Schwanger nur Fruchthöhle: Ursachen, Diagnose und was nun geschieht

Ein positiver Schwangerschaftstest ist für werdende Eltern oft ein Grund zur Freude. Wenn jedoch festgestellt wird, dass sich die Schwangerschaft nicht wie erhofft entwickelt, kann dies ein unerwartetes und belastendes Ereignis sein. Diagnosen wie das Windei, die Blasenmole oder eine Eileiterschwangerschaft kommen vor. Auch später im Verlauf der Schwangerschaft können Umstände eintreten, die einen Schwangerschaftsabbruch notwendig machen.

Wenn eine Schwangerschaft vorzeitig beendet werden muss, kann dies eine erhebliche Belastung für die betroffenen Personen und ihre Familien darstellen. In solchen Situationen ist es wichtig zu wissen, dass Hilfe und Unterstützung verfügbar sind.

Was ist die Fruchthöhle?

Die Fruchthöhle, auch Fruchtblase genannt, ist der schützende Kokon, in dem sich das Baby während der Schwangerschaft entwickelt. Sie ist in der Regel ab der 5. bis 6. Schwangerschaftswoche im Ultraschall als kleiner schwarzer Punkt in der Gebärmutter sichtbar. Für werdende Eltern ist dies oft der erste greifbare Beweis für die Schwangerschaft.

Die Fruchthöhle bildet sich ganz zu Beginn der Schwangerschaft und besteht aus einem dünnen, aber sehr dehnbaren Gewebe. Sie umgibt den Embryo und später den Fötus, schützt ihn vor äußeren Einflüssen und bietet ihm Raum zum Wachsen.

Illustration einer Fruchthöhle in der Gebärmutter während der Frühschwangerschaft

Wo befindet sich die Fruchthöhle?

Die Fruchthöhle liegt in der Gebärmutter, wo sich das Baby entwickelt. Zu Beginn der Schwangerschaft hat die Gebärmutter etwa die Größe einer Birne und wächst bis zur Geburt erheblich.

Ab welcher Schwangerschaftswoche ist die Fruchthöhle sichtbar?

Etwa ab der 5. bis 6. Schwangerschaftswoche (SSW) ist die Fruchthöhle in der Gebärmutter nachweisbar, selten auch schon in der 4. SSW. Im vaginalen Ultraschall erscheint sie als kleiner schwarzer Punkt. Manchmal ist die Fruchthöhle jedoch nicht sofort sichtbar. Dies kann mehrere Gründe haben:

  • Der Ultraschall wird zu früh durchgeführt, und die Fruchthöhle benötigt noch Zeit zum Wachsen.
  • Die Fruchthöhle ist eine sogenannte "Eckenhocker"-Fruchthöhle, die in der Gebärmutter schwer zu lokalisieren ist.
  • Es liegt keine Schwangerschaft vor oder es kam zu einer sehr frühen Fehlgeburt.

Ab der 6. bis 7. SSW entwickelt sich in der Fruchthöhle der Dottersack. Meistens sind dann auch die Struktur des Embryos und sein Herzschlag im Ultraschall sichtbar. Wenn sich ab der 8. SSW die Wirbelsäule ausbildet, wird das Baby auf dem Ultraschallbild leichter erkennbar.

Was bedeutet eine leere Fruchthöhle?

Wenn im Ultraschall nur eine leere Fruchthöhle erkennbar ist, kann dies beunruhigend sein. Einige Frauenärzte warten daher mit dem ersten Ultraschall bis nach der 5. oder 6. SSW. Es gibt auch Fälle, in denen die Fruchthöhle bis zur 7. oder 8. SSW leer bleibt, obwohl eine Schwangerschaft vorliegt.

Häufig liegt dies an einer falschen Berechnung des Schwangerschaftsalters, da Eisprung, Befruchtung oder Einnistung später stattgefunden haben könnten als angenommen. Ein späterer Ultraschall und ein Bluttest können hier Klarheit schaffen.

Das Windei (Abortivei)

Wenn die Fruchthöhle im Ultraschall leer bleibt, handelt es sich meist um ein Windei (auch Abortivei genannt). Bei einem Windei hat sich zwar nach der Befruchtung der Eizelle die Keimblase mit der äußeren Zellschicht und der Fruchthöhle gebildet, aber die Embryonalanlagen fehlen vollständig. In diesem Fall kann sich die Schwangerschaft nicht weiterentwickeln.

Ursachen für ein Windei sind meist nicht nachvollziehbar. Studien deuten darauf hin, dass Fehlverteilungen der Chromosomen eine häufige Ursache sind. Diese Embryonen wären in der Regel nicht lebensfähig, und die natürliche Selektion sorgt dafür, dass sie sich nicht weiterentwickeln. Ein Windei ist somit eine Laune der Natur, für die niemand verantwortlich ist.

Ein Windei kann zu einer frühen Fehlgeburt führen. Die Diagnose erfolgt durch Ultraschalluntersuchungen und die Messung des Schwangerschaftshormons ß-HCG im Blut. Ein ausbleibender oder sinkender HCG-Spiegel deutet auf eine frühe Fehlgeburt oder ein Windei hin. Dies tritt bei etwa 5 % der Schwangerschaften auf.

Schema der Chromosomenverteilung bei einem Windei im Vergleich zu einer normalen Schwangerschaft

Die Blasenmole (Mola hydatidosa)

Äußerst selten entsteht durch einen Fehler bei der Befruchtung die sogenannte Blasenmole. Dabei kommt es zu Zellwucherungen des Plazentagewebes. Bei einer vollständigen Blasenmole entwickelt sich kein embryonales Gewebe, bei einer partiellen Blasenmole schon, jedoch ist der Embryo nicht lebensfähig.

Mögliche Anzeichen für eine Blasenmole sind Blutungen, verstärkte Übelkeit, eine vergrößerte Gebärmutter und ein hoher Nachweis von Schwangerschaftshormonen im Blut (ß-HCG). Da sich eine Blasenmole auch über die Gebärmutter hinaus ausbreiten und selten zu ernsthaften Komplikationen führen kann, muss sie immer operativ entfernt werden.

Nach der Entfernung werden die Hormonwerte regelmäßig kontrolliert, um sicherzustellen, dass das Gewebe vollständig beseitigt wurde. In seltenen Fällen kann eine Blasenmole zu bösartigen Chorionkarzinomen führen, die eine Chemotherapie erfordern.

Eileiterschwangerschaft (Extrauteringravidität)

Nistet sich der Embryo nicht in der Gebärmutter, sondern in der Schleimhaut eines Eileiters ein, liegt eine Eileiterschwangerschaft vor. Diese ist selten, bedeutet aber, dass die Schwangerschaft nicht fortgeführt werden kann. Auch Einistung im Eierstock, Gebärmutterhals oder in der Bauchhöhle sind möglich und erfordern einen Schwangerschaftsabbruch zur Komplikationsvermeidung.

Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft können starke einseitige Schmerzen, Blutungen, erhöhte Temperatur und eine Verhärtung im Bauchbereich sein. Bei diesen Symptomen ist sofort ärztliche Hilfe notwendig, da eine fortgeschrittene Eileiterschwangerschaft lebensgefährlich sein kann. Im Ultraschall zeigt sich oft eine leere Gebärmutterhöhle.

Diagnose und weitere Schritte bei leerer Fruchthöhle

Wenn im Ultraschall eine leere Fruchthöhle sichtbar ist, wird die Ärztin zunächst die Größe beurteilen. Möglicherweise benötigt die Fruchthöhle noch Zeit zum Wachsen. Ein Bluttest kann das HCG-Level bestimmen. Ein langsamer Anstieg oder ein Abfall deuten auf eine frühe Fehlgeburt oder ein Windei hin.

Bei der Diagnose eines Windeis wird die Ärztin gemeinsam mit Ihnen die weiteren Behandlungsmöglichkeiten besprechen. Dies kann eine Ausschabung (Abrasio) oder eine medikamentöse Therapie sein, um den Abgang des Fruchties zu fördern. In vielen Fällen stößt der Körper ein Windei auch von selbst ab, was oft als verspätete Menstruation wahrgenommen wird.

Infografik, die die verschiedenen Arten von frühen Schwangerschaftskomplikationen (Windei, Blasenmole, Eileiterschwangerschaft) vergleicht

Was passiert bei einer leeren Fruchthöhle?

Ist die Fruchthöhle leer, wird die Ärztin die Größe beurteilen und möglicherweise einen Bluttest auf HCG durchführen. Ein niedriges oder fallendes HCG-Level kann auf eine frühe Fehlgeburt oder ein Windei hinweisen. Ein Windei tritt bei etwa 5 % der Schwangerschaften auf und wird meist vom Körper auf natürliche Weise abgestoßen.

Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen das abwartende Beobachten, eine medikamentöse Unterstützung oder eine Ausschabung. Die Entscheidung wird individuell getroffen.

Kann man Zwillinge an der Fruchthöhle erkennen?

Ja, bei Zwillingen sind meist zwei separate Fruchthöhlen oder eine größere Fruchthöhle mit zwei Dottersäcken sichtbar.

Ist die Fruchthöhle dasselbe wie die Gebärmutter?

Nein, die Fruchthöhle entwickelt sich innerhalb der Gebärmutter und ist deutlich kleiner.

Wann verschwindet die Fruchthöhle?

Die Fruchthöhle verschwindet nicht, sondern entwickelt sich zur Fruchtblase, die bis zur Geburt bestehen bleibt und das Baby schützt.

Medizinisch indizierter Schwangerschaftsabbruch

Geht von der Schwangerschaft eine ernsthafte Gefahr für das Leben oder die seelische Gesundheit der Frau aus, kann die Schwangerschaft auch zu einem späteren Zeitpunkt beendet werden. Ebenso können bei festgestellten Chromosomenanomalien beim ungeborenen Kind die Eltern sich für einen Abbruch entscheiden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder Ihre Hebamme.

Der Menstruationszyklus | Animation

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