Die Erfahrung einer Fehlgeburt ist für viele Frauen zutiefst erschütternd und wirft unweigerlich Fragen nach den Ursachen auf. Insbesondere die Rolle von Mönchspfeffer (Agnus Castus) im Zusammenhang mit Kinderwunsch und dem Auftreten von Fehlgeburten ist ein wiederkehrendes Thema in Online-Foren und Gesprächen. Viele Frauen berichten von Zyklusproblemen, wie Schmierblutungen vor der Periode oder unregelmäßigen Zyklen, und suchen nach Unterstützung. In diesem Kontext wird Mönchspfeffer oft als pflanzliches Mittel zur Zyklusregulierung empfohlen.
Einige Frauen berichten, dass Mönchspfeffer ihnen geholfen hat, schwanger zu werden, und setzen ihn dann ab, sobald eine Schwangerschaft festgestellt wurde. Andere wiederum haben Mönchspfeffer auch in den ersten Wochen der Schwangerschaft eingenommen, teils auf Anraten ihres Arztes, teils aus eigener Initiative, um die Schwangerschaft zu unterstützen. Die Meinungen darüber, ob und wie lange Mönchspfeffer während einer Schwangerschaft eingenommen werden sollte, gehen auseinander.
Mönchspfeffer: Wirkung und Anwendung bei Kinderwunsch
Mönchspfeffer, auch bekannt als Keuschlamm, Abrahamstrauch oder Tanis, ist eine Pflanze, die in der traditionellen Naturheilkunde zur Behandlung verschiedener Frauenleiden eingesetzt wird. Seine Inhaltsstoffe beeinflussen die Hypophyse (Hirnanhangdrüse), welche die Produktion von Hormonen reguliert, die für den weiblichen Zyklus entscheidend sind. Insbesondere senkt Mönchspfeffer den Prolaktinspiegel im Blut. Ein zu hoher Prolaktinspiegel kann den Zyklus und den Eisprung beeinträchtigen und somit die Fruchtbarkeit reduzieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die positive Auswirkung von Mönchspfeffer auf die Bildung von Progesteron, dem Gelbkörperhormon. Progesteron spielt eine entscheidende Rolle in der zweiten Zyklushälfte: Es fördert das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut, um optimale Bedingungen für die Einnistung einer befruchteten Eizelle zu schaffen. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch kann ein zu niedriger Progesteronspiegel dazu führen, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht ausreichend aufgebaut ist und eine Einnistung erschwert wird. Mönchspfeffer kann hier unterstützend wirken, indem er die Progesteronbildung fördert.
Aufgrund dieser Wirkungsweisen wird Mönchspfeffer häufig eingesetzt zur:
- Harmonisierung eines unregelmäßigen Zyklus
- Abschwächung von PMS (Prämenstruelles Syndrom)
- Unterstützung bei Kinderwunsch

Mönchspfeffer und Fehlgeburten: Erfahrungen und mögliche Zusammenhänge
Viele Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten haben, machen sich Vorwürfe und suchen nach Erklärungen. Ein häufiger Gedanke ist, ob eine zugrunde liegende Gelbkörperschwäche zu den Aborten geführt haben könnte. Mönchspfeffer wird in diesem Zusammenhang oft diskutiert, da er die Progesteronbildung beeinflusst.
Einige Frauen berichten, dass sie nach dem Absetzen von Mönchspfeffer schwanger geworden sind und dann eine Fehlgeburt erlitten haben. Andere nehmen Mönchspfeffer durchgehend ein und erleben ebenfalls Fehlgeburten. Es gibt jedoch auch gegenteilige Erfahrungen: Frauen, die Mönchspfeffer während des Kinderwunsches und auch in den ersten Schwangerschaftswochen eingenommen haben, hatten erfolgreiche Schwangerschaften.
Es ist wichtig zu betonen, dass die meisten Fehlgeburten auf natürliche Ursachen zurückzuführen sind, wie beispielsweise Chromosomenanomalien des Embryos oder Probleme bei der Einnistung. Diese Ursachen können in der Regel nicht durch Medikamente oder pflanzliche Mittel beeinflusst werden.
Einige Frauen berichten von Problemen wie geschwollenen Brüsten, Wassereinlagerungen und Stimmungsschwankungen vor der Periode, die sie mit Mönchspfeffer zu lindern versuchten. Nach einer Fehlgeburt und Ausschabung wird oft empfohlen, dem Körper Zeit zur Erholung zu geben und auf zusätzliche Medikamente, auch naturheilkundliche, vorerst zu verzichten. Die hormonellen Umstellungen nach einer Fehlgeburt können zu Symptomen wie Brustspannen führen, die nicht zwangsläufig auf die Einnahme von Mönchspfeffer zurückzuführen sind.

Dosierung und Sicherheit von Mönchspfeffer in Schwangerschaft
Die Dosierung von Mönchspfeffer ist entscheidend für seine Wirkung. Für die Zyklusregulierung und bei Kinderwunsch wird häufig eine Gabe von 40 mg pro Tag empfohlen. Bei PMS kann die Dosis höher sein, bis zu 240 mg pro Tag.
Die Einnahme von Mönchspfeffer während der Schwangerschaft ist ein kontroverses Thema. Während einige Quellen empfehlen, das Präparat nach Eintritt einer Schwangerschaft abzusetzen, gibt es auch Berichte über Frauen, die es bis zur 12. Schwangerschaftswoche eingenommen haben, um die Schwangerschaft zu stabilisieren und die Einnistung des Embryos zu fördern. Einige Ärzte befürworten die Einnahme zur Zyklusregulierung auch während der Schwangerschaft, andere raten davon ab, um den natürlichen Prozess nicht zu stören.
Generell wird empfohlen, Mönchspfeffer spätestens in der 12. Schwangerschaftswoche abzusetzen, um mögliche Störungen der Entwicklung der Milchdrüsen zu vermeiden. Es gibt nur wenige Studien, die die Wirkungen und Nebenwirkungen von Mönchspfeffer in der Schwangerschaft untersucht haben.
Mögliche Nebenwirkungen von Mönchspfeffer, die auch nach Absetzen wieder verschwinden, können sein:
- Schwindel
- Hautausschläge
- Verdauungsbeschwerden
- Kopfschmerzen
Bei allergischen Reaktionen wie Schwellungen im Gesicht oder Atembeschwerden sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind ebenfalls möglich.
Wichtiger Hinweis: Vor der Einnahme von Mönchspfeffer sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen, um zugrunde liegende Erkrankungen auszuschließen und die Sicherheit der Einnahme zu gewährleisten. Geduld ist ebenfalls wichtig, da pflanzliche Mittel Zeit benötigen, um ihre Wirkung zu entfalten.
Alternative und ergänzende Maßnahmen
Neben Mönchspfeffer gibt es weitere Ansätze, die Frauen mit Kinderwunsch und nach Fehlgeburten in Betracht ziehen:
- Folsäure mit Jod: Dies ist essenziell für die Entwicklung des Embryos, insbesondere zur Vorbeugung von Neuralrohrdefekten. Die Einnahme sollte bereits vor der Schwangerschaft beginnen.
- Himbeerblättertee und Frauenmantel: Diese Kräuter werden traditionell zur Unterstützung der Gebärmutterschleimhaut und zur Regulierung des Zyklus eingesetzt.
- Ovulationstests und Basaltemperaturmessung: Diese Methoden können helfen, den Eisprung genauer zu bestimmen und die fruchtbaren Tage zu identifizieren.
- Hormonelle Unterstützung: Bei nachgewiesener Gelbkörperschwäche oder anderen Hormonstörungen kann eine ärztlich verordnete Hormontherapie (z.B. mit Utrogest) angezeigt sein.
- Gerinnungsstörungen- und Hormonuntersuchungen: Bei wiederholten Fehlgeburten können spezifische Tests Aufschluss über mögliche Ursachen wie Gerinnungsstörungen oder andere hormonelle Ungleichgewichte geben.
Viele Frauen berichten, dass eine gesunde Ernährung und ein gesunder Lebensstil ebenfalls zur Erholung des Körpers und zur Förderung der Fruchtbarkeit beitragen können.
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