Einführung von Beikost: Wann und wie Sie Obst in die Ernährung Ihres Babys integrieren

Die Einführung von Beikost spielt eine entscheidende Rolle für die optimale Ernährung und gesunde Entwicklung eines Babys. Nach und nach ersetzen Breie die Milchmahlzeiten, und die Umstellung auf feste Nahrung ist ein wichtiger Schritt. Generell kann die Beikost frühestens nach Vollendung des vierten Monats und spätestens mit Beginn des siebten Monats eingeführt werden. Dies ist der Zeitpunkt, an dem der Speiseplan des Babys erweitert und die Milchmahlzeiten schrittweise durch Beikost ersetzt werden können, was signalisiert, dass das Baby bereit für feste Nahrung ist.

In bestimmten Fällen, wie bei Kindern mit Behinderungen oder Erkrankungen (z. B. Herzfehler), kann ein erhöhter Energiebedarf oder häufigere, kleinere Mahlzeiten notwendig sein. Manchmal kann es auch erforderlich sein, früher mit dem Zufüttern zu beginnen. Dies wird jedoch immer ausdrücklich von den behandelnden Ärzten oder Ärztinnen mit den Eltern besprochen.

Als Beikost wird alles bezeichnet, was Babys zusätzlich zur Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung erhalten. Dazu gehören Gemüse, Obst, Kartoffeln, Öl, Fleisch und Getreide sowie die daraus hergestellten Breie. Jedes dieser Nahrungsmittel erfüllt eine wichtige Aufgabe bei der Versorgung des Babys und wird zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Ernährungsplan eingeführt.

Infografik: Zeitliche Übersicht der Einführung verschiedener Obstsorten in die Beikost

Die verschiedenen Phasen der Beikosteinführung

1. Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (ca. 5.-7. Monat)

Die Einführung der Beikost beginnt meist zwischen dem 5. und 7. Monat mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Zu Beginn wird dem Kind als Mittagsmahlzeit einige Teelöffel fein püriertes Gemüse, wie beispielsweise Karottenmus, angeboten. Anschließend erhält es wie gewohnt Milch, bis es satt ist. Wenn das Baby Karotten nicht verträgt, können alternative Gemüsesorten wie Kürbis, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Pastinake oder Zucchini verwendet werden. Auch Tiefkühlgemüse (ohne Soße) ist eine gute Option. Die Gemüsemenge wird schrittweise auf etwa 100 g gesteigert.

Nach etwa einer Woche, wenn sich das Kind an das Gemüse gewöhnt hat, wird der Gemüsebrei um eine gegarte Kartoffel und einen Esslöffel Rapsöl ergänzt. Als letzter Schritt werden 30 g mageres Fleisch und 1,5 Esslöffel Obstsaft hinzugefügt. Abwechslung bei den Beikostzutaten ist erwünscht; verschiedene Gemüsesorten können verwendet und Kartoffeln durch Nudeln, Reis oder andere Getreidesorten ersetzt werden. Ein- bis zweimal pro Woche kann Fleisch durch die gleiche Menge Fisch ersetzt werden, um wichtige Fettsäuren und Jod zu liefern.

Am Ende des ersten Monats der Breieinführung sollte eine ganze Milchmahlzeit am Mittag durch diesen Brei ersetzt sein. Wenn das Baby die gesamte Breimenge schafft, benötigt es nach dem Brei keine zusätzliche Milch mehr. Die Dauer des vollständigen Breiaufbaus variiert von Kind zu Kind.

2. Vollmilch-Getreide-Brei (ca. 6.-8. Monat)

Etwa einen Monat nach Einführung des ersten Breis wird eine weitere Milchmahlzeit durch einen Vollmilch-Getreide-Brei ersetzt, dem vitaminreicher Obstsaft oder Obstpüree zugefügt wird. Dieser Brei ist besonders als Abendbrei beliebt, kann aber auch nachmittags oder mittags gegeben werden.

Bei der Selbstzubereitung von Milchbrei können pasteurisierte und ultrahocherhitzte Vollmilch, länger frische (ESL), H-Milch mit 3,5 Prozent Fett oder eine Säuglingsmilch verwendet werden. Roh- oder Vorzugsmilch sollte aufgrund erheblicher Gesundheitsrisiken für das Kind nicht verwendet werden.

Beim Kauf von Fertigbreien sollten Produkte bevorzugt werden, deren Zusammensetzung der selbst zubereiteten Variante möglichst ähnlich ist. Sie sollten wenige Zutaten und keine unnötigen Zusätze wie Kakao, Schokolade, Aromen und größere Mengen Süßungsmittel enthalten. Der Zusatz von Vitaminen, Mineralstoffen und Milchsäurebakterien ist in der Regel nicht notwendig. Der Zusatz von Jod in Form von Kaliumjodid oder Kaliumjodat ist jedoch vorteilhaft.

3. Milchfreier Getreide-Obst-Brei (ca. 7.-9. Monat)

Der milchfreie Getreide-Obst-Brei wird, etwa einen Monat nach Einführung des zweiten Breis, bevorzugt nachmittags gegeben.

Für die Zubereitung werden Vollkorngetreideflocken für Babys (möglichst ohne Zuckerzusatz), wie Hafer-, Dinkel-, Weizen- oder Hirseflocken, mit etwas Wasser verrührt, aufgekocht und quellen gelassen. Grieß wird in kochendes Wasser eingerührt.

Dem warmen Brei werden saisonale Früchte wie Apfel, Birne, Pfirsich, Aprikose, Nektarine, Banane sowie Rapsöl beigemischt. Die Obstsorten können variiert werden. Im Handel sind auch fertige milchfreie Vollkorn-Obst-Breie im Gläschen erhältlich. Bei diesen ist darauf zu achten, dass die Zusammensetzung der selbst zubereiteten Variante ähnelt und keine Milchprodukte enthalten sind. Sollte kein Fett in den Gläschen enthalten sein, ist es ratsam, dieses hinzuzufügen.

Schema: Aufbau eines ausgewogenen Beikostplans für Babys

Obst in der Beikosteinführung: Wann ist welches Obst geeignet?

Die Einführung von Obst ist ein wichtiger Bestandteil der Beikost, da Obst reich an Vitaminen ist, insbesondere Vitamin C, das die Eisenaufnahme aus Fleisch und Getreide fördert.

  • Ab Beikost-Beginn (ca. 5. Monat): Äpfel (gekocht), Birnen, Bananen, Pflaumen und Avocado sind gut geeignet.
  • Ab dem 7. Monat: Die meisten Babys vertragen auch Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen und Heidelbeeren gut.
  • Ab dem 9. Monat: Südfrüchte wie Melone, Mango und Papaya können eingeführt werden. Viele Eltern entscheiden sich dafür, heimische Obstsorten zuerst kennenzulernen zu lassen.
  • Ab dem 11. Monat: Ananas wird erst ab diesem Zeitpunkt als Fingerfood empfohlen, da sie viel Säure enthält und sich nicht gut zu Brei verarbeiten lässt.
  • Ab dem 13. Monat: Südfrüchte wie Orangen, Zitronen und Grapefruits sind aufgrund ihrer Säure schwer verdaulich und werden erst ab dem ersten Lebensjahr empfohlen.

Wichtiger Hinweis: Die genannten Zeitpunkte für die Einführung von Obst sind Empfehlungen. Wenn Ihr Baby beispielsweise mit 7 Monaten Himbeeren gut verträgt, können Sie ihm diese bedenkenlos weiter geben. Achten Sie stets auf die Signale Ihres Kindes.

Besonderheiten bei der Beikost

Vegetarische und vegane Ernährung

Wenn Sie Ihr Kind vegetarisch ernähren möchten, ist es wichtig, sich genau über die notwendige Lebensmittelauswahl zu informieren, um sicherzustellen, dass alle für das Wachstum notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge zugeführt werden. Grundsätzlich gelten im ersten Lebensjahr die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für nicht vegetarisch ernährte Säuglinge.

Von einer veganen Ernährung im Säuglingsalter raten Fachgesellschaften ab. Wenn eine stillende Mutter sich vegan ernährt und keine tierischen Lebensmittel in der Beikost verwendet, besteht ein großes Risiko für Nährstoffmängel, was die Gesundheit des Kindes gefährden kann. Bei einer rein veganen Ernährung sind Nährstoffsupplemente wie Vitamin B12 und andere potenziell kritische Nährstoffe unerlässlich.

Stillen und Milchmahlzeiten

Auch nach dem Beikoststart sollte das Stillen so lange fortgesetzt werden, wie Mutter und Kind es wünschen. Morgendliches Stillen ist weiterhin möglich. Wenn nicht mehr gestillt wird, kann stattdessen eine Flasche Säuglingsmilchnahrung angeboten werden.

Vollmilch ist im gesamten ersten Lebensjahr, auch im zweiten Halbjahr, als Flaschenmilch nicht zu empfehlen, da wichtige Nährstoffe wie Jod, Eisen und Kupfer nicht ausreichend enthalten sind. Trinkmilch (Kuhmilch) sollte im 1. Lebensjahr nur in der für die Zubereitung des Milch-Getreide-Breis vorgesehenen Menge von 200 ml verwendet werden. Alternativ kann auch Naturjoghurt gegeben werden. Kuhmilch zum Trinken sollte erst gegen Ende des 1. Lebensjahres und nur im Rahmen der Brotmahlzeit aus Becher oder Tasse angeboten werden.

Allergieprävention

Verbackenes oder hartgekochtes Hühnerei sollte bei Babys mit einem Allergierisiko zur Vorbeugung einer Allergie gegen Hühnerei mit der Beikost eingeführt und regelmäßig angeboten werden.

Baby-led Weaning (BLW)

Neben den klassischen Breien gibt es auch die Methode "Baby-led Weaning" (BLW). Hierbei erhalten Babys ab Beikostbeginn altersgerecht zubereitete Lebensmittel als Fingerfood. Dies kann eine Kombination aus weich gedünstetem Gemüse, weichem Obst, gedünstetem Fisch oder Hackfleischbällchen sein - alles am besten ungewürzt. Diese Methode fördert die Selbstständigkeit und ermöglicht es Babys, frühzeitig unterschiedliche Lebensmittel und "Mundgefühle" kennenzulernen. Die Wahl zwischen breiförmiger Beikost, Fingerfood oder einer Kombination hängt von den individuellen Vorlieben des Kindes und dem Lebensstil der Familie ab.

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Bei der Beikosteinführung ist es wichtig, sich keinen Stress zu machen und stets auf die Signale des Kindes zu achten. Die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten und des Sehsinns spielt ebenfalls eine Rolle bei der Annahme von fester Nahrung und Fingerfood. Hochwertige Öle, wie Rapsöl, sind eine gute Wahl für die Beikost - ob kaltgepresst oder raffiniert, liegt bei der persönlichen Präferenz.

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