Der Schnullerbaum: Eine Tradition zur Entwöhnung von Schnullern in Gelsenkirchen

Ein Schnullerbaum ist eine Methode, die es Kleinkindern erleichtern soll, sich von ihrem Schnuller zu lösen. Diese Idee hat ihren Ursprung in Dänemark, wo der älteste bekannte Schnullerbaum bereits in den 1920er-Jahren auf der Insel Thurø aufgestellt wurde.

Die Funktionsweise ist einfach: An ausgewiesenen Bäumen in öffentlichen Parkanlagen oder Freizeitparks, wie beispielsweise dem Kopenhagener Tivoli-Park, können Kinder ihren Schnuller aufhängen. Dies soll ihnen helfen, sich leichter vom Schnuller zu trennen.

Illustration eines Kindes, das einen Schnuller an einen Baum hängt

Ursprung und Verbreitung der Schnullerbaum-Tradition

Die ursprüngliche Idee des Schnullerbaums stammt aus Dänemark. Der älteste bekannte Schnullerbaum steht dort seit den 1920er-Jahren auf der dänischen Insel Thurø.

In Deutschland hat sich diese Tradition langsam verbreitet. Eine der ersten Städte, die diesen dänischen Brauch aufgriff, war Münster. Im August 2005 wurde dort am Spielplatz Coerdeplatz eine amerikanische Roteiche zur „Erstbeschnullerung“ freigegeben. Mittlerweile gibt es in Deutschland nur wenige Städte, die spezielle Bäume für diesen Zweck in ihren Parkanlagen ausgewiesen haben.

Die Vorteile des Schnullerbaums für Kinder und Eltern

Der Gedanke hinter dem Schnullerbaum ist, dass das Kind die sonst oft als problematisch empfundene Trennung vom Schnuller mit einem positiven Erlebnis verbindet. Kinder können den Schnullerbaum jederzeit besuchen und auf diese Weise auch eine Verbindung zur Natur aufbauen. Sie sehen zudem, dass auch andere Kinder ihren Schnuller abgegeben haben, was die eigene Entscheidung bestärken kann.

Die Schnullerbaum-Aktionen werden oft von Kinderfesten begleitet. Für das Aufhängen des Schnullers stellen die Veranstalter häufig Hubsteiger zur Verfügung, mit deren Hilfe das Kind seinen Schnuller selbst an einen Ast hängen kann. Dieser „Höhenflug“ wird als besonderes Ereignis gestaltet.

Foto eines Hubsteigers, der ein Kind mit einem Schnuller in einen Baum hebt

Die Rolle der Schnullerfee

Gelegentlich wird die Tradition des Schnullerbaums mit der Figur der Schnullerfee kombiniert. Diese wird oft von einer Darstellerin bei den Festveranstaltungen verkörpert. In Deutschland ist die Schnullerfee eine traditionellere Entwöhnungsvariante, bei der eine fiktive Gestalt den Schnuller des Kindes unbemerkt gegen ein Geschenk eintauscht.

Bei beiden Varianten - dem Schnullerbaum und der Schnullerfee - wird großer Wert auf die Freiwilligkeit des Kindes zur Abgabe gelegt. Es ist wichtig, dass das Kind diesen Schritt selbstständig und ohne Zwang geht.

Der Schnullerbaum in Gelsenkirchen: Eine wiederaufgenommene Tradition

In Gelsenkirchen hat sich der Schnullerbaum zu einer bekannten Aktion entwickelt. Nach einer längeren Pause, bedingt durch die Corona-Pandemie, wurde diese Tradition im Jahr 2022 wieder aufgenommen und wird seitdem regelmäßig durchgeführt.

Termine und Anmeldung in Gelsenkirchen

Die Stadt Gelsenkirchen lädt Kinder und ihre Eltern regelmäßig zu den Schnullerbaum-Aktionen ein. Diese finden oft auf dem Kinderspielplatz „Stadtgarten“ am großen Spielschiff oder auf dem Spielplatz „Berger Anlagen“ statt. Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

  • Anmeldung: Telefonisch beim städtischen Referat Kinder, Jugend und Familien unter 0209/169-9353.
  • Kosten: Die Teilnahme an den Aktionen ist kostenlos.

Die genauen Termine werden von der Stadt Gelsenkirchen bekannt gegeben. Aktuelle Informationen sind beim Referat Kinder, Jugend und Familien erhältlich.

Ablauf der Aktion in Gelsenkirchen

Die Aktionen beginnen in der Regel um 14:00 Uhr oder 14:30 Uhr. Nach einer Begrüßung oder offiziellen Eröffnung geht es für die Kinder und ihre Eltern mit einem Hubsteiger der Gelsendienste in luftige Höhen. Ein Mitarbeiter begleitet die Fahrt in die Krone des Baumes, wo das Kind einen besonderen Platz für seinen „letzten“ Schnuller suchen kann.

Als Trost und Belohnung für den Mut erhält das Kind von der „Schnuller-Fee“ ein kleines Geschenk.

Hubarbeitsbühnen

Der Schnullerbaum im Kontext der Schnullerentwöhnung

Experten betonen die Wichtigkeit einer zeitnahen Entwöhnung vom Schnuller. Der Schnullerbaum bietet hierfür einen spielerischen und positiven Ansatz. Kinder bis zum Alter von etwa 24 Monaten sollten idealerweise von ihrem Schnuller entwöhnt sein.

Die positiven Erfahrungen, die Kinder beim Aufhängen ihres Schnullers sammeln, können dazu beitragen, dass der Abschied vom geliebten Tröster nicht als Verlust, sondern als ein Schritt in die nächste Entwicklungsphase wahrgenommen wird.

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