Im natürlichen Zyklus bezeichnet der Zeitraum zwischen Eisprung und dem Beginn der nächsten Menstruation die Gelbkörper- oder Lutealphase. Im Verlauf einer Kinderwunschbehandlung wird dieses essenzielle Hormon als Medikament verabreicht, und zwar sowohl kurz vor als auch nach dem Embryo-Transfer. Hierbei besteht die Möglichkeit, Progesteron mittels Injektionen (intramuskulär oder subkutan) oder vaginal in Form von Kapseln oder Zäpfchen zu applizieren.

Die Rolle von Progesteron in der Kinderwunschbehandlung
Wenn ein reifer Follikel (Eibläschen) springt und die Eizelle freisetzt (Eisprung), wandeln sich die Zellen dieses Follikels in den sogenannten Gelbkörper um, der Progesteron produziert. Bei einer Kinderwunschbehandlung wird der Eisprung häufig medikamentös herbeigeführt, und die Eizellen werden mittels Follikel-Punktion entnommen. Da bei diesem Eingriff nicht nur die Eizellen, sondern auch die für die Gelbkörperproduktion verantwortlichen Granulosa-Zellen „abgesaugt“ werden, entsteht ein erhöhter Bedarf an Gelbkörperhormonen. Aus diesem Grund ist die Verabreichung von Progesteron über einen bestimmten Zeitraum, auch mittels Injektion vor und nach dem Embryo-Transfer, notwendig.
Die Dosierung und Dauer der Progesteron-Gabe wird individuell, je nach Ausgangslage, Stimulationsprotokoll und persönlicher Situation des Paares, angepasst. Die Halbwertszeit von Medikamenten, die subkutan (unter die Haut) injiziert werden, ist im Vergleich zu einer intramuskulären Injektion deutlich verkürzt. Dies gilt vorwiegend auch für hMG/FSH/hCG-Präparate bei der Stimulation. Mittels intramuskulärer Injektion ist die Verfügbarkeit der verabreichten Hormone im Serum länger, wodurch diese Hormone 4-6 Stunden länger auf die entsprechenden Organe wirken - zunächst auf die Eierstöcke und in weiterer Folge auf die Schleimhaut der Gebärmutter. Um einen Abfall des Hormonspiegels zu verhindern, müssen die Präparate im vorgeschriebenen Rhythmus gespritzt werden.
Beginn der Behandlung und wichtige Hinweise
Mit dem Beginn eines neuen Behandlungszyklus startet für viele Paare eine Zeit voller Aufregung und Unsicherheit, wobei im Zusammenhang mit der Medikamentenanwendung schnell erste Fragen aufkommen. Der erste starke Blutungstag wird als erster Zyklustag gezählt. Vorhergehende Schmierblutungen und leichte Blutungen sind dabei zu vernachlässigen. Bei Einsetzen der Periode ist es wichtig, sich telefonisch in der Klinik zu melden, um alle wichtigen Fragen und den Ablauf nochmals zu besprechen. Das Datum des ersten Zyklustags sollte im Patientenpass eingetragen werden, ebenso wie alle wichtigen Telefonnummern, einschließlich einer Notfallnummer für dringende Fälle außerhalb der Sprechzeiten.
Die Behandlung kann mit einem Nasenspray (z.B. Synarela oder Metrelef) am 1. Zyklustag beginnen, wobei die angegebene Anzahl an Sprühstößen über den Tag verteilt eingenommen wird. Sofern weitere Stimulationsspritzen verordnet wurden, werden diese zusätzlich ab dem 2. Zyklustag verabreicht. Bei der Stimulation mit Spritzen oder Pens (z.B. Gonal-F) wird die erste Dosis am 2. Zyklustag verabreicht.

Hormonelle Therapie und Stimulation: Wann und für wen?
Hormone spielen eine entscheidende Rolle für die Fruchtbarkeit und werden auch bei Kinderwunschbehandlungen unterstützend eingesetzt. Eine Hormonbehandlung kann notwendig sein, wenn das Ausbleiben einer Schwangerschaft hormonelle Ursachen hat. Die hormonelle Stimulation hingegen ist ein Verfahren, das fast immer vor einer künstlichen Befruchtung (Insemination, IVF, ICSI) angewendet wird.
Für wen ist eine Hormonbehandlung oder hormonelle Stimulation geeignet?
Wenn eine Frau nicht schwanger wird, können hormonelle Gründe vorliegen, beispielsweise eine unvollständige Eizellreifung oder eine unzureichende Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut. Je nach Ursache kann eine Hormonbehandlung diese Probleme beheben und eine Schwangerschaft ermöglichen. Wenn eine künstliche Befruchtung ansteht, ist die hormonelle Stimulation in der Regel ein fester Bestandteil des Behandlungsplans, um das Heranreifen von einer oder mehreren Eizellen zu unterstützen.
Was passiert bei der Hormonbehandlung und hormonellen Stimulation?
Eine Hormonbehandlung umfasst alle Maßnahmen, bei denen durch die Gabe von Hormonen Krankheiten oder Dysbalancen im Hormonhaushalt therapiert werden. Die hormonelle Stimulation ist der Prozess, der oft am Anfang einer Kinderwunschbehandlung steht, die Eizellreifung steuert und auf den eigentlichen Eingriff vorbereitet. Dabei wird der Zyklus der Frau genau erfasst, wofür Ultraschall- und Blutuntersuchungen notwendig sind. Anschließend werden die Hormone an bestimmten Zyklustagen passgenau eingenommen oder gespritzt. Während der Behandlung wird der Zeitpunkt des nächsten Eisprungs abgeschätzt. Geschlechtsverkehr an diesem Tag oder 1-2 Tage davor erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft deutlich. Manche Hormone sind als Tablette erhältlich, andere werden injiziert. Nach ärztlicher Einweisung können sich Frauen die Spritzen auch zu Hause selbstständig setzen.
Wie sicher ist eine Hormonbehandlung oder hormonelle Stimulation?
Die Behandlung mit Hormonen, auch im Rahmen einer hormonellen Stimulation, ist in der Regel sehr gut verträglich. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten, die den Beschwerden in den Wechseljahren ähneln können, wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schwindel, Stimmungsschwankungen und Übelkeit. Bei Frauen, die eine In-vitro-Fertilisation (IVF) oder eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) in Anspruch nehmen, ist eine kontrollierte hormonelle Stimulation in höheren Dosierungen notwendig, um mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen zu lassen. Hierbei besteht die Gefahr eines ovariellen Überstimulationssyndroms, bei dem zu viele Eizellen heranreifen. Die Folgen können ein geblähter Bauch, Krämpfe, Schmerzen und Atemnot sein. Ein schweres Überstimulationssyndrom ist potenziell lebensbedrohlich, aber selten und tritt heutzutage in deutlich weniger als 1 % der Behandlungen auf. Schwere Formen müssen im Gegensatz zu leichten Formen in einer Klinik behandelt werden.
Wie erfolgreich ist eine Hormonbehandlung oder hormonelle Stimulation?
Die Erfolgsaussichten hängen stark vom Alter der Frau, der Ursache der ausbleibenden Schwangerschaft und der anschließenden Behandlung ab. Falls die Schwangerschaft nach der Hormonbehandlung auf natürlichem Weg durch Geschlechtsverkehr zustande kommen soll, spielt auch die Befruchtungsfähigkeit der Spermien eine große Rolle.
Wer trägt die Kosten?
Für manche Hormonbehandlungen zahlen die gesetzlichen Krankenkassen, insbesondere wenn eine Erkrankung vorliegt. Wenn auf eine hormonelle Stimulation eine IVF oder ICSI folgt, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen 50 % der Kosten für bis zu 3 Therapieversuche. Zusätzlich können Paare mit Kinderwunsch eine staatliche Förderung beantragen.
Wie läuft der Prozess der hormonellen Stimulation für das Einfrieren von Eizellen ab?
Progesteron-Anwendung und individuelle Fallbeispiele
In einer Diskussion über die Progesteron-Einnahme äußert eine Patientin Bedenken bezüglich einer möglicherweise zu geringen Dosis von Famenita (vaginal) und verweist auf Erfahrungen mit einer Kombination aus 3x200mg Progesteron vaginal und der Prolutex-Spritze. Sie berichtet von einem früheren ICSI-Zyklus mit einem zu niedrigen Progesteronwert (unter 10 TR+5), der möglicherweise zu einem negativen Schwangerschaftsausgang beigetragen hat. Obwohl keine Gelbkörperschwäche diagnostiziert wurde, macht sie sich Sorgen und möchte rechtzeitig reagieren. Sie fragt, ob bei einem hohen Blutwert auch genug Progesteron in der Gebärmutter ankommt, insbesondere wenn die vaginale Dosis als niedrig empfunden wird.
Eine andere Patientin teilt ihre Erfahrung, dass bei einem Progesteronwert von 16 mit 3x200mg Utrogest vaginal ihre Klinik den Wert nicht als optimal einschätzte. Nach Ergänzung mit Prolutex stieg der Wert auf 43, was darauf hindeutet, dass Prolutex einen signifikanten Einfluss hat und bei ihrem hohen Progesteronwert ausreichend ist. Ihre Klinik bestimmte den Wert erst 10 Tage nach Transfer und dann wöchentlich für drei Wochen, wobei sich der Wert nur minimal veränderte.
Eine weitere Patientin berichtet von durchgängig guten Werten und einer gut aufgebauten Schleimhaut (bereits 7,5 mm bei US zur Festlegung des Eisprungs, meist um 12-13 mm), da der Körper bei einem natürlichen Kryozyklus mit Eisprung selbst Progesteron bildet. Daher wird dies nicht weiter überprüft.
Es wird die Frage aufgeworfen, ob die Gebärmutterschleimhautdicke (GMSH) vor Progesteron-Beginn gemessen wurde. Ein Progesteronwert von 53,3 ng/ml wird als gut angesehen, und die Schleimhaut sei bereits für den Transfer umgewandelt und möglicherweise etwas zusammengefallen. Eine Erhöhung der Dosis wird zwar als möglich erachtet, aber der Sinn dahinter in Frage gestellt, da manche Kliniken eine GMSH von mindestens 7 mm für eine erfolgreiche Einnistung fordern, während andere 10 mm am Transfertag wünschen.

Was ist Progesteron?
Progesteron ist das Hormon, das die Schwangerschaft begünstigt und unverzichtbar für ihr Zustandekommen ist. Es wird nach dem Eisprung im Eierstock produziert und bereitet die Gebärmutter auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Eine unzureichende Progesteronproduktion kann zu Implantationsfehlern oder einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten führen. Progesteron bereitet zudem die Brust auf ein mögliches Stillen vor. Sein Fehlen wird mit Implantationsfehlern, wiederholten Fehlgeburten und Frühgeburten assoziiert.
Progesteron kann in Form von Zäpfchen mit Dosierungen von 100, 200 und 400 mg verabreicht werden, wobei die häufigste Nebenwirkung eine vaginale Reizung ist. Bei Injektionen kann es zu einer Reizung an der Injektionsstelle kommen.
Progesteronspiegel im Zyklus
Die Messung des Progesteronspiegels ist in verschiedenen Phasen des Zyklus relevant:
- Während der frühen Follikelphase (zu Beginn des Zyklus), um die luteale Hemmung des vorangehenden Zyklus zu bestätigen.
- In der späten Follikelphase (kurz vor dem Eisprung), wenn ein optimaler Progesteronspiegel auf die Empfänglichkeit des Endometriums hinweist.
Damit eine Schwangerschaft eintritt, ist ein hormonelles Gleichgewicht in allen Phasen des Zyklus entscheidend. Sowohl ein zu hoher Spiegel in der ersten als auch ein zu niedriger Spiegel in der zweiten Zyklushälfte können eine Schwangerschaft verhindern. Bei IVF-Behandlungen kann ein Anstieg des Progesteronspiegels festgestellt werden, insbesondere in Zyklen mit hormoneller Ersatzbehandlung. Zu diesem Zeitpunkt kann eine Embryonenimplantation erschwert sein.
ICSI: Eine detaillierte Betrachtung
Die Grundtherapie der ICSI ist die IVF. Der einzige Unterschied zur IVF besteht darin, dass bei der ICSI nicht Tausende von Spermien zu jeder Eizelle gegeben werden, sondern ein einzelnes Spermium gezielt in die Eizelle injiziert wird.
Ablauf einer IVF- und ICSI-Behandlung
- Medikamentöse Vorbereitung: Bei der konventionellen IVF wird durch eine medikamentöse Vorbehandlung die optimale hormonelle Umgebung geschaffen und eine relativ hohe Anzahl an Eizellen erzeugt. Hierzu werden täglich üblicherweise 150-225 I.E. FSH (Gonal-F oder Puregon) oder ein FSH/LH-Gemisch (Menogon) subkutan gespritzt.
- Auslösung des Eisprungs: Wenn genügend Follikel herangewachsen sind, wird die sogenannte „Eisprungspritze“ (Brevactid, Pregnesin, Ovitrelle) verabreicht, um die Eizellreifungsphase abzuschließen.
- Eizellentnahme: Eine Punktionsnadel wird mit einem Ultraschallkopf durch die Wand der Scheide bis zum Eierstock geführt, um die Follikel einzeln abpunktieren.
- Befruchtung im Labor: Im Labor wird mit Hilfe eines Mikroskops jeweils ein Spermium in jede Eizelle injiziert (ICSI).
- Embryokultur und -transfer: Nach Feststellung, wie viele Eizellen das Vorkernstadium (PN-Stadium) erreicht haben, werden maximal drei Zellen ausgewählt, um den Befruchtungsvorgang abzuschließen. Am 2., 3. oder 5. Tag nach Spermiengabe wird der Embryotransfer durchgeführt. Hierbei wird ein Katheter, gegebenenfalls unter Ultraschallkontrolle, in die Gebärmutterhöhle eingeführt, und der oder die Embryonen werden dort vorsichtig deponiert.
Zur Vorbereitung auf die Übertragung kann die Frau Medikamente erhalten, die die Gebärmuttermuskulatur beruhigen. In der Zeit nach dem Embryotransfer sollte auf Aufregung und übermäßige Aktivität verzichtet werden, ebenso auf Kreislaufbelastungen wie Sport oder starke Temperaturerhöhungen (Saunabesuche, heiße Wannenbäder).

Künstliche Befruchtung: Methoden, Kosten und rechtliche Rahmenbedingungen
Wenn Paare über lange Zeit (mindestens ein Jahr) vergeblich versuchen, schwanger zu werden, oder wenn bei einer Frau ohne Partner der Wunsch nach einem Kind besteht, bietet die künstliche Befruchtung (assistierte Reproduktionstherapie, ART) eine Möglichkeit. Die Kosten spielen dabei eine wesentliche Rolle. In Deutschland regeln das Embryonenschutzgesetz sowie die Handlungsrichtlinien der Bundesärztekammer und des Gemeinsamen Bundesausschusses die Bedingungen für eine künstliche Befruchtung. Untersagt sind unter anderem die künstliche Befruchtung mit fremden Eizellen, Leihmutterschaft, Klonen von Embryonen und die Spermienauswahl nach Geschlecht (Ausnahmen bei gravierenden Gendefekten). Auch die genetische Untersuchung von Embryonen vor dem Einsetzen ist verboten, es sei denn, es liegt eine Genehmigung der Ethikkommission vor. Das Einpflanzen von mehr als drei Embryonen sowie das Einfrieren von bereits geteilten Eizellen sind gesetzlich untersagt.
In Deutschland bleiben nur fünf Prozent aller Paare mit Kinderwunsch dauerhaft kinderlos. Statistisch gesehen steigt mit jedem Versuch einer künstlichen Befruchtung die Chance auf eine Schwangerschaft. Sie kann Paaren helfen, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen konnten oder grundsätzlich nicht können, sowie lesbischen Paaren und Single-Frauen mit Kinderwunsch.
Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch
Die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch können vielfältig sein:
- Bei der Frau: Zyklusstörungen, Eierstockschwäche oder -veränderungen, Defekte oder Gewebeveränderungen an Gebärmutter oder Gebärmutterhals, Gelbkörperschwäche (Progesteronmangel), Endometriose, hormonelle Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen (z.B. Schilddrüsenfehlfunktion), unbehandelte Infektionen.
- Beim Mann: Hormonelle Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes, Testosteronmangel, Prolaktinüberschuss), verminderte Spermienqualität oder -produktion, Samenleiterverschluss, Antikörper gegen Samenzellen, genetische Anomalien, Infektionskrankheiten, Operationen.
- Durch Lifestyle & Job: Emotionale Belastungen, ungesunder Lebensstil, übermäßiger Konsum von Alkohol und Nikotin, Drogenmissbrauch, Über- oder Untergewicht, schwere körperliche Belastungen, Umweltgifte, Anwendung bestimmter Medikamente.
Verschiedene Untersuchungen durch spezialisierte Ärzte können helfen, die Ursachen der Unfruchtbarkeit herauszufinden.
Methoden der künstlichen Befruchtung
- Hormonbehandlung: Einer künstlichen Befruchtung geht meist eine Hormonbehandlung der Frau voraus, um die Follikelreifung anzukurbeln und die Wahrscheinlichkeit eines Befruchtungserfolges zu erhöhen. Durch die Stimulation können bis zu 15 Eizellen und mehr heranreifen. Gonadotropine, wie FSH, dienen als Motor der Eizellenstimulation. Nach ausreichender Reifung erfolgt die Auslösung der finalen Eizellreifung mit hCG, gefolgt von der Eizellentnahme.
- Intrauterine Insemination (IUI): Hierbei werden männliche Samen direkt in die Gebärmutter eingebracht. Diese Methode eignet sich, wenn Spermien beispielsweise nicht in der Lage sind, auf natürlichem Weg zur Eizelle zu gelangen. Die Erfolgsrate liegt bei 5-10 % pro Behandlung, mit steigender Wahrscheinlichkeit nach mehreren Versuchen.
- In-vitro-Fertilisation (IVF): Bei der IVF erhält die Frau zunächst eine hormonelle Stimulation zur Förderung des Eizellwachstums. Die reifen Follikel werden abgesaugt und im Labor mit Spermien zusammengebracht. Bei erfolgreicher Befruchtung werden bis zu drei Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt. Der Trend geht zur Einpflanzung nur eines Embryos, um Mehrlingsschwangerschaften zu vermeiden.
- Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): Eine spezielle Form der IVF, bei der ein einzelnes Spermium in jede Eizelle injiziert wird. Sie kommt zum Einsatz, wenn eine IVF erfolglos bleibt oder die Spermienqualität sehr schlecht ist. ICSI ist die am häufigsten angewandte Methode der künstlichen Befruchtung.
- TESE/MESA: Testikuläre Spermienextraktion (TESE) und mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration (MESA) sind Methoden, bei denen Samenzellen direkt aus dem Hoden oder Nebenhoden gewonnen werden, falls diese im Sperma fehlen.

Risiken und Erfolgschancen
Eine künstliche Befruchtung birgt Chancen und Risiken. Mögliche Risiken sind das Überstimulationssyndrom, bakterielle Infektionen, Verletzungen von Organen, erhöhte Fehlgeburtenrate und psychische Belastungen. Statistisch gesehen glückt eine Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung oft erst nach mehreren Versuchen. Mit steigendem Alter nimmt das Risiko für Fehlgeburten und genetische Anomalien zu.
Die durchschnittlichen Geburtenraten pro Behandlungszyklus variieren je nach Methode:
- In-Vitro-Fertilisation: 20 bis 25 Prozent
- Intrazytoplasmatische Spermieninjektion: 20 bis 25 Prozent
Die entscheidende Rolle von Progesteron für Schwangerschaft und Erhalt
Innerhalb einer Kinderwunschbehandlung oder künstlichen Befruchtung spielt das Hormon Progesteron eine ganz besondere Rolle. Ohne eine ausreichende Menge dieses Hormons, auch Gelbkörperhormon genannt, ist weder das Entstehen noch der Erhalt einer Schwangerschaft möglich. Dies gilt sowohl für auf natürlichem Weg entstandene Schwangerschaften als auch für solche, die durch eine Kinderwunschbehandlung entwickelt wurden.
Im Zusammenspiel mit Estradiol, dem wichtigsten Östrogen im weiblichen Körper, liefert Progesteron die Grundlage für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Estradiol baut in der ersten Zyklushälfte die Gebärmutterschleimhaut auf. Nach dem Eisprung übernimmt Progesteron in der Gelbkörperphase: Es lockert die Gebärmutterschleimhaut auf und steigert die Durchblutung, sodass sich eine befruchtete Eizelle darin einnisten kann. Ist nicht genügend Progesteron vorhanden, zerfällt die Schleimhaut, und der Eizelle fehlt die notwendige Grundlage.
Innerhalb der künstlichen Befruchtung liegt ein besonderer Fokus auf der Follikelreifung. Die intensive Stimulation der Eizellen kann jedoch die Gelbkörperphase verkürzen und somit die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft reduzieren. Die Gabe von Progesteron ist daher für eine Kinderwunschbehandlung essenziell. Es lockert die Gebärmutterschleimhaut nach dem Eisprung auf und stabilisiert die Schwangerschaft nach einer Befruchtung.
Natürliches oder bioidentisches Progesteron wird aus pflanzlichen Vorstufen gewonnen. Im Rahmen der Hormonbehandlung wird Progesteron meist vaginal verabreicht, beginnend am Tag der Eizellentnahme. Bei einem positiven Schwangerschaftstest ist die Anwendung von Progesteron bis zur 12. Schwangerschaftswoche fortzusetzen.
Kostenübernahme und finanzielle Aspekte
Die Kosten für eine künstliche Befruchtung variieren stark und hängen von der Methode, dem behandelnden Zentrum und den anfallenden Kosten für Personal, Material, Technik und Medikamente ab. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in Deutschland mindestens 50 % und teilweise bis zu 100 % der Kosten für eine künstliche Befruchtung, sofern Mann und Frau verheiratet sind, die Frau jünger als 40 und der Mann jünger als 50 Jahre ist. Vor Behandlungsbeginn muss ein Behandlungsplan bei der Krankenkasse eingereicht werden.
Eine künstliche Befruchtung in Deutschland kostet durchschnittlich 2.000 Euro pro Behandlung. Eine Insemination ohne Hormonstimulation liegt bei etwa 200 Euro, mit Hormonbehandlung bei rund 1.000 Euro. Die Kosten für eine IVF liegen bei etwa 3.000 Euro pro Zyklus. Da oft mehrere Versuche notwendig sind, können die Gesamtkosten einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung zwischen 10.000 und 30.000 Euro liegen.
Die Krankenkassen übernehmen auch die Kosten für zugelassene Arzneimittel und Hormonpräparate zur Kinderwunschbehandlung. Progesteron-Präparate zum Erhalt der Schwangerschaft nach einem positiven Test werden zu 100 % bis zur 12. Schwangerschaftswoche erstattet, sofern es sich um ein zugelassenes Präparat handelt. Es ist ratsam, vor einer Behandlung die Kostenübernahme durch die Krankenkasse zu prüfen.

Künstliche Befruchtung: Eine Chance auf Familienglück
Trotz teilweise aufwendiger Voruntersuchungen, körperlicher und psychischer Belastungen kann die moderne Reproduktionsmedizin Paaren, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können, ein großes Glück bescheren. Je nach gesundheitlichen Voraussetzungen kommen verschiedene Methoden der künstlichen Befruchtung in Frage, wobei die ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) am häufigsten zum Einsatz kommt und hohe Erfolgsaussichten verspricht.
Unabhängig von der Methode sind meist mehrere Anläufe notwendig, bis sich ein positives Ergebnis einstellt. Unser Selbsttest orientiert sich an den Empfehlungen von medizinischen Fachgesellschaften zur Anwendung von Progesteron.
IVF/ICSI: Die Entwicklung einer Standardbehandlung
Die IVF, abgeleitet vom lateinischen "Befruchtung im Glas", hat sich seit der ersten erfolgreichen Geburt 1978 zu einer Routinebehandlung in der Fortpflanzungsmedizin entwickelt. In vielen Zentren wird die IVF seit Jahrzehnten durchgeführt.
Grundsätzlich ist eine IVF oder ICSI auch ohne Stimulation möglich, sofern ein regelmäßiger Zyklus mit Follikelreifung vorliegt. Allerdings sind die Erfolgsaussichten aufgrund der Unberechenbarkeit des Eisprungzeitpunkts und der geringen Anzahl an Eizellen deutlich geringer als nach einer Stimulationstherapie. Daher bleibt die IVF/ICSI im Spontanzyklus für Fälle vorbehalten, bei denen auch mit Hormonstimulation nur wenige Follikel heranreifen (low response).
Die Behandlung erfolgt planmäßig ab dem 3. Zyklustag mit einer hormonellen Stimulation. Falls keine Regelblutung vorliegt, kann diese medikamentös ausgelöst werden. Zur hormonellen Stimulation kommen neben Tabletten (Clomifen, Letrozol) auch Spritzen zum Einsatz, die Gonadotropin-Releasinghormon-Analoga oder -Antagonisten enthalten, um den Eisprung bis zur vollständigen Follikelreifung zu unterdrücken. Der Stimulationsplan sollte sorgfältig aufbewahrt und zu allen Terminen mitgebracht werden.
Nach der Eizellentnahme werden die Eizellen in einer Petrischale mit Spermien vermischt. Nach einem Tag erreichen die befruchteten Eizellen das Vorkernstadium. Nach weiteren 24 Stunden teilen sie sich und werden idealerweise am 2., 3. oder 5.-6. Tag nach der Eizellentnahme in die Gebärmutter zurückgegeben. Die IVF bildet die Grundlage für die ICSI.
Die natürliche IVF bezeichnet die Gewinnung einer Eizelle im natürlichen Zyklus ohne hormonelle Stimulation. Falls zu Beginn des Zyklus mehr als ein Follikel sichtbar ist, kann eine minimale Stimulation zur Gewinnung von maximal zwei bis drei Eizellen erfolgen.
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