Ofloxacin Stulln ist ein wichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der Antibiotika, speziell der sogenannten Gyrasehemmer/Chinolone. Es enthält den Wirkstoff Ofloxacin, der gezielt gegen eine Vielzahl von Bakterien wirkt und somit als Breitspektrum-Antibiotikum bezeichnet wird. Die genaue Wirkungsweise beruht auf der Hemmung eines essenziellen Enzyms der Bakterien, der sogenannten Gyrase, welches für deren Vermehrung unerlässlich ist. Durch diese Hemmung wird das Absterben der Krankheitserreger induziert.
Ofloxacin Stulln ist ein verschreibungspflichtiges Medikament und darf ausschließlich nach ärztlicher Anweisung angewendet werden. Die gängige Wirkstärke und Darreichungsform sind Augentropfen mit 3 mg Ofloxacin in 1 ml. Ihr behandelnder Arzt wird die für Ihre spezifische Situation passende Wirkstärke und Darreichungsform festlegen.

Anwendungsgebiete von Ofloxacin Stulln
Ofloxacin Stulln wird primär zur Behandlung von Infektionen des vorderen Augenabschnittes eingesetzt, die durch Ofloxacin-empfindliche Erreger verursacht werden. Dazu zählen:
- Bakterielle Entzündungen der Bindehaut (Konjunktivitis)
- Bakterielle Entzündungen der Hornhaut (Keratitis)
- Entzündungen des Lidrandes
- Entzündungen des Tränensackes (Dakryozystitis)
- Gerstenkorn (Hordeolum)
- Hornhautgeschwüre (Ulcus corneae)
Wichtige Hinweise vor der Anwendung
Bevor Sie mit der Anwendung von Ofloxacin Stulln beginnen, ist es essenziell, einige wichtige Punkte zu beachten:
Kontraindikationen (Wann Ofloxacin Stulln nicht angewendet werden darf)
Ofloxacin Stulln darf nicht angewendet werden, wenn Sie:
- allergisch auf Ofloxacin, andere Chinolone oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels reagieren.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Ofloxacin Stulln anwenden. Während der Behandlung sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Das Tragen von Kontaktlinsen während einer Augeninfektion wird generell nicht empfohlen.
- Ausgiebiges Sonnenbaden oder intensive UV-Strahlung (z.B. Sonnenlampen, Solarien) sollte möglichst vermieden werden, da Ofloxacin die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen kann.
- Bei Patienten mit einem Hornhautdefekt oder einem Hornhautgeschwür ist eine Anwendung nur mit Vorsicht geboten.
- Wie bei allen Antibiotika besteht auch bei der langzeitigen Anwendung von Ofloxacin Stulln die Möglichkeit einer Zunahme nicht-empfindlicher Organismen. Sollten sich während der Behandlung neue Infektionen entwickeln, wird Ihr Arzt geeignete Maßnahmen ergreifen.
- Verwenden Sie Ofloxacin Stulln mit Vorsicht, wenn Sie überempfindlich auf andere Chinolon-Antibiotika reagieren.
Inhaltsstoff Benzalkoniumchlorid
Ofloxacin Stulln enthält den Konservierungsstoff Benzalkoniumchlorid. Dieser kann Reizungen am Auge hervorrufen. Es ist wichtig, den Kontakt mit weichen Kontaktlinsen zu vermeiden, da Benzalkoniumchlorid diese verfärben kann. Kontaktlinsen müssen vor der Anwendung entfernt werden und dürfen frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder eingesetzt werden.

Anwendung bei Kindern
Bei Kindern liegen nur begrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Ofloxacin-haltigen Augentropfen vor. Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern unter 1 Jahr ist nicht erwiesen. Sprechen Sie daher unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie dieses Arzneimittel bei Kindern anwenden.
Anwendung bei älteren Patienten
Für ältere Patienten sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
- Schwangerschaft: Obwohl keine eindeutigen Anhaltspunkte für eine fruchtschädigende Wirkung bestehen, sollte die Anwendung während der Schwangerschaft möglichst vermieden werden.
- Stillzeit: Obwohl keine eindeutigen Anhaltspunkte für eine fruchtschädigende Wirkung bestehen, sollte die Anwendung während der Stillzeit möglichst vermieden werden. Dies liegt daran, dass systemische Wirkungen bei lokaler Applikation am Auge nicht vollständig ausgeschlossen werden können und Ofloxacin in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen kann. Aufgrund des möglichen Risikos für Schäden an Knochen und Knorpel beim Säugling ist eine lokale Anwendung in der Stillzeit nicht empfohlen.
Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen
Nach dem Einbringen von Ofloxacin Stulln in den Bindehautsack des Auges kann es durch Schlierenbildung zu einem nur wenige Minuten andauernden Verschwommensehen kommen. In dieser Zeit sollten Sie daher:
- keine Maschinen bedienen
- nicht ohne sicheren Halt arbeiten
- nicht am Straßenverkehr teilnehmen
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Aktuell sind keine Wechselwirkungen von Ofloxacin Stulln mit anderen Arzneimitteln bekannt.
Nahrungs- und Genussmittel
Es sind keine besonderen Vorkehrungen bei der Anwendung von Ofloxacin Stulln zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken zu treffen.
Augentropfen richtig anwenden
Wie ist Ofloxacin Stulln anzuwenden?
Wenden Sie Ofloxacin Stulln immer genau nach der Anweisung Ihres Arztes an. Bei Unsicherheiten fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Art und Dauer der Anwendung
Ofloxacin Stulln ist zur Anwendung am Auge bestimmt. Die genaue Dauer der Anwendung wird von Ihrem Arzt festgelegt.
Dosierung
Soweit nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
- 4-mal täglich 1 Tropfen in den Bindehautsack des erkrankten Auges eintropfen.
Das Präparat ist nicht länger als 14 Tage anzuwenden.
Falls Sie zusätzlich andere Augentropfen oder Augensalben verwenden, sollte zwischen den Anwendungen ein zeitlicher Abstand von ca. 15 Minuten eingehalten werden. Eine Augensalbe sollte stets als letztes angewendet werden.
Überdosierung
Es wurde bisher kein Fall von Überdosierung berichtet. Falls Sie versehentlich zu viele Tropfen in Ihr(e) Auge(n) getropft haben, spülen Sie das Auge vorsichtig mit klarem Wasser aus.
Vergessene Anwendung
Wenn Sie die Anwendung von Ofloxacin Stulln vergessen haben, wenden Sie nicht die doppelte Menge an. Holen Sie die Anwendung so schnell wie möglich nach und dosieren Sie anschließend mit der gleichen Menge und im gleichen Zeitabstand/Rhythmus wie ursprünglich angegeben oder von Ihrem Arzt verordnet weiter.
Abbruch der Behandlung
Sollten Sie die Behandlung abbrechen wollen, besprechen Sie dieses bitte vorher mit Ihrem Arzt. Beenden Sie nicht eigenmächtig die medikamentöse Behandlung, da der Erfolg der Therapie dadurch gefährdet werden könnte.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann Ofloxacin Stulln Nebenwirkungen haben. Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle
Mögliche Nebenwirkungen im Einzelnen
- Sehr selten wurden potenziell lebensbedrohliche Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom oder die toxische epidermale Nekrolyse gemeldet. Diese äußerten sich anfänglich als rötliche, zielscheibenähnliche Punkte oder kreisförmige Flecken, oft mit zentraler Bläschenbildung am Rumpf.
- Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Rötungen der Bindehaut und/oder leichten Brennen am behandelten Auge sind möglich. Diese Symptome bestehen jedoch meist nur kurzzeitig.
- Häufig können Irritationen des Auges und leichte Augenschmerzen auftreten.
- Gelegentlich können Corneale Ablagerungen auftreten, insbesondere bei vorbestehenden Hornhauterkrankungen.
- Sehr selten können systemische (allgemeine) Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, einschließlich Atemnot, Schwellungen, geschwollene Zunge und anaphylaktischer Schock.
- Nicht bekannte Häufigkeit können umfassen: Verschwommenes Sehen, gesteigerte Tränenbildung, trockenes Auge, Augenschmerzen, allergische Reaktionen am Auge (einschließlich Jucken der Augen und Augenlider), Lichtempfindlichkeit, Schwellung rund um die Augen (einschließlich Schwellung des Augenlids), Rötungen der Augen, Übelkeit, Schwellungen im Gesicht, Schwindel, Fremdkörpergefühl im Auge, Bindehautentzündung, Hornhautentzündung.
Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen
Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden. Er wird über eventuelle Maßnahmen entscheiden. Wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen unter Umständen ernsthafte Folgen haben können. Nehmen Sie in solchen Fällen das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter ein.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte). Indem Sie Nebenwirkungen melden, tragen Sie dazu bei, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Ofloxacin Stulln aufzubewahren?
Lagern Sie Ofloxacin Stulln nicht über 25°C und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf.
Die Augentropfen dürfen nach Anbruch nicht länger als 6 Wochen verwendet werden.
Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
Das Arzneimittel darf nach Ablauf des Verfalldatums (siehe Faltschachtel und Etikett) nicht mehr angewendet werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.