Uschi Obermaier, geboren am 24. September 1946 in München, wurde zu einer schillernden Figur der deutschen 60er-Jahre-Bewegung und avancierte zum Sexsymbol einer ganzen Generation. Ihr Leben, geprägt von der Suche nach Freiheit, Liebe und Selbstbestimmung, führte sie durch die pulsierende Kunst- und Musikszene ihrer Zeit, von der Studentenrevolte bis zu globalen Reisen und einem Rückzug in die Natur.
Frühe Jahre und der Bruch mit Konventionen
Als Tochter eines Dekorateurs wuchs Uschi Obermaier in München auf. Ihr Vater verließ die Familie früh, und die Beziehung zum neuen Freund der Mutter gestaltete sich schwierig. Bereits mit 13 Jahren brach sie die Schule ab und begann eine Lehre als Fotoretuscheurin. Doch ihr Streben nach einem erfüllten Leben, das mehr auf schönen Erfahrungen als auf beruflicher Sicherheit basierte, führte sie dazu, diese Ausbildung nicht abzuschließen. Stattdessen begann sie eine Karriere als Fotomodell und zog in eine Wohngemeinschaft der Krautrock-Gruppe Amon Düül, die sich im Kontext der Studentenbewegung formierte.
Die Kommune und die politische Bühne
Bei einem Konzert von Amon Düül auf den Internationalen Essener Songtagen 1968 stand Obermaier auch auf der Bühne. Im Publikum verliebte sich der Psychologiestudent Rainer Langhans in sie. Uschi Obermaier zog daraufhin zu ihm in die politische Wohngemeinschaft "Kommune I". Die intellektuellen Diskussionen innerhalb der Kommune langweilten sie jedoch, und sie galt unter den Kommunarden, laut Langhans, aufgrund ihrer apolitischen Haltung eher als "puppiges Doofzeug" denn als ernstzunehmende politische Figur.

Nach der Auflösung der Kommune im Jahr 1969 zog Obermaier mit Langhans nach München. Zu dieser Zeit war sie bereits das bestbezahlte Model der Bundesrepublik mit einer Tagesgage von 1.500 D-Mark. Pläne für ein Festival im Stil von Woodstock scheiterten, doch die Kontakte zu den Rolling Stones blieben bestehen. Nach der Trennung von Langhans ging sie mit der Band auf Tournee.
Liebe, Reisen und ein unerfüllter Kinderwunsch
"Dann ist es zufällig so passiert, dass ich mich in drei Männer zur gleichen Zeit verliebt habe", erinnerte sich Obermaier später. Neben Mick Jagger und Keith Richards war der Hamburger Kiez-Größe Dieter Bockhorn, mit dem sie ab 1973 zusammenlebte, der dritte Mann in ihrem Leben. Mit Bockhorn unternahm sie mehrere Jahre lang Reisen um die Welt in umgebauten Bussen, vor allem durch Asien, die USA und Mexiko. Während dieser Zeit wurde Obermaier schwanger, verlor ihr Kind jedoch.
1983 starb Dieter Bockhorn, den sie unterwegs geheiratet hatte, betrunken bei einem Verkehrsunfall in Mexiko. Diese Tragödie stürzte die Sex-Ikone der 68er-Bewegung in eine tiefe Krise. Sie fand jedoch Halt in der Bekanntschaft mit einem amerikanischen Ehepaar, das sie aufnahm. Nach 30 Jahren in Kalifornien zog Obermaier schließlich nach Portugal, wo sie sich auf einem alten Bauernhof mit Mandelbäumen, Oliven und Feigenbäumen ein neues Zuhause schuf.

Uschi Obermaier heute: Ein Leben im Einklang mit sich selbst
Heute lebt Uschi Obermaier allein in den Bergen von Los Angeles und genießt ein ruhigeres Leben im Einklang mit der Natur. Auch mit über 70 Jahren ist sie gelegentlich noch als Model aktiv und teilt Eindrücke ihres Lebens auf ihrem Instagram-Profil. Sie hat sich von der turbulenten Vergangenheit gelöst und betont, dass sie nichts verpasst habe, sondern im Gegenteil alles ausgelebt habe. Ihre Rebellion manifestierte sich nicht nur in ihrer Beziehung zur Musik- und Kunstszene, sondern auch in ihrer Haltung zu Freiheit und Selbstbestimmung, die sie bis heute prägt.
Trotz ihres Rückzugs aus dem Rampenlicht bleibt Uschi Obermaier eine faszinierende Persönlichkeit, die mit ihrer Lebensgeschichte zeigt, wie man unkonventionelle Wege gehen und zu sich selbst finden kann. Sie hat sich von den Klischees ihrer Vergangenheit befreit und lebt heute ein selbstbestimmtes Leben, das von innerem Frieden und Dankbarkeit geprägt ist.
Uschi Obermaier. Medienbombe aus der Kommune 1.
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