Eisprung nach positivem LH-Test: Was Sie wissen müssen

Ein Ovulationstest, auch bekannt als LH-Test oder Eisprungtest, verspricht, den monatlichen Eisprung (Ovulation) und somit die fruchtbaren Tage schnell und sicher anzuzeigen. Ähnlich wie ein Schwangerschaftstest misst er den Anstieg eines Hormons im Urin. Doch wie sicher ist ein solcher Test? Dieser Artikel beleuchtet, wie ein Ovulationstest funktioniert, wie Sie ihn korrekt anwenden, was das Ergebnis aussagt und welche Schwankungen das Testergebnis unterliegt.

Was ist ein Ovulationstest?

Ein Ovulationstest (LH-Test, Eisprungtest) ist ein frei verkäufliches Testsystem, das Frauen helfen soll, ihren Eisprung möglichst einfach und sicher festzustellen und auf diese Weise ihre fruchtbaren Tage zu identifizieren. Anbieter werben damit, dass eine Schwangerschaft auf diese Weise einfacher gelingen soll. Studien konnten belegen, dass sich mit Ovulationstests höhere Schwangerschaftsraten erzielen lassen.

Ovulationstests sind in unterschiedlich kostspieligen Ausführungen erhältlich, von einfachen Teststreifen (ab etwa 20 Euro) bis hin zu kleinen Fertilitätscomputern (bis zu etwa 200 Euro).

Wie funktioniert ein Ovulationstest?

Ein Ovulationstest funktioniert im Prinzip ähnlich wie ein Schwangerschaftstest: Etwas Urin wird auf den Teststreifen aufgetragen, und kurz darauf lässt sich anhand der Verfärbung das Ergebnis erkennen. Beim Ovulationstest zeigt sich, ob Sie sich kurz vor Ihren fruchtbaren Tagen befinden (periovulatorische Phase).

Dazu misst der Test die Konzentration des eisprungauslösenden luteinisierenden Hormons (LH). Etwa 24 bis 36 Stunden, bevor sich die Eizelle aus dem Eierstock löst (Eisprung), steigt dieses Hormon im Urin deutlich an und lässt sich mit Hilfe von Antikörpern gegen LH auf dem Teststreifen sichtbar machen. Einfachere Tests zeigen diesen sprunghaften Anstieg anhand von doppelten Streifen an. Moderne Geräte verfügen sogar über eine digitale Displayanzeige. Manche Testverfahren bestimmen zusätzlich auch den Östrogen- bzw. Estradiolspiegel.

Schema des weiblichen Menstruationszyklus mit Hervorhebung des LH-Anstiegs und des Eisprungs.

Ovulationstest: Anwendung

Jeden Tag einen Test durchzuführen, kann lästig und auf Dauer teuer werden. Um das Zeitfenster des Eisprungs etwas einzugrenzen, sollten Sie zuerst Ihre Zykluslänge ermitteln: Zählen Sie die Tage, die vom ersten Tag Ihrer Periode bis zum Einsetzen der darauffolgenden Periode vergehen. Die Zykluslänge entscheidet darüber, wann Sie den ersten Teststreifen für den Ovulationstest einsetzen müssen, um den Eisprung nicht zu verpassen. So erfolgt der Eisprung bei einer durchschnittlichen Zykluslänge von 28 Tagen etwa am 11. Tag nach Menstruationsbeginn.

Falls Sie gerade erst die Pille oder ein anderes hormonelles Verhütungsmittel abgesetzt haben, ist Ihr Zyklus möglicherweise noch unregelmäßig. Das kann die Ermittlung der Zykluslänge und damit des geeigneten Zeitpunktes für den Testbeginn erschweren. Gehen Sie dann vom kürzesten Zyklus als Richtwert aus, um die fruchtbaren Tage nicht zu verpassen.

Sie können den Teststreifen entweder ein paar Sekunden direkt unter den Urinstrahl halten oder in einen Becher mit dem zuvor gesammelten Urin. Je nach Anbieter wird das Ergebnis im Anzeigefeld nach etwa fünf bis zehn Minuten sichtbar.

Tipps für ein korrektes Testergebnis:

  • Vor dem Ovulationstest sollten Sie einige Stunden nicht urinieren und nicht übermäßig viel trinken, um den LH-Gehalt im Urin nicht zu verdünnen.
  • Führen Sie die Messung möglichst immer zur gleichen Uhrzeit durch.
  • Lesen Sie vor der Anwendung sorgfältig die Packungsbeilage des Testsystems, das Sie nutzen, da manchmal Morgenurin empfohlen wird.

Ovulationstest im Zyklus

Im normalen Zyklusverlauf steigen und sinken die LH-Werte. Von Frau zu Frau können die Konzentrationen zu den verschiedenen Zyklusphasen jedoch mitunter stark variieren.

Ovulationstest negativ

Abhängig von der persönlichen Zykluslänge startet jede Frau an einem anderen Tag mit dem ersten Teststreifen. Zu Beginn der Messreihe sollte der Ovulationstest immer negativ ausfallen, da das luteinisierende Hormon noch nicht ausreichend stark angestiegen ist. Bleibt auch an den folgenden Tagen der Ovulationstest immer negativ, findet womöglich in diesem Zyklus kein Eisprung statt. Es kann aber auch sein, dass der Hormonspiegel im Zyklusverlauf nur gering zunimmt und das verwendete Testverfahren nicht sensitiv genug ist, um diesen schwachen Anstieg anzuzeigen.

Beobachten Sie dies über mehrere Zyklen, sollten Sie Ihren Frauenarzt konsultieren. Dieser kann in einer Laboranalyse Ihren LH-Wert bestimmen. Möglicherweise ist der verwendete Test für Ihren LH-Wert nicht sensitiv genug oder eine Unterfunktion der Eierstöcke (Ovarialinsuffizienz) lässt den Ovulationstest immer negativ ausfallen (z.B. bei Kallmann-Syndrom, Magersucht, Einnahme der Pille).

Ovulationstest positiv

War der Ovulationstest in der Follikelphase negativ, schnellt der LH-Spiegel im Urin kurz vor dem Eisprung in die Höhe. Im besten Fall erscheint ein eindeutig positives Signal auf dem Teststreifen, was bedeutet, dass das Hormon nun in ausreichend hoher Konzentration im Urin vorhanden ist. Ist der Ovulationstest positiv, steht also der Eisprung kurz bevor. Eine schwache Linie spricht für einen geringen LH-Spiegel.

Nach dem Eisprung sollte der LH-Gehalt im Urin wieder abnehmen und der Ovulationstest negativ werden. Mitunter jedoch bleibt der Ovulationstest immer positiv. Hierfür können eine Unterfunktion der Eierstöcke (primäre Ovarialinsuffizienz), polyzystische Ovarien oder die beginnende Menopause verantwortlich sein. Frauen in den Wechseljahren haben LH-Werte über 30 U/l.

Ovulationstest positiv: Wie lange fruchtbar?

Ist der Ovulationstest positiv, bleibt nicht viel Zeit. Etwa 24 bis 36 Stunden nach dem LH-Anstieg "springt" das Ei. Hat die reife Eizelle den Eierstock verlassen, ist sie nur noch etwa einen Tag befruchtungsfähig. Wünschen Sie sich ein Kind, sollten Sie daher innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden ungeschützten Geschlechtsverkehr haben.

Mit anderen natürlichen Methoden zur Familienplanung (wie Temperaturmethode, Billings-Methode) lässt sich das relativ enge Zeitfenster vergrößern, da diese den Eisprung etwas früher anzeigen und Spermien im Körper der Frau bis zu fünf Tage überlebensfähig sind.

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Wie sicher ist ein Ovulationstest?

Positiv oder negativ - nicht immer ist der Test korrekt. Zum einen können individuell unterschiedliche LH-Spiegel in Kombination mit der Sensitivität des verwendeten Ovulationstests der Grund sein, dass bei der einen Frau ein Test gut funktioniert und bei der anderen nicht. Manchmal hilft es daher, verschiedene Anbieter parallel auszuprobieren. Auch der Zeitpunkt der Messung kann das Ergebnis beeinflussen, da die LH-Konzentrationen im Urin im Tagesverlauf schwanken können.

Zum anderen können auch Medikamente (Antibiotika, Psychopharmaka, Hormonpräparate) sowie Erkrankungen von Leber, Niere oder Eierstöcken die Sicherheit des Ovulationstests beeinträchtigen.

Ovulationstest zur Verhütung?

Wenn der Ovulationstest die fruchtbaren Tage anzeigt, sollten sich im Rückschluss auch die unfruchtbaren Tage identifizieren lassen. Lässt sich also ein Ovulationstest zur Verhütung verwenden? Die Antwort lautet: besser nicht. Aufgrund der Unsicherheiten der Testsysteme und Zyklusschwankungen ist ein Ovulationstest allein keine sichere Verhütungsform. Nur als Ergänzung zu anderen natürlichen Methoden der Familienplanung (wie der symptothermalen Methode) kann er bei der Verhütung helfen - insbesondere Frauen, die keine hormonellen Verhütungsmittel vertragen (etwa aufgrund von Migräne, Thrombose, Schlaganfall).

Rechtzeitig vor den fruchtbaren Tagen müssen Sie also eine andere Form der Verhütung wählen oder sich in Enthaltsamkeit üben. Einen Schutz vor Geschlechtskrankheiten bietet der Ovulationstest natürlich ebenfalls nicht.

Ovulationstest als Schwangerschaftstest?

Manche Frau nutzt den Ovulationstest als Schwangerschaftstest, um eine Befruchtung zu einem relativ frühen Zeitpunkt nachzuweisen. Dies ist prinzipiell möglich, da das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin) dem LH strukturell ähnlich ist und daher ebenfalls an die LH-Antikörper auf dem Teststreifen binden kann. Das heißt: Sind Sie schwanger, nimmt die hCG-Konzentration exponentiell zu, sodass ein Ovulationstest bei Schwangerschaft positiv ausfallen kann. Leider lässt sich aber nicht zweifelsfrei sagen, ob es sich tatsächlich um das Schwangerschaftshormon handelt und nicht doch um LH. Letztlich kann ein Ovulationstest nur "orakeln", ob eine Schwangerschaft besteht; Gewissheit bringt jedoch nur ein richtiger Schwangerschaftstest oder der Besuch beim Frauenarzt. Umgekehrt funktioniert es übrigens ebenfalls nicht: Ein Schwangerschaftstest eignet sich nicht als Ovulationstest.

Vergleich von Ovulationstest und Schwangerschaftstest.

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