Ausschabung: Was nach dem Eingriff zu beachten ist

Was ist eine Ausschabung?

Eine Ausschabung ist ein medizinischer Eingriff, bei dem die Gebärmutterschleimhaut entfernt wird. Dieser Eingriff kommt nicht nur nach einer Fehlgeburt oder bei einem Schwangerschaftsabbruch zum Einsatz, sondern wird auch oft für diagnostische Zwecke durchgeführt. Die Abtragung der Gebärmutterschleimhaut ist für den Körper eine natürliche Reaktion, da die Schleimhaut monatlich in Form der Regelblutung abgestoßen wird. Grundsätzlich ist eine Ausschabung ein kurzer, komplikationsarmer Eingriff.

Wann ist eine Ausschabung notwendig?

Eine Ausschabung kann in verschiedenen Situationen erforderlich sein:

  • Nach einer Fehlgeburt: Sind der Embryo oder die Plazenta nicht vollständig abgegangen, kann eine Ausschabung nach einer Fehlgeburt das Infektionsrisiko verringern.
  • Diagnostik: Die bei der Ausschabung entnommenen Gewebeproben werden feingeweblich untersucht. So können hormonelle Störungen, gutartige Polypen der Gebärmutter, Myome aber auch bösartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut (Gebärmutterkrebs/Endometriumkarzinom) erkannt werden.
  • Schwangerschaftsabbruch: Direkt nach einem Schwangerschaftsabbruch wird in vielen Fällen eine Ausschabung vorgenommen, um sicherzugehen, dass Embryo und Plazenta vollständig entfernt wurden. Diese Methode wird Saugkürettage genannt.
  • Nach der Geburt (Nachkürettage): Wird nach der Entbindung eine Ausschabung vorgenommen, spricht man von einer Nachkürettage. Nach der Geburt befinden sich meist noch Reste der Plazenta in der Gebärmutter. Der Körper stößt diese Reste normalerweise kurz nach der Geburt auf natürlichem Wege ab. Manchmal stößt der Körper die Nachgeburt aber nicht komplett ab oder es kommt zu einer zeitlichen Verzögerung. Dadurch können Komplikationen entstehen, weshalb die Reste durch eine Ausschabung entnommen werden.
  • Bei anderen gynäkologischen Problemen: Eine Gebärmutterausschabung wird häufig aus diagnostischen Gründen bei Blutungsstörungen empfohlen. Dies können z.B. unregelmäßige oder zu starke Blutungen oder ein Wiederauftreten von Blutungen nach den Wechseljahren sein. Meistens stecken harmlose Ursachen hinter diesen Störungen wie hormonelle Störungen, gutartige Tumoren der Gebärmuttermuskulatur (Myome) oder Ausstülpungen der Gebärmutterschleimhaut (Polypen). In seltenen Fällen können aber auch bösartige Ursachen wie ein Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) dahinterstecken. Die Ausschabung bei zu starken und/oder verlängerten Regelblutungen kann auch gleichzeitig die Therapie darstellen.

Wie läuft eine Ausschabung ab?

Die Ausschabung ist ein operativer Routineeingriff. Sie erfolgt in der Regel unter einer kurzen Vollnarkose und dauert wenige Minuten, im Schnitt zwischen 5 und 10 Minuten. Nach dem Aufdehnen des Muttermundes entfernt der Arzt mit einem scharfen (Abrasio) oder einem stumpfen Löffel (Kürettage) die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut. Diese kann dann im Anschluss an die Ausschabung untersucht werden. Häufig wird der Eingriff auch noch durch eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) ergänzt, bei der durch Scheide und Gebärmutterhals ein optisches Instrument mit Lichtquelle in das Innere der Gebärmutter eingeführt wird. In den meisten Fällen müssen Frauen für eine Ausschabung nicht stationär ins Krankenhaus, der Eingriff kann ambulant in einer gynäkologischen Praxis oder Klinik durchgeführt werden.

Schema der Gebärmutter während einer Ausschabung

Was passiert nach einer Ausschabung?

Nach dem Eingriff können Sie in der Regel wieder nach Hause. Es kann gut sein, dass Sie sich danach aufgrund der Narkose müde und erschöpft fühlen. Sehr selten wird die Gebärmutter verletzt, wobei diese Verletzungen meist ohne Schwierigkeiten abheilen.

Blutungen und Schmerzen nach der Ausschabung

Leichte Blutungen ein paar Tage nach einer Ausschabung sind völlig normal und kein Grund zur Sorge. Treten jedoch Fieber, starke Schmerzen und starke Blutungen auf, sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen, um die Beschwerden abklären zu lassen. Die Schmerzen nach der OP sollten spätestens nach einer Woche etwa wieder verschwinden. Sollten die Schmerzen sehr stark sein oder länger anhalten, sollten Sie Ihre Ärztin kontaktieren. In den ersten Tagen nach dem Eingriff besteht noch eine Wundblutung, wobei der Blutverlust dabei meist sehr gering ist. Nach 3-5 Tagen kann die Blutung noch einmal etwas zunehmen, vergleichbar mit einer normalen Regelblutung. Eventuell spüren Sie in der ersten Zeit nach dem Eingriff leicht ziehende Schmerzen, ähnlich den normalen Menstruationsbeschwerden.

Was muss ich nach der Ausschabung beachten?

Da der Muttermund noch leicht geöffnet ist, besteht nach der Ausschabung ein erhöhtes Infektionsrisiko durch in die Gebärmutter aufsteigende Keime. Deswegen sollten Sie die ersten drei Wochen auf Sauna- und Schwimmbadbesuche sowie Tampons verzichten. Auch sollten Sie, um das Risiko von Blutungen zu verringern, etwa zwei Wochen lang auf Sport verzichten. Klären Sie das am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin direkt ab. Um den Körper zu schonen und Ihren Körper keiner unnötigen Infektionsgefahr auszusetzen, raten Gynäkologen dazu, etwa 14-21 Tage mit dem Sex nach einer Ausschabung zu warten. Auch auf Tampons oder Schwimmbadbesuche sollten Sie in den ersten zwei Wochen nach Ihrer Ausschabung verzichten, da die Infektionsgefahr in dieser Zeit noch erhöht ist.

Wann kann ich wieder sexuell aktiv sein?

Um den Körper zu schonen und einer unnötigen Infektionsgefahr vorzubeugen, raten Gynäkologen dazu, mindestens 10 bis 14 Tage, aber idealerweise 14-21 Tage mit dem Sex nach der Ausschabung zu warten. Sollten Sie noch Schmerzen oder Blutungen haben, sollten Sie sogar noch länger warten. Theoretisch ist es auch möglich, dass sich nach der Ausschabung Verwachsungen in der Gebärmutter bilden, die zu Schmerzen führen können. Die Frage, ob eine Selbstbefriedigung nach einer Ausschabung schädlich ist, wird unterschiedlich beantwortet. Einige Meinungen besagen, dass Selbstbefriedigung nicht schädlich ist, solange nichts in die Scheide eingeführt wird und man es am Anfang nicht übertreibt. Andere raten davon ab, da die Gefahr einer Infektion sehr hoch ist und dies für einen Kinderwunsch nicht von Vorteil sein kann. Bei einem Orgasmus zieht sich die Gebärmutter zusammen, was theoretisch die Heilung beeinflussen könnte. Es gibt Berichte von Frauen, die nach einem Orgasmus ohne Verkehr Schmerzen hatten. Generell ist es wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und die Heilung nicht zu überstürzen.

Infografik mit Verhaltensregeln nach einer Ausschabung

Schwanger werden nach einer Ausschabung

Ja, es ist möglich, nach einer Ausschabung direkt wieder schwanger zu werden. Wenn Sie keine Schwangerschaft planen, sollten Sie also gleich wieder verhüten. Nach einer Fehlgeburt und nachfolgender Ausschabung galt lange, dass die betroffenen Frauen drei Monate bis zum nächsten Versuch warten sollten. Diese Ansicht ist veraltet, das Risiko für eine erneute Fehlgeburt ist in den ersten drei Monaten nicht erhöht. Trotzdem sollten Sie sich, Ihrem Körper und auch Ihrer Seele ein bisschen Zeit geben, bevor Sie den Kinderwunsch erneut in Angriff nehmen. Sinnvoll kann es sein, bis nach der ersten normalen Regelblutung zu warten. Schwanger werden können Sie theoretisch aber schon beim ersten Sex nach der Ausschabung, daher empfehlen Gynäkologen zunächst mit einem Kondom zu verhüten.

Wann kommt die erste Periode nach der Ausschabung?

Die nächste Regelblutung sollte in einem Zeitraum von etwa 4 bis 8 Wochen nach dem Eingriff kommen. Es dauert eine Weile, bis der Körper die entfernte Gebärmutterschleimhaut wieder nachbildet. Sollten Sie Auffälligkeiten bei Ihrer Periode bemerken, wenden Sie sich an Ihre Gynäkologin.

Kosten und Kostenübernahme

Die Kosten für den Eingriff liegen je nach Narkoseart bei etwa 300 bis 600 €. Findet der Eingriff aus medizinischen Gründen (z. B. nach einer Fehlgeburt) statt, trägt die Krankenkasse die Kosten. Bei einem Schwangerschaftsabbruch muss die Patientin den Eingriff in der Regel selbst zahlen - aber auch hier gibt es Krankenkassen, die eine Kostenübernahme anbieten. Informieren Sie sich daher bei Ihrer Krankenkasse.

Kann man von einer Ausschabung unfruchtbar werden?

Kommt es nach einer Kürettage im Bereich des Gebärmutterkörpers zu Vernarbungen, könnte das zu Unfruchtbarkeit führen, da sich die befruchtete Eizelle nicht mehr richtig einnistet. Das Risiko dafür ist aber gering. Wenn Sie Angst davor haben, sprechen Sie unbedingt mit Ihrer Gynäkologin vor dem Eingriff darüber.

Krankschreibung nach einer Ausschabung

Nach einer Kürettage kann eine Krankschreibung sinnvoll sein. Wie lange diese geht, muss die Ärztin bzw. der Arzt entscheiden. Das ist abhängig vom Ablauf des Eingriffs, aber z. B. auch vom seelischen Zustand.

Wann zum Arzt nach einer Ausschabung?

Heftige Schmerzen, Fieber oder starke Blutungen sollten Sie unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen. Denn diese Beschwerden können auf einen zu tief gesetzten Schnitt oder eine Infektion hindeuten. Bei plötzlich eintretenden oder sehr heftigen Schmerzen und bei sehr starken Blutungen oder Fieber sollten Sie sofort Kontakt mit Ihrem Arzt aufnehmen.

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