Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit: Methoden und Bedeutung

Die Überprüfung der Durchgängigkeit der Eileiter ist ein wichtiger Schritt bei der Abklärung unerfüllten Kinderwunsches. Es gibt verschiedene Methoden, um die Durchgängigkeit festzustellen und mögliche Probleme zu identifizieren.

Methoden zur Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit

Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Die Bauchspiegelung, auch Laparoskopie genannt, gilt als die genaueste Methode zur Beurteilung der Eileiter. Sie ermöglicht nicht nur die Beurteilung der Durchgängigkeit, sondern auch die Erkennung von Endometriose oder Verwachsungen. Bei diesem Eingriff wird unter kurzer Vollnarkose ein Endoskop über die Nabelgrube in die Bauchhöhle eingeführt. Dies erlaubt eine genaue Betrachtung von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken.

Durch zusätzliche kleine Schnitte im Schamhaarbereich können während der diagnostischen Laparoskopie oft auch krankhafte Veränderungen wie Endometrioseherde, Verwachsungen, verschlossene Eileiter oder Myome operativ korrigiert werden. Die Bauchspiegelung wird in der Regel ambulant im Krankenhaus durchgeführt.

Schema einer Laparoskopie zur Untersuchung der weiblichen Fortpflanzungsorgane

Hystero-Salpingo-Kontrastsonographie (HSK)

Eine weniger aufwändige und ambulant ohne Narkose durchführbare Untersuchung ist die Hystero-Salpingo-Kontrastsonographie (HSK). Diese Methode bietet einen orientierenden Überblick über die Durchgängigkeit der Eileiter. Dabei wird über einen dünnen Plastikkatheter eine im Ultraschall gut sichtbare Flüssigkeit in die Gebärmutter eingespült. Das Abfließen des Kontrastmittels über die Eileiter kann oft, aber nicht immer, gut dargestellt werden.

Im Vergleich zur Bauchspiegelung kann die HSK in 20-30% der Fälle zu verfälschten Ergebnissen führen. Eine Aussage über die Ursache eventueller Störungen ist mit dieser Methode nicht möglich.

Andere bildgebende Verfahren

Die Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit kann auch mittels Ultraschall mit Kontrastmittel oder Röntgen (Hysterosalpingographie) erfolgen. Diese Methoden sind jedoch für eine genaue Diagnostik oft unzureichend, da sie nicht die Wandbeschaffenheit, die Form des Fimbrientrichters oder das Vorhandensein von Verwachsungen beurteilen können. Diese Details sind entscheidend für die Funktion des Eileiters und können nur durch eine Bauchspiegelung ermittelt werden.

Die Bedeutung der Eileiterfunktion

Die Eileiter sind etwa 10-15 cm lange Muskelschläuche, die die Gebärmutter mit den Eierstöcken verbinden. Sie sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die feine Härchen (Flimmerepithelien) besitzt. Die Eileiter erfüllen zwei wesentliche Aufgaben in der Reproduktion:

  • Transportfunktion: Sie transportieren die Spermien zur Eizelle und nach der Befruchtung den Embryo in die Gebärmutter. Dieser Transport wird durch das Schlagen der Flimmerhärchen und die rhythmische Kontraktion der Muskulatur unterstützt.
  • Sekretorische Funktion: Die Schleimhaut produziert Sekrete, die für die Erhaltung der Zellfunktionen von Spermien, Eizelle und Embryo wichtig sind und eine Barriere gegen aufsteigende Infektionen bilden.
Schematische Darstellung eines Eileiters mit Flimmerepithelien

Ursachen für eingeschränkte Eileiterfunktion

Funktionseinschränkungen der Eileiter können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter:

  • Infektionen
  • Endometriose
  • Chronische entzündliche Prozesse im Bauchraum
  • Verwachsungen nach Operationen

Diagnose und Therapie bei verzögert durchgängigen Eileitern

Die Diagnose "Eileiter verzögert durchlässig" kann nach einer Untersuchung wie der HSK oder Laparoskopie gestellt werden. Dies bedeutet, dass die Eileiter zwar nicht vollständig verschlossen sind, die Passage von Flüssigkeit oder Keimzellen aber verlangsamt ist.

Interpretation der Diagnose "verzögert durchgängig"

Wenn die Eileiter nicht vollständig verschlossen oder durch Verwachsungen beschädigt sind, besteht nach einer Spülung, wie sie bei der HSK oder Laparoskopie durchgeführt wird, eine Chance auf eine natürliche Schwangerschaft. Es wird angenommen, dass die Chancen in den ersten drei Monaten nach einer solchen Prozedur am besten sind. Eine verzögerte Durchlässigkeit bedeutet, dass die Eileiter grundsätzlich frei sind, was eine spontane Empfängnis ermöglicht.

Mögliche Konsequenzen und Behandlungsoptionen

Einige Frauen berichten nach der Diagnose "Eileiter verzögert durchlässig" von nachfolgenden Eileiterschwangerschaften (ELSS). Dies kann ein erhöhtes Risiko darstellen, da die verlangsamte Passage den Embryo daran hindern kann, rechtzeitig die Gebärmutter zu erreichen. In solchen Fällen kann eine operative Entfernung des Eileiters notwendig sein.

Angesichts des Risikos einer ELSS und der Tatsache, dass operative Eingriffe zur Wiederherstellung der Eileiterdurchgängigkeit nicht immer erfolgreich sind, wird bei ausgeprägten Eileiterschäden oder wiederholten ELSS oft zu Methoden der assistierten Reproduktion wie der In-vitro-Fertilisation (IVF) oder Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) geraten.

How Does In Vitro Fertilization (IVF) Work? A Step-by-Step Explanation

Es ist ratsam, die individuelle Situation und die besten nächsten Schritte ausführlich mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Die Entscheidung für eine Fortsetzung der natürlichen Empfängnisversuche (GVnP) oder den Wechsel zu assistierten Reproduktionstechniken hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Alter, die Dauer des unerfüllten Kinderwunsches, das Vorhandensein anderer Risikofaktoren und die persönliche Präferenz.

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