ISOFIX: Eine sichere und einfache Befestigung für Kindersitze im Auto

Neben der herkömmlichen Befestigung mit dem Sicherheitsgurt des Autos bietet ISOFIX eine weitere, technisch klingende Möglichkeit, Kindersitze sicher im Fahrzeug zu installieren. Dieses System basiert auf zwei kleinen Metallbügeln, die sich im Zwischenraum zwischen der Sitzfläche und der Rückenlehne des Autos befinden. Jeder ISOFIX-Kindersitz ist mit zwei Haken, den sogenannten „Rastarmen“, ausgestattet, die einfach in diese Bügel eingeklickt werden.

Eine Ausnahme bilden ISOFIX-Babyschalen. Diese verfügen nicht über eigene Rastarme, sondern werden auf eine separate ISOFIX-Basis geklickt. Diese Basis wiederum ist über die ISOFIX-Haken mit dem Auto verbunden.

Die Befestigung eines ISOFIX-Kindersitzes, bei dem das Kind nicht mit dem Sicherheitsgurt des Autos angeschnallt wird (ein sogenannter „integraler Kindersitz“), muss grundsätzlich über drei Punkte erfolgen. Der dritte Befestigungspunkt variiert je nach Ausrichtung des Kindersitzes:

  • Bei vorwärts gerichteten Kindersitzen dient ein Haltegurt an der oberen Rückenlehne des Sitzes, der „Top Tether“, als dritter Fixpunkt. Dieser muss im Kofferraum oder an der Rückseite des Autositzes eingeklickt und gestrafft werden.
  • Bei rückwärts gerichteten Sitzen (Reboarder) besteht der dritte Punkt aus einem Standfuß am Kindersitz oder der Basis, der in den Fußraum des Fahrzeugs gestellt wird. Hier ist Vorsicht geboten: Ein Standfuß darf niemals auf ein leeres Staufach im Boden gestellt werden.

Der dritte Befestigungspunkt ist unerlässlich, um ein Verdrehen oder Kippen des Sitzes zur Seite zu verhindern. Kindersitze, in denen das Kind mit dem Fahrzeuggurt angeschnallt wird, benötigen diesen zusätzlichen Fixpunkt nicht.

Die Norm ISO 13216 legt fest, dass das kombinierte Gewicht von Kind und Sitz bei Sitzen mit eigenem Gurtsystem nicht mehr als 33 kg betragen darf. Dies beeinflusst auch Sitze, die nach der i-Size-Regelung (R129) zugelassen sind, welche ebenfalls eine Gewichtsobergrenze aufweisen müssen. Folgesitze der Gruppe 2/3, die oft mit Isofix-Konnektoren ausgestattet sind, sind in der Regel bis 36 kg zugelassen.

Schema zur Funktionsweise von ISOFIX mit Top Tether und Stützfuß

Vorteile von ISOFIX im Vergleich zur Gurtbefestigung

Untersuchungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigen, dass fast die Hälfte der Kinder im Auto nicht richtig gesichert ist. Eine häufige Fehlerquelle ist der korrekte Einbau des Kindersitzes. Insbesondere bei der Befestigung mit dem Fahrzeuggurt werden oft Becken- und Schultergurt verwechselt, was dazu führt, dass der Sitz im Falle eines Aufpralls oder starken Bremsmanövers nicht ausreichend fixiert ist und verrutschen kann.

Studien belegen, dass ISOFIX-Kindersitze signifikant seltener falsch eingebaut werden. Das unkomplizierte Klick-System ist intuitiv und minimiert das Risiko von Einbaufehlern erheblich. Dies führt zu einer spürbar stabileren und sichereren Befestigung des Kindersitzes im Fahrzeug.

Vorteile von ISOFIX zusammengefasst:

  • Einfacher und schneller Einbau
  • Reduziertes Risiko von Einbaufehlern
  • Stabile und sichere Verbindung zwischen Kindersitz und Fahrzeugkarosserie

Allerdings gibt es auch Nachteile. ISOFIX-Sitze sind in der Regel teurer und schwerer als Modelle mit Gurtbefestigung. Zudem können sie nicht immer auf allen Sitzplätzen, wie beispielsweise dem Beifahrersitz, oder in Fahrzeugen ohne ISOFIX-Bügel, wie ältere Autos, Oldtimer oder Camper, verwendet werden.

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Was tun, wenn das Fahrzeug kein ISOFIX hat?

Für Fahrzeuge, die nicht über ISOFIX-Bügel verfügen, gibt es weiterhin die Möglichkeit, Kindersitze mit dem gewöhnlichen Dreipunktgurt des Fahrzeugs zu befestigen. Einige ISOFIX-Sitze sind auch so konzipiert, dass sie alternativ mit dem Fahrzeuggurt installiert werden können. In solchen Fällen sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Sitz fest und korrekt montiert ist, auch wenn dies im Vergleich zu ISOFIX oft als weniger stabil empfunden wird.

Nachrüstung von ISOFIX ist nur in Ausnahmefällen möglich. Für einige ältere Fahrzeugmodelle gibt es originale Nachrüstsätze vom Fahrzeughersteller, die von einer Fachwerkstatt montiert werden müssen. Universale Nachrüstlösungen aus dem Internet sind nicht zugelassen und können gefährlich sein, da sie die Verbindung nicht sicher mit der Fahrzeugkarosserie herstellen.

ISOFIX und die i-Size-Norm

Die i-Size-Norm (R129), eine neuere und strengere Prüfnorm für Kindersitze, schreibt vor, dass alle mit dem i-Size-Symbol gekennzeichneten Sitzplätze im Auto mit ISOFIX-Verankerungen ausgestattet sein müssen. Auf diesen Plätzen können dann auch i-Size-zertifizierte Kindersitze montiert werden. Bei ISOFIX-Kindersitzen ohne i-Size-Zulassung ist es wichtig, die dem Fahrzeugsitz beiliegende Typliste zu prüfen, um sicherzustellen, dass der Sitz für das jeweilige Fahrzeug zugelassen ist.

Die ISOFIX-Verankerungspunkte befinden sich heute serienmäßig meist auf den beiden äußeren Rücksitzen. Die korrekte Montage wird oft durch sichtbare Indikatoren, wie grüne Markierungen, bestätigt.

Unterschiede bei der Kindersicherung im Sitz

Neben der Befestigung des Sitzes im Auto ist auch die Sicherung des Kindes im Sitz von entscheidender Bedeutung. Hierbei wird zwischen verschiedenen Gurtsystemen unterschieden:

  • Dreipunkt-Hosenträgergurt (Y-Gurt): Dieser Gurt verläuft über die Schultern und wird zwischen den Beinen festgeschnallt. Er wird häufig bei Babyschalen verwendet.
  • Fünfpunkt-Hosenträgergurt: Dieser Gurt bietet zusätzliche Sicherung durch Gurte, die um die Hüfte verlaufen und über dem Bauch befestigt werden. Er kommt bei Sitzen für Kleinkinder zum Einsatz.
  • Fangkörper (Tischchen): Kindersitze mit einem Fangkörper werden in Fahrtrichtung montiert und meist in Verbindung mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugs befestigt.

Bei allen Systemen mit Hosenträgergurt ist es essenziell, dass die Gurte möglichst eng am Körper des Kindes anliegen. Dicke Kleidung, wie Winterjacken, sollte vor dem Anschnallen ausgezogen oder zumindest geöffnet werden, um eine optimale Gurtführung zu gewährleisten. Ein nicht fest genug angezogener Gurt erhöht die Verletzungsgefahr erheblich.

Bei Sitzerhöhungen werden Kinder in der Regel mit dem normalen Dreipunkt-Sicherheitsgurt des Fahrzeugs gesichert. Dabei ist darauf zu achten, dass der Schultergurt mittig über die Schulter verläuft und das Kind im Schlaf nicht aus dem Gurt rutscht.

Illustration der verschiedenen Kindersitz-Gurtsysteme

Die Wahl des richtigen Kindersitzes und dessen korrekte Befestigung sind entscheidend für die Sicherheit des Nachwuchses im Auto. ISOFIX bietet hierbei eine deutliche Vereinfachung und Erhöhung der Sicherheit, sofern das Fahrzeug über die entsprechenden Verankerungspunkte verfügt.

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