Die Geschichte der St. Nikolaus-Apotheke in Baiersbronn und ihre Ursprünge

Die St. Nikolaus-Apotheke in Baiersbronn, genauer gesagt in Klosterreichenbach, blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1891 reicht. Damit gehört sie zu den ältesten Apotheken der Gemeinde und hat sich über Jahrzehnte hinweg als wichtige Anlaufstelle für die Gesundheitsversorgung etabliert.

Die Anfänge in Klosterreichenbach

Die Ursprünge der Apotheke in Klosterreichenbach liegen im ehemaligen Wirtshaus "Zum Kloster". Dieses wurde im Jahr 1893 von der Gemeinde erworben und diente fortan über 120 Jahre lang als Standort für die Apotheke. Die Integration in die ehemaligen Wirtshausräume prägte die frühe Gestalt der Einrichtung.

Historisches Foto des ehemaligen Wirtshauses

Anpassungen an neue Vorschriften

Im Laufe der Zeit waren zahlreiche bauliche Veränderungen notwendig, um den sich wandelnden Anforderungen der Apotheken-Betriebsordnung gerecht zu werden. So forderte die Auflage zur Betriebsfläche eine Mindestgröße von 110 Quadratmetern, was 1966 zur Errichtung eines Rundbaus führte.

Die alte Offizin wurde bereits 1962 neu gestaltet. Dabei wurden die historischen Möbel aus dem Jahr 1893 beibehalten und neue Stücke dem alten Stil angepasst, um die Kontinuität zu wahren.

Eine weitere Hürde musste 1982 genommen werden, als die Betriebsordnung verlangte, dass die geforderten 110 Quadratmeter Betriebsgröße auf einer einzigen Ebene liegen mussten. Daraufhin wurde ein neuer Plan entworfen, der die behördlichen Auflagen erfüllte. Der Bürgermeister Ernst-Ulrich Köpf und der Gemeinderat stimmten diesem umfangreichen Ein- und Umbau zu, wodurch die Apotheke nach den neuesten Richtlinien ausgestattet werden konnte.

Luftaufnahme der St. Nikolaus-Apotheke in Klosterreichenbach, die die baulichen Erweiterungen zeigt.

Die St. Nikolaus-Apotheke in Freienohl: Eine separate Historie

Parallel zur Entwicklung in Klosterreichenbach gibt es eine weitere St. Nikolaus-Apotheke mit einer eigenen, bedeutenden Geschichte, die in Freienohl ihren Ursprung hat. Bereits im Jahr 1886 beantragte die Gemeinde Freienohl, die damals 1.400 Einwohner zählte, die Errichtung einer Zweigapotheke. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt, da befürchtet wurde, die Existenz benachbarter Apotheken zu gefährden.

Auch ein entsprechendes Gesuch von Pfarrer Falter im Jahr 1894 fand keine Zustimmung. Lediglich die Genehmigung für die Einrichtung und Führung einer Hausapotheke für den Freienohler Arzt Dr. Bödefeld wurde erteilt, was dieser jedoch nicht akzeptierte.

Antragstellung und Eröffnung in Freienohl

Im Jahr 1901 stellte die Gemeindevertretung einen erneuten Antrag. Als Begründung diente die hohe Anzahl von etwa tausend Arbeitern, die in gefährdeten Betrieben innerhalb des Versorgungsbereichs der zu errichtenden Apotheke beschäftigt waren. Dazu zählten:

  • Ca. 150 Arbeiter in der Cellulosefabrik
  • 140 Arbeiter in der Chemischen Fabrik
  • 150 Arbeiter in der Glasfabrik Oeventrop
  • 15 Arbeiter in der Holzschleiferei
  • 35-40 Arbeiter in der Papierfabrik

Erst im Jahr 1906 konnte die Freienohler Gemeindeapotheke schließlich eingerichtet werden. Auf dem Grundstück Neise entstand ein eigenes Gebäude, in dem sich die Apotheke auch heute noch befindet. Freienohl zählte zu dieser Zeit 1.800 Einwohner.

Grundriss der ursprünglichen St. Nikolaus-Apotheke in Freienohl.

Am 3. Januar 1907 erteilte der Oberpräsident der Provinz Westfalen, Freiherr von der Recke, dem Apotheker Werner Floret aus Friedenau (bei Berlin) die Konzession für die St. Nikolaus-Apotheke in Freienohl. Die Gemeinde verpflichtete sich, einen jährlichen Zuschuss zu zahlen, falls die Einnahmen nicht mindestens 100 Taler monatlich erreichen würden. Die Eröffnungsbesichtigung der neuen Apotheke fand bereits am 15. Dezember 1906 statt.

Wechselnde Inhaber und Entwicklungen

Werner Floret verzog im August 1906 nach Dortmund. Im Dezember 1908 erwarb der Apotheker Karl Schmidt aus Höxter das Haus nebst Garten für 20.500 Mark. Sein Nachfolger wurde im Februar 1913 der Apotheker Otto Düesberg. Dieser pachtete die Apotheke zunächst von seinem Vorgänger für 900 Mark Jahreszins und wurde später deren persönlicher Besitzer. Unter seiner Führung entwickelte sich die Apotheke beachtlich. Er war bekannt dafür, eigenhändig Heilkräuter in Wald und Feld zu sammeln.

Seit dem Tod Düesbergs im Oktober 1925 führte seine Frau die Apotheke in Personalkonzession. Bis zum Jahr 1937 galt die Apotheke noch als Notstandsapotheke, die gegebenenfalls zuschussberechtigt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfreute sich die St. Nikolaus-Apotheke eines stetig wachsenden Zuspruchs aus Freienohl und der umliegenden Region.

Frühere Inhaber der St. Nikolaus-Apotheke Freienohl

  • Hans Humpe: 1. Juli 1946 - 01. September 1957 (Hans Humpe engagierte sich auch tatkräftig innerhalb der politischen Gemeinde. Anschließend eröffnete er in Neheim.)
  • Georg Küch: vom 1. [Datum fehlt]
  • Reinhard Dieters: von 1974 bis Dezember [Jahr fehlt]
  • Verwalter: von Dezember 1990 - Dezember [Jahr fehlt]
  • Heinz-Dieter Schnier

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Die Gründung der St. Nikolaus-Apotheke Schwarzenfeld

Die Gründung der St. Nikolaus-Apotheke in Schwarzenfeld ist eng mit der Familie Weiß verbunden. Gründer und erster Apotheker war Apotheker Emil Nikolaus Weiß, der Vater des Autors dieses Textes. Er war zuvor 21 Jahre als Apotheker und Betriebsleiter in einer kleinen pharmazeutischen Fabrik (Novartis®) tätig.

Nach dem Zusammenbruch des Hitler-Regimes erhielt die Familie im Mai 1945 eine Nachricht von Pfarrer Spangler aus Schwarzenfeld. Er bat darum, dass Emil Nikolaus Weiß in Schwarzenfeld, einem Ort mit damals etwa 4.500 Einwohnern, eine Apotheke gründen möge. Der Ort war zu dieser Zeit ohne Apotheke, und die nächstgelegenen Apotheken waren mindestens 10 km entfernt. Die Anbindung war sehr schlecht, und die Einwohner besaßen kaum eigene Autos.

Herausforderungen der Nachkriegszeit

Unter großen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit reiste die Familie mit Fahrrädern die über 100 km von Nürnberg nach Schwarzenfeld. Dies geschah im Juni 1945, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Bei ihrer Ankunft in Schwarzenfeld stellten sie fest, dass der Ort von Flüchtlingen und Kriegsgeschädigten überfüllt war, was die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für eine Apotheke äußerst schwierig gestaltete. Am Rande Schwarzenfelds befand sich eine Werkssiedlung, in der ein ehemaliges nationalsozialistisches Jugendschulungsheim leer stand (Quendweg).

Rechtliche Hürden und ein dringender Fall

Damals gab es in Deutschland noch keine rechtliche Niederlassungsfreiheit für die Errichtung einer Apotheke. Die geltenden Gesetze sahen vor, dass vor der Eröffnung einer Apotheke eine Ausschreibung über die Apothekerkammer in der Apothekenzeitung erfolgen musste. Der approbierte Apotheker mit den meisten Arbeitsjahren in Apotheken erhielt dann von der Kammer die Konzession. Dieser Prozess war naturgemäß langwierig.

Emil Nikolaus Weiß war befreundet mit dem Schwarzenfelder Pfarrer und Pater Provinzial Victor Koch. Pater Victor Koch war ungeduldig, da die Apotheke zwar betriebsbereit war, aber ohne Genehmigung nicht geöffnet werden durfte.

In dieser kritischen Zeit kam es in einem etwa 3 km entfernten Ort, Grafenricht, zu mehreren Typhusfällen in einem Bauernhof. Die Bauern hatten zwei KZ-Häftlinge versteckt, die von einem Gefangenentransport, der im Bahnhof Schwarzenfeld bombardiert worden war, geflüchtet waren. Leider waren die Häftlinge mit Typhus infiziert und hatten auch die Bauern angesteckt. Zwei der Bauern starben. Die Mutter des Autors, die dem behandelnden Arzt assistiert hatte, infizierte sich ebenfalls, konnte aber gerettet werden.

Karte der Region Schwarzenfeld mit den Orten Grafenricht und Nürnberg.

Die Genehmigung und Namensgebung

Aufgrund dieser Notsituation wurde Pater Victor Koch aktiv. Er fuhr nach Berlin, wo ein Freund oder Bekannter, ein High Commissioner namens Murphie, tätig war. An ihn wandte sich Pater Victor.

Die amerikanische Militärregierung reagierte umgehend. Am 6. Dezember 1945, dem Tag des Heiligen Nikolaus, wurde der Familie die kommissarische Erlaubnis zur Eröffnung der Apotheke erteilt. Die Freude war groß, ebenso bei Pater Victor, der erzählte, dass auch er und Emil Nikolaus Weiß den Namen Nikolaus trugen. So lag es nahe, die Apotheke "St. Nikolaus Apotheke" zu benennen, aus Dankbarkeit dem Heiligen Nikolaus gegenüber.

Die Weiterführung der St. Nikolaus-Apotheke Schwarzenfeld

Heute leitet Thomas Wittleben, der Sohn des Autors, seit 1989 in der dritten Generation mit großem Engagement und Erfolg die Schwarzenfelder St. Nikolaus-Apotheke. Im Jahr 1991 erfolgte der Umzug in einen Neubau.

Die Erinnerungen an Pater Provinzial Victor Koch, der sich um Schwarzenfeld sehr verdient gemacht hat und dort unvergessen ist, werden hochgehalten. Ein großes Foto von ihm hängt in der Offizin der Apotheke, neben dem Foto von Emil Nikolaus Weiß, dem Gründer und Mitbegründer der Apotheke.

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Abschrift der Konzession für Werner Floret (Freienohl)

Konzession Nr. [Nummer fehlt]

Dem Apotheker Werner Floret wird die Konzession zum Betrieb der von ihm mit meiner Genehmigung neu eingerichteten Apotheke in Freienohl, jedoch nur für seine Person, auf Lebenszeit mit der Maßgabe erteilt, dass ihm die Präsentation eines Geschäftsnachfolgers nicht gestattet ist.

Der vorgenannte Konzessionsinhaber hat die Apotheke den gesetzlichen Bestimmungen gemäß in einem untadelhaften Zustand zu erhalten, widrigenfalls sie geschlossen und die gegenwärtige Konzession aufgehoben wird.

Es wird bemerkt, dass eine anderweitige Regelung des Apothekenwesens beabsichtigt ist und dabei auch in Frage steht, ob die Konzessionare einer noch näher zu bestimmenden Betriebsabgabe unterworfen werden, auch die vorliegende Konzession.

Münster, den 3. Januar 1907

L.S.

Der Oberpräsident von Westfalen

Staatsminister

gez. [Name fehlt]

Literatur- und Quellenverzeichnis

  • Chronik Franz Kroh
  • Zeitungsartikel zum 50. und 75. Bestehen der St. Nikolaus-Apotheke sowie weitere Recherchen von Karl-Heinz Kordel.
  • Inh. Heinz-Dieter Schnier
  • Veröffentlicht am Montag, 17. [Datum fehlt]

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