Der menschliche Körper besteht zu einem großen Teil aus Flüssigkeit. Bei Männern liegt dieser Anteil im Durchschnitt bei 60 %, bei Frauen bei etwa 50 %, wobei der Fettanteil bei Frauen in der Regel höher ist. Säuglinge haben einen Flüssigkeitsgehalt von ca. 70 %, der im hohen Alter abnimmt. Blut beispielsweise besteht zu 90 % aus Wasser. Ein Mangel an Flüssigkeit kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führen, da der Organismus bereits nach 2 bis 4 Tagen nicht mehr in der Lage ist, harnpflichtige Substanzen auszuscheiden. Der Wasser-Elektrolyt-Haushalt wird durch ein Gleichgewicht zwischen Flüssigkeitsaufnahme und -abgabe (Flüssigkeitsbilanz) bestimmt.
Der Gesamtwassergehalt hängt vom Alter und Geschlecht ab. Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil des Körperwassers. Während Säuglinge etwa 70 % Wasser enthalten, sind es bei Senioren nur noch um die 50 %. Eine ausgeglichene Wasserbilanz, bei der Aufnahme und Abgabe etwa gleich sind, ist entscheidend.
Einflussfaktoren auf die Flüssigkeitsaufnahme und -abgabe
Die Aufnahme von Wasser im Darm wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Ein erhöhter Wasserbedarf besteht bei hohem Energieumsatz und Hitze. Oxidationswasser entsteht im Körper beim Abbau von Makronährstoffen wie Eiweiß, Fetten und Kohlenhydraten. Der Abbau von Eiweiß liefert nur wenig Oxidationswasser (ca. 41 ml/100 g), weshalb bei hohem Eiweißkonsum vermehrt Wasser zugeführt werden muss. 100 g abgebautes Fett liefern hingegen 107 ml und 100 g Kohlenhydrate etwa 55 ml Oxidationswasser. Täglich fließen dem Körper auf diese Weise im Durchschnitt etwa 300 ml Wasser zu. In bestimmten Situationen sind die Flüssigkeitsverluste erhöht und die Zufuhr muss entsprechend angepasst werden.
Ein Erwachsener besteht zu etwa 60 % aus Wasser. Davon befinden sich zwei Drittel im intrazellulären Raum (IZR), also innerhalb der Zellen, und ein Drittel im extrazellulären Raum (EZR), außerhalb der Zellen. Der EZR unterteilt sich weiter in das Interstitium, den Flüssigkeitsraum, der alle menschlichen Zellen unmittelbar umgibt, und den intravasalen Raum, den Flüssigkeitsraum innerhalb der Blutgefäße.
Die Regulation des Flüssigkeitshaushaltes ist ein komplexer Prozess. Täglich verliert der Körper etwa 2,5 Liter Flüssigkeit durch Schweiß, Atmung und Ausscheidungen. Wasser ist essenziell für den schnellen Abtransport von Stoffwechselgiften wie Milchsäure und Harnsäure. Verlorene Mineralstoffe werden durch rechtzeitiges Trinken rasch wieder aufgenommen.

Regelmäßiges Trinken versorgt die Zellen mit Wasser und gelösten Nährstoffen, was zu einer Erhöhung des Sauerstoffgehalts führt und den Zellen ermöglicht, ihre Funktionen optimal zu erfüllen. In Extremsituationen wie Stress, Überanstrengung oder Fehlernährung kann der Körper übersäuern. Der damit verbundene Flüssigkeitsverlust birgt ein hohes Komplikationsrisiko. Entzündungsbedingt erhöhter Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe und gefäßerweiternde Mediatoren können zu einem schnellen Blutdruckabfall bis hin zu Schockzuständen führen. Eine frühzeitige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist daher für die Prognose entscheidend, wobei sowohl zu geringe als auch zu aggressive Flüssigkeitssubstitution die Letalität erhöhen kann.
Flüssigkeitsmangel und seine Folgen
Flüssigkeitsmangel kann zu Kopfschmerzen führen. Eine Fallstudie aus dem Jahr 2004 berichtete, dass etwa 10 % der Probanden unter Kopfschmerzen litten, die sich bei 33 von 34 Patienten durch die Zufuhr von 500-750 ml Wasser innerhalb von 3 Stunden besserten. Auch Migräne-Betroffene bestätigen den Zusammenhang zwischen geringer Flüssigkeitszufuhr und Kopfschmerzen.
Eine geringe Trinkmenge wird, neben ballaststoffarmer Kost, oft als Ursache für anhaltende Verstopfung bei älteren Menschen angesehen. Während eine Steigerung der Trinkmenge eine bestehende Obstipation nicht unbedingt beseitigen kann, kann eine hohe Ballaststoffzufuhr bei gleichzeitig niedriger Trinkmenge eine Verstopfung begünstigen. Ballaststoffe benötigen eine ausreichende Flüssigkeitsmenge, um ihre Quellfähigkeit zu entfalten. Bei einer Ballaststoffdiät wird eine Trinkmenge von mindestens 1,5 bis 2 Litern empfohlen.
Eine großzügige Flüssigkeitszufuhr kann zähflüssigen Schleim bei obstruktiver Bronchitis verflüssigen und so die Atmung erleichtern. Die zur Vorbeugung von Divertikeln empfohlene hohe Ballaststoffzufuhr erfordert ebenfalls eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr steigert das Harnvolumen und senkt das Risiko für die Bildung von Harnsteinen. Der Anteil der steinbildenden Bestandteile nimmt prozentual ab, wodurch eine Übersättigung verhindert wird. Ein Harnvolumen von über 2 Litern pro Tag wurde mit einer messbar geringeren Rezidivrate von Kalziumoxalatsteinen in Verbindung gebracht. Allein die Erhöhung der bisherigen Flüssigkeitszufuhr kann präventiv wirken.
Je nach Umgebungstemperatur und körperlicher Aktivität werden 2,5-3 Liter pro Tag empfohlen; bei Zystinsteinen sogar über 3,5 Liter pro Tag. Mineral- und Heilwässer, die natürliches Hydrogencarbonat enthalten, können den pH-Wert des Harns erhöhen und die Ausscheidung von Citrat fördern, ähnlich wie alkalisierende Medikamente. Ein weiterer Vorteil ist die gleichzeitige Erhöhung des Harnvolumens und der Harndilution. Zur Ausscheidung von Harnsäure benötigen die Nieren ausreichend Flüssigkeit, da Harnsäure hauptsächlich über den Harn ausgeschieden wird. Personen mit Gicht wird eine Flüssigkeitsaufnahme von über 2 Litern pro Tag empfohlen.
Krebspatienten fällt es während der Erkrankung oder Therapie oft schwer, ausreichend zu trinken, bedingt durch Nebenwirkungen wie Appetitverlust, verändertes Durstgefühl, Mundtrockenheit und Übelkeit. Es gibt praktische Maßnahmen, um das Trinken im Alltag zu erleichtern und den Flüssigkeitsbedarf zu decken.
Übersäuerung und ihre Rolle
Die Nieren spielen neben der Lunge eine wichtige Rolle bei der Regulation des Säure-Basen-Haushalts. Eine Übersäuerung des Körpers kann zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit führen. Der Körper versucht, Säure durch Verschiebung in andere Bereiche zu neutralisieren, was zur Bildung von Nieren-, Gallen- oder Blasensteinen führen kann. Um den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist eine Ermittlung der zugrundeliegenden Erkrankung und ein umfassendes Entsäuerungsprogramm notwendig, das auf die Entfernung von Säuren und Ablagerungen abzielt.
Die Schulmedizin kennt den Begriff der Übersäuerung primär im Kontext der respiratorischen oder metabolischen Azidose, einer akuten, lebensgefährlichen pH-Wert-Absenkung des Blutes, die sofort behandelt werden muss. Eine chronische, über Jahrzehnte bestehende Übersäuerung, die nicht akut lebensgefährlich ist, aber langfristig zu chronischen Erkrankungen beitragen kann, wird von der Schulmedizin oft als „Krankheitserfindung“ abgetan.
Dennoch gibt es wissenschaftliche Belege für die Existenz latenter Übersäuerung. Studien deuten darauf hin, dass eine ernährungsbedingte Übersäuerung zu Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Die Rolle der Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt wird durch die Aufnahme von Mineralstoffen und Protein beeinflusst. Eine hohe Säurelast der Nahrung kann zu einer Anhäufung von nicht verstoffwechselbaren Anionen führen und eine chronische Azidose verursachen.
Studien zur basischen Ernährung zeigen, dass eine erhöhte Zufuhr basenbildender Nährstoffe, insbesondere Obst und Gemüse, die Knochengesundheit verbessern kann. Eine basische Ernährung kann das Kalium-/Natriumverhältnis verbessern, Muskelverschleiß reduzieren und das Risiko für chronische Krankheiten senken. Der Magnesiumspiegel in den Zellen steigt unter basischer Ernährung, was die Funktion von Enzymsystemen verbessert.
Die Evidenz für die Wirksamkeit der basischen Ernährung ist jedoch nicht immer eindeutig. Einige Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen hoher Säurelast und erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin, weisen aber auch auf die Einflussnahme anderer Faktoren wie Alter und Geschlecht hin. Eine Literatursuche zur basischen Ernährung und Krebs konnte keine klaren positiven oder negativen Effekte nachweisen. Es gibt Hinweise, dass eine Übersäuerung die Knochensubstanz angreifen könnte, dies ist jedoch nicht eindeutig belegt.
Im Sport hoffen Athleten durch eine überwiegend basische Ernährung, die leistungsmindernde Übersäuerung während intensiver Belastung zu verringern. Präparate wie Natriumbicarbonat werden vor Wettkämpfen eingesetzt, die Studienlage hierzu ist jedoch uneinheitlich. Es scheint, dass der Körper sich durch Training an die Säurebelastung gewöhnt und diese effektiver beseitigen kann. Generell ist die Beweiskraft von Studien zur basischen Ernährung oft begrenzt, und es gibt keine eindeutigen Beweise dafür, dass bestimmte Erkrankungen auf eine ernährungsinduzierte, latente Azidose zurückzuführen sind.

Einfluss von Ernährung und Umwelt auf das Geschlecht des Kindes
Die Frage nach dem Geschlecht des Kindes beschäftigt Menschen seit jeher. Während die genetische Festlegung des Geschlechts durch die Kombination der Geschlechtschromosomen (X und Y) der Eltern erfolgt, gibt es Hypothesen über den Einfluss von Umweltfaktoren und der mütterlichen Ernährung.
Eine Studie der Universitäten Exeter und Oxford untersuchte 740 Frauen in Großbritannien und stellte fest, dass Frauen mit einer kalorienreichen, nährstoffhaltigen Ernährung und regelmäßigem Frühstück eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, einen Sohn zur Welt zu bringen. Frauen, die Jungen bekamen, nahmen mehr Nährstoffe wie Kalzium sowie die Vitamine C, E und B12 zu sich und aßen öfter Müsli. Der genaue Wirkungsmechanismus ist noch unklar, aber eine Schwangerschaft mit einem Jungen erfordert mehr Energie als mit einem Mädchen. Der Trend zu fett- und kalorienarmer Ernährung bei jungen Frauen könnte den beobachteten Rückgang der Jungengeburten in einigen industrialisierten Staaten erklären.
Es gibt Hypothesen, dass die Nahrung die Zusammensetzung des Blutes und des Scheidenmilieus beeinflussen könnte, was wiederum das Überleben bestimmter Spermien begünstigen könnte. Mädchen gelten als robuster und widerstandsfähiger.
Die Theorie von Landrum Shettles aus den 1970er Jahren besagt, dass der Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs im Verhältnis zum Eisprung das Geschlecht des Kindes beeinflussen kann. Ein Geschlechtsverkehr direkt nach dem Eisprung soll eher zu einem Jungen führen, während ein Verkehr etwa drei Tage vor dem Eisprung die Wahrscheinlichkeit für ein Mädchen erhöht. Dies wird damit erklärt, dass Y-Spermien (für Jungen) agiler, aber kurzlebiger sind, während X-Spermien (für Mädchen) länger überleben.
Ein alkalisches Scheidenmilieu, das beispielsweise durch einen weiblichen Orgasmus begünstigt wird, soll Jungen fördern, während eine eher saure Flora Mädchen begünstigt.
Der alte chinesische Empfängniskalender behauptet, das Alter der Mutter zum Zeitpunkt der Zeugung könne das Geschlecht des Kindes bestimmen.
Die sichere Vorbestimmung des Geschlechts ist heute nur bei künstlicher Befruchtung möglich, da dabei Spermien gezielt getrennt werden können.
Die Vererbung des Geschlechts | Biologie | Genetik
Väterliche Ernährung und Vererbung
Aktuelle Forschungen deuten darauf hin, dass nicht nur die mütterliche, sondern auch die väterliche Ernährung und Gesundheit vor der Zeugung die Gesundheit der Nachkommen beeinflussen können. Eine Studie von Helmholtz Munich und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung untersuchte den Einfluss der väterlichen Ernährung und des Übergewichts auf die Gesundheit der Kinder bereits vor der Zeugung.
Wissenschaftler konzentrierten sich auf kleine RNA-Moleküle in Spermien, sogenannte mitochondriale tRNA-Fragmente (mt-tsRNAs). Die Analysen zeigten, dass das Körpergewicht des Vaters das Gewicht der Kinder und ihre Anfälligkeit für Stoffwechselkrankheiten beeinflusst. Experimente mit Mäusen, die eine fettreiche Diät erhielten, zeigten Auswirkungen auf die Geschlechtsorgane und die Spermienreifung.
Spermien von Mäusen, die einer fettreichen Diät ausgesetzt waren, trugen mt-tsRNAs in frühen Embryonen, die die Genexpression signifikant beeinflussten. Dies hat Auswirkungen auf die Entwicklung und Gesundheit der Nachkommen. Dies ist die erste beobachtete molekulare Verbindung über Generationen hinweg, die durch epigenetische Mechanismen vermittelt wird. Die Epigenetik fungiert als Schnittstelle zwischen Umwelt und Genom, auch über Generationengrenzen hinweg.
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Gesundheitsvorsorge für Männer mit Kinderwunsch mehr Aufmerksamkeit erfahren sollte, insbesondere im Hinblick auf die Ernährung.
Eine tierexperimentelle Studie unter Beteiligung der Universitätsmedizin Mannheim untersuchte, ob eine ungesunde Ernährung des Vaters/Großvaters negative Auswirkungen auf die Nierenfunktion der Nachkommen haben kann. Männliche Tiere wurden über zwei Generationen einer ungesunden Diät ausgesetzt. Weibliche Nachkommen der zweiten Generation (F2) wiesen eine signifikant verringerte glomeruläre Filtrationsrate und eine erhöhte Albuminausscheidung auf. Dies wurde auf unterschiedliche Genexpression in der Niere zurückgeführt, vermittelt durch epigenetische Veränderungen.
Die Studie zeigt, dass eine ungesunde Ernährung des Vaters vor der Zeugung über zwei Generationen hinweg weibliche F2-Nachkommen für die Entwicklung chronischer Nierenerkrankungen prädisponieren kann. Weitere Studien sind notwendig, um die Übertragbarkeit dieser Befunde auf den Menschen zu überprüfen.

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