Es kommt häufig vor, dass ein Obstbaum zwar reichlich blüht, sich aber keine Früchte bilden, obwohl der Baum offensichtlich gesund ist und das ertragsfähige Alter erreicht hat. Sehr oft gibt es dafür eine eindeutige Erklärung. Wenn man die Ursache kennt, ist es in vielen Fällen sogar möglich, Abhilfe zu schaffen. Wohl der häufigste Grund für unterbliebene Fruchtbildung ist das Fehlen eines geeigneten Bestäubungspartners, weil bei vielen Obstarten die Befruchtung durch Blütenstaub desselben Baumes oder derselben Sorte gehemmt ist. Der Pollen muss - meistens durch Bienen - von einem anderen Baum übertragen werden. Bei Apfel- und Birnensorten ist dies immer notwendig, auch bei den allermeisten Süßkirschensorten. Sauerkirschen und Zwetschgen können, je nach Sorte, auch durch Pollen aus demselben Baum befruchtet werden. Ist das nicht der Fall, dann muss man einen zweiten geeigneten Baum pflanzen oder aber sich mit den Nachbarn absprechen, damit in den umliegenden Gärten die richtigen Sorten angepflanzt werden. Eine andere Maßnahme, um Früchte zu bekommen, wäre das Einveredeln einer anderen Sorte in den betreffenden Baum. Dieses Merkblatt erklärt die botanischen Grundlagen der Bestäubung und Befruchtung bei Obst. Es zählt mögliche Ursachen auf, warum eine Befruchtung nicht gelingen kann und zeigt Wege auf, um alle Voraussetzungen für einen guten Fruchtansatz zu schaffen.

Bestäubung und Befruchtung: Die Grundlagen
Die Bestäubung und Befruchtung ist eine Fortpflanzungsart, die viele Pflanzenarten nutzen. Wir Menschen pflanzen uns mithilfe sexueller Fortpflanzung fort, bei der die Nachkommen direkt aus der Mutterpflanze entstehen, zum Beispiel, indem Teile von ihr abgeschnürt werden. Bei Blütenpflanzen werden die männlichen und weiblichen Geschlechtszellen durch Bestäubung übertragen. Das passiert zum Beispiel auch bei der Bestäubung von Wiesenblumen durch Bienen. Die Bestäubung ist also die Voraussetzung für eine Befruchtung von Pflanzen während der geschlechtlichen Fortpflanzung.
Nicht jede Pflanze besitzt männliche und weibliche Geschlechtszellen. Damit bei der geschlechtlichen Fortpflanzung die weibliche Eizelle befruchtet werden kann, muss die männliche Spermienzelle also zu ihr transportiert werden.
Arten der Bestäubung
Die erste Art der Bestäubung ist die Fremdbestäubung. Sie ist mithilfe von Insekten, Vögeln, Wind und Wasser möglich. Wie der Name schon vermuten lässt, ist bei der Selbstbestäubung kein Einfluss von außen nötig; die Pflanze bestäubt sich selbst. Allerdings ist die Selbstbestäubung nur möglich, wenn die Pflanze zwittrig ist, also zwei Geschlechter hat. Auch über die Nachbarbestäubung ist eine Befruchtung der Pflanzen-Eizelle möglich, hierbei werden Blüten derselben Pflanze voneinander bestäubt.
Der Prozess der Bestäubung und Befruchtung bei Bedecktsamern
Wie genau die Bestäubung abläuft, hängt von der Art der Pflanze ab. Bei den Nacktsamern passiert die Bestäubung schnell, da hier die zu befruchtenden Samenanlagen frei liegen. Dies kann man zum Beispiel bei Nadelbäumen beobachten. Etwas aufwendiger läuft dagegen die Befruchtung von Bedecktsamern ab. Hier ist die Samenanlage von einem Fruchtknoten umgeben. Damit die Pollen zu den weiblichen Geschlechtszellen vordringen können, werden sie zuerst auf die sogenannte Narbe übertragen. Das ist der obere Abschnitt des Fruchtblattes einer Blüte. Dort bildet sich dann ein Pollenschlauch, der durch den Griffel in das Fruchtblatt hineinwächst. Entlang dieses Pollenschlauchs können die Spermienzellen in die Samenanlage der Blüte wandern.
Wenn die männliche Geschlechtszelle die weibliche erreicht, verschmelzen die beiden miteinander. Das nennt man Befruchtung. Außerdem verdickt sich ein Teil des Fruchtblattes, aus dem sich später eine Frucht entwickelt.

Die Bedeutung von Früchten
Die entstandenen Früchte schützen zum einen den Samen. Zum anderen sind sie meistens süß und locken somit Tiere an. Über den Kot der Tiere werden die Samen wieder ausgeschieden und so weiter verteilt.
Fortpflanzung von Pflanzen: Sexuelle und Asexuelle Methoden
Die Fortpflanzung von Pflanzen erfolgt hauptsächlich durch zwei Prozesse: die sexuelle Fortpflanzung, bei der Samen durch die Befruchtung von Eizellen mit Pollen entstehen, und die asexuelle Fortpflanzung, bei der neue Pflanzen aus Teilen der Mutterpflanze wie Wurzeln, Stängeln oder Blättern wachsen. Bei der sexuellen Fortpflanzung spielen Blüten eine zentrale Rolle, da sie die Fortpflanzungsorgane der Pflanzen beherbergen und Bestäuber wie Insekten oder Wind anziehen, um den Pollen zu verbreiten.
Sexuelle Fortpflanzung
Die sexuelle Fortpflanzung bei Pflanzen beinhaltet die Verschmelzung von männlichen und weiblichen Gameten, was zur Bildung von Samen führt. Diese Methode fördert die genetische Vielfalt, da die Nachkommen eine Mischung der Gene beider Elternpflanzen erhalten. Bei Blütenpflanzen, auch Angiospermen genannt, erfolgt die sexuelle Fortpflanzung durch Blüten. Die Blüten enthalten die Fortpflanzungsorgane: Staubblätter (männliche Organe) und Fruchtblätter (weibliche Organe). Der Prozess der Bestäubung, bei dem Pollen von den Staubblättern auf die Narbe des Fruchtblattes übertragen wird, ist entscheidend für die sexuelle Fortpflanzung.
Bestäubung ist der Prozess, bei dem Pollen von den männlichen Fortpflanzungsorganen zu den weiblichen Fortpflanzungsorganen einer Pflanze übertragen wird, um die Befruchtung zu ermöglichen. Dieser Schritt ist entscheidend für die Pflanzenfortpflanzung, insbesondere die Pflanzen sexuelle Fortpflanzung. Der Pflanzenbestäubungsprozess kann durch Wind, Wasser oder Tiere erfolgen und ist notwendig, damit die Pflanzen Keimungsbedingungen erfüllt werden.
Ein Beispiel für die sexuelle Fortpflanzung ist die Bestäubung von Apfelbäumen. Bienen sammeln Pollen von den Blüten eines Apfelbaums und übertragen ihn auf die Blüten eines anderen Baums, was zur Bildung von Äpfeln führt.
Asexuelle Fortpflanzung
Die asexuelle Fortpflanzung ermöglicht es Pflanzen, Nachkommen zu produzieren, die genetisch identisch mit der Mutterpflanze sind. Diese Methode ist effizient und erfordert keine Bestäubung oder Befruchtung. Häufige Formen der asexuellen Fortpflanzung sind:
- Stecklinge: Ein Teil der Pflanze, wie ein Blatt oder ein Stängel, wird abgeschnitten und in den Boden gepflanzt, um eine neue Pflanze zu bilden.
- Ausläufer: Lange, dünne Stängel, die sich von der Mutterpflanze ausbreiten und neue Pflanzen bilden.
- Knollen: Unterirdische Speicherorgane, die neue Pflanzen hervorbringen können.
Asexuelle Fortpflanzung ist besonders nützlich in stabilen Umgebungen, wo schnelle und effiziente Vermehrung von Vorteil ist. In der Landwirtschaft werden Techniken wie Gewebekultur eingesetzt, um Pflanzen in kontrollierten Umgebungen zu vermehren. Diese Technik ermöglicht es, Pflanzen mit gewünschten Eigenschaften in großer Zahl zu produzieren, was besonders bei der Züchtung von Nutzpflanzen von Vorteil ist. Die Gewebekultur beinhaltet die Entnahme kleiner Gewebestücke von einer Pflanze, die dann in einem Nährmedium kultiviert werden, um neue Pflanzen zu erzeugen. Diese Methode ist nicht nur effizient, sondern auch eine Möglichkeit, Pflanzen vor Krankheiten zu schützen, da die Kultivierung in sterilen Bedingungen erfolgt.

Die Blüte als Fortpflanzungsorgan
Blüten sind die Fortpflanzungsorgane der Pflanzen und spielen eine zentrale Rolle im Fortpflanzungsprozess, indem sie die Bildung von Samen ermöglichen. Eine Blüte besteht aus verschiedenen Teilen, die jeweils spezifische Funktionen haben, um die Fortpflanzung zu unterstützen. Die Hauptbestandteile einer Blüte sind:
- Kelchblätter: Diese schützen die Blüte, bevor sie sich öffnet.
- Kronblätter: Oft bunt gefärbt, um Bestäuber anzulocken.
- Staubblätter: Produzieren Pollen, der männliche Gameten enthält.
- Fruchtblätter: Enthalten die Samenanlagen, in denen die weiblichen Gameten gebildet werden.
Ein Beispiel für eine Pflanze mit auffälligen Blüten ist die Sonnenblume. Ihre großen, gelben Blütenblätter ziehen Bienen an, die den Pollen von Blüte zu Blüte transportieren und so die Bestäubung ermöglichen. Einige Pflanzenarten haben sowohl männliche als auch weibliche Blüten auf derselben Pflanze; diese werden als einhäusig bezeichnet.
Mechanismen der Bestäubung
Die Bestäubung ist ein kritischer Schritt im Fortpflanzungsprozess der Pflanzen. Sie kann auf verschiedene Arten erfolgen:
- Windbestäubung: Der Pollen wird durch den Wind von einer Blüte zur anderen getragen. Diese Methode ist häufig bei Gräsern und Getreide zu finden.
- Tierbestäubung: Insekten, Vögel oder andere Tiere transportieren den Pollen. Diese Methode ist bei vielen Blütenpflanzen verbreitet, da sie eine gezielte Übertragung des Pollens ermöglicht.
- Selbstbestäubung: Der Pollen einer Blüte befruchtet die Samenanlage derselben Blüte. Dies kann in Pflanzen vorkommen, die in isolierten Umgebungen wachsen.
Die Evolution hat Pflanzen mit verschiedenen Anpassungen ausgestattet, um die Effizienz der Bestäubung zu maximieren. Einige Pflanzen haben spezielle Duftstoffe oder Nektar entwickelt, um Bestäuber anzulocken, während andere durch ihre Form oder Farbe auffallen.
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Samenbildung und Verbreitung
Nach der Befruchtung entwickelt sich der Samen, der das genetische Material der Elternpflanzen enthält. Die Samenverbreitung ist ein weiterer wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass die Nachkommen in geeigneten Umgebungen wachsen können. Pflanzen haben verschiedene Strategien entwickelt, um ihre Samen zu verbreiten.
Ein Beispiel für Samenverbreitung ist die Nutzung von Wind bei Löwenzahn. Die Samen sind an leichten, flugfähigen Strukturen befestigt, die es ihnen ermöglichen, weit vom Ursprungsort weggetragen zu werden. Einige Pflanzen, wie Kokospalmen, nutzen Wasser zur Samenverbreitung. Die Kokosnüsse können über weite Strecken im Meer treiben, bevor sie an Land keimen.
Pflanzabstand und Befruchtung in der Praxis
Bei Obstbäumen ist der Pflanzabstand immer von der Baumform abhängig. Für die Befruchtung ist es nicht zwingend notwendig, dass die Bäume direkt nebeneinander stehen, obwohl dies von Vorteil ist. Wenn der passende Baum in 30 Metern Abstand im Nachbargarten steht, ist das völlig ausreichend, vorausgesetzt, es sind während der Blütezeit genügend Insekten unterwegs. Ist kein passender Pollenspender vorhanden, kann man sich bei kleinen Bäumen damit behelfen, blühende Zweige der passenden Befruchtersorte in einem Eimer darunter zu stellen. Diese Zweige müssen jedoch alle 2-3 Tage ausgetauscht werden.

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