Milchzahn abgebrochen oder verschoben: Richtiges Verhalten bei Zahnunfällen bei Kindern

Zahnunfälle bei Kindern sind keine Seltenheit. Eine Erhebung der DGMKG hat ergeben, dass sich fast jedes zweite Kind an den Zähnen verletzt. Am häufigsten trifft es dabei die Schneidezähne von herum tobenden Kindern im Kindergartenalter. Durch das richtige Verhalten stehen die Chancen gut, dass Schäden in Grenzen gehalten und bleibende Zähne gerettet werden können.

Erste Hilfe bei Zahnunfällen im Mundraum

Verletzungen, die den Mundraum betreffen, sehen häufig sehr schlimm aus. Dies liegt daran, dass der menschliche Mund sehr stark durchblutet ist. Dennoch gilt es, auch vermeintlich harmlose Zahnunfälle nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Gehen Sie in jedem Fall mit Ihrem Kind zum Zahnarzt!

Blutungen stoppen und kühlen

Unser Mund ist extrem stark durchblutet. Das Unfallopfer soll sogleich fest auf die Wunde beißen. Neben dem Zahnfleisch kann auch die Lippe in Mitleidenschaft gezogen sein. Die Lippe blutet immer extrem stark. Die Kompresse sollte deshalb von innen wie außen auf die Wunde gedrückt werden.

Eine aufgebissene Zunge ist bei Zahnunfällen nicht unüblich. Hier ist etwas Vorsicht geboten. Zum einen gilt es, die Zunge vorsichtig mit zwei Fingern aus dem Mund herauszuholen, idealerweise mit gewaschenen Fingern. Im Idealfall ist die Blutung nach fünf Minuten abgeklungen und Sie können mit dem Kühlen beginnen.

Grundsätzlich sind Sie immer gut beraten, die betroffene Stelle zu kühlen. Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen und verhindern, dass die Blutung erneut beginnt. Es empfiehlt sich immer, Kühlkompressen im Gefrier- oder Kühlfach zu haben. Wenn Sie nichts zur Hand haben, hilft ein in kaltes Wasser getunktes Tuch!

Schema zur Erstversorgung bei Zahnunfällen mit Fokus auf Blutstillung und Kühlung

Milchzahn: Was tun bei Lockerung, Bruch oder Verlust?

Gelockerter Milchzahn: Keine Panik, aber zum Zahnarzt!

Gelockerte Milchzähne sind nicht als Notfall zu bewerten. Egal ob es sich um Milch- oder bleibende Zähne handelt, sollte erst einmal eine Belastung der Zähne vermieden werden. Vereinbaren Sie möglichst zeitnah einen Termin beim Zahnarzt, um den genauen Status abklären zu lassen!

ACHTUNG: Setzen Sie den Zahn NICHT auf die ursprüngliche Position zurück! Ein Zahnarzt wird sich ein Bild vom Lockerungsgrad machen und alles Weitere mit Ihnen klären. Häufig ist die Lockerung nur sehr leicht. Achten Sie darauf, dass Sie die Zähne Ihres Kindes schonen.

Falls sich der Milchzahn extrem gelockert hat und die Gefahr besteht, dass der Zahn aus Versehen verschluckt oder eingeatmet werden könnte, wird der Zahnarzt im Sinne des bleibenden Zahnes handeln und die Extraktion vornehmen.

Milchzahn nach Zahnunfall ausgeschlagen: Was ist zu tun?

Suchen Sie zunächst den Milchzahn und kontrollieren Sie, ob er mit oder ohne Zahnwurzel ausgeschlagen wurde. Untersuchen Sie den Mundraum nach Fragmenten und entfernen Sie diese. Vereinbaren Sie zeitnah einen Zahnarzttermin und nehmen Sie den ausgebrochenen Zahn mit.

Es gilt sicherzustellen, dass der Milchzahn oder Fragmente davon nicht hineingedrückt wurden. Ein Wiedereinsetzen des Milchzahns erfolgt in der Regel nicht, da die Gefahr, den Zahnkeim des bleibenden Zahnes durch das Wiedereinsetzen zu schädigen, schlichtweg zu hoch ist.

Milchzahn abgebrochen: Die Größe zählt

Die erforderlichen Schritte hängen maßgeblich von der Größe des abgebrochenen Zahnes ab. Wie immer gilt es, das fehlende Zahnfragment zu suchen und zum Zahnarzt mitzunehmen.

Anders verhält es sich, wenn die abgebrochene Fläche größer ist und der Nerv in Mitleidenschaft gezogen wird oder werden kann. Ist die Nervenkammer großflächig eröffnet, kann der Zahnarzt eine Milchzahn-Wurzelbehandlung durchführen.

Verfärbt sich der Milchzahn innerhalb einer Woche dunkelgrau, ist das häufig der Hinweis auf einen Bluterguss im Zahn. In der Regel verheilt das Zahninnere innerhalb von einem Monat wieder. Gelegentlich verfärbt sich der Milchzahn nach einem Sturz nur gelblich und hebt sich dadurch ein wenig von den umliegenden Zähnen ab. Liegt der Sturz Ihres Kindes schon eine längere Zeit zurück und der Zahn verfärbt sich z. B. gelblich, ist Vorsicht geboten, wenn sich mehrere Wochen nach einem Sturz eine Eiterblase bildet und der Zahn zunehmend zu wackeln beginnt.

Milchzahn hat nach Zahnunfall einen Riss: Ist die Zahnwurzel betroffen?

Ein Zahnunfall hat häufig auch eine Wurzelfraktur zur Folge.

Bleibender Zahn: Schnelles Handeln ist entscheidend

Abgebrochener bleibender Zahn: Dringlichkeit je nach Größe

Die Dringlichkeit eines Besuchs beim Zahnarzt bzw. einer Zahnklinik richtet sich maßgeblich nach der Größe des abgebrochenen Zahnes. Abgebrochene Zahnstücke lassen sich häufig mit hochwertigem Komposit wieder einkleben. Manchmal wird bei besonders großen Bruchstücken im Vorfeld oder Nachgang eine Wurzelbehandlung notwendig.

Auffinden und Aufbewahren von ausgeschlagenen Zähnen

Bei einem Zahntrauma ist Eile geboten und das richtige Verhalten wichtig. Im Idealfall verfügen Sie über eine Zahnrettungsbox, die den Zahn für bis zu 48 Stunden schützt. Alternativ können Sie den Zahn auch für 30 Minuten in H-Milch und für 1-2 Stunden in Kochsalzlösung legen. Weitere Alternativen für den Transport der Zähne finden Sie hier.

Reinigen Sie den Zahn auf keinen Fall. In der Praxis angekommen wird dann der Zahn gereinigt und der Zahn replantiert. Speziell bei Kindern gilt es zu versuchen, den wurzelbehandelten Zahn bis zum 20. Lebensjahr zu erhalten.

Tetanusschutz überprüfen

Prüfen Sie, ob ein Impfschutz gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) besteht. Falls nicht, holen Sie die Impfung innerhalb von 24 Stunden nach!

Illustration einer Zahnrettungsbox und Alternativen zur Aufbewahrung von ausgeschlagenen Zähnen

Verschobener oder gelockerter Zahn: Stabilisierung ist wichtig

Zahn locker oder verschoben nach Schlag auf den Mund

Nach einem festen Schlag auf den Mund kann es durchaus vorkommen, dass sich Zähne lockern und zu wackeln anfangen oder verschoben sind. Wichtig ist, dass Sie bzw. Ihr Kind schnellstmöglich einen Termin bei Ihrem Zahnarzt oder eine Zahnklinik vereinbaren.

Stabilisierung durch Schienung

Diese Konstruktion nutzt den festen Halt der anderen Zähne, damit der lockere Zahn in aller Ruhe wieder festwachsen und gerettet werden kann. Nach circa zwei Wochen wird die Schiene wieder entfernt. Weitere sechs Wochen später erfolgt eine Kontrolluntersuchung, um die Zahnvitalität unter die Lupe zu nehmen!

Tief in den Kiefer gedrückter Zahn

Gelegentlich fällt man bei einem Zahnunfall so ungünstig, dass es den Zahn tief in den Kiefer drückt. Zum einen löst er den eventuell im Zahnfach verkanteten Zahn. Zum anderen wird der tief im Kiefer befindliche Zahn nicht einfach wieder herausgezogen. Der Zahnarzt befestigt eine mit Federn bestückte Schiene an den Nachbarzähnen. Sobald der Zahn sich wieder an seiner Ursprungsposition befindet, wird er erneut geschient. Diese Schiene verbleibt so lange, bis der Zahn sich wieder komplett gefestigt hat. Der Vorgang dauert ca. Nach ca.

Riss im Zahn: Mögliche Folgen und Behandlung

Riss im Zahnschmelz oder Zahnfraktur

Wenn Sie nach einem Zahnunfall feststellen, dass der Zahn einen Riss hat, gilt es herauszufinden, ob es sich lediglich um Schmelzrisse oder um eine Fraktur der Zahnkrone bzw. des Zahns handelt. Während ein Sprung oder Riss im Zahnschmelz keine weiteren Folgen nach sich ziehen wird, können Zahnfrakturen, die durchaus bis zur Zahnwurzel reichen können, im schlimmsten Fall zum Absterben des Zahnes führen.

Es versteht sich von selbst, dass die verunfallte Person so schnell wie möglich in eine (Zahn-)Klinik oder kieferchirurgische Praxis gebracht werden muss. Mit etwas Glück bleibt ein Zahnunfall ohne offensichtliche Konsequenzen. In einigen Fällen kann hier noch interveniert und eine Wurzelbehandlung oder gar Zahnextraktion verhindert werden.

Aufbewahrung ausgeschlagener Zähne: Was ist geeignet?

Medien zur Zahnrettung

Ausgeschlagene und abgebrochene Zähne lassen sich retten. Grundsätzlich gilt es, den Zahn so lange wie möglich vor dem Austrocknen zu schützen. Es versteht sich von selbst, dass Alternativen, die eine kurze Überlebenschance sichern, besser sind als keine. Dennoch sollten Sie, um den Zahn zu retten, nichts unversucht lassen, um die Überlebenschancen bzw. die Überlebensfähigkeit der Zellen zu maximieren.

Denn häufig hängt ein Zahnunfall mit anderen Verletzungen zusammen, die unter Umständen zuerst versorgt werden müssen.

  1. Trockenlagerung: Völlig ungeeignet.
  2. Speichel: Nur als absolute Notlösung und sehr kurzfristig.
  3. Leitungswasser: Nicht geeignet, da die Zellen absterben können.
  4. Zahnrettungsbox: Die beste Option, da sie eine spezielle Nährlösung enthält.

Der Transport eines ausgeschlagenen Zahnes in der Mundhöhle ist lediglich als Notlösung zu betrachten und ist nur dann sinnvoll, wenn keine der anderen Alternativen verfügbar ist.

Das Vorgehen des Zahnarztes nach einem Zahnunfall

Behandlungsmethoden und Stabilisierung

Die Schiene wird mithilfe von Draht und Kunststoff individuell auf die Situation abgestimmt. Speziell im Wachstum kann eine Wurzelbehandlung des Milchzahnes mit anschließender Füllung sinnvoll sein. Auch bei lockeren Zähnen kommt eine ebenfalls eine Schiene zum Einsatz, die an den Nachbarzähnen befestigt wird und so den Zahn stabilisiert.

Nach ca. Auch bei lockeren Zähnen kommt eine Schiene zum Einsatz, die an den Nachbarzähnen befestigt wird. Allerdings dient diese zunächst der Befestigung einer speziellen Federkonstruktion. Damit wird der eingedrückte Zahn langsam aus dem Zahnfach hinausgezogen. Wenn keine der Maßnahmen zum Ziel führen, bleibt häufig nur die Entfernung des Zahnes bzw. der Zahnüberreste.

Nachsorge nach dem Zahnarztbesuch

Ein Zahnarzt stellt nicht nur die ideale Versorgung nach einem Zahnunfall sicher. Handelte es sich um einen Unfall? Nach dem Zahnarztbesuch ist vor dem Zahnarztbesuch! Zwar erfolgt bei ausgeschlagenen Milchzähnen häufig nur eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation. Neben optischen Einschränkungen des bleibenden Zahnes kann ein Zahnunfall auch eine kieferorthopädische Behandlung oder einen chirurgischen Eingriff nach sich ziehen.

Kostenübernahme und Versicherungen nach einem Zahnunfall

Wer kommt für die Kosten auf?

So trägt beispielsweise die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten, wenn ein Kind in einer Betreuungseinrichtung verunglückt und sich einen Zahn ausschlägt. Die zuständige Berufsgenossenschaft springt ein, wenn sich der Zahnunfall am Arbeitsplatz ereignet. Passiert etwas im Sportverein ist dieser Umstand zwar der Unfallversicherung des Vereins zu melden.

Wer einen (Verkehrs-)Unfall verursacht, bei dem sich das Unfallopfer einen oder mehrere Zähne ausschlägt, ist die Haftpflichtversicherung des Verursachers für die Regulierung der Kosten zuständig. Zudem sind Folgeschäden und Spätfolgen nicht auszuschließen. Das erfordert, dass die zuständigen Versicherungen zeitnah über die Umstände in Kenntnis gesetzt werden müssen. Ansonsten sind die Kosten der Spätfolgen ggf. nicht gedeckt. Allerdings werden die Kosten nicht vollumfänglich übernommen. werden Folgebehandlungen aufgrund von Spätfolgen (z. B. Spätschäden) oft nur teilweise oder gar nicht übernommen.

Zahnersatz nach Zahnunfall

Wenn Sie davon ausgehen, dass nach einem Zahnunfall sämtliche Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse bzw. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt in der Regel nur die Kosten für den einfachen Zahnersatz. Schlagen Sie sich beispielsweise zwei Frontzähne aus, könnten zwei Implantate das ursprüngliche Lächeln wiederherstellen. Allerdings beteiligen sich die Versicherungen lediglich für den einfachen Zahnersatz.

Passiert das Gleiche während der Arbeitszeit, wird die Berufsgenossenschaft (BG) ähnlich verfahren. Wichtig ist, dass sich definieren lässt welche Schäden durch den Unfall entstanden sind und wie der Zahnzustand davor war. Werden Sie z. B. durch Fremdeinwirkung verursachter Zahnunfall (z. B. Unfall beim Sport) geschädigt, muss die Kasse prüfen, ob die Kosten übernommen werden.

Die Rolle der Zahnzusatzversicherung

Haben Sie zum Beispiel einen Tarif abgeschlossen, der zu 90 % oder 100 % für Implantate leistet, brauchen Sie sich wegen hohen Eigenanteilen keine Gedanken zu machen. Angenommen Sie haben gerade den Tarif Barmenia Mehr Zahn 100 + ZV abgeschlossen. Dann stehen Ihnen im 1. Jahr Leistungen zu.

Grafik, die die Kostenübernahme durch verschiedene Versicherungen bei Zahnunfällen veranschaulicht

Prävention von Zahnunfällen bei Kindern

Allgemeine Vermeidungstipps

Einen 100-prozentigen Schutz, das Kind vor einem Zahnunfall zu schützen, gibt es leider nicht. Es genügt ein unvorsichtiger Schritt und schon liegt das Kind auf der Nase. Glücklicherweise führt nicht jeder Sturz direkt zu einer Verletzung im Mundraum. Gleiches gilt beim Sport. Es muss nicht das eigene Unvermögen sein, das zu einem Zahnunfall beim Kind führt. Auch der Ellenbogen eines unvorsichtigen Gegenspielers oder ein unerwartetes Objekt genügt, um sich einen Zahn auszuschlagen.

Der einfachste Weg, um einen Zahnunfall zu vermeiden, ist Aufklärung. Allein der Hinweis auf eine mögliche Gefahrensituation reicht häufig schon aus, um die Sinne des Kindes zu schärfen. Gewisse Situationen lassen sich zudem üben und trainieren. Der Mensch im Allgemeinen und Kinder im Speziellen brauchen viel Bewegung! Damit lässt sich das Verletzungsrisiko Ihres Kindes effektiv reduzieren. Durch Laufen, Springen und Klettern verinnerlichen Kinder die Bewegungsabläufe. Das reduziert die Gefahr von Verletzungen.

Zahnunfälle beim Sport vermeiden

Es geht um den Bruchteil einer Sekunde. Eine ungeschickte Drehung beim Fußball und der Ellenbogen landet im Gesicht des Gegners. Es genügt schon ein kleiner Kieselstein, um die fröhliche Fahrt mit den Inlineskates abrupt enden zu lassen. Es braucht nicht viel und beim Sturz bricht der Zahn aus.

Vermutlich kennen Sie den Mundschutz von Kontaktsportarten wie Boxen, Karate oder American Football. Noch sind sie nicht in „aller Munde“, doch die Einsatzgebiete von „Mouthguards“ finden in immer mehr Sportarten Anwendung. Zumal der Kosten-Nutzen-Faktor unschlagbar ist. Er schützt vor Verletzungen der Zähne und beugt Gehirnerschütterungen vor.

Ein Mundschutz lässt sich im Sportgeschäft erwerben. Abhängig vom Einsatzzweck kann eine einfache Variante aus dem Fachgeschäft genügen. Ist das Verletzungsrisiko, wie zum Beispiel im Eishockey, besonders hoch, ist die Version des Zahnarztes die bessere Wahl. Die Preise variieren nach Aufwand und Material. Meistens nimmt der Zahnarzt einen Zahnabdruck, erstellt daraus ein Gipsmodel und lässt die Schiene von einem Zahntechniker herstellen.

Sportfachgeschäfte und Online-Shops bieten häufig Mouthguards passend zur Sportart an. Häufig gibt es nicht nur verschiedene Formen und Farben, sondern auch diverse Standardgrößen zur Auswahl. Viele lassen sich sogar an die eigene Zahnsituation anpassen. Dafür wird das „Mouthpiece“ für kurze Zeit in heißes Wasser gelegt. Danach wird es in den Mund genommen und fest hinein gebissen. Preislich bewegen sich diese Modelle zwischen 5 EUR und 50 EUR.

Zähne schützen beim Sport!

Häufige Ursachen und Orte von Zahnunfällen bei Kindern

Entwicklungsphasen und Risikofaktoren

In den frühen Entwicklungsphasen (18. bis 30. Lebensmonat) sind Kinder besonders anfällig für Zahnunfälle. Mit den Jahren werden die Kids dann immer sicherer und kennen ihre Fähigkeiten besser. Allerdings steigt das Risiko dann zwischen dem 9. und 16. Lebensjahr erneut an. In Kombination mit der Pubertät kann das durchaus eine gefährliche Mischung sein. Mutproben, Selbstüberschätzung, aber auch pure Wut können die Gefahr von Zahnunfällen durchaus erhöhen.

Risikoreiche Umgebungen für Kinder

Ein besonders großes Risiko birgt die Badewanne. Daher sollten Kleinkinder nicht unbeaufsichtigt ein Bad nehmen. Babys hangeln sich gerne am Tisch entlang, um das Gehen zu trainieren. Zu Hause fühlen sich Kinder sicher und probieren sich aus. Sie klettern auf die Arbeitsplatte der Küche, versuchen Süßes in den Schränken zu erreichen oder toben durch die Wohnung. Die Verletzungsrisiken sind schier endlos.

Erinnern Sie sich einmal selbst an Ihre Kindheit zurück. Wie oft haben Sie als Dreikäsehoch beim Spielen mit Ihren Freunden Situationen erlebt, in denen Sie aus der Perspektive eines Erwachsenen glimpflich davongekommen sind? Tatsächlich ist die Gefahr für Zahnunfälle bei Kindern bis zum 14. Lebensjahr besonders groß. Kein Wunder, immerhin sind die Kleinen besonders abenteuerlustig und aktiv.

Die meisten Zahnunfälle passieren, wenn die Kleinen beim Spielen stürzen. Das gilt beispielsweise für Situationen, in denen die kleinen Racker allein sind. Vielmehr gilt es aber im Eifer des Gefechts mit mehreren Spielkameradinnen und Spielkameraden. Auch Kleinkinder, die gerade erst das Laufen lernen, sind für Zahnunfälle besonders gefährdet.

Besonderheiten bei Milchzähnen

Bis zum Alter von vier Jahren sind Zahnunfälle auch bei Milchzähnen besonders ernst zu nehmen. Hintergrund ist, dass die Zahnwurzel der Milchzähne noch nicht vollständig ausgebildet ist. Am häufigsten betroffen sind die oberen Schneidezähne, schließlich sind diese durch ihre exponierte Lage sehr anfällig für äußere Kräfte. Bei Zusammenstößen beim Spielen sowie beim Ausüben von Kontaktsportarten wie Fußball kommt es häufiger zu abgebrochenen und komplett ausgeschlagenen Zähnen. Auch die leichte Lockerung von Zähnen tritt häufig auf.

Milchzahn oder bleibender Zahn: Die Bedeutung der Behandlung

Viele Eltern gehen davon aus, dass es nicht schlimm ist, wenn ein Milchzahn in Mitleidenschaft gezogen wird. „Die fallen doch ohnehin bald aus“, so der häufige Tenor. Gesunde Milchzähne sind für die Entwicklung des Kiefers sowie des gesamten Kauapparates aber enorm wichtig. Bei einem verschobenen Milchzahn wird dieser etwa wieder in Position gebracht. Auch abgesplitterte Bruchstücke kommen, sofern diese noch auffindbar sind, wieder an ihren Platz. Hier kann der Zahnarzt durch das „Decken“ das freiliegende Zahninnere wieder abdecken.

Lediglich wenn der Milchzahn komplett ausgeschlagen ist, setzen Zahnärzte diesen in der Regel nicht wieder ein. Sobald ein Milchzahn komplett ausgeschlagen ist, wird die Wurzel von Bakterien besiedelt. Damit kann das Wiedereinsetzen im schlimmsten Fall zu einer Infektion und damit zu einer Schädigung des bleibenden Zahns führen. Anders sieht es bei einem Zahnunfall mit einem bleibenden Zahn aus.

Speziell, wenn ein Milchzahn (oder auch bleibender Zahn) verschoben ist, sollte die Behandlung noch am selben Tag erfolgen. Wird der Zahn nicht gleich wieder in seine angestammte Position zurückgedrückt, setzt der Heilungsprozess ein. Das könnte dazu führen, dass sich Ober- und Unterkiefer nicht mehr richtig schließen lassen.

Zahnunfall Handlung: Milchzahn Handlung: Bleibender Zahn
Gelockert Die Behandlung gelockerter Milchzähne ist nicht dringend. Dennoch sollte der Zahn nach Möglichkeit eine Weile nicht belastet werden. Aus versicherungstechnischen Gründen sollte der Vorfall dennoch aufgenommen werden. Gelockerte Zähne sollten nicht belastet werden. Sie sind dringend behandlungsbedürftig, da sie eventuell erneut befestigt werden müssen.
Verschoben Belassen Sie den verschobenen Zahn an seiner Position und suchen Sie einen Zahnarzt auf. Hier drohen bei Nichtbehandlungen Fehlentwicklungen des Kiefers. Belassen Sie den verschobenen Zahn an seiner Position und suchen Sie einen Zahnarzt auf, der den Zahn an seine natürliche Position rückt.
Abgebrochen Je mehr Zahnmaterial abgebrochen ist, desto dringender ist die Behandlung. Lagern Sie abgebrochene Stücke möglichst in einer Rettungsbox. Dringt Blut aus dem Zahn sollten Sie umgehend den Zahnarzt aufsuchen. Je mehr Zahnmaterial abgebrochen ist, desto dringender ist die Behandlung. Lagern Sie abgebrochene Stücke möglichst in einer Rettungsbox. Dringt Blut aus dem Zahn sollten Sie umgehend den Zahnarzt aufsuchen.
Hineingeschlagen Ist ein Zahn hineingeschlagen, ist eine Behandlung nur selten notwendig. Dennoch sollten Sie den Zahnarzt wegen möglicher Folgeschäden informieren und einmal auf die betroffenen Zähne schauen lassen. Bei in den Kiefer geschlagenen Zähnen des bleibenden Gebisses besteht ein dringender Behandlungsbedarf. Hier muss der Zahn in seine Ursprungsposition gebracht werden. Häufig sind Untersuchungen zu Folgeschäden nötig.
Ausgeschlagen Da ausgeschlagene Milchzähne in der Regel nicht replantiert werden, reicht es aus, wenn Sie innerhalb einiger Tage einen Zahnarzt aufsuchen. Herausgeschlagene Zähne sind eine Indikation für einen sofortigen Zahnarztbesuch, damit der Zahn schnell wieder eingesetzt werden kann.

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