vorderwandplazenta kann es sein, dass die Bewegungen erst später oder weniger intensiv gespürt werden.
  • Individuelle Entwicklung: Jedes Baby entwickelt sich anders, und es gibt keine feste Regel, wie intensiv oder häufig die Bewegungen sein müssen.
Schema der Gebärmutter mit Lage der Plazenta (Vorder- und Hinterwand)

Manche Quellen nennen Richtwerte wie "10 Bewegungen in 2 Stunden", die jedoch von vielen Frauenärzten als nicht immer zutreffend oder sogar als Humbug bezeichnet werden. Die subjektive Wahrnehmung der Mutter spielt eine entscheidende Rolle.

Was tun bei nachlassenden Kindsbewegungen?

Wenn Sie besorgt sind, weil Sie Ihr Baby weniger spüren, ist es wichtig, nicht in Panik zu verfallen. Es gibt mehrere Schritte, die Sie unternehmen können:

1. Ruhe bewahren und bewusst wahrnehmen

Versuchen Sie, sich in Ruhe auf die linke Seite zu legen und sich etwa zwei Stunden Zeit zu nehmen, um die Bewegungen Ihres Kindes bewusst wahrzunehmen. Konzentrieren Sie sich und zählen Sie mit. Manchmal sind die Bewegungen nur sanfte Stupser, die leicht zu überhören sind.

2. Professionelle Hilfe suchen

Wenn Sie sich weiterhin unsicher sind oder die Reduzierung der Bewegungen über einen längeren Zeitraum anhält, ist es ratsam, Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme zu kontaktieren. Diese können durch Untersuchungen wie ein CTG (Kardiotokographie) oder eine Ultraschalluntersuchung den Zustand des Kindes beurteilen und mögliche Ursachen abklären.

Wichtiger Hinweis: Verlassen Sie sich nicht auf für den Hausgebrauch gedachte Geräte wie Angelsounds, um die Herztöne zu messen. Diese können verunsichern und sind kein Ersatz für eine fachärztliche Untersuchung.

CTG lernen für Anfänger

3. Informationen über Totgeburten und deren Ursachen

In seltenen Fällen können nachlassende Kindsbewegungen ein Hinweis auf ernstere Probleme sein. Eine Totgeburt, definiert als der Tod des Fötus ab der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche oder einem Geburtsgewicht von mindestens 500 Gramm, ist zwar selten, aber eine extrem schmerzhafte Erfahrung. Ursachen für Fehl- oder Totgeburten können vielfältig sein und reichen von genetischen Defekten über Infektionen bis hin zu Problemen mit der Plazenta oder Nabelschnur. Fachleute sprechen von einer Totgeburt, wenn der Fötus nicht mehr lebt und dies ab der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche festgestellt wird.

Die Geburt von Kindern, die still zur Welt kommen, wird oft als Geburt eines "Sternenkindes" bezeichnet. Die Geburt selbst wird in der Regel auf normalem Wege eingeleitet, um die Risiken für die Mutter zu minimieren. Eine Ausnahme bildet der medizinische Notfall einer plötzlichen Plazentaablösung, die oft einen schnellen Kaiserschnitt erfordert.

Nach der Geburt eines Sternenkindes haben Eltern die Möglichkeit, sich in aller Ruhe von ihrem Kind zu verabschieden. Sie erhalten Raum und Zeit für diesen Prozess und können Erinnerungsstücke wie Fotos oder Fußabdrücke erhalten. Unterstützung durch Krankenhausseelsorge, Trauerbegleiter und Informationen zu Beerdigungsmöglichkeiten sowie Selbsthilfegruppen sind ebenfalls verfügbar.

Körperliche Veränderungen in der 25. SSW

Die 25. SSW ist auch durch deutliche körperliche Veränderungen bei der werdenden Mutter gekennzeichnet. Die Gebärmutter wächst auf die Größe eines Fußballs, und das Baby benötigt mehr Platz. Das Bindegewebe dehnt sich, was zu Schwangerschaftsstreifen führen kann. Es bildet sich mehr Körperfett als Energiereserve für Geburt und Stillzeit.

Wassereinlagerungen, besonders in den Beinen, können zu Schweregefühl und Müdigkeit führen. Regelmäßiges Hochlegen der Füße und ausreichende Bewegung sind wichtig, um den Kreislauf zu unterstützen und den Abtransport von Wasser zu fördern. Der Schwerpunkt des Körpers verlagert sich nach vorne, was zu Rückenschmerzen führen kann, da die unteren Lendenwirbel nachgeben.

Eine mögliche Komplikation ist die Präeklampsie, eine Form der Schwangerschaftsvergiftung, die sich durch Bluthochdruck, Eiweiß im Urin und Wassereinlagerungen äußert. Bei schweren Formen können Krämpfe und Sehstörungen auftreten. Die Behandlung umfasst blutdrucksenkende Mittel und Bettruhe; in schweren Fällen kann eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft notwendig sein.

Illustration von Wassereinlagerungen in den Beinen einer Schwangeren

Nach der Geburt: Mutterschutz und Nachsorge

Nach der Geburt eines Kindes, auch eines Sternenkindes, gelten bestimmte Regelungen zum Mutterschutz. Bei Geburten ab der 28. SSW beträgt dieser acht Wochen. Lag die Geburt vor der vollendeten 37. SSW, haben Mütter Anspruch auf zwölf Wochen Mutterschutz. Um Milcheinschuss zu vermeiden, werden in der Regel Abstilltabletten verabreicht.

Etwa zwei bis sechs Wochen nach der Geburt sollte ein Termin für die Nachuntersuchung in der gynäkologischen Praxis vereinbart werden.

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