Einnistung in der Schwangerschaft: Was passiert und welche Symptome gibt es?

Nach der Befruchtung nistet sich die Eizelle in der Gebärmutter ein. Dieser Prozess wird als Einnistung oder Nidation bezeichnet. Jede Frau kann in ihrem Zyklus nur während eines bestimmten Zeitfensters schwanger werden, nämlich während ihrer fruchtbaren Tage. Dies liegt daran, dass die Eizelle nach dem Eisprung nur 12 bis 18 Stunden befruchtungsfähig ist. Spermien können jedoch bis zu fünf Tage im weiblichen Körper überleben. Daher beginnt das fruchtbare Zeitfenster vier Tage vor dem Eisprung und schließt den Tag des Eisprungs mit ein. Wenn ungeschützter Verkehr bis zu vier Tage vor dem Eisprung stattfindet, können sich noch befruchtungsfähige Spermien im Körper befinden, die auf den Eisprung "warten".

Nach dem Eisprung wandert die Eizelle vom Eierstock durch den Eileiter in die Gebärmutter und kann dort befruchtet werden, was ungefähr zwei Tage dauert. Das fruchtbare Zeitfenster setzt sich somit aus den vier Tagen vor dem Eisprung, dem Tag des Eisprungs und den zwei Tagen danach zusammen.

Wird die Eizelle befruchtet, nistet sie sich in der Gebärmutter ein. Bildlich gesprochen heftet sich die befruchtete Eizelle an die Gebärmutterschleimhaut. Diese Schleimhaut hat sich im Laufe des Zyklus darauf vorbereitet, ein Nest aufzubauen, in dem sich die Eizelle wohlfühlt.

Schema des weiblichen Fortpflanzungssystems mit Eileiter, Eierstock und Gebärmutter

Der Prozess von der Befruchtung bis zur Einnistung

Sobald die Einnistung erfolgreich war, schaltet der Körper auf "schwanger" um. Dieser Prozess dauert etwa sieben bis acht Tage. Ungefähr fünf Tage benötigt die befruchtete Eizelle, um in die Gebärmutterhöhle zu gelangen. Danach braucht sie noch einige Tage, bis sie sich an der Gebärmutterschleimhaut angedockt und es sich gemütlich gemacht hat.

Nach dem Eisprung und der Befruchtung muss die befruchtete Eizelle den Weg durch den Eileiter zur Gebärmutter erfolgreich bewältigen. Die Gebärmutter hat wie jeden Monat vorgesorgt und eine gut durchblutete Gebärmutterschleimhaut für den Gast aufgebaut. Die Eizelle, die in diesem Stadium auch Blastozyste genannt wird, heftet sich an die Gebärmutterwand, meist an der Rückwand. Sie dringt in die Gebärmutterschleimhaut ein und gräbt sich eine kleine Mulde, bis sie vollständig eingebettet und mit Schleimhaut bedeckt ist.

Nun ist der winzige Keimling mit der Mutter verbunden und hat sich an ihren Blutkreislauf angedockt. Die Einnistung ist abgeschlossen. Unmittelbar danach stellt sich der Körper auf "schwanger" um: Signalstoffe, vor allem die Hormone hCG (humanes Choriongonadotropin) und Progesteron, werden an den mütterlichen Organismus gesandt. Sie signalisieren, dass keine Periode mehr stattfinden und die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut erhalten bleiben soll, damit der Keimling in seinem Nest weiter gut versorgt ist.

Darstellung einer Blastozyste, die sich in die Gebärmutterschleimhaut einnistet

Wann findet die Einnistung statt und wie lange dauert sie?

Insgesamt dauert es von der Befruchtung bis zur abgeschlossenen Einnistung etwa sieben bis acht Tage. Die befruchtete Eizelle ist nach etwa fünf Tagen in der Gebärmutterhöhle angekommen. Danach dauert es noch einige Zeit, bis sie an der Gebärmutterwand ihren Platz gefunden und sich vollständig eingebettet hat.

Bei einem regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen beginnt die Einnistung um den 19. Tag und ist um den 22. bis 24. Tag beendet.

Die Einnistung ist kein punktuelles Ereignis, sondern ein mehrtägiger biologischer Prozess, der sich über mehrere Schritte entwickelt. Nach der Befruchtung wandert die befruchtete Eizelle durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter, während sie sich weiter teilt und zur Blastozyste heranreift. Erst nach ausreichendem Eindringen der äußeren Zellschicht beginnt der Körper, messbar hCG zu produzieren.

Probleme bei der Einnistung

Manchmal schafft es die befruchtete Eizelle nicht bis zur Gebärmutterhöhle oder der Einnistungsprozess wird gestoppt. Gründe dafür gibt es viele: Infektionen, Verwachsungen an den Eileitern oder eine Gelbkörperschwäche bei der Mutter, um nur einige zu nennen. In solchen Fällen sorgt die Natur dafür, dass sich der Embryo nicht weiterentwickelt. Kommt es zu keiner Einnistung, wird er zusammen mit den Resten der Schleimhaut mit der nächsten Regelblutung abgestoßen.

In etwa 1 von 100 Schwangerschaften nistet sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter ein. Am häufigsten geschieht das im Eileiter (Eileiterschwangerschaft). Eine solche Schwangerschaft kann nicht ausgetragen werden und muss ärztlich beendet werden, da sie eine Gefahr für die Frau darstellt. Das Gleiche gilt für eine Einnistung in der Bauchhöhle, die jedoch noch viel seltener eintritt.

Spüre ich die Einnistung? Anzeichen & Symptome

Tatsächlich können manche Frauen die Einnistung spüren. Dies kann sich durch ein leichtes Ziehen im Unterleib äußern, das auch als Einnistungsschmerz bezeichnet wird. Dieses Symptom ist jedoch nicht sehr eindeutig.

Eine weitere mögliche Begleiterscheinung ist eine leichte Schmierblutung - die sogenannte Einnistungsblutung. Diese tritt auf, wenn beim Prozess der Einnistung kleine Blutgefäße der Gebärmutterschleimhaut verletzt werden. Die Blutung ist im Unterschied zur Regel nur sehr kurz und auch ganz schwach. Sie kann hellerot oder bräunlich sein und enthält kein Gewebe. Manche Frauen verwechseln diese mit der einsetzenden Regelblutung. Die Einnistungsblutung ist an sich harmlos und muss daher nicht behandelt werden.

Einige Frauen berichten auch von einem Gefühl, als wäre eine Blasenentzündung im Anmarsch, oder von verstärktem Hungergefühl und leichtem Schwindel. Auch Müdigkeit, Spannungsgefühle in der Brust, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Speichelfluss, häufiger Harndrang, Verstopfung oder besondere Gelüste können frühe Schwangerschaftsanzeichen sein, die jedoch nicht ausschließlich auf die Einnistung zurückzuführen sind.

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Symptome nicht sehr eindeutig sind und nicht bei jeder Frau vorkommen. Viele Frauen bemerken überhaupt nichts von der Einnistung. Wissenschaftlich gesehen gibt es keine nachgewiesenen Anhaltspunkte für eine Einnistung, die eindeutig spürbar ist. Jede Frau empfindet eine Schwangerschaft anders. Auch wenn du keinerlei Anzeichen verspürst, kann es mit der Einnistung und somit mit einer Schwangerschaft geklappt haben.

Infografik mit verschiedenen frühen Schwangerschaftssymptomen wie Müdigkeit, Übelkeit und Brustspannen

Was hilft bei der Einnistung?

Leider gibt es keine direkten Tipps, wie die Einnistung gezielt beeinflusst werden kann. Jedoch können günstige Bedingungen geschaffen werden, die eine Schwangerschaft fördern:

  • Gesunde Lebensführung: Keine Zigaretten, wenig Alkohol, ausgewogene Ernährung, wenig Stress.
  • Ausreichend Bewegung: Regelmäßige, moderate Bewegung kann die Durchblutung fördern und den Hormonstoffwechsel unterstützen.
  • Mikronährstoffe: Eine ausreichende Zufuhr von Folsäure ist bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft wichtig. Auch Vitamin B12, Niacin und Biotin tragen zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei, einschließlich der Gebärmutterschleimhaut. Die Einnahme von Vitamin D kann ebenfalls sinnvoll sein, besonders in den sonnenarmen Monaten. Es wird empfohlen, die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit einem Arzt oder einer Ärztin abzusprechen.

In der Reproduktionsmedizin werden bei unerfülltem Kinderwunsch gezielt Maßnahmen eingesetzt, um die Einnistung zu unterstützen, wie beispielsweise die Verabreichung von Progesteron nach dem Eisprung oder das "Endometrial Scratching", ein Anritzen der Schleimhaut im Vorzyklus einer IVF/ICSI-Behandlung.

Embryo Transfer

Die Zählung der Schwangerschaftswochen

Die Dauer der Schwangerschaft wird üblicherweise ab dem ersten Tag der letzten Menstruation gezählt. Dieser Tag ist ein fester Anhaltspunkt, während der Tag der Empfängnis oft nicht genau bestimmt werden kann. Ausgehend vom ersten Tag der letzten Menstruation dauert eine Schwangerschaft etwa 280 Tage (vierzig Wochen bzw. zehn Mondmonate zu je 28 Tagen).

Was sich bei der Schwangeren verändert

Mit der Befruchtung ändern sich die Hormonverhältnisse im Körper. Der gesamte Organismus der Frau passt sich schnell den Anforderungen der Schwangerschaft an. Zunächst produziert die sich entwickelnde Plazenta gemeinsam mit den Eierstöcken verschiedene Hormone: Östrogen sowie die Schwangerschaftshormone hCG und Progesteron. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat übernimmt die Plazenta die Produktion der Schwangerschaftshormone vollständig.

Die Hormone können sich auch auf die Psyche der Schwangeren auswirken und zu Stimmungsschwankungen führen. Diese sind oft auch auf das große Ereignis der Schwangerschaft und die Aussicht auf ein Leben mit Kind zurückzuführen.

Beschwerden im 1. Monat

Viele Frauen bemerken schon kurz nach der Befruchtung Symptome, manchmal sogar schon vor dem Ausbleiben der Periode. Dazu zählen Spannungsgefühle in der Brust, Ziehen im Unterleib, Müdigkeit, morgendliche Übelkeit, Erbrechen, Speichelfluss, Schwindel, häufiger Harndrang, Verstopfung und besondere Gelüste/Heißhunger. Diese Anzeichen können jedoch auch andere Ursachen haben und sind von Frau zu Frau unterschiedlich stark ausgeprägt.

Untersuchungen im 1. Monat

Frauen haben Anspruch auf eine Untersuchung zur Feststellung der Schwangerschaft, beispielsweise durch einen Urin- oder Bluttest. Bei einem positiven Ergebnis sollte ein Termin für die erste Vorsorgeuntersuchung vereinbart werden. Bei diesem Termin verschafft sich die Hebamme oder der Gynäkologe einen umfassenden gesundheitlichen Eindruck der Schwangeren. Es wird eine Anamnese erhoben, die körperliche Untersuchung durchgeführt und der Mutterpass ausgestellt.

Zu den Vorsorgeuntersuchungen in den ersten Wochen gehört auch ein spezieller Urintest auf Chlamydien, da eine unbehandelte Infektion zu Komplikationen führen kann.

Gesund bleiben

Schwangere Frauen haben einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen, insbesondere an Folsäure, Jod und Eisen. Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung versorgt Mutter und Kind in der Regel ausreichend. Bei Folsäure und Jod wird eine zusätzliche Einnahme empfohlen. Auch die Einnahme von Vitamin D kann sinnvoll sein.

Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der Information und emotionalen Begleitung von Menschen mit Kinderwunsch. Sie ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Ärztinnen und Ärzte.

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