Grundlagen des Segelns mit Säuglingen und Kleinkindern auf Kreuzfahrtschiffen

Das Reisen mit einem Säugling oder Kleinkind kann eine bereichernde Erfahrung sein, und immer mehr Familien entscheiden sich für eine Kreuzfahrt. Es gibt jedoch einige wichtige Aspekte zu beachten, um diese Reise sowohl für die Eltern als auch für die Kinder angenehm und sicher zu gestalten.

Kreuzfahrten mit Säuglingen und Kleinkindern: Was Sie wissen müssen

Mindestalter und medizinische Versorgung:

  • Die meisten Reedereien setzen ein Mindestalter von 6 Monaten für die Mitreise von Babys voraus.
  • Bei Reisen mit mehreren aufeinanderfolgenden Seetagen kann das Mindestalter auf 12 Monate angehoben werden.
  • Die Bordhospitäler sind in der Regel nicht auf die spezielle Behandlung von Kleinkindern ausgelegt, daher ist eine adäquate medizinische Versorgung auf hoher See begrenzt.

Reedereien und ihre Angebote für Familien:

Die führenden Reedereien im deutschsprachigen Raum, wie AIDA Cruises und TUI Cruises (Mein Schiff), sind besonders familienfreundlich aufgestellt. Auch MSC Cruises und Costa Kreuzfahrten heißen Kinder willkommen.

Wichtige Ausstattungsmerkmale an Bord:

  • Hochstühle in Restaurants, Aufwärmstationen für Babynahrung und spezielle Kinderküchen sind von Vorteil.
  • Eigens für Kleinkinder konzipierte Spielräume, die oft einer Kinderbetreuung ähneln, bieten Beschäftigungsmöglichkeiten.
  • Auf vielen Schiffen gibt es Wickelräume, was besonders auf größeren Schiffen praktisch ist.

Sicherheit an Bord:

  • Die Geländer und Relings sind meist aus Sicherheitsglas und bodentief gebaut, um ein Durchrutschen zu verhindern.
  • Die Crew kontrolliert die Teilnahme aller Gäste an Sicherheitseinweisungen.
  • Kinder erhalten auf AIDA Schiffen zur zusätzlichen Sicherheit ein Armband mit dem Buchstaben der Sammelstation.

Flusskreuzfahrten mit Babys:

Auch auf Flusskreuzfahrtschiffen sind Kleinkinder und Babys herzlich willkommen. Das Betreuungsangebot ist hier oft kleiner, aber es gibt häufig Kinderspielräume oder kleine Pools. Der Service und die intime Atmosphäre an Bord werden von vielen Familien geschätzt.

Kinderspielbereich auf einem Kreuzfahrtschiff

Vorbereitung und Packliste für die Kreuzfahrt mit Baby

Was Sie unbedingt mitnehmen sollten:

  • Medikamente: Fiebersaft, Nasenspray und alle individuellen Medikamente für Ihr Kind.
  • Windeln und Babynahrung: Obwohl einige Reedereien Babynahrung anbieten, ist es ratsam, ausreichend eigene Vorräte mitzubringen. Nur wenige Reedereien stellen einen extra Windelmülleimer bereit; kleine Müllbeutel sind daher nützlich.
  • Babykleidung: UV-Kleidung und Wasserschuhe für den Poolbereich, sowie Schwimmwindeln (beachten Sie die Regeln der Reedereien bezüglich Windeln im Pool).
  • Ausrüstung: Ein kompakter Buggy ist praktischer als ein sperriger Kinderwagen. Babybetten und Rausfallschutz müssen oft extra angefragt werden.

Was Sie zu Hause lassen können:

  • Wasserkocher und Flaschenwärmer: Diese dürfen aus Sicherheitsgründen oft nicht selbst mit an Bord gebracht werden. Heißes Wasser kann jedoch in den Restaurants erhältlich sein.
  • Eigenes Babyphone: Normale Babyphones funktionieren aufgrund der Stahlbauweise der Schiffe oft nicht zuverlässig. Einige Reedereien bieten Leihgeräte an.

Kabinenwahl und Ausstattung:

  • Babybetten werden oft kostenlos zur Verfügung gestellt, müssen aber in der Regel vorab reserviert werden. Die Verfügbarkeit kann begrenzt sein.
  • Die Größe der Kabine ist entscheidend. Eine Balkonkabine kann mehr Platz bieten, während Innenkabinen sehr eng werden können.
  • Familienkabinen oder Kabinen mit Verbindungstür sind ideal, aber oft nur begrenzt verfügbar.

Aktivitäten und Verpflegung für die Kleinsten an Bord

Kinderbetreuung und Clubs:

  • AIDA bietet mit dem Mini Club (ab 6 Monaten) und dem Kids Club Betreuungsmöglichkeiten. Auf den neuesten Schiffen gibt es zudem eine Baby Corner mit kostenfreier Babynahrung und Aufwärmmöglichkeiten.
  • Mein Schiff verfügt über den Nest-Baby-Raum, einen Treffpunkt für Eltern mit Babys. Eine Betreuung ist hier nicht vorgesehen, aber auf Anfrage kann ein Babysitter-Service genutzt werden.
  • MSC bietet Baby Time & Baby Care an, wobei die Verfügbarkeit und Kosten variieren können.
  • Costa bietet den Squok Club erst ab 3 Jahren an. Für Babys gibt es auf Anfrage frischen Babybrei.

Poolnutzung:

Die meisten Reedereien erlauben Kindern mit Windeln die Nutzung der Pools nicht. AIDA bietet auf seinen neuesten Schiffen spezielle Baby-Badebereiche, in denen das Planschen mit Schwimmwindel gestattet ist.

Babyplanschbecken auf einem Kreuzfahrtschiff

Babynahrung und Verpflegung:

  • Die AIDA Baby Corner ist ein großer Vorteil, da sie kostenfreie Babynahrung (HiPP) und warme Mahlzeiten rund um die Uhr anbietet.
  • Auf der Mein Schiff Flotte gibt es keine Standard-Babynahrung zum Kauf, aber die Küche bereitet auf Anfrage ungewürztes Gemüse, Kartoffeln und Breie zu.
  • Bei MSC gibt es keine Standard-Babynahrung, aber Chicco-Kindermenüs und pürierte Speisen auf Anfrage.
  • Costa bietet frisch zubereiteten Babybrei auf Anfrage.

Reiserouten und praktische Tipps

Reisedauer und Routenwahl:

  • Für die erste Reise mit einem Baby unter 6 Monaten sind kürzere Routen mit wenigen Seetagen empfehlenswert.
  • Reisetermine in der Vor- oder Nachsaison sind oft angenehmer, um extreme Hitze zu meiden.
  • Tender-Häfen sollten möglichst vermieden werden, da das An- und Ablegen mit Kleinkindern umständlich sein kann.

An- und Abreise:

  • Die Anreise zum Kreuzfahrthafen kann stressig sein. Eine frühzeitige Planung von Flügen oder Bahnfahrten ist ratsam.
  • Bei manchen Flughäfen können Taxis mit Kindersitzen bestellt werden.

Dokumente:

  • Kinder benötigen für Reisen außerhalb des Schengen-Raums einen Reisepass. Innerhalb des Schengen-Raums reicht ein Personalausweis. Die Beantragung kann mehrere Wochen dauern.
  • Eine Reisevollmacht ist erforderlich, wenn das Kind mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil oder anderen Verwandten reist.

Finanzielle Aspekte:

  • Kleinkinder unter zwei Jahren reisen oft kostenlos oder zu stark ermäßigten Preisen in der Kabine der Eltern. Es können jedoch zusätzliche Kosten für An- und Abreise anfallen.
  • Achten Sie auf versteckte Baby-Kosten und nutzen Sie Frühbucherrabatte.

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