Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern, sind für viele stillende Mütter unverzichtbar. Dazu gehört für viele auch die Milchpumpe. Jede Mutter, die sich fürs Stillen entscheidet, macht ihre eigene Erfahrung. Wie das Stillen selbst, sind auch die Erfahrungen und Bedürfnisse rund ums Abpumpen höchst individuell.
Muttermilch gilt in den ersten Lebensmonaten als optimale Nahrung: Sie ist nährstoffreich, gut verdaulich und liefert viele Schutz- und Abwehrstoffe. Bei anfänglichen Stillproblemen muss daher nicht sofort auf Pre-Nahrung ausgewichen werden. Häufig kann eine Milchpumpe bereits Entlastung bieten.

Die Wahl der richtigen Milchpumpe
Bei der Wahl des passenden Modells sollten die persönlichen Anforderungen im Mittelpunkt stehen. Wird regelmäßig oder nur gelegentlich abgepumpt? Soll das Gerät unterwegs nutzbar sein? Und wie wichtig sind flexible Einstellungen?
Wir haben 25 Milchpumpen getestet, unter denen sich sowohl Handmilchpumpen als auch elektrische Milchpumpen befanden. In unserer Auswahl haben wir verschiedene Ausstattungen, Designs und Preisklassen berücksichtigt. Die günstigste Milchpumpe gibt es bereits für knapp 12 Euro, wohingegen die teuerste stolze 400 Euro kostet. In der Regel kosten elektrische Milchpumpen mehr als manuelle Pumpen.
Arten von Milchpumpen
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Handmilchpumpen, elektrischen Milchpumpen und elektrischen Doppelmilchpumpen. Gemein haben alle drei, dass das Abpumpen von Muttermilch möglichst ähnlich dem natürlichen Prozess des Stillens erfolgen soll.
Handmilchpumpen
Bei manuellen bzw. Handmilchpumpen erfolgt das Abpumpen, wie es der Name bereits verrät, per Hand. Der Vorteil hierbei ist natürlich, dass die Handmilchpumpe bei Bedarf überall genutzt werden kann, da sie weder akku- noch batteriebetrieben ist. Sie ist praktisch, leicht und relativ unkompliziert zu transportieren. Eine Handmilchpumpe empfiehlt sich daher besonders dann, wenn nur gelegentlich abgepumpt werden soll. Es kann allerdings immer nur an einer Brust gepumpt werden, und der zu tätigende Kraftaufwand sollte nicht unterschätzt werden.
Elektrische Milchpumpen
Bei den elektrischen Milchpumpen wird die Handarbeit durch einen integrierten Motor ersetzt. Für die Mama bedeutet das natürlich mehr Komfort und kaum Kraftaufwand. Die elektrischen Milchpumpen in unserem Milchpumpen-Test werden je nach Modell mit Netzstrom, integriertem Akku oder Batterien betrieben. Der Akku hält bei der Mehrzahl der Pumpen bis zu vier Abpump-Sitzungen durch.
Ein besonderes Ausstattungsmerkmal von elektronischen Milchpumpen ist die Möglichkeit, verschiedene Einstellungen vorzunehmen. Muttermilch wird mithilfe einer elektronischen Milchpumpe ohne große Mühe sanft von der Brust abgepumpt und direkt in einen Auffangbehälter gefüllt. Besonders vorteilhaft: Bei dieser Art der Milchpumpe kann die Milchflasche direkt angeschlossen werden und als Auffangbehälter dienen. Eine elektronische Milchpumpe lohnt sich sicherlich dann, wenn regelmäßig und viel abgepumpt werden soll. Weiterhin sollte man beachten, dass elektrische Milchpumpen generell geräuschintensiver sind.

Elektrische Doppelmilchpumpen
Traditionelle Milchpumpen, die mit Schläuchen, Kabeln oder einem externen Pumpmotor funktionieren, sind für unterwegs nicht unbedingt geeignet, da sie zu groß oder aber schwer sein können. Bei Pumpen, die mit Strom betrieben werden, sollte man außerdem stets den Akkustand im Auge behalten. Bei vielen elektrischen Milchpumpen kann in den meisten Fällen immer nur eine Brust abgepumpt werden. Es gibt jedoch auch die sogenannten Doppelmilchpumpen, die es ermöglichen, beide Brüste gleichzeitig zu bearbeiten. Diese eignen sich vor allem für Zwillings-Mamas oder Mütter, die ihre Milchmenge erhöhen möchten.
Wann ist eine Milchpumpe sinnvoll?
Viele Mütter fragen sich bereits vor der Geburt, ob eine Milchpumpe für die Erstausstattung notwendig ist. Für stillende Mütter, die bereits kurze Zeit nach der Geburt wieder in das Arbeitsleben einsteigen, ist sie in den meisten Fällen ein Muss. Ansonsten wird die Milchpumpe für viele stillende Mütter erst dann relevant, wenn bestimmte Gründe vorliegen, für die eine Milchpumpe als optimale Lösung gesehen werden kann.
Gründe für die Nutzung einer Milchpumpe
- Schmerzen beim Stillen
- Brustentzündungen
- Milchstau
- Schwäche des Neugeborenen, um direkt von der Brust zu trinken
- Anregung der Milchmenge
- Wunsch nach mehr Flexibilität und Unabhängigkeit
Eine geringe Milchmenge kann unterschiedliche Ursachen haben. Viele Mütter machen sich jedoch Sorgen, wenn sie das Gefühl haben, nicht genügend Milch für ihr Baby zu produzieren. Eine Milchpumpe kann hierfür eine gute Alternative darstellen, die die Milchproduktion steigert, da sie dafür sorgt, dass die Brust besser entleert wird.
Viele Mütter verspüren zudem den Wunsch nach mehr Flexibilität und Unabhängigkeit. Milch abzupumpen und für das Baby zu lagern, scheint hierbei für viele die beste Lösung zu sein, um etwa wichtige Termine wahrzunehmen, Einkäufe zu erledigen oder schlicht gemeinsame Zeit mit Freunden zu verbringen.
Praktische Tipps zur Anwendung und Aufbewahrung
Der Gedanke, Muttermilch abzupumpen, erscheint vielen Frauen anfangs sicherlich befremdlich. Und nicht immer klappt das Abpumpen von Muttermilch direkt und reibungslos. Ähnlich wie beim natürlichen Stillen, welches erst erlernt werden muss, verhält es sich auch bei der Anwendung einer Milchpumpe.
Anwendungstipps
- Die Brusthaube sollte richtig angelegt werden.
- Die Brusthaube sollte die passende Größe haben: Der Trichter der Brusthaube sollte ausreichend viel Freiraum für die Brustwarze lassen, sodass diese nicht eingeengt wird.
- Die Nähe zum Baby kann dafür sorgen, dass der Milchspendereflex schneller einsetzt.
Ob eine bestimmte Milchpumpe mehr Milch produziert als eine andere, lässt sich so pauschal nicht sagen.
Aufbewahrung von Muttermilch
Wer sich dazu entscheidet, Muttermilch abzupumpen, der wird sich berechtigterweise mit der Frage auseinandersetzen, wie Muttermilch aufbewahrt werden sollte. Grundsätzlich gilt: Muttermilch muss hygienisch gelagert werden.
| Lagerort | Temperatur | Lagerdauer |
|---|---|---|
| Zimmertemperatur | 16 - 29 °C | bis zu 4 Stunden |
| Kühlschrank | 4 °C oder kälter | bis zu 3 Tage |
| Gefrierschrank | -18 °C oder kälter | 3 bis 6 Monate |
Bei Muttermilch, die eingefroren wird, ist es ratsam, das Datum zu vermerken, sodass man einen Überblick hat, wie lange diese bereits gelagert wurde.
ABPUMPEN: Experten-Q&A , meine Erfahrung & Baby-Alltag im Weihnachtsstress
Modellvorstellungen und Testergebnisse
Mam Move Hands-free Milchpumpe
Die Mam Move Hands-free Milchpumpe hat unsere Erwartungen an eine leistungsstarke, flexible und handliche Milchpumpe mehr als erfüllt. Beim Auspacken der elektrischen Milchpumpe fallen uns zuallererst das schicke und moderne Design sowie die sehr gute Qualität auf. Im Lieferumfang sind neben der elektrischen Pumpeinheit sowie dem Milchauffangbehälter zusätzlich Ersatzteile, Trichterinsätze in verschiedenen Größen, eine Transporttasche sowie eine Anti-Colic-Flasche enthalten. Sehr praktisch!
Wir haben die Milchpumpe als Einzelmilchpumpe getestet. Beim Milchauffangbehälter fallen uns direkt zwei Dinge positiv auf: Die Markierung an der Oberfläche zeigt die Milchmenge in Millilitern an und ein kleiner Deckel ermöglicht es, den Behälter sicher zu verschließen. Laut dem Hersteller verfügt der Auffangbehälter zudem über eine selbststerilisierende Funktion: Der Behälter wird dafür mit 20 Millilitern kaltem Wasser gefüllt, mit einer mitgelieferten Silikonmembran verschlossen und für etwa drei Minuten in die Mikrowelle gestellt, und voilà - der Behälter ist keim- und bakterienfrei. Das erspart uns einen kleinen Schritt bei der Reinigung der Milchpumpe, die nach jeder Sitzung durchgeführt werden muss.
Wie es der Name bereits verrät, funktioniert die Milchpumpe »freihändig«. Sie wird in den BH platziert und sollte fest an der Brust liegen. Wichtig ist, dass zwischen der Brust und der Pumpe kein Spalt verbleiben darf. Alternativ kann eine Trägererweiterung angebracht werden. Insgesamt fällt die elektrische Milchpumpe von Mam etwas schmaler aus als andere Modelle in unserem Test. Sie ist jedoch auch ein wenig größer und daher weiterhin auch unter dem BH noch sichtbar. Wer es absolut diskret bevorzugt und die Milchpumpe am liebsten ganz unter dem BH verstecken möchte, kann zu einer kleineren und kompakteren Milchpumpe greifen.
Bei der Move Milchpumpe fallen die Einstellungsmöglichkeiten mit drei Modi und je fünf Intensitätsstufen recht überschaubar aus, sind insgesamt jedoch mehr als ausreichend. Dafür spricht in erster Linie die sehr gute Saugleistung, die uns in allen drei Modi überzeugen kann. Der Leise-Modus wiederum sorgt für ein möglichst leises und diskretes Abpumpen. Per Tastendruck lassen sich Modi und Saug-Intensitäten einstellen. Durch Aufleuchten der entsprechenden Symbole kann erkannt werden, in welchem Modus und welcher Intensitätsstufe man sich befindet. Beim Abpumpen haben wir das weiche Silikonkissen als sehr angenehm empfunden. Grundsätzlich haben wir mehrheitlich die höheren Saugstufen eingestellt, da diese für uns die optimale Leistung erbracht haben. Das ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich. Eine erhöhte Saugstufe bedeutet in der Regel nicht gleich eine höhere Milchmenge.
Unser Fazit: Die Mam Move Hands-free Milchpumpe überzeugt mit ihrer sehr guten Verarbeitung, einer einfachen Bedienung und individuell anpassbaren Einstellungen. Sie eignet sich besonders gut für Mütter, die regelmäßig abpumpen und dabei möglichst flexibel im Alltag bleiben möchten. Einen gravierenden Nachteil hat unser Testsieger aus unserer Sicht nicht. Manche bevorzugen jedoch ein Display, da hier etwa der Akkustand auf den ersten Blick erkannt werden kann.
Philips Avent SCF430/01
Die Philips Avent SCF430/01 ist für uns die beste manuelle Milchpumpe im Test. Sie hat uns in fast allen Punkten überzeugen können. Lediglich eine Sache wäre wünschenswert: eine Saugvorrichtung zum Verschließen der Milchflasche. So könnte man diese nach dem Abpumpen direkt verschließen und die Milch verfüttern.
Die Handmilchpumpe ist in Windeseile zusammengebaut und kann direkt genutzt werden. Hier fällt uns in erster Linie das sehr weiche Silikonkissen auf, und wir sind direkt begeistert. Auch an der Brust fühlt es sich sehr angenehm an. Besonders auffällig an der Philips Avent SCF430/01 ist der Hebel. Er ist breit und liegt für uns zum Betätigen sehr gut in der Hand. Das Pumpen empfinden wir als angenehm, zumal wir keinen großen Widerstand verspüren. Durch die sehr gute Saugfähigkeit wird kontinuierlich der Milchfluss angeregt.
Unser Fazit: Eine kleine und leichte Handmilchpumpe, die auch in die Handtasche passt - perfekt also für unterwegs.
Momcozy Mobile Flow M9
Bei der Momcozy Mobile Flow M9 sticht gleich das unverwechselbare und sehr schöne Design ins Auge. Der Pumpmotor der elektrischen Doppelmilchpumpe ist in einem ansprechenden Rotton gehalten und fällt in der Menge an Milchpumpen erkennbar auf.
Die Milchpumpen von Momcozy sind in verschiedenen Sets erhältlich. Wir haben die M9 im Doppelpack mit reichlich Zubehör getestet: Positiv fallen die Deckelverschlüsse auf, welche wir uns grundsätzlich bei jeder tragbaren Milchpumpe wünschen würden. Die Milchpumpe liegt an sich sehr gut in der Hand, ist jedoch etwas schwer vom Gewicht. Das merken wir vor allem, nachdem wir die Milchpumpe in den BH platzieren. Hier müssen wir zunächst dafür sorgen, dass die Pumpe nicht verrutscht und fest sitzt. Bei zwei Pumpen fällt ein höheres Gewicht dann doch etwas auf.
Davon lassen wir uns jedoch nicht beirren und starten direkt in den Abpump-Vorgang. Wir können die Einstellungen sowohl direkt am Gerät als auch in der App vornehmen. Die Milchpumpe lässt sich ganz einfach per Bluetooth mit der App verbinden. Sie ist klar strukturiert und hat eine benutzerfreundliche Oberfläche. Die wichtigsten Einstellungen können wir direkt vornehmen, ohne uns erst langsam einarbeiten zu müssen. Die schnelle Steuerung hat den Wechsel zwischen Modi und Saugstufen während des Abpumpens äußerst erleichtert. Insgesamt stehen uns mehrere Modi sowie 15 Saugstufen zur Verfügung. In der App lässt sich ein personalisierter Modus erstellen.
Es gibt für uns mehrere Aspekte, weshalb wir von der Momcozy Mobile Flow M9 angetan sind: Der Milchauffangbehälter kann separat entnommen und verschlossen werden. Aufgrund ihrer kompakten Form kann die Milchpumpe ausreichend diskret im BH platziert werden und funktioniert insgesamt recht leise. Die Steuerung der App ermöglicht mehr Komfort und Flexibilität. Für unterwegs ist die große Transportbox viel zu sperrig. Hier wären kleine Aufbewahrungstaschen eine gute Alternative. Für Wochenendausflüge oder längeres Verreisen ist sie hing...
