Einführung in den Malinois
Der Malinois, eine der vier Varietäten des Belgischen Schäferhunds, ist ein äußerst intelligenter und leistungsstarker Arbeitshund. Er gehört zur Familie der Belgischen Schäferhunde und ist bekannt für seine hohe Lernbereitschaft, enorme Energie und die starke Bindung zu seiner Bezugsperson. Aufgrund seines ausgeprägten Arbeitswillens wird der Malinois oft als Dienst-, Sport- oder Gebrauchshund eingesetzt.
Der Malinois ist ein mittelgroßer, kurzhaariger Hund. Er ist als Schäferhund sofort gut auszumachen und gilt als der bekannteste Vertreter der Belgischen Schäferhunde. Äußerlich zeichnet er sich durch eine besondere Eleganz aus. Seine Fellfarben sind falb bis rotbraun mit schwarzer Maske und schwarzer Wolkung. Ganz schwarze Hunde gibt es zwar, aber sie sind nicht typisch für diese Hunderasse und entsprechen nicht dem Standard.
Der Malinois gilt als sehr robuster Hund. Bei guter Pflege, ausgewogener Ernährung und ausreichender Bewegung erreicht er problemlos ein Alter von 12 Jahren und mehr. Viele Malinois bleiben bis ins hohe Alter aktiv und leistungsfähig. Wie bei allen Hunden spielen jedoch Faktoren wie genetische Veranlagung, Haltungsbedingungen, körperliche Auslastung und mentale Beschäftigung eine wichtige Rolle.

Charakter und Temperament des Malinois
Im Grunde seines Herzens ist der Malinois ein freundlicher Hund. Aggressivität und Angst werden bei der Zucht nicht toleriert. Dennoch gilt der Belgier als sehr charakterstark, agil und reaktiv - ihm wird eine kurze Zündschnur nachgesagt.
Hunde der Rasse Malinois haben einen starken Beschützerinstinkt, den sie auch ungefragt einsetzen, wenn sie ihre Menschen bedroht sehen. Nicht unterschätzen solltest du als potenzieller Halter auch den Jagdtrieb des Belgischen Schäferhundes. Mangelt es an Erziehung und ergibt sich die Gelegenheit, so besteht für Kleintiere und Katzen ein hohes Risiko, gejagt zu werden. Beim Zusammenleben im eigenen Haushalt lernen die meisten Malis aber schnell, wer „dazu gehört“.
Der hochaktive Malinois bringt großen Arbeitseifer und vollständige Kooperationsbereitschaft mit. Er ist ein Paradebeispiel für den „Will to please“ bei Hunden, sprich die Bereitschaft, Kommandos ohne Zögern umzusetzen. Kombiniert mit seiner herausragenden Härte, Ausdauer und Intelligenz macht ihn dieser Wille, für seinen Menschen zu arbeiten, zum vierbeinigen Workaholic. Er braucht ein hohes Maß an geistiger und körperlicher Auslastung.
Der Standard fordert ein lebhaftes und munteres Temperament sowie gefestigten Charakter, der weder Angst noch Aggressivität kennt. Allerdings hat die Trennung in Arbeits- und so genannte Schönheitszucht der Rasse nicht gut getan. Die Hunde aus den Arbeitslinien erscheinen zuweilen übermotiviert, ja sogar scheu und ängstlich. Die Hunde aus so genannter Schönheitszucht lassen den Schäferhund zuweilen vermissen.
Anforderungen an Halter eines Malinois
Der Malinois ist ein passionierter Arbeitshund - hoch intelligent, sensibel und vor allem arbeitswillig. Er braucht ein Herrchen oder Frauchen, das mit ihm arbeitet. Werden diese Hunde unterfordert, können sie auf Dauer ihren Frust in Aggressivität abladen.
Der Malinois braucht und will einen wirklich kompetenten Führer, der ihm ganz klar die Regeln und Strukturen vorgibt, der ganz sicher und erfahren in der Führung eines solchen Hundes ist. Dies bedeutet, dass jeden Tag mit ihnen gearbeitet werden muss; Spazierengehen allein erfüllt diese Anforderung nicht.
Die Anschaffung eines Malinois ist nicht für unerfahrene Hundehalter geeignet. Unerfahrene Halter können ihn leicht überfordern oder unbewusst falsches Verhalten fördern. Ein glücklicher und ausreichend ausgelasteter Malinois kann ein Familienhund sein, aber es ist wichtig zu wissen, dass dieser Hund viel Training und Beschäftigung braucht, um ausgeglichen zu bleiben.
Die Kosten für einen Malinois Welpen liegen in der Regel zwischen 1.000 und 2.000 Euro, sofern der Hund von einem seriösen Züchter stammt. Neben dem Kaufpreis kommen natürlich noch die laufenden Kosten für die Haltung hinzu, die sich auf rund 100-200 Euro pro Monat belaufen können.

Malinois und Kinder: Eine sensible Angelegenheit
Die Frage, ob ein Malinois für Familien mit Kleinkindern geeignet ist, erfordert eine sehr sorgfältige Betrachtung. Grundsätzlich gilt: Mit der entsprechenden Erziehung, Sozialisation und Führung wird ein Malinois entsprechend mit Kindern und anderen Tieren umgehen, aber das ist eine wirkliche Aufgabe und braucht sehr viel Zeit, bis der Hund entsprechend ausgebildet ist.
Generell sollten Kinder und Hunde niemals unbeaufsichtigt alleine gelassen werden. Eltern sollten gerade im Umgang mit kleinen Kindern vorsichtig sein, da Malinois sehr reaktiv und energiegeladen sind.
Wichtige Regeln für das Zusammenleben von Kindern und Hunden:
- Der Welpe ist kein Spielzeug.
- Es muss immer erklärt werden, dass ein Hund auf zugefügte Schmerzen reagieren wird und Drohungen wie Knurren, Zähne zeigen oder Fellsträuben stets ernst zu nehmen sind.
- Der Welpe sollte viele Streicheleinheiten von dem Kind bekommen.
- Der Welpe sollte beim Fressen nicht vom Kind isoliert werden.
- Wenn der Welpe schläft, muss das Kind ihn in Ruhe lassen.
- Der Welpe sollte eine Rückzugsmöglichkeit vor dem Kind haben.
- Baby oder Kleinkind nie alleine mit dem Hund lassen, auch nicht beim Spielen.
- Tabuzonen schaffen: ein Hund hat weder im Kinderwagen noch im Kinderbett etwas zu suchen.
- Kinderspielzeug, der Schnuller oder Kleidung werden grundsätzlich für den Vierbeiner zum Tabu erklärt.
- Lassen Sie es nie zu, dass der Hund dem Kleinkind einen Bissen aus der Hand oder gar vom Mund raubt.
- Jedes unerwünschte - vor allem drohende - Verhalten eines Welpen oder älteren Hundes dem Kind gegenüber ist sofort zu unterbinden. Hierbei niemals Kompromisse eingehen!
- Der Schlaf- und Ruheplatz des Hundes sollte stets außerhalb des Spielbereiches sein, möglichst in einem anderen Raum - damit sich der Vierbeiner dem Lärm und möglicherweise allzu stürmischen Liebesbezeugungen eines Kindes entziehen kann.
- Verhindern Sie, dass ein Kind sich am Futternapf des Hundes zu schaffen macht. Dieser ist für das Kind stets tabu!
- Grobheiten oder Necken sind von Jung und Alt zu unterlassen.
- Bei Freunden der Kinder, die das Haus besuchen, ist aufzupassen, denn fremde Kinder kennen Ihren Hund nicht. Man lässt die Kinder und den Hund nicht unbeaufsichtigt.
- Es ist wichtig, dass der Hund in der „Rangordnung“ immer unter dem Kind steht. So hat er das Sofa zu räumen, wenn das Kind darauf sitzen will.
- Beim Spiel sollte der Hund nie über dem Kind zu stehen kommen oder es als Beute schütteln dürfen.
- Zerrspiele zwischen Hund und Kind sind zu verhindern!
Ein unausgelasteter und gelangweilter Malinois ist schnell unterfordert und kann problematisches Verhalten aufzeigen. Die Frage, ob ein Malinois für ein Kind geeignet ist, sollte kritisch hinterfragt werden; gerade ein 13-Jähriger ist für die Haltung eines solchen Hundes nicht reif.
Umgang mit fremden Hunden | PURINA® Pet School
Unterschiede zum Deutschen Schäferhund
Obwohl beide Rassen zur Familie der Schäferhunde gehören, gibt es Unterschiede zwischen dem Malinois und dem Deutschen Schäferhund. Der Malinois ist in der Regel schlanker und wendiger als der Deutsche Schäferhund, was ihn schneller und reaktionsschneller macht. Die Bilanz zwischen Körpergewicht und Leistungsfähigkeit ist beim Malinois hoch effektiv.
Der Malinois hat einen kaum zu bändigenden Arbeitseifer und will pausenlos beschäftigt und gefördert werden. Deutsche Schäferhunde können ebenfalls sehr arbeitsfreudig sein, sind aber oft etwas gemütlicher und benötigen nicht ganz die extreme Auslastung wie ein Malinois.
Umgang mit Aggressivität und Verhaltensproblemen
Aggressivität und Angst werden bei der Malinois-Zucht nicht toleriert. Dennoch können unterforderte oder falsch geführte Hunde Verhaltensprobleme entwickeln. Ein Beispiel dafür ist ein Malinois, der fremde Personen anbellt oder sogar beißt, wenn er sich bedroht fühlt oder seine Grenzen nicht versteht.
Es ist essenziell, sich in die Situation des Hundes hineinzuversetzen und zu verstehen, warum er aggressiv reagiert. Oft liegt die Ursache in mangelnder Auslastung, falscher Erziehung oder fehlender Sozialisation. Gewalt und Zwang in der Erziehung sind nicht nur verboten, sondern zerstören auch das Vertrauen zwischen Mensch und Hund.
Ratschläge für potenzielle Halter
Wer über die Anschaffung eines Malinois nachdenkt, sollte sich intensiv mit der Rasse auseinandersetzen. Es ist ratsam, Züchter der Rasse zu kontaktieren und sich vor Ort über die Hunde und deren Haltung zu informieren. Ein seriöser Züchter, der eigene Kinder hat oder seine Welpen auf Kinder prägt, ist unerlässlich.
Achte unbedingt auf gute Prägung und Sozialisierung des Welpen bzw. Hundes. Hunde der Rasse Malinois sind hochspezialisierte Arbeitshunde, die eine echte Aufgabe brauchen. Dein ganzes Leben muss hierauf eingestellt werden.
Es gibt auch Mischlinge mit Malinois-Anteilen, bei denen das Verhalten stark variieren kann. Selbst wenn ein Hund wie ein Malinois aussieht und viel dessen Wesen zeigt, ist es wichtig, die spezifischen Bedürfnisse des individuellen Hundes zu erkennen und ihm gerecht zu werden.
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