Öko-Test: Schimmelpilzgifte und Mineralöl in Maissnacks für Kinder

Maissnacks gelten als unkomplizierte und beliebte Zwischenmahlzeit, besonders bei Kindern. Eine Untersuchung von "Öko-Test" hat jedoch gezeigt, dass viele dieser Produkte, darunter auch Bio-Varianten, mit Schimmelpilzgiften belastet sind. Insbesondere Markenprodukte fielen durch bedenklich hohe Schadstoffwerte auf.

Umfangreicher Test von Maissnacks

"Öko-Test" hat insgesamt 19 verschiedene Maissnacks einem gründlichen Test unterzogen. Darunter befanden sich 13 Bio-Produkte und sechs konventionelle Varianten. Geprüft wurden ausschließlich Produkte auf Maisbasis, die maximal mit Öl und Salz angereichert waren. Externe Labore untersuchten die Snacks auf verschiedene Schadstoffe wie Schimmelpilze, Mineralöl, Pestizide und natürlich vorkommende Pflanzengiftstoffe. Eine weitere wichtige Prüfung war die Verwendung von genmanipuliertem Mais.

Schema zur Untersuchung von Maissnacks auf Schadstoffe durch Öko-Test

Besondere Prüfkriterien für Kinderprodukte

Da "Öko-Test" davon ausgeht, dass die Maissnacks überwiegend für Kinder bestimmt sind, wurden die Inhaltsstoffe nach den strengeren Maßstäben für Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder bewertet. Dies ist besonders im Hinblick auf die Schadstoffbelastung relevant, da die Grenzwerte für Kinder deutlich niedriger angesetzt sind als für Erwachsene. Kinder nehmen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht oft größere Mengen getreidebasierter Nahrung zu sich, was ihre Gesamtbelastung mit Schadstoffen erhöhen kann.

Alarmierende Ergebnisse: Schimmelpilzgifte in vielen Produkten

Der Testbericht fiel insgesamt weniger positiv aus, als man es sich bei Produkten für Kinder wünschen würde. Sieben der getesteten Maisstangen mussten aufgrund bedenklicher Inhaltsstoffe im Testbericht durchfallen. Mehrere Snacks enthielten Schimmelpilzgifte, wobei einige Bio-Produkte ebenfalls betroffen waren.

Konkrete Schadstofffunde und ihre Auswirkungen

Besonders negativ fielen drei Produkte durch ihre hohen Schimmelpilzgift-Werte auf. Die bekannten Billy Tiger Maisstangen erwiesen sich als absolutes Schlusslicht im Test. Hier stellte das Labor gleich zwei Schimmelpilzgifte in "stark erhöhten Mengen" fest. Eines dieser Gifte kann nach Angaben von "Öko-Test" den Verdauungstrakt angreifen und das Nerven- und Immunsystem sowie die Blutbildung beeinträchtigen. Die gesalzenen Gusto Paw Patrol Maissnacks enthielten ebenfalls ein Schimmelpilzgift, das als potenziell erbgutverändernd und krebserregend gilt. In beiden Fällen überschritten die gemessenen Werte die in der EU-Verordnung für Beikost festgelegten Grenzwerte.

Grafik mit den schädlichen Auswirkungen von Schimmelpilzgiften in Maissnacks auf die kindliche Gesundheit

Drei weitere Produkte wiesen "leicht erhöhte Mineralölrückstände" auf: die Smelties Bio-Maisstangen Nature, Pfiff Pufuleti Classic und Gusto Bio Mais-Snacks. Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) können sich im Körper anreichern und Organschäden verursachen, während aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) als hoch bedenklich gelten und krebserregende Verbindungen enthalten können.

Die "ungenügend" und "mangelhaft" platzierten Produkte:

  • Billy Tiger Maisstangen (Das Beste aus Polen) - Gesamtnote "ungenügend", stark erhöhte Mengen an Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEA) sowie T-2/HT-2 Toxinen.
  • Naschmonster Bio Pufuletti (FFG) - Gesamtnote "ungenügend", erhöhte Werte an DON und T-2/HT-2.
  • Gusto Paw Patrol gesalzene Snacks (B2B Service) - Gesamtnote "ungenügend", enthielt ein potenziell erbgutveränderndes und krebserregendes Schimmelpilzgift.
  • Sun Snacks Pufuleti Maissnack gesalzen (Aldi-Süd) - Gesamtnote "mangelhaft".
  • Bio Pufuleti (Netto) - Gesamtnote "mangelhaft".
  • Moniletti Mais-Stangerl (Moniletti) - Gesamtnote "mangelhaft".
  • Naturgut Bio MaisSnack (Penny) - Gesamtnote "mangelhaft".

Testsieger: Bio-Maissnacks überzeugen

Trotz der negativen Ergebnisse gab es auch positive Ausnahmen. "Öko-Test" vergab viermal das Gesamturteil "sehr gut". Drei weitere Produkte erhielten die Note "gut". Diese Testsieger sind allesamt Bio-Produkte.

Die bestplatzierten Maissnacks:

  • Babylove Bio Maisstangen (Dm-Eigenmarke) - Gesamtnote "sehr gut". Enthielt nur Spuren von Schimmelpilzgiften und war frei von Salz.
  • Mamla Bio Maisstangen (Aldi Nord/Aldi Süd, HMF) - Gesamtnote "sehr gut". Geringe Mengen an Schimmelpilzgiften und Spuren von Mineralöl beeinträchtigten das Ergebnis kaum.
  • Bio Maisstangen (Edeka) - Gesamtnote "sehr gut".
  • Snack Day Maissnack Bio (Lidl) - Gesamtnote "sehr gut".

Diese Produkte zeichnen sich durch geringe Schadstoffbelastungen aus und bieten eine gute Alternative zu anderen Snacks.

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Expertenmeinungen und Vorteile von Maissnacks

Eine Expertin merkt an, dass einige Maissnacks eine gute Alternative zu den oft mit Arsen belasteten Reiswaffeln darstellen. Ein weiterer Vorteil von Maissnacks, laut "Öko-Test", sei ihre bessere Klimabilanz im Vergleich zu anderen Produkten.

BIO-Qualität nicht immer gleichbedeutend mit guter Qualität

Obwohl die Spitzenplätze im Test von Bio-Produkten belegt wurden, bedeutet Bio-Qualität nicht automatisch unbedenkliche Inhaltsstoffe. Schimmelpilze können sowohl in der konventionellen als auch in der biologischen Landwirtschaft sowie bei der Lagerung entstehen. Daher sind auch unter den Produkten mit schlechteren Bewertungen Bio-Maissnacks zu finden.

Vergleich mit Reiswaffeln und weitere Alternativen

Die Ergebnisse der Maissnack-Untersuchung erinnern an einen früheren Test von Reiswaffeln für Babys, bei dem viele Produkte mit Arsen belastet waren. Viele Eltern greifen zu Maisprodukten in der Annahme, eine gesündere Alternative zu wählen. Die Tests von "Öko-Test" zeigen jedoch, dass auch hier genauer hingeschaut werden muss.

Als gesunde Alternativen zu verarbeiteten Snacks empfiehlt sich die Zubereitung eigener Snacks oder das Anbieten von frischem Obst und Gemüse. Auch Gemüsesticks, Obst, selbstgemachte Waffeln, Pfannkuchen oder Schnitten aus Polenta und Milchreis sind gute Optionen für Babys und Kleinkinder.

Infografik mit gesunden Snack-Alternativen für Kinder

Bewertung der Inhaltsstoffe und weitere Mängel

Die Bewertung der Inhaltsstoffe erfolgte nach strengen Kriterien. Eine Abwertung um jeweils vier Noten erfolgte bei folgenden Grenzwertüberschreitungen:

  • Mehr als 200 μg/kg DON (Deoxynivalenol)
  • Mehr als 0,5 μg/kg OTA (Ochratoxin A)
  • Mehr als 20 μg/kg ZEA (Zearalenon)
  • Mehr als 15 μg/kg T-2/HT-2 Toxine

Diese Werte liegen teilweise oberhalb der EU-Grenzwerte für Beikost.

Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führten:

  • Mehr als 100 μg/kg DON
  • Mehr als 7,5 μg/kg T-2/ HT-2 Toxine

Weitere Mängel, die zur Abwertung um zwei Noten führten, waren eine an Kinder gerichtete Produktaufmachung trotz hohem Salzgehalt, was gegen die Empfehlungen der WHO verstößt. Eine Abwertung um jeweils eine Note gab es für die Angabe von Nährwertangaben für Erwachsene auf Produkten, die primär für Kinder bestimmt sind, sowie für Abweichungen beim Salzgehalt.

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